Würfelland

Würfelland Cover
Würfelland / Foto: Spieltroll

Ich habe nur ein Probespiel von Würfelland gesehen und wusste sofort das es meiner Frau und unserer Spielrunde gefallen würde. Würfelland vom Nürnberger Spielkarten Verlag ist wirklich mal ein cooler schneller Snack für Zwischendurch. Also nicht falsch verstehen, Trolle mampfen natürlich ziemlich viel, aber Würfelland spielt man dann doch lieber, als das man es isst. Obwohl es sehr appetitlich daherkommt in seiner hübschen, schlanken, weißen Schachtel. Der Inhalt ist dann auch sehr überschaubar und wirkt nicht ganz so edel, ist aber wirklich zweckmäßig. Sechs Würfel, vier Stifte, sowie vier beidseitig bedruckte und beschichtete Spieltableaus sind in der Schachtel. Als meine Frau die Schachtel öffnete sagte sie gleich wieder: „Cool, die Schachtel muß eine Frau erfunden haben!“ und zeigte mir den Deckel von innen. Meine Frau ist nämlich der Meinung, dass die richtig coolen Ideen, bei denen mal einer praktische Überlegungen angestellt hat, alle von Frauen entwickelt wurden und werden. Mir egal, aber das Würfelland gleich im Deckel seinen eigenen Würfelteller mitbringt ist wirklich super!

Worum geht es?

In Würfelland schlüpfen wir in die Rollen von Entdeckern, die von ihren Basislagern aus versuchen in einer neuen Umgebung Schätze aufzuspüren. Das machen wir anhand einer Schatzkarte (unser Spieltableau) die aus verschiedenfarbigen Hexfeldern besteht. Sechs Farben representieren hier die verschiedensten Geländearten. Auf einigen Feldern, je zwei pro Farbe, befinden sich Sternsymbole. Diese Felder sind die Schatzfelder, die es zu entdecken gilt. Wir würfeln dann also reihum solange bis einer es geschafft hat mindestens neun Schätze zu entdecken und alle Felder in einer der sechs Farben anzukreuzen.

Wie läuft das ab?

Zunächst erhält jeder Spieler ein abwischbares Tableau und einen Stift. Der Deckel der Spieleschachtel wird als Würfelteller in die Mitte gestellt und die sechs Farbwürfel bereitgelegt. Als erstes sucht sich jeder Spieler aus mit welcher Seite seines Tableaus er spielen will. Dabei ist es völlig egal welche er nimmt, die Felderanzahl ist auf allen gleich, sie haben alle gleichviele schwarze Kästchen, die als unpassierbare Bergfelder gelten und haben alle gleichviele Schätze, nur ihre jeweilige Anordung ist auf allen Tableaus total verschieden. Das Basiscamp ist auf jedem Tableau bereits mit einem schwarzen X markiert.

Würfelland
Spielsituation / Foto: Spieltroll

Nun wird ein Startspieler ermittelt und dieser beginnt damit alle sechs Farbwürfel zu werfen. Er muß sich jetzt für eine der erwürfelten Farben entscheiden, dabei sollte er tunlichst eine der Farben nehmen die an sein Basiscamp angrenzen, denn ansonsten wird es ihm nicht möglich sein später auf seiner Karte Felder anzukreuzen. Neben dem Basiscamp sind nämlich nur ein paar Farben angrenzend. Nachdem er sich für eine Farbe entschieden hat, legt er alle entsprechenden Würfel zur Seite und muß sich als nächstes entscheiden, ob er aufhört zu würfeln oder weitermacht. Macht er weiter, darf er alle restlichen Würfel erneut werfen und versuchen weitere Würfel seiner gewählten Farbe zu bekommen. Solange er weitere Würfel seiner Farbe würfelt, darf er sie zur Seite legen und sich wieder entscheiden, ob er aufhört oder weitermacht. Hört er auf, darf er in einem an sein Kreuz angrenzendes Gebiet der gesammelten Farbe weitere Kreuze machen, und zwar soviele wie er auch erwürfelt hat.

Warum sollte man nun aber vorzeitig mit dem Würfeln aufhören? Ganz einfach, jedes angrenzende Gebiet einer Farbe besteht aus einer bestimmten Anzahl Felder und würfelt man zuviele Würfel der Farbe, für die man sich entschieden hat, so hat man überwürfelt und darf gar kein Kreuz machen. Man muß also aufpassen wann man aufhört.

Wenn man seine Kreuze auf dem Tableau gemacht hat, dürfen alle anderen Spieler sich eine Würfelfarbe aussuchen, die der aktive Spieler nicht benutzt hat und ebenfalls die entsprechende Anzahl Kreuze auf ihren Tableaus eintragen. So werden also wie bei Ganz Schön Clever auch alle Mitspieler in den Wurf des aktiven Spielers miteinbezogen.

Kommen wir zu den Schatzsternchen. Kreuzt einer der Spieler nach einem Wurf eines dieser Sternfelder an, bekommt man zur Belohnung einen sogenannten Schatzwurf. Der aktive Spieler legt zunächst einen der Würfel vor sich ab, bevor der Spieler der einen Schatzwurf würfeln darf, was natürlich auch er selber sein kann, diesen ausführt. Das dient zur Erinnerung, bei wem es als nächstes weitergeht. Danach werden reihum alle Schatzwürfe mit jeweils fünf Würfeln ausgeführt. Hierbei wird nicht nachgewürfelt und was man mit diesem Wurf bekommt muss man nehmen. Die Schatzwürfel sind auch jeweils nur für den Spieler der ein Sternfeld angekreuzt hat, die anderen Spieler dürfen in diesem Fall keine der übrigen Würfel für sich notieren. Nach sämtlichen Schatzwürfen geht das Spiel an den nächsten Spieler weiter, bis irgendwann einer die Siegbedingungen (9 Schatzfelder und alle Felder einer Farbe) erfüllt hat und als Sieger hervorgeht.

Das Fazit

Würfelland ist eines dieser Spiele, das man immer mal wieder rausholen wird, um eine Runde zu spielen. Einfach eine kleine Ablenkung für zwischendurch, oder als Absacker an einem Spieleabend genau richtig. Die Dosis macht das Spiel gut. Ich könnte Würfelland jetzt nicht zehn Mal hintereinander spielen, aber eine Partie dieses Würfelspiels, bei dem nicht nur das Würfelglück entscheidet, sondern durchaus auch die clevere Wahl der richtigen Farbe und das Auswählen der Würfel, während der gegnerischen Würfe, ist genau richtig. Außerdem finde ich die Immersion eines Entdeckers, der in einem unbekannten Landstrich auf Expedition geht, trotz des doch hohen Abstraktionsgrades von Würfelland sehr gelungen. Ich kann mir sehr gut vorstellen wenn ich auf die Tableaus von Würfelland schaue, dass dort Landschaften dargestellt sind die mein Trupp auf der Suche nach verborgenen Schätzen durchstreift.

Also mir gefällt es, eine klare Kaufempfehlung.


  • Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag
  • Autor(en): Andreas Spies, Reinhard Staupe
  • Illustratoren(en): Oliver Freudenreich, Sandra Freudenreich
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 20 Minuten

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