Micropolis

Endlich mal ein Ameisenspiel. Warum hat das solange gedauert, frag ich mich? Ameisen sind doch, so kommt es mir zumindest vor, ein super Thema für ein Brettspiel. Es gab auch bestimmt schon ein paar Versuche, aber bisher hat keines die breitere Spielergemeinde erreicht. Bruno Cathala und Charles Chevallier haben es aber geschafft ein Familienspiel aus dem Ameisenthema herauszuholen, bei dem es um den Nestbau der kleinen Tierchen geht. Micropolis ist das Ergebnis was uns durch Pegasus, bzw. Matagot präsentiert wird, in dem wir mit bis zu sechs Spielern unsere eigenen kleinen Ameisenbauten errichten und unser Ameisenvolk durch die meisten Siegpunkte zum Sieg führen wollen. Eine Expertenversion verwandelt das Spiel dabei für zwei oder drei Spieler, in eine etwas taktischere Version. Also, krabbeln wir los…

Worum geht es ?

Die Spieler starten mit einer kleinen Armee roter Ameisen und bauen Runde für Runde ihren Ameisenbau ein Stück weiter aus. Dabei wählen sie Teile aus einer Auswahl aus und entscheiden sich für eine Strategie mit der sie am Ende die meisten Punkte erringen wollen. Diese Strategien sind abhängig von den verschiedenen Ameisentypen, die man sich in seinen Bau holt. Sechs verschiedene Ameisensorten gibt es, die einen Bau bevölkern können und alle haben verscheidene Auswirkungen auf das eigene Ameisenvolk und das Nest.

Wie läuft das ab ?

Micropolis ist denkbar einfach. Jeder Spieler erhält zu Beginn ein sogenanntes Fundament für seinen Bau. Um dieses heruam, wird er oder sie, seinen Bau errcihten. In dem Fundament sind 10 Aussparrungen für Ameisenfiguren vorhanden. Zu Beginn des Spiels stellt jeder Spieler fünf Ameisenfiguren in sein Fundament. Eine allgemeine Auslage wird gebildet, in dem man zunächst alle tortenstückförmigen Ameisenbauteile mischt und einen großen Stapel auftürmt. Anschließend werden sieben Teile in einer Reihe neben den Stapel ausgelegt. Die restlichen Marker und Ameisen werden bereitgelegt und der jüngste Spieler bekommt das Rote Armee-Plättchen und wird zum Startspieler.

Micropolis Spielsituation / Foto: Spieltroll

Ein Spielzug gestaltet sich wie folgt, der Spieler nimmt sich eines der ausliegenden Plättchen. Das erste Plättchen in der Reihe ist kostenlos, für jedes weiter rechts liegende muß man mit Ameisensoldatinnen von seinem Fundament „bezahlen“, in dem man auf jedes Plättchen das man überspringt, eine der Figuren stellt. Danach baut man das erworbene Bauplättchen in seinen Ameisenbau ein. Das allererste Plättchen baut man einfach irgendwo an das Fundament an, sämtliche Plättchen die in späteren Runden hinzukommen, muß man rechts oder links neben ein bestehendes Bauplättchen anbauen. Ist auf dem angebauten Plättchen eine der Spezialameisen oder eine Baracke abgebildet, so wird der daraus resultierende Effekt sofort ausgeführt. Alle Spieler sind nun reihum am Zug. Sollten am Rundenende mehr Plättchen in der Auslage liegen als Personen mitspielen, so spielt man eine weitere Runde mit der bestehenden Auslage. Sind es weniger, so füllt man die Auslage wieder auf sieben Plättchen  auf. Am Ende der Runde wird noch geprüft, wer die meisten Soldatinnen auf seinem Fundament hat, derjenige bekommt den Rote Armee Marker und wird zum neuen Startspieler.

Die Spezialameisen, die auf den Plättchen sein können, haben diverse Effekte auf das Spiel oder die Punkte am Ende. Zusätzlich können auf dem Teil noch Früchte oder Baracken abgebildet sein. Die Früchte ernähren den Bau und je mehr verschiedene man von ihnen im Bau hat, desto besser für die Punkte am Ende. Am Ende erhält man für jeden Gang in dem sich Früchte befinden Punkte. Je mehr verschiedene desto besser. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Früchte und ein Geschenk, das als Joker zählt. Die Früchte sind dabei auch noch verschieden selten auf den Plättchen vertreten. In Baracken darf man, wenn man die Plättchen einsbaut, Soldatinnen vom Fundament einsetzen. Volle Baracken sind zum Spielende ebenfalls Punkte wert.

Neben den ganz normalen Ameisen, die abgebildet sein können, gibt es fünf verschieden Spezialameisen: Königinnen, Ammen, Architektinnen, Offizierinnen und Wächterinnen. Königinnen bringen einem am Spielende Punkte ein, wenn man pro Gang nur eine von ihnen hat. Sollten zwei in einem Gang sein, so erhält man gar keine Punkte, ansonsten sind sie einen Punkt pro Gangfeld wert. Die Ammen tragen immer ein paar Eier auf den Abbildungen mit sich herum. Der Spieler nimmt sich soviele Soldatinnenfiguren, wie Eier abgebildet sind und setzt sie in sein Fundament. Mit der Architektin bekommt man einen Marker, den man beim Bezahlen für ein Plättchen abgeben darf. Man darf sich dann ein Plättchen aus der Auswahl aussuchen, ohne Soldatinnen auf übersprungene Plättchen setzen zu müssen. Eine Offizierin erlaubt es dir eine Soldatin aus dem Vorrat zu nehmen und derjenige der den Rote Armee Marker hat, muß eine Soldatin abgeben. Die Wächterin zu guter letzt erlaubt das umverteilen von Soldatinnen zwischen den Baracken und dem Fundament.

In der Expertenvariante ändert sich nicht allzu viel, außer das jeder Spieler mit zwei Fundamenten gleichzeitig spielt. Dabei darf er sich entscheiden, für welchen Bau er wann ein Teil nimmt. Die Soldatinnen müssen aber vom richtigen Bau stammen. Am Schluß werden die die Punkte beider bauten zusammengezählt und der Spieler mit den insgesamt meisten Punkten gewinnt auch hier.

Das Fazit

Micropolis ist ein schnell gespieltes gutes Familienspiel, das keinem zuviel abverlangt. In der normalen Version ist es einfach ein Plättchenauswahl und Legespiel, in dem es darum geht sich die meisten Punkte zu sichern. Bei der Expertenvariante mit zwei Bauten ist das ganze etwas taktischer angelegt, weil man mehr Ausweichmöglichkeiten hat, ein ungeliebtes Teil anzulegen und man generell ein wenig mehr Planen kann. Micropolis ist an sich auch kein großes Spiel, aber dennoch fällt auch hier wieder auf, dass man wenn man nicht gerade zu zweit die normale Version spielt, sehr viel Platz benötigt. Im vollen Durchmesser erreicht so ein Ameisenbau bestimmt auch 25 cm. Das Spielmaterial ist gewohnt hochwertig, wenngleich mir die Ameisenbauplättchen optisch nicht so richtig zusagen. Die Darstellungen der Ameisen sind aber dagegen sehr gelungen. Ansonsten kann man hier getrost zugreifen. Micropolos ist gerade für Familien ein grundsolides Spiel, aber auch nicht mehr.


  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor(en): Bruno Cathala, Charles Chevallier
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 – 6
  • Dauer: 30 – 45 Minuten

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