Onitama

Onitama / Foto: Spieltroll

Abstrakte Strategiespiele führen ein kleines nieschiges Dasein im großen Spielekosmos. Woran das liegt kann ich gar nicht so genau sagen. Meine Vermutung ist, dass man natürlich sehr lange üben muß, um in einem abstrakten Strategiespiel Erfolg zu haben. Wer sich einmal etwas intensiver mit Schach oder Go beschäftigt hat, wird wissen, was ich meine. Deshalb haben neue Spiele, die sich in diesem Sektor aausprobieren wollen es wahrscheinlich auch etwas schwerer, als Spiele im normalen Segment. Außerdem gibt es wahrscheinlich nicht so viele Spieler in diesem Bereich. Vor ein paar Jahren kam aber ein Spiel auf den Markt, was für all diejenigen interessant sein dürfte, die sich gerne mit solchen Spielen beschäftigen. Onitama mutet ein bißchen an, wie ein japanisches Schachspiel und in der Tat kann man es am ehesten auch so beschreiben. allerdings verfügt es über ein weiteres Element, was bei Freunden dieses Genres, wenn nicht gleich auf Ablehnung, dann zumindest aber auf Skepsis stößt: Karten. „Sowas gehört nicht in ein abstraktes Strategiespiel“, höre ich da doch schon wieder die ersten unken! „Doch!“, sage ich und kann nur allen empfehlen mal eine Kleinigkeit über den Tellerrand hinauszuschauen.

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Potion Explosion

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Potion Explosion / Foto: Spieltroll

Horrible Games waren mir total unbekannt, bis ich auf der Spiel 2015 über ihren Stand stolperte. Man ging so mir nichts dir nichts durch die lauten Gänge, als man plötzlich ein klickerndes Geräusch hörte. Das klang irgendwie seltsam in dieser Geräuschkulisse. „Klickklack, klackerdieklick“, dass war das Geräusch von Murmeln, die gegeneinanderprallten und plötzlich standen wir an dem Stand von Horrible Games und überall standen diese Pappdinger in den Murmeln lagen. Die Leute spielten sichtlich bespaßt mit den Murmeln und schmißen sie oben in das Pappding rein und am unteren Ende lagen Bahnen mit Murmeln, von denen sie welche nahmen und auf ihre Flaschenförmigen Tableaus legten. Dabei entstand das Geräusch und wir waren sofort fasziniert. Auf der Messe gab es das Spiel nur in Englisch und Italienisch und wir entschieden uns auf eine bereits angekündigte deutsche Version zu warten. Inzwischen haben wir es viele Male gespielt und es ist immer wieder ein schöner Türöffner für neue Spielrunden.

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Pandemic Legacy Season 1

Pandemic Legacy – Season 1 / Foto: Spieltroll Grafik: www.meinfreundmachtdesign.de

Lange, lange hat es gedauert, bis ich etwas zu diesem Spiel sagen konnte. Ich hatte mir selbst auferlegt, meine Meinung erst öffentlich zu diesem Spiel kund zu tun, wenn ich es komplett gespielt haben werde und das ist nun tatsächlich auch der Fall. Aber wie macht man das bei einem Legacy-Spiel, ohne zu spoilern? Nicht ganz leicht, aber ich werde es probieren. Alle denen das egal ist, können gerne einen Blick in die Spieltagebücher werfen, denn dort bin ich im Moment noch dabei, zu berichten, was und wie es in diesem Spiel passiert. 2015 erschien die erste Season von Pandemic Legacy bereits und schlug große und hohe Wellen. Gehört in der Boardgamegeek-Liste, der besten Spieler aller Zeiten immer noch zu den besten überhaupt und sorgte für einen regelrechten Hype was Legacyspiele anging. Das Grundspiel Pandemie oder Pandemic ist schon seit 2008 auf dem Markt und gillt ebenfalls als Riesenerfolg.

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7 Wonders Duel

7 Wonders fällt genau in die Zeit, in der ich mich mit Brettspielen, oder sagen wir besser analogen Spielen nur recht wenig beschäftigt habe. Will sagen, ist vorerst und bis heute tatsächlich komplett an mir vorbei gegangen. Natürlich kenne ich das Thema und weiss in etwa wie es gespielt wird, auch wenn ich es noch nie gespielt habe. Auch ist mir bekannt das es im Jahre 2011 zum ersten Kennerspiel des Jahres überhaupt gewählt wurde. Leider stellt es ansonsten eine große Lücke in meiner Spielerkarriere dar. Deshalb legte ich mir neulich die 2-Spieler-Variante 7 Wonders Duel zu, um zumindest mal annähernd in die Materie einzusteigen. Natürlich kann ich hier jetzt keine Vergleiche ziehen, sondern werde einfach mal die Duel-Variante ohne den großen Bruder betrachten.

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Mom´s Bluff

Eines Tages schrieb mich auf Boardgamegeek ein gewisser David Lewis an und fragte mich, ob ich auf spieltroll.de nicht sein Kartenspiel Mom´s Bluff reviewen könnte. Na klar kann ich! Eine Woche später hatte ich das kleine Kartenspiel in der Post und packte es sofort aus. Bis ich allerdings Zeit fand es mit meiner Familie auszuprobieren verging noch einiges an Zeit, denn die Spiel 2018 in Essen stand vor der Tür. Aber versprochen ist versprochen und somit werde ich hier heute erklären wie das Spiel funktioniert und was ich davon halte. Zunächst einmal muß ich sagen, dass Mom´s Bluff für mich in die Kategorie der „Zeittotschlagspiele“ gehört. Das soll nicht negativ klingen und ich werde das auch gleich näher erläutern, aber zunächst…

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Puzzle Strike

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Puzzle Strike / Foto: Spieltroll

Puzzle Strike war ein ebay-Kauf für sage und schreibe 1 Euro plus Porto. Aus irgendeiner Laune heraus hab ich dafür geboten. Es klang nach der Beschreibung gar nicht mal so schlecht und wurde allerorts mit Dominion verglichen, auch wenn es total anders sein sollte. Puzzle Strike wird mit Spielchips anstatt Karten gespielt und jeder Spieler hat einen großen Beutel, aus dem er die Chips ziehen muss. Die Bilder, die der damalige Besitzer bei ebay eingestellt hatte, waren auch ein bißchen, ich will nicht sagen irreführend, aber ich war total überrascht als der Paketbote bei mir klingelte und ein riesiges Paket bei mir abgeben wollte. Für mich sah der Spielkarton eher aus, wie ein kleines Format und das Spiel klang der Beschreibung nach auch nach eher einem kleinen Spiel. Weit gefehlt, Puzzle Strike ist großformatig, mit einem höheren Karton als normal üblich. Das ist hauptsächlich den Spielchips geschuldet, die Pokerchips aus Pappe nachempfunden sind. Ursprünglich ist das Spiel auch schon aus dem Jahre 2010 und einem Computerspiel nachempfunden, dass mir aber unbekannt ist. Die vorliegende Version ist von 2015.

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Imperial Settlers

Ignacy Trzewiczek gelang hier in meinen Augen ein fantastisches Spiel, dass sich zurecht bis heute großer Beliebtheit erfreut. Imperial Settlers aus dem Jahr 2014 basiert spielmechanisch auf seinem Spiel „51st State“ und behandelt dabei den Aufbau einer Zivilisation. Technisch gesehen ist es ein Kartenspiel, denn es gibt kein Spielbrett. Lediglich eine Punkteleiste und einige Auslagen, sowie Ressourcenmarker befinden sich noch zusätzlich in der großen Spieleschachtel. Der Hauptteil des Spiels basiert aber auf Karten, die die Spieler vor sich auslegen. Es gibt auch durchaus viel Kritik an Imperial Settlers, da es nicht das interaktivste Spiel ist. Die Spieler agieren abwechselnd in ihrer Auslage und wetteifern vor sich hin, aber die Beeinflussung des Gegners hat hierbei nicht die höchste Priorität und kommt nur gelegentlich vor. Meiner Meinung nach tut man das aber in vielen Spielen und man unterhält sich ja trotzdem über das, was da vor sich geht und versucht besser zu sein als seine Gegenspieler. Ich empfinde die Imperial Settlers aber als sehr gelungenes Spiel, da es über tolle Mechanismen und einen hohen Wiederspielreiz verfügt. Die Bezeichnung als „Autistenspiel“, wie es schon genannt wurde, finde ich absolut nicht zutreffend und auch sehr übertrieben. Wer sich aufgrund solcher Aussagen dieses Spiel entgehen lässt, sollte nocheinmal nachdenken, ob die ganzen Auszeichnungen, die auf der Schachtel prangen, nicht doch etwas zu sagen haben.

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Die Blutige Herberge

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Die Blutige Herberge / Foto: Spieltroll

Die Blutige Herberge galt in Essen 2015 als einer der Geheimtipps und war recht schnell ausverkauft. Das könnte wohl an der sehr speziellen Mischung liegen, aus der sich dieses Spiel zusammensetzt. Zum einen haben wir da dieses, in keiner Weise alltäglich zu nennende Artwok, dass an spielgewordene Gemälde erinnert. Dann wäre da dieser spezielle Mechanismus der dem Spiel zugrunde liegt, der im ersten Moment schon ganz schön „anders“ ist, als man das sonst gewohnt ist und zum dritten wäre da das Thema mit dem sich das Spiel beschäftigt, denn in „Die Blutige Herberge“ geht es darum Menschen zu töten, sie auszurauben und anschließend so unverdächtig wie möglich verschwinden zu lassen. Das klang schon damals genauso faszinierend wie heute und so sieht es auch aus, wenn man das Spiel auf dem Tisch liegen hat. Das Spiel basiert auf dem Film Die rote Herberge aus dem Jahr 1951, der wiederum auf einer wahren Begebenheit aus den Jahren zwischen 1807 und 1831, der Auberge Rouge, basiert. Das Spiel arbeitet diese Vorgänge dann auch passend auf.

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Exploding Kittens

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Exploding Kittens NSFW / Foto: Spieltroll

Meine Frau ist ein Katzenmensch und sie spielt gerne. Eines Tages las sie irgendwo von Exploding Kittens und fand die Beschreibung wohl so gut, dass sie meinte das brauchen wir unbedingt. Bei Amazon gab es das Spiel zwar, aber für das bißchen Inhalt war es wirklich total überteuert, das lag wohl daran, das es dirket aus Amerika kam. Sie hat es dann bei den Machern des Spiels selbst für einen Bruchteil gekauft und die vier bis sechs Wochen Lieferzeit in Kauf genommen. Irgendwann als wir schon gar nicht mehr daran gedacht hatten war es dann in der Post. Wir packten es aus und, wow, da war wirklich nicht wahnsinnig viel in der Packung. Die Artworks kannte ich sogar irgendwoher, mir war aber gar nicht bewusst wie bekannt The Oatmeal in Amerika und weltweit eigentlich ist. The Oatmeal ist eine Cartoon-Website oder vielleicht sollte man lieber sagen, die Cartoon-Website, denn sie ist eine der bekanntesten weltweit und ja einige der Katzenillustrationen kamen mir irgendwie auch schon bekannt vor. Matthew Inman kam eines Tages wohl auf die Idee eine Kickstarter-Kampagne für dieses kleine Spiel ins leben zu rufen und bereits nach 8 Minuten war das Ziel von 10000 Dollar erreicht. Nach nur sieben Tagen hatte es 6000 Backer und bis heute ist es das erfolgreichste auf Kickstarter gebackte Kartenspiel mit fast 9 Millionen Dollar und seinerzeit die vierterfolgreichste Kampagne bei Kickstarter überhaupt. Was steckt drin in diesem kleinen Päckchen und lohnt sich das überhaupt?

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