Ohanami

Ohanami / Foto: Spieltroll

Rommyartige Spiele, bei denen es darum geht bestimmte Auslagen mit Zahlenwerten zu machen, finde ich in der Regel eher nicht so spannend. Das könnte daran liegen, dass ich früher als Kind mit meiner Mutter und einer Freundin meiner Mutter immer sehr viel Rommy gespielt habe. Heutzutage versuche ich es zu vermeiden. Aber ab und zu kommt von irgendwoher ein Spiel, dass das zugrundeliegende Konzept aufgreift und etwas aufpeppt und neu verpackt. Ohanami gehört irgendwie schon in diese Kategorie, macht aber irgendwie mehr Laune. „Es ist Frühling und in Japan blühen die Kirschbäume. Staunend betrachten und feiern die Menschen diese vergängliche Schönheit. Auf Japanisch heißt das OHANAMI.“, das steht hinten auf der Verpackung und was das Ganze mit dem Rommy zu tun hat, sehen wir gleich.

Worum geht es ?

Vom Hintergrund her geht es in Ohanami darum, dass die Spieler sich ihren japanischen Garten anlegen. Japanische Gärten bestehen zu bestimmten Teilen aus Pflanzen, Stein und Wasser. In Ohanami kommen als spezielle Pflanzen noch die Kirschbäume mit ihrer Blüte hinzu. Die Spieler versuchen in maximal drei Zahlenreihen, die sie vor sich auslegen, in den drei Runden die meisten Punkte zu verdienen. Der Clou daran ist das die unterschiedlichen Kategorien (Wasser, Pflanzen, Steine und Kirschblüten) in unterschiedlichen Runden Punkte bringen.

Ohanami Spielsituation / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Ohanami gehört zu den wirklich schnell erklärten Kartenspielen. Wie beim Rommy müssen wir hier eine Auslage aus den Karten vor uns bilden. Zu Beginn erhält jeder der bis zu vier Mitspieler jeweils 10 der 120 Karten. Die Karten zeigen Zahlenwerte von 1-120 und sind dabei immer einer der vier Kategorien und damit Farben zugeteilt. Die Wasserkarten sind blau und insgesamt sind 34 der Karten blau, die Pflanzenkarten sind grün und es gibt nur 34 von ihnen. Steinkarten sind etwas seltener, es gibt nur 17, und sie sind grau. Die Kirschblüten sind rosa und auch von ihnen gibt es 34. Die Farben verteilen sich dabei total gemischt durch die 120 Karten.

Die Spieler suchen sich wenn es losgeht jeder zwei Karten aus ihren Handkarten aus, die sie verdeckt vor sich ablegen, die restlichen Karten werden im Uhrzeigersinn weitergegeben. Haben das alle gemacht, so werden die Karten von den Spielern entweder in ihre Auslage gelegt, oder verdeckt abgeworfen, wenn sie diese nicht einbauen wollen oder können. Dabei kann auch nur eine eingebaut und die andere abgeworfen werden usw. Beim Einbauen in den eigenen „Garten“ gibt es folgende Dinge zu beachten. Die Spieler dürfen die Karten an beiden Enden ihrer Reihe anlegen, allerdings niemals irgendwo zwischenschieben, nur die Enden der Reihe sind offen. Insgesamt dürfen die Spieler bis zu drei Reihen vor sich liegen haben. Nachdem die Karten weitergegeben worden sind, sucht man sich erneut zwei Karten aus usw., bis die 10 Karten aufgebraucht sind. Dann endet die erste Runde und Punkte werden notiert.

Kartenauslage Ohanami / Foto: Spieltroll

Die nächsten zwei Runden werden genauso gespielt, nur in Runde zwei gibt man die Karten gegen den Uhrzeigersinn weiter und in Runde drei wieder anders herum. Die Kartenauslage bleibt nach der jeweiligen Runde liegen und die Spieler müssen in den nächsten Runden ihren ausliegenden Garten erweitern.

Kommen wir zu den Punkten, denn der Clou von Ohanami ist die Wertung. Am Ende von Runde eins zählen nämlich nur die blauen Karten jeweils drei Punkte. Alle anderen Karten bringen zu diesem Zeitpunkt noch keine Punkte. Am Ende von Runde zwei zählen dann alle blauen Karten erneut 3 Punkte und die grünen kommen mit 4 Punkten pro Karte hinzu. Nach der dritten Runde zählen wieder alle blauen 3 Punkte, alle grünen 4 und die grauen zählen ganze sieben Punkte. Die rosa Kirschblütenkarten werden erst ganz am Ende gezählt und hier ist die Menge der Karten wichtig, je mehr desto besser. Hat man nur eine Karte gesammelt, so bekommt man auch nur einen läppischen Punkt, bei vier sind es schon 10 und bei neun Karten 45. Die Punkte können in einer Tabelle der Anleitung eingesehen werden. Man sollte also versuchen die richtigen Punkte zur richtigen Zeit zu sammeln.

Punktezettel Ohanami / Foto: Spieltroll

Wer nach diesen drei Runden die meisten Punkte gesammelt hat ist der Gewinner von Ohanami.

Das Fazit

Ich hätte kaum geglaubt, dass man dem Rommygenre noch etwas neues abgewinnen kann, aber Ohanami mit seinem Draftmechanismus und dem cleveren Punktegesammel macht durchaus Spaß und ist für meinen Geschmack genau das richtige Spiel um einen Spieleabend einzuleuten oder an einem faulen Sonntagnachmittag eine Kleinigkeit zu spielen. Dabei funktioniert es für meinen Geschmack mit jeder Spielerzahl gleich gut. Also nichts ist mit angestaubtem miefigen Rommy, auch wenn es Ähnlichkeiten aufweist, Ohanami wirkt angenehm frisch und Zeitgemäß.

Karten Ohanami / Foto: Spieltroll

Auch optisch macht es mit seinen schönen Zeichnungen einiges her und ich muss Steffen Benndorf und dem NSV-Verlag zu einem tollen kleinen Kartenspiel gratulieren


  • Verlag: NSV
  • Autor(en): Steffen Benndorf
  • Illustrator(en): Christian Opperer
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 20 Minuten

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