Villainous – Böse bis ins Mark

Villainous – Böse bis ins Mark / Foto: Spieltroll

Mit Villainous verfolgt Ravensburger ein interessantes Konzept. Mit Böse bis ins Mark ist nun die zweite Version erschienen. Version werdet ihr Fragen? Ja, Erweiterung kann man Böse bis ins Mark nicht wirklich nennen, denn das ist es nur für die Besitzer des ersten Spiels. Diese erweitern damit die Auswahl ihrer Bösewichte um drei. Alle anderen können sich auch diese Schachtel kaufen und sofort losspielen, denn für das Spiel ist hier alles relevante drin. Man braucht die erste Version nicht. Dieses Konzept soll auch in Zukunft bei Villainous so weiter durchgezogen werden. Auf Englisch sind bereits zwei weitere Versionen mit jeweils drei weiteren Bösewichten erschienen. Eine von diesen soll auch in diesem Jahr noch auf Deutsch erscheinen. Ich werde das Spiel hier dennoch als Erweiterung behandeln, denn da man unter Villainous bereits ein Review zum Spiel finden kann und dort auch erfährt wie sich das ganze in etwa spielt, will ich hier nur auf den neuen Inhalt eingehen und wie sich die Bösewichte spielen. Prospero Hall und Ravensburger haben übrigens inzwischen auch noch das Marvel Franchise als neue Version für das Spiel angekündigt.

Was ist neu?

In dieser Schachtel befindet sich das komplette Spielmaterial das man benötigt, um Villainous zu spielen. Zur Auswahl stehen drei neue Bösewichte, die nur in dieser Box erhältlich sind. Diese kommen dabei mit sämtlichem, schon aus der ersten Version bekanntem Spielmaterial daher. Ein eigenes Deck, ein Schicksaldeck, ein Tableau, sowie Spielfigur und Begleitheft für jeden Bösewicht. Machtchips und ein paar spezielle Marker gibt es ebenso. Das Spiel ist so also für bis zu drei Personen spielbar.

Villainous – Böse bis ins Mark Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Was ich an Villainous so faszinierend und gut finde ist, dass sich die Designer von Prospero Hall eine ganze Menge tolle Ideen haben einfallen lassen, wie sie den jeweiligen Bösewicht in das Konzept von Villainous einpassen und das entspricht auch noch den Handlungen in den Filmen. So spielt sich King John aus dem Hauptset zum Beispiel völlig anders als Jafar. Tatsächlich spielen sich alle Bösewichte verschieden und das setzt man in dieser „Erweiterung“ fort.

Die Böse Königin, bekannt aus Scheewittchen, muss zum Beispiel auf ihrem Tableau ganz viel Gift produzieren und schließlich Schneewittchen damit vergiften, um zu gewinnen, während der schräge Voodoohexenmeister Dr. Facilier aus Küss den Frosch versuchen muss einen Talisman in der Geisterwelt zu zerstören. Welche Mechaniken das im einzelnen sind werde ich mal detailiert erklären:

Villainous – Die Böse Königin / Foto: Spieltroll

Die Böse Königin

Sie bringt eine neue Fähigkeit mit, die auf ihrem Tableau im Labor möglich ist, das Gift brauen. Dazu benötigt sie Zutaten, die sie aus ihrem Deck ausspielen muss, um Machtchips in Gift zu verwandeln. Zunächst muss sie allerdings jede Zutat einmal ausgespielt haben, um die Zwergenhütte freizuschalten, denn nur hier kann sie Schneewittchen besiegen. Schneewittchen ist ein Held in ihrem Schicksalsdeck und sie kann Helden, sowie Schneewittchen nur durch Gift mit der Karte „Nimm einen Bissen“ töten.

Dr. Facilier

Villainous – Dr. Facilier / Foto: Spieltroll

Zwar nicht gerade ein populärer Bösewicht, aber einer mit einer sehr coolen Mechanik ist der Voodoopriester aus Küss den Frosch. Dr. Facilier möchte über New Orleans herrschen und muss dafür den Talisman ausgespielt in seinem Reich liegen haben. Er muss dazu einfach die Karte „Herrsche über New Orleans“ aus seinem Wahrsagestapel aufdecken. Dieser Stapel ist eine sehr interessante Mechanik, denn sowohl der Spieler von Dr. Facilier selbst, als auch der Gegenspieler können für den Inhalt dieses Stapels sorgen und es gibt sowohl positive, als auch negative Effekte, die durch das aufdecken der Karten ausgelöst werden.

Hades

Villainous – Hades / Foto: Spieltroll

Auch Hades spielt sich wieder vollkommen anders. Er kann nur gewinnen, wenn er drei Titanen auf den Olymp gezogen hat und diese nicht durch Effekte gesperrt worden sind. Titanen sind dabei ein besonderer Typ von Handlangerkarte, die über spezielle Fähigkeiten verfügen und nur in der Unterwelt ganz links auf seinem Tableau ausgespielt werden können. Durch die Bewegungsaktion muss der Spieler nun drei Titanen ganz nach rechts auf den Olymp ziehen.,, wodurch sie ihre Fähigkeiten auslösen. Die Titanen können aber durch diverse Effekte gesperrt (um 90 Grad gedreht) werden und müssen dann erst wieder befreit werden, um sie weiter zu ziehen.

Villainous – Hades Tableau / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Drei weitere Bösewichte in einer Ergänzungsbox zu veröffentlichen, mit der man das Spiel antesten kann, finde ich, ist eine gelungene Idee. So muss man nicht gleich in die Vollen gehen, wenn man das Spiel so gar nicht einschätzen kann. Leute aber, die das Spiel mögen, werden mit Sicherheit feststellen, dass drei Bösewichte einfach zu wenig sind und zu wenig Abwechslung bieten. Ich kann mir auch nicht so richtig erklären, warum Villainous bei vielen Spielebloggern und Reviewern hier in Deutschland nicht so gut wegkommt. Das Spiel ist abwechslungsreich und macht Spaß, ist aber vielleicht einfach zu amerikanisch. Ok, es ist natürlich vom Glück der Karten abhängig. Wenn wichitge Karten erst spät kommen, kann das schon nervig sein, aber das ist ja nichts, was es in anderen Spielen nicht auch gibt. Böse bis ins Mark ist keinen Deut schlechter als das Hauptspiel und fügt sich in die anderen Bösewichter gut ein.

Für Freunde des Spiels eine sinnige und gute Ergänzung und für neue Spieler eine günstigere Möglichkeit Villainous kennenzulernen. Ich warte schon auf die nächsten Bösewichte.

Villainous – Schicksalskarten / Foto: Spieltroll

  • Verlag: Ravensburger
  • Autor(en): Prospero Hall
  • Illustrator(en):
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Spieleranzahl: 2 – 3 Spieler
  • Dauer: 40 – 60 Minuten

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