Karak

Karak / Foto: Spieltroll

Heute gibt es mal ein eher ungewöhnliches Review für meinen Blog. Das Spiel Karak ist meiner Frau in die Hände gefallen und sie war von der niedlichen Optik und der Beschreibung des Spielprinzips total angetan und überzeugte mich, es einmal auszuprobieren. Eigentlich fand ich nämlich, dass es nicht so recht in das Beuteschema dieses Blogs passen würde, da es in meinen Augen ein Kinderspiel ist und diese fristen hier ja nichteinmal ein Randdasein. Allerdings hat Karak ein paar Eigenschaften, die es zu einem recht besonderen Spiel machen, von dem ich möchte, dass es viele Spieler kennenlernen. Denn auch die Kinder von passionierten Geeks können schon mit geekigen Spielen an das Hobby herangeführt werden und Karak bietet genau eine solche Erfahrung für die ganze Familie. Karak könnte man als kindgerechten Dungeoncrawler bezeichnen und insofern hat es schon ein Alleinstellungsmerkmal. Mir ist zumindest kein ähnliches Spiel bekannt. Also schauen wir mal ein wenig über den Tellerrand.

Worum geht es ?

Karak bezeichnet eine verlassene Burg in deren labyrinthartigen Katakomben sich die Helden dieses Spiels Horden von Monstern stellen, um wertvolle Schätze zu finden. In den Katakomben lauert ein Drache, den es zu besiegen gilt. Wer ihn besiegt wird einen legendären Schatz bekommen, aber reicht das zum gewinnen? Alle Schätze, die die Helden im Labyrinth erbeuten können zählen für die Endwertung und nicht unbedingt der Drachenbezwinger wird der Sieger sein. Karak ist ein klassisches Abenteuerspiel auf kindgerechtem Niveau mit niedlichen Illustrationen und bietet im Prinzip alles, was ein erwachsener Dungeoncrawler auch zu bieten hat.

Karak – Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab ?

Das Labyrinth wird im Laufe des Spiels aus Plättchen mit Wegen und Räumen gebildet. Die Plättchen werden zu Beginn verdeckt gemischt und in Stapeln bereitgelegt. Das Startplättchen wird in die Mitte des Tisches gelegt und sämtliche Spielfiguren der Mitspieler werden darauf platziert. Die Spieler bekommen jeder ein Tableau in das sie das Bild ihres Charakters hineinlegen können. Links neben das Portrait werden fünf Herzplättchen abgelegt. Im Laufe des Spiels zählen die Spieler hier ihre Lebenspunkte und wenn sie Schaden nehmen sollten, drehen sie eins der Plättchen einfach auf die Totenkopfseite um. Auf der rechten Seite hat jedes dieser Tableaus sechs Ablagefelder für Ausrüstungsplättchen. Dabei werden diese noch in Waffen, Schlüssel- und Spruchrollenplätze unterschieden.

Karak – Spielertableau / Foto: Spieltroll

Laut Regeln werden die Charaktere ausgelost, aber es spricht nichts dagegen sich die Helden auch auszusuchen. Unter den Helden sind alle typischen Charaktere vertreten, Zauberer, Kämpfer, Bogenschützen usw. Natürlich hat jeder der Charaktere auch noch spezielle Eigenschaften oder Fähigkeiten in der sie sich unterscheiden. Der Hexer zum Beispiel muss Spruchrollen nicht nach Benutzung ablegen, wie die anderen Charaktere und kann sich in bereits entdeckten Gebieten durch Wände bewegen. Der Krieger ist sehr gut im Kampf und darf bei seinem Kampfwurf einen oder beide Würfel nochmal werfen und er kann zusätzlich durch den Kampf nicht bewustlos werden, sondern wird an einem Heilbrunnen wiederbelebt. Die Gegnerplättchen werden im Beutel gut durchgemischt und ebenfalls bereitgelegt. Der Startspieler wird dann einfach noch per Zufall ermittelt und dann kann es schon losgehen.

Karak – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Die Spieler sind im Uhrzeigersinn nacheinander dran und können vier Schritte weit im Labyrinth ziehen. Gehen sie durch einen Gang, der in ein noch leeres Gebiet führen würde, so ziehen sie eines der Plättchen und legen es aus. Handelt es sich um einen Gang, so ziehen sie mit ihrer Spielfigur in den Gang und bewegen sich von dort aus weiter. Wird ein Raum aufgedeckt, so wird direkt im Anschluss ein Plättchen aus dem Beutel gezogen. Dabei kann es sich um ein Monster oder einen Schatz handeln. Gegen ein Monster müssen die Helden kämpfen und einen Schatz müssen sie in den Raum ablegen, es sei denn sie haben einen Schlüssel im Inventar und können die Schatztruhe öffnen. Dann dürfen sie sich den Schatz nehmen und auf ihr Tableau legen. Einige Gänge enthalten zusätzlich noch Portale durch die man hindurchgehen kann um an anderer Stelle im Labyrinth wieder herauszukommen. Dafür müssen allerdings zwei Portale aufgedeckt sein. Zusätzlich gibt es noch Gänge mit Heiligen Brunnen, an denen man seine Lebenspunkte wiederherstellen kann.

Karak – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Muss ein Held kämpfen, weil er einen Raum mit einem Monster betritt, so muss er mit beiden Würfeln würfeln, um es zu besiegen. Jedes Monster hat einen aufgedruckten Wert, den wir mit unserem Wurf übertreffen müssen. Zu unserem Würfelwurf dürfen wir aber noch eventuelle Ausrüstung hinzurechnen oder Zaubersprüche benutzen, um die Kampfkraft zu erhöhen. Gewinnen wir gegen das Monster, so bekommen wir zur Belohnung seine Ausrüstung und drehen es einfach um. Können oder wollen wir die Ausrüstung nicht haben, so lassen wir sie einfach im Raum liegen und jeder andere Held, der hier vorbeikommt, kann sie aufsammeln. Verlieren wir, so drehen wir eins unserer Herzen um und müssen auf das Feld zurück gehen, von dem wir kamen, als wir den Raum mit dem Monster betreten haben. Bei einem Unentschieden gehen wir ebenfalls mit unserem Helden zurück, verlieren aber kein Herzchen und das Monster bleibt im Raum liegen und kann später besiegt werden.

Karak – Monster und Ausrüstung / Foto: Spieltroll

Unser Zug endet, sobald wir entweder unsere vier Schritte gegangen sind, nach dem Kampf mit einem Monster, ob erfolgreich oder nicht, einen Schatz oder Gegenstand aufgehoben haben oder aber uns an einem Heilbrunnen geheilt haben. Das Spiel endet sobald ein Spieler den Drachen besiegt hat, der sich als Plättchen im Beutel befindet. Gewonnen hat dann aber derjenige, der die meisten Punkte durch Schätze vor sich liegen hat. Jeder Schatz ist einen Punkt wert und der Schatz des Drachen 1,5 Punkte. Dieser gibt also den Ausschlag bei Gleichstand.

Karak – Spielsituation mit wachsendem Dungeon / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Wie ich schon zu Beginn schrieb, ist Karak für mich ein besonderes Spiel, denn eigentlich hat es ja durchaus ein erwachsenes Thema oder eines, dass man eher älteren Kindern zumuten würde. Allerdings wird das Dungeonthema hier sehr kindgerecht und niedlich aufbereitet. Sogar die Totenköpfe und Monster haben riesige Kulleraugen. Die Heldenfiguren hingegen wirken stark und verwegen. Das ganze Spielprinzip ist ebenfalls recht kindgerecht einfach und durchaus spannend. Das Glücksmoment sorgt für Spannung, ob man den Kampf gewinnt oder nicht und auch der Entdeckungsgedanke, welchen Raum/Gang man zieht und welches Monster da auftaucht sorgt bei den jüngeren durchaus für Spannung. Aber auch Eltern die hier mitspielen tun das meistens gern, weil es einfach Spaß macht sich durch dieses schön gestaltete Dungeon zu bewegen und den Kindern dabei zuzuschauen, wie sie hier Spaß haben. Von daher ist Karak ein vollkommen gelungenes Spiel. Man darf halt nicht zu sehr mit der Brille des erfahrenen Vielspielers daraufschauen, denn dann würde man Punkte kritisieren müssen, wie die Unausgewogenheit der Charaktere, denn manche scheinen viel stärker zu sein als andere, oder das zu große Glücksmoment. Außerdem ist die Anleitung relativ schlecht, zwar sympathisch, aber doch fehlerhaft übersetzt. Aber das ist Kindern, in dem Alter von dem wir hier reden noch egal. Die sind froh das sie hier Spaß haben können mit einem Thema, das sie bestimmt bei den Eltern schonmal gesehen haben und es hier selbst erleben dürfen. Und die Eltern sind wahrscheinlich froh, dass die Kinder mal mit thematisch anderen Dingen umzugehen lernen.

Karak – Charaktere / Foto: Spieltroll

Karak ist für mich ein gelungenes Kinderspiel, auch wenn ich mich in diesem Bereich der Spiele nicht so gut auskenne. Ein Dungeoncrawler für Kinder ist etwas das ich mit meinem Kind, wäre es noch kleiner spielen würde. Moment, wir haben es sogar mit unserer Tochter gespielt und sie fand es großartig. Allerdings könnte die schon selber Kinder haben. Hmmm, vielleicht behalten wir das Spiel in der Sammlung für unsere Enkelkinder…


  • Verlag: Albi
  • Autor(en): Roman Hladík, Petr Mikša
  • Illustrator(en): Roman Hladík
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Spieleranzahl: 2 – 5 Spieler
  • Dauer: 45 Minuten

3 Gedanken zu „Karak“

  1. Karak ist wirklich ein sehr schönes Spiel für Kinder. Insbesondere, wenn Kinder unter sich spielen, ist es sehr gut. Ich hab schon ein paar mal (dieses Jahr leider etwas seltener), Dank meines Sohnes, eine Horde Jungs aus der Grundschule beim Spielen beobachten dürfen. Das war schon ein spaßiger Anblick.

    Karak ist sicher der Geheimtipp schlechthin unter den Kinderspielen der letzten Zeit. Von daher ja, auf jeden Fall für eventuelle Enkelkinder aufbewahren. 😉

  2. Noch als Ergänzung zur Einleitung: Bag of Dungeon ist Karak sehr ähnlich. Gibt es aber nur als englische Ausgabe. Das Material ist allerdings weitestgehend sprachneutral und eine deutsche Anleitung kann herunter geladen werden. Die Aufmachung und die Mechanik geben sich allerdings etwas erwachsener, Karak gefällt mir aber dennoch besser.

  3. Karak war für einen Nachmittag echt cool. Aufgrund der wenigen Monstertypen und der eher eintönigen Dungeonplättchen wollte aber bis heute keiner eine zweite Runde spielen. Als erster Dungeoncrawler für Kiddies und Familien ok. Für kleine Vielspieler schnell uninteressant. So isses bei uns. Schade eigentlich, ich hatte mir da echt mehr erwartet. Auch die Erweiterung bringt uns da nicht an den Tisch. Dann spielen wir lieber ne schöne Runde Talisman mit Hausregeln (4. Edition). Total glückslastig, aber andauernd passiert was. Mein Tipp für Familien mit Kindern, oder auch die Kids alleine, die Bock auf Fantasy (Rollenspiel) haben: Äventyr.

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