Exit – Die Katakomben des Grauens

Exit – Die Katakomben des Grauens / Foto: Spieltroll

Die Exit Games von Kosmos sind sich in ihrer Machart natürlich alle recht ähnlich und deshalb habe ich bisher nur einmal generell etwas zu der Serie von Inka und Markus Brand gesagt, aber natürlich unterscheiden sie sich alle in ihrer Erzählweise und den enthaltenen Rätseln. Zum Beispiel würde ich den Mord im Orientexpress nochmal deutlich von den anderen Exitspielen abgrenzen, weil man hier nicht entkommen muss, sondern einen Mörder fangen muss, bis man mit dem Zug wieder zum stehen kommt. Ab und zu kann es also doch nochmal angebracht sein etwas zu der Serie zu sagen und deshalb möchte ich auch zum vorliegenden Spiel – die Katakomben des Grauens etwas sagen. Ist er doch der erste der Exit-Reihe, der in einem anderen Format daherkommt und das hängt einfach damit zusammen, dass mehr Material in den Karton passen muss, weil die Spieldauer doppelt so lang sein soll. Quasi doppelt soviel Spiel. Ob das so stimmt?

Worum geht es?

Die Spieler sind gefordert einen befreundeten Forscher, der in den Pariser Katakomben verschwunden ist, wiederzufinden. Scheinbar ist er einem Kult auf der Spur gewesen, der hier sein Unwesen treibt. Dabei geraten sie immer tiefer in die labyrinthartigen Katakomben unter der europäischen Metropole und versuchen seine Mysterien zu ergründen.

Wie läuft das ab?

Spielinhalt Exit – Die Katakomben des Grauens / Foto: Spieltroll

Wie die Exit-Reihe funktioniert werde ich jetzt hier nicht noch einmal erklären, wer das nicht wissen sollte kann eine kurze Beschreibung in einem Review zur Exit-Reihe hier auf dem Blog nachlesen. Ich werde mich hier mal im Großen und Ganzen nur auf die Änderungen stürzen, die es im Vergleich zu den kleineren Packungen gibt und auch hier natürlich nicht spoilern. Der größte Unterschied ist das Boxformat. Die Katakomben des Grauens sind in etwa doppelt so groß, wie die anderen Titel der Reihe, dass müsste sie aber gar nicht sein, denn es gibt zwar mehr Inhalt, aber der hätte ohne Inlay wahrscheinlich auch in eine kleinere Box gepasst. Der zweite Unterschied sollte die Spieldauer sein, denn das Abenteuer sollte ungefähr doppelt so lang sein und man kann nach einem Teil abspeichern. Das Spiel macht auch deutlich darauf aufmerksam. Ich möchte an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ich nicht glaube, das geübte Exit-Spieler solange brauchen werden, dass einzige was uns zu einer deutlich längeren Spielzeit verhalf, sogar mehr als die doppelte Dauer eines normalen Exit-Titels, waren die zum Teil sehr schwammigen und uneindeutigen Rätsel, die sich hier an mancher Stelle eingeschleußt haben. Wir haben sehr viele der Exit-Titel und auch andere Escape-Games gespielt und sehen uns als durchaus erfahren an, aber die Katakomben des Grauens brachten uns fast zum Aufgeben und somit ist die Zeit Angabe für meinen Geschmack mit Vorsicht zu genießen.

Ich kann auch nicht sagen, ob diese Rätsel auf alle so wirken, wenn das aber so sein soll, dann ist die Mehrzeit, die dieser Fall benötigt durch viel Frust und Rumraterei begünstigt. Wir hatten bei zumindest zwei Rätseln an sehr zentraler Stelle, wie sich im nachhinein herausstellte, von Anfang an wirklich die richtige Lösung, konnten es aber nicht richtig anwenden, weil die Vorgaben zu diesen Rätseln sehr schwammig waren und es dann eher einem rumprobieren entsprach. Das fanden wir sehr schade, denn normalerweise sind die Exit-Spiele in dieser Beziehung immer recht eindeutig. Es war, wie gesagt auch kein Einzelfall und das trübte das Erlebnis insgesamt ein wenig.

Ansonsten bekommt man hier aber genau das, was man von der Exit-Reihe gewohnt ist in einer XL-Version. Tolles Spielmaterial, das wie immer zum Teil dran glauben muss und einige fantastische Rätsel ermöglicht. Inka und Markus Brand, sowie Ralph Querfurth verfügen anscheinend über jede Menge kreatives Rätselpotential, um sich immer wieder neue Rätsel auszudenken, so dass wir in Zukunft wohl noch weitere Exit-Spiele bekommen werden.

Das Fazit

Insgesamt ist es tatsächlich das erste Exit-Spiel das mir in seiner Gesamtheit nicht gefallen hat, was aber wohl an der recht negativen Erfahrung, die wir mit ein paar der Rätsel gehabt haben, zusammenhängen dürfte. Wenn man insgesamt ein Drittel der Spielzeit mit negativen Erfahrungen zu tun hat, ist es natürlich schwierig noch ein positives Fazit zu ziehen. Ich muss aber sagen, dass der Rest dieser XL-Variante sehr gelungene Rätselkost bot und wir durchaus Spaß damit hatten. Vielleicht sind wir auch einfach nur zu doof gewesen oder standen zu zweit extrem auf dem Schlauch. Allerdings hatten wir eher den Eindruck, das es an diesen Stellen mehr am Spiel, als an uns lag. Na ja egal, ansonsten bieten die Katakomben des Grauens gutes Rätselfutter und können von den Exit-Fans problemlos gekauft werden. Allen anderen rate ich eher zu einem der kleineren Titel. Für diejenigen, die sich Sorgen wegen der Spielzeit und dem Abspeichern machen, sei gesagt, dass es reibungslos funktioniert. Die Speicherstelle ist von der Story her sehr gut gewählt und auch nach ein paar Wochen kann man hier ohne große Probleme wieder einsteigen.


  • Verlag: Kosmos
  • Autor(en): Inka Brand, Markus Brand, Ralph Querfurth
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 1 – 4
  • Dauer: 80 – 160 Minuten (nach unserer Erfahrung länger ;))


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