Nova Luna

Nova Luna / Foto: Spieltroll

Kennt ihr Habitat? Nee? Ich auch nicht, aber manche Leute behaupten man müsste das Spiel des Niederländers Corné van Moorsel kennen. Das dachte sich wohl auch Uwe Rosenberg, der die Mechanik von Habitat so interessant fand, dass er sie sich ausgeliehen und ein Spiel entwickelt hat. Am Ende schrieb er die beiden Namen auf die Packung und Nova Luna war geboren. Natürlich steuerte auch Uwe etwas zu dem Spiel bei und das war eine Prise Patchwork. Nova Luna gefiel dann wiederum sovielen Leuten so gut, dass es als eines von drei Spielen für den Preis Spiel des Jahres 2020 nominiert wurde. Mir gefiel es außerdem aufgrund der Optik ganz gut und auch meine Frau wollte es unbedingt ausprobieren. Also haben wir es intensiv getestet und sind zu einem Urteil gekommen. Irgendwie war es dann doch ganz anders als gedacht, aber lest selbst.

Worum geht es?

Nun ja, ich könnte mir jetzt was aus den Fingern saugen, was mit Mondphasen und Zeit zu tun hat, aber das würde auch nichts bringen. Nova Luna hat kein Thema, es ist so abstrakt, wie es nur sein kann. Das ist aber ja auch nichts Schlimmes. Eigentlich ist Nova Luna ein Rennspiel. Zwar keines bei dem man mit einem Vehikel als erstes über eine Ziellinie fahren muss, aber doch schon genau so. Als Spieler gewinnen wir nämlich, wenn wir als erster all unsere Spielsteine losgeworden sind und das schaffen wir indem wir farbige Plättchen geschickt auslegen.

Nova Luna – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Nova Luna ist ein Legespiel, bei dem wir Plättchen vor uns aus- und anlegen müssen. Diese quadratischen Plättchen, die auf der Vorderseite eine von vier Farben und eine Zahl, sowie keine bis drei Aufgaben zeigen, mischen wir zu Spielbeginn verdeckt und legen sie bereit. In der Mitte des Tisches bauen wir die Monduhr auf, die Felder mit verschiedenen Mondphasen zeigt. Ein Rondell auf dem wir eine unserer Spielscheiben platzieren. Alle restlichen zwanzig Scheiben legen wir vor uns ab. Die Monduhr ist neben diesen Mondfeldern am Rand noch durch ein paar Nasen in zwölf Sektionen aufgeteilt. Die Mondfigur bauen wir zusammen und stellen sie auf die Zwölfuhrposition. Danach füllen wir die zwischenräume zwischen den Nasen mit gezogenen Plättchen auf, die wir aufgedeckt um die Uhr herum legen. Mehr vorbereiten müssen wir gar nicht. Ein Startspieler wird gewählt und es kann losgehen.

Nova Luna – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Ist man an der Reihe kommt zunächst die Prise Patchwork zum Einsatz. Die Position der Monduhr gibt an, welche Plättchen für uns in Frage kommen. Eines der nächsten drei Plättchen dürfen wir auswählen. Haben wir uns für eines der Plättchen entschieden, so setzen wir unsere Spielscheibe auf den Mondfeldern um soviele Felder vor, wie die Zahl auf dem Plättchen angibt. Dieses Vorrücken dient nur für die Spielerreihenfolge, denn wer am weitesten hinten steht ist als nächtses an der Reihe. Auch dieses Prinzip kennt man von Rosenbergs Patchwork und so kann man durchaus auch zweimal hintereinander dran sein.

Nova Luna – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Das Plättchen legen wir vor uns ab. Ist es nicht das erste, so müssen wir es an unsere bereits ausliegenden Plättchen anlegen. Nun kommen die Aufgaben ins Spiel. Die Plättchen zeigen in der Regel eine bis drei Aufgaben. Es gibt auch ein paar Plättchen die keine Aufgaben zeigen, aber die sind sehr selten. Mit Aufgaben sind kleine Kreise gemeint, die uns Farbpunkte in den Farben der Plättchen zeigen. Eine Aufgabe gilt als erledigt, wenn wir benachbart an unser Plättchen weitere Plättchen in den Farben der Punkte anlegen. Dabei gelten Farbketten von gleichfarbigen Plättchen ebenfalls. Also zeigt uns ein gelbes Plättchen zum Beispiel einen Kreis mit einem blauen und einem roten Punkt, so dürfen wir diese Aufgabe mit einer Scheibe abdecken, wenn ein rotes und ein blaues Plättchen daneben liegen. Möchte ein Aufgabe drei gelbe Plättchen, so müssen diese Plättchen nicht an drei Seiten des Plättchens anliegen. Es reicht wenn an einer Seite eine Reihe von drei gelben Plättchen folgen würde.

Nova Luna – Plättchen / Foto: Spieltroll

So können Plättchen natürlich auch zum Lösen von mehreren Aufgaben dienen. Es kommt auf die richtige Auslage an, denn das Spiel endet sofort, wenn ein Spieler seine letzte Scheibe platzieren konnte. Das ist der Mechanismus von van Moorsels Habitat. Mehr Spiel steckt gar nicht in der Schachtel. Zwei bis vier Spieler nehmen an dem Rennen teil.

Das Fazit

Wie das ist schon alles? Ja, wirklich ganz einfaches Spiel. Schnell erklärt und jeder kanns. Zwei Spiele auf relativ geniale Weise miteinander verknüpft und etwas Neues ist geschaffen. Uwe Rosenberg hat es einfach drauf. Natürlich trifft auch er nicht immer das Ziel, aber Nova Luna ist ein Familienspiel Volltreffer. Das Spiel ist genauso simpel und abstrakt wie Azul und schlägt für mich in eine ähnliche Kerbe, weswegen ich glaube, dass es ähnliche Spieler ansprechen dürfte. Hätte es den Preis für das Spiel des Jahres gewonnen, wäre es natürlich noch erfolgreicher. Ich habe hier tatsächlich absolut nichts auszusetzen und finde Nova Luna wirklich gelungen. Ein Spiel das keinen Spielabend trägt, aber eines, das man gerne mal spielen kann. Gutes Material mit schöner Optik rundet das Paket ab. Die Mechanik von Patchwork ist sowieso super, da braucht man gar nichts zu sagen und auch die Habitat-Mechanik, die Uwe Rosenberg sich ausgeliehen hat ist keine schlechte und passt wie Nova Luna beweist, wie angegossen dazu. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Uwe Rosenberg so ein Spiel im Vorbeigehen entwickelt. Mal eben einen Mechanismus mit einem anderen kreuzen und zusasmmenbringen. Schwups ein neues Spiel.

Keine Ahnung, ob es so einfach ist mit dem Erfinden von guten Spielideen, aber das Ergebnis Nova Luna überzeugt mich. Tolles, abstraktes Familienspiel.


  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor(en): Uwe Rosenberg, Corné van Moorsel
  • Illustrator(en): Lukas Siegmon
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 20 – 30 Minuten

3 Gedanken zu „Nova Luna“

  1. Ich seh es so wie du, Nova Luna ist ein Familienspiel-Volltreffer. Leicht zugänglich, aber knifflige Entscheidungen und eine angenehme Spieldauer. Nova Luna ist einfach gelungen. Einzig an die Regel, dass auch gleichfarbige, aneinander liegende Plättchen gewertet werden, muss man sich etwas gewöhnen. Dann läuft es aber flüssig und bleibt auch nach dem mehrmaligen Spielen interessant. Ich finde Nova Luna ebenfalls absolut gelungen.

    Da Uwe Rosenberg federführend an Nova Luna kreativ mit tätig war, ist der Verweis auf Patchwork natürlich folgerichtig. Das der letzte Spieler derjenige ist, welcher als nächster dran ist, hab ich schon Jahre vor Patchwork bei Gelini Nightlife (welches durchaus einige Ähnlichkeiten zu Patchwork hat) von Reiner Knizia gesehen. Durch Patchwork hat dieser Mechanismus aber natürlich seine Bekanntheit erlangt.

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