10 Minuten Raub – Der Turm des Zauberers

10 Minuten Raub – Der Turm des Zauberers / Foto: Spieltroll

In der Welt von Valeria spielen inzwischen eine ganze Menge Spiele. Eines der ersten ist der 10 Minuten Raub, ein wirklich schönes kleines Spiel, das in Deutschland von Leichtkraft, der kleinen Serie mit leichteren Spielen vom Schwerkraft-Verlag, vertrieben wird. Schön heisst in diesem Fall tatsächlich, wunderschön. Denis Martynets verwandelt dieses kleine Set Collection-Spiel in eine kleine Augenweide. Der Titel des Spiels täuscht uns ein wenig, denn, obwohl eine Partie tatsächlich nur so um die 10 Minuen dauert, handelt es sich hier nicht um ein Echtzeitspiel. Ein kleines Spiel für Zwischendurch, das in meinen Augen nur einen kleinen aber entscheidenden Fehler hat. Schön ist es aber und ich kann mich nicht von ihm trennen.

Worum geht es ?

Der Titel des Spiels ist hier Programm. Die Spieler spielen Diebe, die innerhalb eines kurzen Raubzuges durch den Turm des Zauberers Alazar so schnell wie möglich, soviel Beute wie möglich aus dem Turm zu holen. Der Zauberer ist gerade auf einer langen Mission und hat seinen Turm mit jeder Menge Artefakten zurückgelassen. Die Diebe sind dreist und schließen sogar noch Wetten darauf ab, wer von ihnen der schnellste sein wird. Die Spieler wählen Runde für Runde eines der Artefakte und bewegen sich vom Turmfenster den Turm hinunter bis zum Ausgang und versuchen soviele wertvolle Gegenstände zusammenzustehlen wie sie können. Dabei sind Gegenstände in bestimmten Komninationen sehr viel mehr wert.

Wie läuft das ab ?

10 Minuten Raub besteht nur aus recht wenig Spielmaterial, 57 Spielkarten, ein paar Wertungsplättchen sowie 5 Spielfiguren, ein Balkon- und ein Brückenteil aus Pappe, mehr befindet sich nicht in der kleinen Schachtel. Die Karten sind quadratisch und zeigen auf der Rückseite jeweils ein Fenster und auf der Vorderseite einen Gegenstand mit ein paar Symbolen und einem Wert. Das Fenster auf der Rückseite ist bei 40 Karten dunkel und bei den anderen 17 hell erleuchtet. Das Spiel muss vorbereitet und aufgebaut werden und da sind wir auch schon bei dem erwähnten Problem angekommen. Ich beschreibe mal was man tun muss, vielleicht kommt ihr von alleine drauf. Das Balkonteil wird auf den Tisch gelegt und anschließend werden die hellen Fensterkarten gemischt. Fünf von ihnen werden offen rechts neben den Balkon gelegt. Eine zweite Reihe mit fünf weiteren Karten kommt darunter und eine Karte bekommt jeder Spieler verdeckt auf die Hand. Alle anderen Karten werden für die Partie nicht benötigt. Die dunklen Fensterkarten werden ebenfalls gemischt und in fünf weiteren Reihen offen auf den Tisch gelegt. Zum Schluß kommt noch eine weitere Reihe darunter, in der die ganz rechte Karte verdeckt ausgelegt wird. Neben diese Karte kommt das Brückenteil. Sämtliche Wertungsplättchen werden neben den Turn ausgelegt.

10 Minuten Rub – Der Turm des Zauberers / Foto: Spieltroll

Die Spieler wählen eine der Pappfiguren und stellen sie auf den Balkon. Dann kann es losgehen. Na wisst ihr was das Problem mit dem Spiel ist? Der Aufbau dauert fast genausolang wie das Spiel und hier stimmt das Verhältnis nicht so richtig. Außerdem hat es für ein so kleines Spiel einen riesigen Platzbedarf.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Ist ein Spieler an der Reihe, so wählt er eine Karte aus der Reihe oder der Etage darunter in der sein Diebesmarker steht. Er nimmt die Karte und stellt seinen Marker auf den Platz der genommenen Karte. Die Karte legt er offen vor sich ab. Einige Karten haben Spezialkräfte und wenn diese genommen werden, werden die Kräfte auch sofort ausgeführt. Sollte man die Kraft nicht oder nur teilweise ausführen können, so darf man sie nicht nehmen. Die Spieler dürfen sich seitlich oder nach unten bewegen, aber niemals gehen sie wieder Etagen nach oben. Anstatt seinen Beutezug weiter zu führen kann ein Spieler auch jederzeit den Turm verlassen und seine Figur auf die Brücke stellen. Dann muss er solange warten, bis alle anderen auch unten angekommen sind.

Der Spieler, der den Turm als erster verläss,t bekommt das Wertungsplättchen „Erster!“. Der Zweite nimmt sich das Plättchen „Zweiter!“ und der letzte „Letzter!“. Wenn alle Diebe auf der Brücke stehen werden die Punkte ausgezählt und das Spiel ist vorbei.

10 Minuten Raub – Der Turm des Zauberers / Foto: Spieltroll

Die Spieler können Diebesgut in fünf verschiedenen Kategorien erbeuten. Einige Kategorien sind mehr wert als andere. Manche Gegenstände haben Augensymbole und zählen pro Augensymbol als 1 Fluch. In einem schwarzen Kästchen verfügt jeder Gegensand außerdem über einen Wert. Manche Gegenstände haben außerdem noch einen Punktewert. Die Wertungsplättchen werden nun der Reihe nach vergeben. Es gibt ein Plättcehn für jede Gegenstandskategorie. Um hier Punkte zu bekommen, zählt man alle Werte aller Gegenstände dieser Kategorie zusammen und wer den insgesamt höchsten Wert geklaut hat bekommt die Punkte. Dann gibt es noch Punkte für bestimmte Wertigkeiten (alle Gegenstände mit Wert 5 z. B.). Wer hier die größte Anzahl vorweisen kann bekommt hier Punkte. Für die wenigsten Flüche gibt es ebenfalls Punkte und für die meisten gibt es einen Abzug.

Das ist das ganze Spiel. Schnell gespielt und nicht allzu schwierig.

Das Fazit

Der 10 Minuten Raub ist wirklich hübsch… leider aber auch nicht mehr. Es gibt viele Set Collection Spiele da draußen und viele haben mehr Fleisch auf den Rippen als dieses kleine Spiel. Es bietet einfach nicht genug um gut zu sein. Und deshalb fällt einem hier das Missverhältnis zwischen Aufbau- und Spielzeit so sehr auf, denn wenn ein Spiel fast so lange dauert aufzubauen, wie es zu spielen, dann muss das Spiel schon gut sein oder einem eine besondere Erfahrung bieten. Das tut der 10 Minuten Raub aber leider nicht. Figur setzen, Karten nehmen, fertig. Keinerlei Interaktion mit den anderen Spielern. Einfach nichts sonst! Schade eigentlich, denn rein optisch macht es soviel her, aber so kann ich hier leider keine Empfehlung aussprechen.


  • Verlag: Schwerkraft-Verlag
  • Autor(en): Nick Sibicky
  • Illustrator(en): Denis Martynets
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 – 5
  • Dauer: 10-15 Minuten

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