Splendor

Splendor / Foto: Spieltroll

Heute mal ein etwas älteres Spiel, das es seit kurzem in einem neuen Gewnd wieder zu kaufen gibt. Splendor sorgte 2014 für einigen Wirbel in der Spieleszene, denn es brachte einen neuen Verlag mit einem Paukenschlag auf die Landkarte der Spieleszene. Die Rede ist von den Space Cowboys aus Frankreich, die sich erst 2013 gegründet hatten. Splendor bekam auf Anhieb eine Nominierung für das Spiel des Jahres 2014. Von nun an horchte man auf, wenn der französische Verlag ein neues Spiel auf den Markt brachte. So wie das Bild links, sieht die neue Verpackung aus und verrät niemandem auf den ersten Blick mehr das Thema dieses Spiels, indem es eigentlich um die Produktion, den Erwerb und Verkauf von Edelsteinen geht. Aber das Thema von Splendor war noch nie besonders stark, dafür ist das einfache Spielprinzip umso genialer und findet in dieser neuen Verpackung seine Neuauflage.

Worum geht es?

Wie schon kurz angerissen geht es in Splendor um Edelsteine in der Renaissance. Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines Edelsteinhändlers, der über Transportwege, Minen und Edelsteinschleifer seiner Boutique zu Ruhm verhelfen sollen. Wer jetzt aber ein knallhartes Wirtschaftsspiel erwartet, wird enttäuscht, denn es dreht sich alles nur darum Edelsteinchips geschickt hin und her zu tauschen, um an möglichst punkteträchtige Edelsteinkarten zu kommen, die wiederum die einflussreichen Adligen auf sich aufmerksam machen. Ziel ist es als erster 15 Prestigepunkte zu sammeln.

Spielaufbau Splendor / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Das Spiel war ein großer Anwärter auf den Spiel des Jahres Titel 2014, also kann man hier wirklich kein tiefgehendes Handelsspiel erwarten. Das Spielprinzip von Splendor ist sogar bahnbrechend einfach und erlaubt es auch schon jüngeren Familienmitgliedern mitzuspielen, sofern sie zählen können. Zunächst aber zum einfachen Spielaufbau. Es gibt drei verschiedenfarbige Kartensätze, die mit ein bis drei Punkten zusätzlich gekennzeichnet wurden. Diese Kartenstapel werden gemischt und anschließend jeweils vier Karten in einer Reihe ausgelegt und der Nachziestapel daneben bereitgelegt. So liegen insgesamt 12 Karten offen aus, die alle gleich aufgebaut sind. In der unteren linken Ecke sind runde farbige Kreise mit Ziffern darin abgebildet, die uns angeben, wieviele Edelsteine von welcher Farbe wir für die Karte bezahlen müssen. Oben rechts befindet sich immer ein Edelstein in einer der fünf möglichen Farben und auf den Karten speziell der beiden höheren Stapel, befinden sich Punktezahlen abgebildet. Diese Punkte sind Prestigepunkte, die wir zum Gewinn brauchen. Neben dieser Auslage platzieren wir farbige Edelsteinchips in insgesamt sechs Farben. Blau, Rot, Grün, Schwarz und Weiss sind die Farben der Edelsteine die wir erwerben können. Die sechste Chipsorte ist gelb und fungiert als Jokerchip. Außerdem werden je nach Spieleranzahl eine bestimmte Menge Adligenkarten offen ausgelegt, die ebenfalls Kosten in eckigen Feldern zeigen.

Die Spieler starten mit gar keinen Edelsteinen und der Startspieler fängt einfach mit seinem Zug an in dem er aus vier Zugmöglichkeiten wählen muss. Entweder er nimmt sich drei verschiedenfarbige Chips, oder er nimmt zwei Chips einer Farbe. Die dritte Möglichkeit ist es sich eine Karte aus der Auslage durch abgabe der entsprechenden farbigen Chips zu kaufen. Das hat den Vorteil, das man von nun an immer den angezeigten Edelstein in der rechten oberen Ecke als permanenten Stein zum kaufen von Karten zur Verfügung hat. Die Karten legt man für alle sichtbar vor sich ab. Die vierte Möglichkeit besteht darin sich eine Karte aus der Auslage zu reservieren. In diesem Fall nimmt man die Karte auf die Hand und kann sie später kaufen. Zusätzlich zu der Karte bekommt man einen gelben Jokerchip. Das ist auch schon das ganze Spielprinzip. Die Spieler tauschen solange Chips gegen Karten und erwerben neue Chips, bis sie an die teureren Karten mit Prestigepunkten herankommen. Die goldene Regel dabei besagt, dass die Spieler niemals mehr als zehn Chips auf der Hand halten dürfen. sollten sie mehr aufnehmen, müssen sie am Ende der Runde sofort welche abgeben, bis sie auf zehn kommen. Die Adligen sind ebenfalls Prestigepunkte wert und müssen nicht gekauft werden. Sie kommen automatisch zu dem Spieler, der die Menge an Edelsteinen in seinem Besitz hat, die auf seiner Karte abgedruckt sind. Dabei zählen nur die Edelsteine von den Karten und keine Chips.

Edelsteinauslage eines Spielers / Foto: Spieltroll

Wer so durch taktisches Geschick am schnellsten die 15 geforderten Prestigepunkte erreicht gewinnt. Splendor wird dadurch zu einem rasanten Wettlauf zwischen den Spielern und man hat immer noch Zeit eine Revanche zu spielen.

Das Fazit

Splendor ist wirklich ein rasantes Spiel. Es ist rasant erklärt. Die Regeln umfassen eigentlich nur eine Seite, wenn man sie akkurat zusammenfassen würde. Es ist rasant gespielt. Eine Partie dauert selten länger als zwanzig bis dreißig Minuten. Und es macht in jeder Besetzung Spaß. Ein perfektes Zweipersonenspiel und mit mehr Leuten ist es fast genausogut. Man sieht immer welche Edelsteine die anderen Spieler haben und kann versuchen zu planen und weiss auf welche der Karten man nicht mehr sparen sollte, weil jemand anders sie vor einem kaufen kann. Man weiss aber genauso, welche Karten die anderen nicht mehr bekommen können, wenn man selber die richtigen Chips auswählt. Splendor ist definitiv kein abendfüllendes Spiel, aber ein paar schnelle Partien würde ich immer spielen. Asmodee hat Splendor auch eine gute App spendiert, die ich hier gerne ebenso empfehlen würde.

Das einzige was man an Splendor wirklich kritisieren kann ist das Thema, welches schon arg aufgesetzt wirkt. Hier hätte man auch einfach jedes beliebige andere Thema wählen können, das ist für das Spiel tatsächlich völlig egal. Die Space Cowboys haben Splendor aber sehr schönes wertiges Material spendiert. Die Edelsteinchips liegen als Pokerchips wirklich gut in der Hand und auch die Karten haben schöne Artworks. Absolut nichts auszusetzen. Splendor ist ein genial einfacher Wettlauf mit hochwertigem Material.


  • Verlag: Space Cowboys
  • Autor(en): Marc André
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Spieleranzahl: 2-4
  • Dauer: 30 Minuten

Ein Gedanke zu „Splendor“

  1. Schöne Rezension die es einfach auf den Punkt bringt. Wunderschönes Familienspiel und mittlerweile wohl auch ein Klassiker. Das meist gespielte Spiel in unserer Familie. 🙂

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