Blütenpracht

Blütenpracht / Foto: Spieltroll

Ich spiele überwiegend zusammen mit meiner Frau Brett- und Kartenspiele. Daher umfasst unsere Sammlung überpropotional viele Zweipersonenspiele und jedes Jahr kommen ein paar weitere hinzu. Schon vor zwei Jahren auf der Spiel in Essen entdeckt, aber erst heute zu und gefunden, hat das optisch schöne Kartenspiel Blütenpracht. Ein schnelles Spiel von gleich vier polnischen Autoren über das Pflanzen von Blumen. Das Spiel hat trotz seiner eher wenigen Komponenten eine schöne Tischpräsenz. Leute bleiben im Vorbeigehen stehen, wenn sie es auf dem Tisch liegen sehen, weil es optisch interessant gestaltet wurde. Ob es das spielerisch halten kann, gilt es heute herauszufinden.

Worum geht es ?

Das Thema des Spiels ist das Pflanzen von Blumen und wer es schafft Blumen dann zu ernten, wenn sie viele Punkte bringen, gewinnt, sobald der Stapel aufgebraucht ist. Aber Vorsicht, es gibt insgesamt nur sechs Sorten Blumen und vier Töpfe in denen sie wachsen und jeder Spieler bekommt nur die Punkte für eine Pflanze jeder Sorte, die er geerntet hat. Wer am Ende die meisten Punkte für eine vielfältige Blütenpracht hat gewinnt.

Blütenpracht – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab ?

Blütenpracht ist ein sehr schnell erklärtes und ebenfalls sehr schnell gespieltes Spiel für Zwei. Deshalb bleibt es unserer Erfahrung nach selten bei nur einer Partie. Die vier Blumentopfplättchen werden mit der Symbolseite für die Sonderfähigkeiten nach oben in einer Reihe ausgelegt. Die großformatigen Blumenkarten werden gemischt und an jeden Spieler zwei Karten ausgeteilt. Von den restlichen Karten wird eine entfernt und in die Schachtel zurückgelegt, so dass man nicht weiss, welche Blumensorte eine Karte weniger hat. Jeder Spieler bekommt dann noch drei Spielmarken mit denen er später im Spiel anzeigt, dass er in seinem Zug eine Sonderaktion auf einen bestimmten Blumentopf gespielt hat. Solange sein Marker dort liegt, kann die Blume nicht abgeschnitten werden.

Blütenpracht – Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Das Spiel geht dann nämlich auch schon los, indem ein Spieler eine Blume vom Kartenstapel zieht und sie oberhalb eines Topfes auslegt. Die Karten zeigen nichts anderes als eine von sechs verschiedenen Blüten und einen Stengel. Die gezogene Karte muss immer zugewiesen werden können. Kann sie das nicht, so geht sie auf den Ablagestapel und der Zug des Spielers ist vorbei. Jeder Karte die gezogen wir und schon in einem der Töpfe vorhanden ist, wird so über die erste Karte gelegt, dass man den Stengel verlängert und man immer nur eine Blüte sieht. Man kann jederzeit mit dem Kartenziehen (Wachsen) aufhören und eine Spezialfähigkeit benutzen oder eine Pflanze abschneiden. Als letzte Möglichkeit kann man auch noch Passen, aber das macht nur in seltenen Fällen Sinn.

Blütenpracht – Blütenkarten / Foto: Spieltroll

Der Zug eines Spielers endet also mit Pech beim Kartenziehen, wenn man eine Blüte abschneidet oder passt. Ansonsten kann man einmal pro Zug eine Sonderaktion ausführen, allerdings muss man vorher zumindest eine Karte vom Stapel gezogen haben. Die vier Sonderaktionen sind auf den vier Blumentöpfen abgebildet. Wenn du die Sonderaktion ausführen willst, legst du einen deiner drei Marker auf den Blumentopf der die Aktion zeigt. Der Marker hat zwei Effekte – zum einen blockiert er die Pflanze für den Gegenspieler, der diese nicht abschneiden kann, bis du den Marker in der nächsten Runde wieder vom Blumentopf entfernst und in die Schachtel zurücklegst und du kannst im Laufe deines Zuges die abgebildete Aktion ausführen. Die Aktionen erlauben es dir zum Beispiel eine Karte auf die Hand zu ziehen, dir die obersten drei Karten des Stapels anzuschauen und in beliebiger Folge zurückzulegen. Die dritte Möglichkeit ist es, eine Karte aus seiner Hand unten unter die letzte Karte eines Blumentopfs zu legen, so dass nur der Stengel zu sehen ist, egal welche Sorte es ist. Als letztes besteht die Möglichkeit weiter Karten zu ziehen, wenn man den Zug beenden muss.

Blütenpracht – Sonderaktion /
Foto: Spieltroll

Die Handkarten kann man dazu benutzen einmal pro Zug eine Karte von seiner Hand zusätzlich zu pflanzen. Man zieht allerdings keine Karten mehr nach, außer über die Sonderaktion. Die einzelnen Pflanzen können nicht höher als sechs Karten sein. Die Spieler legen die abgeschnittenen Kartenstapel einzeln vor sich aus. Am Ende des Spiels wird jeweils der größte Stapel pro Sorte gewertet und zusätzlich bekommt man für die Anzahl der Sorten nocheinmal die gleichen Punkte. Also hat man eine Rose aus sechs Karten abgeschnitten so bringt diese 15 Punkte ein und sollte man alle sechs Sorten geerntet haben bringen diese ebenfalls 15 Punkte ein. Das ist alles, man kann sich dann entscheiden ob man weitere Partien spielt um den Sieger in einem Best-of-Three oder Best-of-Five zu spielen.

Das Fazit

Blütenpracht ist insgesamt nicht der große Hit und wirkt ein wenig zu flach. Darüber hinaus ist das Glücksmoment viel zu groß, als das es Spaß machen würde. Zur Erläuterung, eine Partie Blütenpracht spielt sich in nicht einmal 10 Minuten und in diesen zehn Minuten kommt nur selten Spaß auf, sondern eher Frust, weil man kaum positive Momente im Spiel hat. Das liegt aber an der gespannten zweier Konstellation, denn wenn ein Spieler Pech hat freut sich der andere und weil man den anderen ja nichts schlechtes gönnt, fühlt man sich auch schlecht, weil man sieht das der andere nur Pech hat. In unseren Parteien kam es des öfteren vor, dass ein Spieler immer nur eine Karte ziehen musste und diese nicht passte, dann war der andere dran, macht tolles Zeug und dann der andere wieder Karte gezogen und wieder direkt zu Ende. Da kann man einfach gar nichts gegen tun und das macht nicht besonders viel Spaß, denn die Sachen die man machen kann, um das Spiel dann taktisch zu beeinflussen alle hinter diesem ersten Kartenziehen kommen. Kommt man daran aber wegen Pech nicht vorbei, ist das Spiel einfach nicht so gut. Sollte man aber wiedererwarten mal über diese Hürde hinwegkommen, öffnet sich Blütenpracht ein wenig und wird zu einem netten kleinen Spiel mit durchaus taktischen Möglichkeiten. Das Artwork ist sehr gelungen und macht eine Menge her, wie bereits eingangs erwähnt, wenn man die Blumentöpfe mit den wachsenden Pflanzen auf dem Tisch liegen sieht, ist das durchaus ein Hingucker für so ein kleines Spiel. Insgesamt bleibt aber nur ein mittelprächtiges Spiel über das ich nicht wirklich empfehlen kann.


  • Verlag: Rebel Games
  • Autor(en): Przemysław Fornal, Kajetan Kusina, Mateusz Pitulski, Kamil Rogowski
  • Illustrator(en): Bartłomiej Kordowski
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 Spieler
  • Dauer: 10 Minuten

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