Exploding Kittens

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Exploding Kittens NSFW / Foto: Spieltroll

Meine Frau ist ein Katzenmensch und sie spielt gerne. Eines Tages las sie irgendwo von Exploding Kittens und fand die Beschreibung wohl so gut, dass sie meinte das brauchen wir unbedingt. Bei Amazon gab es das Spiel zwar, aber für das bißchen Inhalt war es wirklich total überteuert, das lag wohl daran, das es dirket aus Amerika kam. Sie hat es dann bei den Machern des Spiels selbst für einen Bruchteil gekauft und die vier bis sechs Wochen Lieferzeit in Kauf genommen. Irgendwann als wir schon gar nicht mehr daran gedacht hatten war es dann in der Post. Wir packten es aus und, wow, da war wirklich nicht wahnsinnig viel in der Packung. Die Artworks kannte ich sogar irgendwoher, mir war aber gar nicht bewusst wie bekannt The Oatmeal in Amerika und weltweit eigentlich ist. The Oatmeal ist eine Cartoon-Website oder vielleicht sollte man lieber sagen, die Cartoon-Website, denn sie ist eine der bekanntesten weltweit und ja einige der Katzenillustrationen kamen mir irgendwie auch schon bekannt vor. Matthew Inman kam eines Tages wohl auf die Idee eine Kickstarter-Kampagne für dieses kleine Spiel ins leben zu rufen und bereits nach 8 Minuten war das Ziel von 10000 Dollar erreicht. Nach nur sieben Tagen hatte es 6000 Backer und bis heute ist es das erfolgreichste auf Kickstarter gebackte Kartenspiel mit fast 9 Millionen Dollar und seinerzeit die vierterfolgreichste Kampagne bei Kickstarter überhaupt. Was steckt drin in diesem kleinen Päckchen und lohnt sich das überhaupt?

Worum geht es ?

Das Spielprinzip ist denkbar einfach. Im Grunde ist es das Last-Man-Standing-Prinzip. Jeder versucht seine Mitspieler früher ins Jenseits zu befördern und am längsten zu überleben. Also nennen wir es beim Namen: Uno mit explodierenden Katzen. Wo Uno das Spielprinzip vom traditionellem Mau Mau durch spezielle Karten in ein eigenes Spiel verwandelte, macht Exploding Kittens nichts anderes als es mit einem witzigen Thema und lustigen Artworks zu versehen. Ok, es bringt dann doch noch ein paar weitere Elemente mit ins Spiel. Aber im Grunde geht es nur um das Überleben im übertragenden Sinne.

Wie läuft das ab ?

In zwei Minuten erlernt in 15 gespielt verspricht die Spieleschachtel und das kann ich bestätigen. Das Spielprinzip ist ja eigentlich jedem schon bekannt. Die Anleitung ist dann auch wie ein lustiger bunter Comic im The-Oatmeal-Style aufgemacht. 56 Karten sind nur in der Schachtel und mit einem Spiel kann man es mit bis zu fünf Leuten spielen. Aber im Grunde kann man mehrere Spiele zusammenpacken und mit mehr Leuten spielen.

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Exploding Kittens Regelheft / Foto: Spieltroll

Als erstes entfernt man alle Exploding Kittens-Karten von denen es vier gibt sowie sämtliche Entschärfen-Karten (sechs) aus dem Kartenstapel. Der Rest wird gemischt und jeder Spieler erhält vier verdeckte Karten. Jeder Spieler bekommt danach noch eine der Entschärfen-Karten, so dass er nun fünf Karten als Handkarten hat. Seine Handkarten hält man natürlich vor seinen Mitspielern geheim. Im Anschluß werden die restlichen Entschärfen-Karten sowie genau eine Exploding Kittens-Karte weniger als Spieler die im Spiel sind wieder in den Kartenstapel gemischt. Der Kartenstapel wird danach als Zugstapel in die Mitte des Tisches gelegt und ein Startspieler wird irgendwie ausgesucht. Die Anleitung gibt dazu ein paar Anregungen, wie zum Beispiel: der beindruckendste Bart, oder der furchteinflösenste Mundgeruch oder was auch immer.

Dann startet das Spiel und der Startspieler beginnt Karten auszuspielen. Im Standardspiel spielt man entweder eine Karte aus und befolgt ihre Anweisungen oder man spielt ein Paar gleicher Karten aus die keinen Effekt haben, von denen es insgesamt 20 Stück im Spiel gibt, die sich aber in ihren Symbolen unterscheiden. Spezialkarten mit Anweisungen gibt es sechs verschiedene im Spiel. Nachdem man eine Karte mit Anweisungen gespielt hat führt man diese aus und kann danach weitere Karten spielen, solange bis man keine mehr spielen kann oder möchte. Spielt man ein Paar so darf man sich eine Karte von einem Mitspieler seiner Wahl klauen und danach darf man weiterspielen. Am Ende seines Zuges muß man eine Karte vom Stapel ziehen und muß hoffen, dass es keine Exploding Kitten ist, sonst scheidet man aus dem Spiel aus wenn man keine Entschärfen-Karte auf der Hand haben sollte, die man dann als Gegenmaßnahme ablegen muß. Sollte das passieren darf man die Exploding Kitten-Karte irgendwo in den Zugstapel stecken ohne die Reihenfolge der anderen Karten zu verändern. Zieht man allerdings eine normale Karte nimmt man sie auf die Hand und der nächste Spieler ist an der Reihe.

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Exploding Kittens Spielsituation / Foto: Spieltroll

Es wird also immer wahrscheinlicher je weiter man im Stapel nach unten kommt das man so eine Katzenbombe zieht und aus dem Spiel ausscheidet. Das Salz in der Suppe sind natürlich die Spezialkarten. Es gibt Nope-Karten die man als Reaktion auf eine gegnerische Karte spielen darf, um ihm seine Aktion zu verbieten, es gibt Karten die einen den Stapel mischen lassen, Karten mit denen man sich die nächsten drei Karten des Stapels anschauen kann. Skip-Karten mit denen man am Ende keine Karte ziehen muß, Geschenke Karten, mit denen ein Spieler dir eine Karte schenken muß und Angriffskarten mit denen man selber keine Karte am Ende des Zuges ziehen muß, der nächste Spieler aber zwei Züge in Folge spielen muß. Viele kleine Gemeinheiten, die verhindern sollen, dass man als erster aus dem Spiel ausscheidet.

Im Fortgeschrittenen Spiel kommen dasnn zu den Paaren der Karten noch Drillinge hinzu, bei denen man die Karte benennt, die man gerne vom Gegner hätte und man darf auch fünf verschiedene Karten ablegen, um sich durch den Ablagestapel zu wühlen und sich eine Karte seiner Wahl zu nehmen. Beim Pärchen und Drilling kommt noch hinzu das sie nun nicht nur aus den neutralen Karten, sondern aus allen Karten gebildet werden dürfen. Das Spiel endet natürlich und immer nur wenn noch ein  Spieler über ist. Das ist wahrscheinlich der größte Unterschied zu Uno und Mau Mau, es geht nicht darum als erster seine Hand leerzuspielen sondern als letzter noch am Tisch zu sitzen ohne von einer Katzenbombe gesprengt worden zu sein.

Das Fazit

Exploding Kittens, das es übrigens in zwei Versionen gibt, einmal in der roten (normalen) Version und in einer schwarzen NSFW (Not Suitable For Work) Version, was soviel heißt wie: nicht für den Arbeitsplatz geeignet, soll einfach nur heißen, hier sind nicht ganz so nette unbedingt jugendfreie Artworks auf den Karten vertreten. Aber das mag vielleicht für Amerika gelten, hier in Europa würde ich da keinen Unterschied machen. Das Spiel ist nett und gut zum mitnehmen geeignet. Es bietet immer mal wieder Spaß für ein paar Runden, aber ist definitiv nichts, mit dem man sich einen Abend lang beschäftigen kann. Menschen die Uno und Konsorten mögen und nicht gegen explodierende Katzen haben, werden auch mit Exploding Kittens ihren Spaß haben.


  • Verlag: The Oatmeal
  • Autor(en): Matthew Inman, Elan Lee, Shane Small
  • Illustrator(en): Matthew Inman, Elan Lee, Shane Small
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Spieleranzahl: 2 – 5
  • Dauer: 15 Minuten

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