My Story

My Story / Foto: Spieltroll

Das Spiel des Lebens war dereinst ein großer Klassiker unter den Spielen meiner Kindheit. MB war damals die bestimmende Firma auf dem Spielemarkt und an eine so vielfältige Spielelandschaft wie heute war noch gar nicht zu denken. Das Thema des Lebens beschäftigte schon viele Autoren, aber erstaunlich wenige dieser Spiele schafften es bisher auf den deutschen Markt. Friedemann Friese mit Fiese Freunde Fette Feten ist einer der wenigen, der ein Spiel mit ähnlicher Thematik in Deutschland auf den Markt brachte. Wenn man sich überlegt wie populär das Thema schon in grauer Vorzeit mit dem Spiel des Lebens  war, verwundert es doch ein wenig, dass es so wenige Spiele auf Deutsch zu dem Thema gibt. My Story ist auch ein Vertreter, der es bisher nicht auf Deutsch geschafft hat. Vielleicht kommt das ja noch, zumindest um die Anleitung zu lesen braucht man Englisch- oder Koreanischkenntnisse, das Spiel an sich bedient sich einer sehr durchdachten Ikonographie und ist deshalb auch ohne diese Sprachkenntnisse spielbar, wenn man einen hat, der die Regeln kennt.

„My Story“ weiterlesen

Santorini

DSC_0208
Santorini / Foto: Spieltroll

Santorini ist eine griechische Insel in der Ägäis, die berühmt für ihre weißen Gebäude mit den blauen Kuppeldächern ist, die zum Teil an den Klippen der Insel gebaut worden sind. Bereits 2004 nahm sich der kanadische Spieleerfinder Gordon Hamilton des Themas dieser Insel an und entwickelte Santorini als abstraktes Spiel. Dreizehn Jahre später und dank einer Kickstarter-Kampagne kam das Spiel in der vorliegenden Version nun mächtig aufgehübscht in die Verkaufsregale und wurde so auch endlich einer breiteren Masse zugänglich. Durch seine Aufmachung wirkt das Spiel sehr kindlich und an jüngere Käuferschichten gerichtet, doch da sollte man sich nicht täuschen lassen, es ist zwar für junge Spieler geeignet, ist aber von enormer strategischer Tiefe. Im Kern ist es ein abstraktes strategisches Bauspiel für zwei Personen, dass man auch zu dritt oder viert spielen kann. „Santorini“ weiterlesen

Klassiker – Zug um Zug

Wenn mich jemand fragt: „Was ist eigentlich ein Gateway-Spiel?“, dann antworte ich für gewöhnlich: „Zug um Zug“. Die sogenannten Gateway- oder zu deutsch Türöffner-Spiele, dienen dazu Nicht- oder Seltenspieler dazu zu bringen Brettspiele auszuprobieren. In den meisten Fällen sind diese dann nicht allzu komplex, haben eine sehr geringe Downtime und bringen den Spielern schnell kleinere Erfolgserlebnisse. Das Alles trifft in der Tat auf Zug um Zug zu. Dem britischen Autor Alan R. Moon ist hier tatsächlich ein, meiner Meinung nach, zeitloser Klassiker gelungen, der zurecht im Jahre 2004 mit dem Spiel des Jahres-Preis ausgezeichnet wurde. Moon ist kein unbekannter für die Jury, denn ein paar Jahre zuvor gewann er den Preis auch schon mit Elfenland, dass mich nicht überzeugen konnte. Mit Zug um Zug gelang ihm aber der ganz große Wurf und machte einen Verlag den niemand kannte erst populär: Days of Wonder.

„Klassiker – Zug um Zug“ weiterlesen

This War Of Mine

DSC_0207
This War Of Mine / Foto: Spieltroll

Nachdem ich This War of Mine das erste mal Probe gespielt habe, hatte ich das unbedingte Bedürfnis etwas zu diesem Spiel sagen zu müssen. Ich weiß nicht, ob die Form einer Review dafür angemessen ist, aber dennoch möchte ich es versuchen. Eins steht nämlich auf jeden Fall fest, This War Of Mine, eine Umsetzung des erfolgreichen Computerspiels von 2011, ist ein Erlebnis, nicht unbedingt ein Spiel, in meinen Augen aber definitiv wichtig. Ich möchte dem Fazit aber nicht vorgreifen. Es gibt viel zu diesem Machwerk zu sagen und alles wirft in mir die Frage auf, ist das noch Spiel, oder interaktive Kunst? Warum ich so denke, möchte ich versuchen mit meinen Worten zu erklären, bin mir aber auch im Klaren, dass das nicht so einfach wird, denn This War Of Mine muß man wahrscheinlich selbst erleben, um es nachvollziehen zu können. Vergleiche, soviel kann ich schon vorweg nehmen, werde ich kaum welche anführen können, denn etwas ähnliches habe ich noch nie vorher gespielt.

„This War Of Mine“ weiterlesen

Waka Waka

DSC_0204
Waka Waka / Foto: Spieltroll

Dies ist die Geschichte eines Fehlkaufs. Ich stöbere ja gerne mal so bei Ebay in den gebrauchten Spielen rum. Gerade bei den etwas bekannteren Titeln kann man da das ein oder andere Schnäppchen machen. An diesem Tag stöber ich also so rum und sehe dieses kleine afrikanische Handelsspiel für zwei Spieler von Rüdiger Dorn, von dem ich schon gehört hatte, das in 2 Minuten auslief und nur einen Euro kosten sollte. Da habe ich nicht lange überlegt und einen Euro als Gebot abgegeben und ich gewann. „Yeah“, dachte ich, „geil! Das wollte ich schon immer mal antesten.“. Ich habe mich wirklich richtig gefreut bis dann ein paar Tage später ein echt riesiger Karton bei mir ankam. „Wow! Ganz schön groß für ein Kosmos-Zeipersonenspiel“ dachte ich noch. „Vielleicht wollte der Verkäufer es auch echt gut einpacken.“ Ich holte Waka Waka aus dem Karton und staunte nicht schlecht, was ich da für ein großes Spiel gekauft hatte. Die Recherche erbrachte dann, dass ich eigentlich gedacht hatte Jambo zu ersteigern… Uups!

„Waka Waka“ weiterlesen

Die Blutige Herberge

DSC_0205
Die Blutige Herberge / Foto: Spieltroll

Die Blutige Herberge galt in Essen 2015 als einer der Geheimtipps und war recht schnell ausverkauft. Das könnte wohl an der sehr speziellen Mischung liegen, aus der sich dieses Spiel zusammensetzt. Zum einen haben wir da dieses, in keiner Weise alltäglich zu nennende Artwok, dass an spielgewordene Gemälde erinnert. Dann wäre da dieser spezielle Mechanismus der dem Spiel zugrunde liegt, der im ersten Moment schon ganz schön „anders“ ist, als man das sonst gewohnt ist und zum dritten wäre da das Thema mit dem sich das Spiel beschäftigt, denn in „Die Blutige Herberge“ geht es darum Menschen zu töten, sie auszurauben und anschließend so unverdächtig wie möglich verschwinden zu lassen. Das klang schon damals genauso faszinierend wie heute und so sieht es auch aus, wenn man das Spiel auf dem Tisch liegen hat. Das Spiel basiert auf dem Film Die rote Herberge aus dem Jahr 1951, der wiederum auf einer wahren Begebenheit aus den Jahren zwischen 1807 und 1831, der Auberge Rouge, basiert. Das Spiel arbeitet diese Vorgänge dann auch passend auf.

„Die Blutige Herberge“ weiterlesen

Klassiker – Die Siedler von Catan

Fast 25 Jahre ist dieses Spiel jetzt alt und es veränderte die Spielwelt nachhaltig. Catan, wie es nach seiner Umbenennung von 2015, nur noch heißt ist ein Meilenstein in der Spielehistorie, ohne das es viele Spiele in der heutigen Form wahrscheinlich nicht gegeben hätte, oder wir würden natürlich über ein anderes Spiel reden, das die Türen für eine neue Spieleflut geöffnet hätte. Insbesondere in Übersee, allen voran in den Vereinigten Staaten schlug die Siedler von Catan dann auch noch massiver ein und veränderte eine komplette Sicht- und Denkweise auf Brettspiele. Seit Catan gibt es überhaupt erst den Begriff „Eurogame“ in der Brettspielerszene. In Amerika nennt man so ein Spiel dann auch „German-Style-Game“.

Der zu diesem Zeitpunkt erst zwanzig Jahre alte Spieltroll, der schon damals ein begeisterter Brettspielverrückter war hatte irgendwo von diesem revolutionären Spiel gelesen und musste es sofort haben. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr genau daran erinnern, wo ich es gekauft habe, aber ich war bereits beim lesen der sehr kurzen Regeln begeistert. Die Einstiegsregel passte auf eine einzige Seite! Meine damalige Spielrunde und ich spielten es am Wochenende gleich mehrmals und wir waren alle total begeistert von dem simplen, friedfertigen Siedlungsspiel mit Handelseinschlag. Es hatte genau die richtige Menge Glück, die man durch schlaues Handeln ausgleichen konnte und durch den Räuber konnte man seine Mitspieler auch ein wenig ärgern.

„Klassiker – Die Siedler von Catan“ weiterlesen

Magic Maze

DSC_0009_3
Magic Maze / Foto: Spieltroll

Konnte auch keiner ahnen, dass der Däne Kasper Lapp mit seinem Erstlingswerk gleich zu einem derart großen Wurf ausholen würde. Magic Maze, mit seiner total abgefahrenen Prämisse und mit den ebenso abgefahrenen, zwar nicht neuen, aber so noch nie dagewesenen Spielkonzepten, hat im Jahr 2017 für einigen Wirbel in der Spieleszene gesorgt. Nicht zu letzt weil es mal wieder ein Spiel auf die Liste zum Spiel-des-Jahres-Preis geschafft hatte, was so anders war als alles andere in dem Jahr. Leider hat es den Preis nicht gewonnen, dafür war Kingdomino 2017 dann vielleicht doch einfach zu stark, aber gehofft habe ich bis zum Schluß das hier mal wieder Innovation gewürdigt worden wäre.

Viele Menschen haben mit so einer Art Spiel allerdings auch Probleme, ich gehöre zwar nicht dazu, aber auch für mich ist es eben kein Spiel für jedermann, was dann vielleicht auch am ehesten erklärt, warum es den Preis doch nicht mit nach Hause genommen hat. Ich finde sogar, das es ein gutes Spiel für Teambildungsmaßnahmen und das ein oder andere Management-Seminar sein sollte.

„Magic Maze“ weiterlesen

Alte Dunkle Dinge

DSC_0206
Alte Dunkle Dinge / Foto: Spieltroll

Manchmal passiert es mir das ich Spiele nur Aufgrund ihres Aussehens spielen will. Kennt ihr das auch? Bei den Alten Dunklen Dingen war es in der Tat genau so. Das Spiel hat mich sofort optisch angesprochen. Ich habe einfach einen Faible für diese cthulhuesken Artworks und dieses Zeitalter um die Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts. Alte Dunkle Dinge ist aufgemacht wie eines dieser Monster-Groschenhefte aus dieser Zeit oder wie ein Monster-Trash-Movie. Sogar der Karton ist schon cool gestaltet, das Spielmaterial sieht spitzenmäßig aus und fühlt sich auch hochwertig an. Ich wusste zunächst wirklich gar nichts über dieses Spiel, habe mich dann aber schlau gemacht und mir ein Exemplar besorgt. Vielleicht hätte ich hellhörig werden sollen als ich von Vergleichen mit Kniffel hörte. Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht, obwohl man gewisse Ähnlichkeiten schon nicht ganz von der Hand weisen kann. Aber fangen wir wie immer erstmal Vorne an…

„Alte Dunkle Dinge“ weiterlesen

Die Quacksalber von Quedlinburg

DSC_0011_1
Die Quacksalber von Quedlinburg / Foto: Spieltroll

Alliterationen sind unsere Freunde mögen sich  Wolfgang Warsch und/oder der verantwortliche Redakteur bei Schmidt-Spiele gedacht haben, um einen Namen für dieses Spiel zu finden. Quacksalber passt thematisch hervorragend zum Thema aber warum man das Ganze nun unbedingt in Quedlinburg, einer Stadt in Sachsen-Anhalt, die zwar einen langen historischen Hintergrund hat und mit ihrer zum Unesco Weltkulturerbe zählenden Stiftskirche auf dem Schlossberg auch auf dem Cover vertreten ist, spielen muß, entzieht sich meiner Kenntnis. Wahrscheinlich bietet der in der Anleitung erwähnte Basar auf dem Marktplatz einfach nur den richtigen Rahmen für den Wettstreit der Kuhrpfuscher, Quacksalber und Tinkturenmixer und ein altertümlich wirkendes Wort wie Quacksalber kommt mit einer Alliteration einfach besser über die Lippen.

Die Quacksalber von Quedlinburg ist als zweites Spiel von Wolfgang Warsch für das „Kennerspiel des Jahres 2018“ nominiert und soviel möchte ich schonmal vorwegnehmen, ich denke in dieser Kategorie ist es nicht richtig untergebracht. Es erfüllt für mich eher alle Kriterien für ein „Spiel des Jahres“, obwohl es schon recht umfangreich ausgestattet ist und einen im ersten Moment fast mit dem schönen Spielmaterial erschlägt. Aber einiges von diesem Material ist situativ bedingt und man benötigt für eine einfache Partie gar nicht soviel.

„Die Quacksalber von Quedlinburg“ weiterlesen