Dragon Castle

Dragon Castle / Foto: Spieltroll

Mahjong habe ich auf dem Handy oder Smartphone immer sehr gerne gespielt, auch wenn das Teilchen-Rätselspiel mit dem richtigen Mahjong eigentlich nichts zu tun hat, so benutzt es immerhin die schönen Steine um verschiedenste Formen aufs Brett zu legen, die wir als Spieler versuchen müssen bis zum letzten Stein abzubauen, indem wir immer passende Pärchen bilden. Nun haben sich mit Dragon Castle, Horrible Games dieser Mahjong-Variante angenommen und daraus ein, durch diese Mahjong-Spiele inspiriertes, neues Brettspiel für bis zu vier Personen konzipiert. Jeder der einmal eine aufgebaute Partie Dragon Castle gesehen hat, wird das kaum leugnen können. Aber das Spiel weisst nur einige Ähnlichkeiten auf, spielt sich ansonsten aber ganz anders und gehörte für mich zu den interessantesten Releases des Jahres 2017.

Worum geht es ?

Das Dragon Castle wird repräsentiert durch den aufgebauten Steineberg und hat die Gunst des uralten Drachen verloren, deshalb fliehen die Bürger aus der Drachenfestung und die Herrscher der nahegelegenden Reiche (die Spieler) versuchen die Bevölkerung in ihr Reich zu ziehen, um dort die Gunst des alten Drachen zu erhalten, damit ihre neue Festung zum Dragon Castle wird. Die Spieler bringen die alte Burg zum Einsturz und errichten in ihrem Gebiet eine neue, was durch das Ziehen der Mahjongsteine aus der Mitte und das erneute Einsetzen auf Ihrem Spielplan symbolisiert wird.

Wie läuft das ab ?

Zunächst wird auf dem mittleren Spielplan eine Drachenburg aus Mahjongsteinen errichtet. Dem Spiel liegen mehrere Pläne für unterschiedliche Spielerzahlen bei, darunter ein neutraler Plan, auf dem man verschiedenste Muster aufbauen kann. Das ist sehr schön an Dragon Castle, es liefert direkt in der Anleitung einige Vorschläge für verschiedene Aufbauvarianten und ermutigt die Spieler, sich auch selber immer neue Varianten für die Drachenburg auszudenken. Auf diesem Spielplan muss also zunächst aus den 116 Spielsteinen eine Burg errichtet werden, was ein bißchen Zeit in Anspruch nimmt. Die Steine sind dabei nur an das Original Mahjong angelehnt, haben aber ansonsten damit nichts zu tun.

Dragon Castle Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Die Punkteplättchen die man währned des Spiels erhält, werden genauso wie die Schreindächer neben dem Spielfeld bereitgelegt. Jeder Spieler bekommt ein Spielertableau auf dem er seine Drachenburg errichten muss. Es gibt noch runde Zeitplättchen, die jeweils zwei Punkte am Spielende wert sind. Auf dem mittleren Spielplan gibt es am Rand einige runde Felder, von denen die ersten drei Felder jedes für eine andere Spieleranzahl steht, danach kommt ein Feld mit einem Ausrufezeichen und zum Schluß noch ein weiteres. Auf das letzte Feld wird der Stapel mit den Zeitplättchen gelegt. Danach wird auf jedes Feld rechts davon eines der Zeitplättchen vom Stapel gelegt, bis das Feld, was der Spieleranzahl entspricht bedeckt worden ist. Dies ist die Leiste, die das Spielende einläuten wird, sobald das Ausrufezeichen aufgedeckt wurde.

Nochmal zurück zu den Spielsteinen: diese existieren in sechs verschiedenen Farben. Rot, gelb und grün sind die Kastenspielsteine, die jeweils die Krieger-, Händler und Bauernkaste repräsentieren. Von ihnen gibt es jeweils vier Steine mit den Werten 1 bis 6. Neben der Farbe haben sie auch noch verschiedene Symbole. Die Spezialsteine haben die Farben Blau, Schwarz und Rosa. Die blauen repräsentieren die vier Jahreszeiten und jeder Stein ist viermal vorhanden. Die schwarzen stehen für die vier Winde und sind ebenfalls jeder viermal vorhanden. Die rosafarbenen Steine symbolisieren Drachen und von ihnen gibt es drei verschiedene, die wieder jeder vierfach vorhanden sind.

Dragon Castle Geisterkarten / Foto: Spieltroll

Es gibt noch zwei weitere Elemente im Spiel, die durch Karten bestimmt werden, aber für das Einsteigerspiel ersteinmal nicht empfohlen werden. Das erste sind Geisterkarten die allen Spielern eine spezielle Zugmöglichkeit erlauben. Von ihnen ist immer nur eine im Spiel. Das zweite Element sind Drachenkarten, von denen auch immer nur eine im Spiel ist und die am Ende für bestimmte Dinge Extrapunkte einbringt, wenn man sie erfüllt. Beides bringt einfach mehr Varianz ins Spiel.

Dragon Castle Drachenkarten / Foto: Spieltroll

Das Spiel läuft nun wie folgt ab, ist ein Spieler an der Reihe, so hat er zunächst die Wahlmöglichkeit aus drei Aktionen. Entweder nimmt der Spieler ein Spielsteinepaar aus der Drachenburg, oder er nimmt einen verfügbaren Spielstein, sowie einen Schrein aus dem Vorrat. Die dritte Möglichkeit besteht darin einen verfügbaren Stein aus der Drachenburg zu entfernen und dafür Punkte zu bekommen. Im späteren Verlauf des Spiels kommt eine vierte Möglichkeit hinzu. Sollte sich nur noch eine Ebene mit Spielsteinen in der Drachenburg befinden, so darf man auch das nächste verfügbare Zeitplättchen vom Spielplan nehmen.

Spielsteine gelten als verfügbar, wenn es möglich ist sie über ihre lange Seite aus der Drachenburg zu ziehen, ohne dass sie dabei von anderen Steinen blockiert werden. Steine über die kurze Seite aus der Burg zu ziehen ist verboten. Bei all diesen Möglichkeiten muss man den ersten Stein immer aus der obersten Ebene der Drachenburg nehmen. Im Falle des Spielsteinpaares darf der zweite Stein aber aus einer beliebigen Ebene kommen.

Dragon Castle Spielsituation / Foto: Spieltroll

Hat man dann seine Spielsteine aus der Burg gezogen, so baut man sie danach mit der bunten Seite nach oben wieder auf seinem eigenen Tableau wieder ein. Schreine die man bekommen hat werden erssteinmal beiseite gelegt. Beim Einsetzen muss man beachten, dass man, wann immer man einen farbigen Satz aus mindestens vier orthogonal miteinander verbundenen gleichfarbigen Steinen bildet, diese zusammenführt und sie wertet. Dabei ist es egal, auf welcher Ebene die Steine sich befinden. Man darf Steine immer auf leeren Feldern, sowie umgedrehten Steinen platzieren. Führt man Steine zusammen, so werden sie auf ihre weiße Seite umgedreht und man darf wieder auf ihnen bauen. Je nachdem, wieviele Steine man zusammenführt, gibt es Punkte. Außerdem darf man bei Zusammenführen von Steinen auch immer mindestens einen Schrein bauen, wenn man welche in seinem Vorrat hat. Sollte man Kastenspielsteine zusammenführen, so darf man einen Schrein bauen, bei Wind- und Jahreszeitensteinen darf man sogar zwei Schreine errichten und bei Drachensteinen darf man ebenfalls zwei Schreine errichten und erhält sogar noch einen Bonussiegpunkt. Die Schreine platziert man einfach auf einem der gerade umgedrehten Steine. Je höher der Steinstapel auf dem ein Schrein platziert wird, desto besser. Bei Spielende sind Schreine auf Ebene eins nur einen Punkt Wert, auf Ebene zwei zwei Punkte und auf Ebene drei und höher drei Punkte.

Das Spiel endet, wenn das Ausrufezeichen auf der Zeitleiste aufgedeckt wird, in diesem Fall sind alle Spieler bis zum Startspieler noch einmal dran und danach werden die Punkte gezählt, die man durch Zusammenführen der Spielsteine, die Schreine und die Zeitplättchen gemacht hat. Sollte eine Drachenkarte im Spiel sein, wird auch sie noch ausgewertet bevor der Sieger gekürt wird.

Das Fazit

Dragon Castle verwandelt ganz wunderbar die Idee vom ‚Puzzle-Mahjong‘ in eine völlig neue Version dieses Spiels. Dabei brilliert es mit jeder Spieleranzahl gleichermaßen. Die Züge gehen recht flott und eine Partie ist schnell gespielt, wenngleich der Aufbau einer neuen Drachenburg natürlich immer etwas Zeit in Anspruch nimmt. Das einzige was etwas fummelig ist, ist der Moment in dem man Steine zusammenführt und umdrehen muss. Da ist ein bißchen Fingerfertigkeit gefragt und Grobmotoriker sind im Nachteil. Die Komponenten im Ganzen und im Besonderen die Mahjongsteine, sind von sehr guter Qualität und alles passt stimmig zusammen. Dragon Castle ist für mich ein Highlight des 2017er Jahrgangs und ich möchte es an dieser Stelle auch als sehr gutes Zweipersonenspiel hervorheben.


  • Verlag: Horrible Games
  • Autor(en): Lorenzo Silva, Hjalmar Hach, Luca Ricci
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 30 – 45 Minuten

2 Gedanken zu „Dragon Castle“

  1. Hatte es eigentlich schon wieder von meiner Wunschliste gestrichen…. jetzt hast du mich doch schon wieder neugierig gemacht. 😉 Gerade auch im Bezug auf 2 Spieler.

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