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		<title>Klassiker &#8211; Bluff</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2021 08:54:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Durch die lange Umzugspause gab es seit April keine Klassiker-Review mehr. Es wird Zeit das nachzuholen und heute nehme ich mir einen schon ziemlich alten Klassiker vor: Bluff von Richard Borg. Wobei Bluff nur einer von sehr vielen Namen ist, der in Zusammenhang mit diesem Spiel steht. Das Spiel das ihr da oben seht ist &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/9168" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Klassiker &#8211; Bluff“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Durch die lange Umzugspause gab es seit April keine Klassiker-Review mehr. Es wird Zeit das nachzuholen und heute nehme ich mir einen schon ziemlich alten Klassiker vor: <em>Bluff</em> von Richard Borg. Wobei <em>Bluff</em> nur einer von sehr vielen Namen ist, der in Zusammenhang mit diesem Spiel steht. Das Spiel das ihr da oben seht ist die deutsche Version des Spiels, dass der Amerikaner Richard Borg in dieser Weise veröffenlichte. Das Spielprinzip ist aber bereits wesentlich älter und stammt weder aus Deutschland, noch aus Amerika &#8211; Wobei doch, nicht aus den USA wäre korrekter. In Peru und ein paar anderen südamerikanischen Ländern spielten die Menschen dieses Spiel schon rund um das Jahr 1800. Hättet ihr das gedacht? Das Spiel <em>Bluff</em> ist die mit Abstand berühmteste und kommerziell erfolgreichste Version, da sie im Jahr der deutschen Veröffentlichung, 1993, sogar den Preis für das Spiel des Jahres gewann. Genug Fakten in der Einleitung um zu rechtfertigen, warum ich für Bluff eine Klassiker-Review machen wollte.</p>



<span id="more-9168"></span>



<p>Bevor ich ein wenig in die Geschichte dieses Spiels abdriften werde, sollte ich aber für diejenigen von euch, die <em>Bluff</em> nicht kennen, ersteinmal kurz das Spielprinzip erklären. Einigen könnte es dann vielleicht doch bekannt vorkommen, nur kennen sie es unter einem anderen Namen.</p>



<p><em>Bluff</em> ist ein wirklich simples Spiel und schnell erklärt. Jeder Spieler bekommt einen Würfelbecher und fünf Würfel. Auf den Würfeln ist die Eins durch einen Stern ersetzt. Dieser Stern fungiert als Joker. Kann also als jede andere Augenzahl benutzt werden. Die Spieler würfeln nun alle gleichzeitig und halten ihr Ergebnis geheim. Sie selbst dürfen es natürlich anschauen. Der auserkorene Startspieler muss nun eine Wette ansagen. Er schaut sich seine Würfel an und behauptet unter allen Würfelbechern würden sich zum Beispiel vier Zweien befinden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und hat nun nur zwei Möglichkeiten. Entweder er glaubt, dass diese Wette stimmt und dann muss er eine neue, erhöhte Wette abgeben. Dabei darf die Anzahl der Würfel oder die Augenzahl erhöht werden. Um bei dem Beispiel zu bleiben, sagt er vielleicht fünf Zweien oder auch nur drei Dreien an. Eine Sonderrolle kommt der Sternseite zu. Diese können als jede Augenzahl benutzt werden und man kann auch auf die Sterne wetten. Die Wetten werden auf dem Spielbrett mit einem Anzeigewürfel dargestellt. Die zweite Möglichkeit für einen Spieler ist natürlich die Wette anzuzweifeln. Dann werden alle Becher aufgedeckt und die Wette wird überprüft. Der Verlierer muss dann soviele Würfel von seinen abgeben, um die die Wette nicht gepasst hat. Also bei fünf Zweiern gewettet und nur drei unter den Bechern, muss derjenige zwei Würfel abgeben. Es wird dann solange gespielt, bis nur noch ein Spieler mit Würfeln überbleibt.</p>



<p>Sehr einfaches Spielprinzip, schnell erklärt und schnell begriffen. Wahrscheinlich kommt das Spielprinzip dem ein oder anderem in ähnlicher Form sogar bekannt vor. Es gib unbestreitbar Ähnlichkeiten zu einem Party- und Trinkspiel, dass man bei uns im Norden der Republik <em>Meiern</em> nannte. Weiter südlich ist es eher als <em>Mäxchen</em> oder <em>Mäxle</em> bekannt. Und da sind wir dann schon mittendrin im kunterbunten Wirrwarr der Entstehungsgeschichte von Bluff.</p>



<p>Das Spiel, von dem ich hier rede stammt vom Amerikaner Richard Borg. Dieser wurde 1948 geboren und hat der Spielewelt einige bakannte Spiele bescherrt. Bluff ist wahrscheinlich das bekannteste, aber sein Kopf steckt auch hinter dem dem Zweipersonenspiel  <em>Hera und Zeus</em> bzw. <em>Blitz und Donner, Memoir´44</em> und <em>Battlelore</em>. Das Spielprinzip der letzen beiden Spiele bescherte ihm ebenfalls eine große Anhängerschaft und beide Spiele wurden mit sehr vielen Erweiterungen versehen. <em>Bluff</em> hieß im damaligen Original, dass Borg 1986 im Eigenverlag herausbrachte, auch noch <em>Doubter´s Dice</em>. 1988 wurde es dann von MB übernommen und unter dem bekannten Namen Liar´s Dice herausgebracht. Das Spiel war in Amerika längst ein Hit und wurde zu einem großen Erfolg. F.X. Schmid brachte das Spiel dann schließlich 1993 über den großen Teich und gab ihm den Namen Bluff. Noch im selben Jahr wurde das Spiel zum Spiel des Jahres ernannt. Auch bei der Wahl zum Deutschen Spielepreis erreichte es den vierten Platz.</p>



<p>Richard Borg reklamiert das Spielprinzip für sich und sagt er habe es erfunden und ich würde sagen, dass das für sein Spiel auch stimmt. Seine Variante ist einzigartig und war so vorher nicht bekannt. Aber er hat die Basis von einem schon viel älteren Spiel benutzt und etwas Neues daraus gemacht. Vielleicht nicht weit genug weg von den Originalen, darüber kann man gerne argumentieren, aber er war meiner Meinung nach der erste der das Spielprinzip in eine solche Form gebracht hat. Bruno Cathala wird ja auch nicht schief angeschaut, weil er <em>Mancala, Domino</em> oder <em>Tic Tac Toe</em> als Basis für seine Spiele benutzt hat.</p>



<p>Woher kommt nun aber all der Zweifel an Borgs Spiel. Die Spiele die hier in Deutschland bekannt waren (<em>Meiern</em> etc.) weisen schon einige Ähnlichkeiten auf. Würfel die unter einem Becher geheimgehalten werden und man auf sie wettet. Allerdings nur zwei Würfel und ein Becher der am Tisch rumgeht. Die größte Ähnlichkeit vom Namen her, hat <em>Liar´s Dice</em> mit einem Spiel das MB schon 1974 herausgebracht hat. Das hieß nämlich <em>Liar Dice</em> und hat ebenfalls ein ähnliches Spielprinzip, ist aber nur für zwei Spieler und es geht dabei um Würfel die Pokerhände simulieren. Der Autor an dieser Stelle ist E.S. Lowe. Eine ähnliche Variante unter dem gleichen Namen ist schon seit längerem bei Offizieren der U.S. Army ein Begriff, das wiederum die Pokerwürfel verwendet. Diese Versionen sind alle deutlich früher entstanden als Borgs Version. </p>



<p>Die größte Ähnlichkeit weisst sein Spiel aber mit einem südamerikanischen Spiel auf, das vor allem in Peru beheimatet ist und war. <em>Dudo</em> heißt es dort und wird mit mehreren Bechern und Würfeln gespielt. Schon 1800 tauchen spanische Berichte über das Spiel auf. Glücksspiel wurde wohl sogar eine Zeit lang dort verboten, weil es zuviel gespielt wurde. Keine Ahnung ob das sstimmt, aber das es zu dieser Zeit ein Spiel dort drüben gab das Ähnlichkeiten hat ist unstrittig. Weitere Namen aus Südamerika für dieses Spiel sind <em>Chaco, Cacho, Pico, Cachito</em>, sowie <em>Dadinho</em>. 1987 tauchte in England auch noch eine weitere Version auf, die sich Perudo nannte und sich Südamerika zum Vorbild nahm und das Spiel als das Spiel der Inkas vermarktete. Auch <em>Perudo</em> war ein gebräuchlicher Name für das Spiel und hält sich bis heute. Dieses Spiel ist wohl nahezu parallel zu Borgs Version entstanden und beide Versionen sind nahezu identisch. Bluff weisst viele Parallelen zu <em>Dudo</em> auf ist aber doch ein wenig anders. Borg selbst hat in einem Interview einmal erklärt, dass ihm das südamerikanische Spiel nicht bekannt war, als er das Spiel erfand. Er selbst kannte nur das Army-Spiel und warf noch ein ganz anderes Spiel als Inspirationsquelle in den Raum. Die Idee kam ihm wohl durch das Spiel <em>Dollar Poker</em>, das in der amerikanischen Bevölkerung praktiziert wurde und bei dem jeder einen Dollar aus seiner Geldbörse zückt, sich die Seriennummer anschaut und auf die Menge der Zahlen wettet. &#8222;Mein Schein hat fünf Zweien in seiner Seriennummer! Und meiner sechs Fünfen!&#8220; </p>



<p>Es ist wahrscheinlich gar nicht final zu klären, wer das Spiel erfunden hat. Das Spielprinzip ist so simpel das es wahrscheinlich überall in unterschiedlicher Form gespielt wurde oder sich ausgebreitet hat. Richard Borg war aber der erste, der die heute bekannte Version in ein Gesellschaftsspiel gepackt hat. Den Würfeln noch einen Stern verpasst und ein Brett zum Wetten beigefügt hat. Alle die etwas Ähnliches tun sind Derivate.</p>



<p>Das Spiel hat übrigens auch noch einen berühmten Auftritt in Fluch der Karibik 2 als <em>Pirate Dice</em>. Ihr seht schon, <em>Bluff</em> bringt es auf wahnsinnig viele Namen und ist ein ziemlich bekanntes Spiel weltweit und ein Klassiker im wahrsten Sinne des Wortes.</p>



<p>Ich selbst besaß das Spiel insgesamt dreimal. Aktuell befindet es sich aber nicht in meiner Sammlung. Rein Optisch gefallen mir aktuelle Perudo-Versionen besser als <em>Bluff</em>, das inzwischen von Ravensburger herausgegeben wird. Die alten Bluff-Versionen kommen mit Plastikbechern und das hat beim Spielen immer einen immensen Krach gemacht. Wir haben mal eine bierseelige Runde mit sechs Personen gespielt und irgendwann klingelte eine Nachbarin bei uns und sagte, das laute gerede würde sie nicht stören, aber das immer wieder auftretende ohrenbetäubende Geschepper wäre so spät nicht mehr auszuhalten. Ja das stimmt, wenn sechs Mann gleichzeitg fünf Würfel in diesen Plastikbechern geschüttelt haben war das wirklich unerträglich laut. Zum Glück kann man das Spiel selbst gut modifizieren oder gar komplett selbst basteln. Ab und zu überkommt mich immer mal wieder die Lust ein paar Runden <em>Bluff</em> zu spielen, oder <em>Perudo, Dudo</em>&#8230; was auch immer. Es ist <em>Poker</em> sehr ähnlich. Vordergründig ein Glücksspiel, bei dem man aber im Laufe des Abends anfängt seine Gegner zu Lesen und somit das Glück immer mehr durch Psychologie minimiert.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<ul class="wp-block-list"><li><strong>Verlag: </strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ravensburger.de/produkte/spiele/erwachsenenspiele/bluff-27223/index.html" target="_blank">Ravensburger</a></li><li><strong>Autor(en):</strong> Richard Borg</li><li><strong>Illustrator(en):</strong> &#8211;</li><li><strong>Erscheinungsjahr:</strong> 1993</li><li><strong>Spieleranzahl:</strong> 2 – 6 Spieler</li><li><strong>Dauer:</strong> 15 – 30 Minuten</li></ul>
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		<title>Klassiker &#8211; Magic &#8211; The Gathering</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Spieltroll]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2018 13:39:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Jahr 2018 neigt sich fast dem Ende zu, da möchte ich noch einen weiteren Klassiker der Spielegeschichte würdigen, an den ich zwischenzeitlich sehr viel meiner Lebenszeit verloren habe. Verloren ist aber definitiv das falsche Wort, denn ich habe die Zeiten, in denen ich Magic gespielt habe, immer als Bereicherung gesehen. Allerdings muss ich sagen, &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/1054" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Klassiker &#8211; Magic &#8211; The Gathering“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Das Jahr 2018 neigt sich fast dem Ende zu, da möchte ich noch einen weiteren Klassiker der Spielegeschichte würdigen, an den ich zwischenzeitlich sehr viel meiner Lebenszeit verloren habe. Verloren ist aber definitiv das falsche Wort, denn ich habe die Zeiten, in denen ich Magic gespielt habe, immer als Bereicherung gesehen. Allerdings muss ich sagen, dass es mir damals nicht möglich war, Magic nur so halb und zum Spaß zu spielen. Ich wollte es kontrollieren und durchdringen. Sehr viel Zeit ging für das Analysieren von Decks drauf, für Training, um an Turnieren teil zu nehmen und um Strategien zu erarbeiten und zu erlernen. Aber fangen wir wie immer Vorne an.</p>
<p><span id="more-1054"></span></p>
<p>Magic The Gathering heißt der Klassiker, um den es heute gehen soll und er feierte in diesem Jahr tatsächlich seinen 25. Geburtstag. Am 18. April 1993 wurde Magic mit einer Kunstaustellung der Artworks in der damaligen Zentrale von Wizards of The Coast vorgestellt und machte einen Spieledesigner in wahnsinnig kurzer Zeit weltberühmt: Richard Garfield.</p>
<p>Magic war das erste Spiel überhaupt, dass er veröffentlichen konnte, obwohl er den Wizards eigentlich ein anderes Spiel verkaufen wollte (Robo Rally), dass aber zunächst abgelehnt wurde, weil es zu hohe Produktionskosten haben würde. Man muss wissen, dass es Wizards Of The Coast zu dieser Zeit finanziell nicht besonders gut ging und sie auf der Suche nach einem günstig zu produzierenden Spiel waren, dass sich schnell spielen ließ. Sie fragten Garfield, ob er nicht eine Idee hätte und er kam mit Magic zurück. Der Rest ist Geschichte. Magic The Gathering war seinerzeit in der Spieleszene soetwas wie ein Straßenfeger. Das erste Sammelkartenspiel überhaupt, und eines, das auf keiner Vorlage basierte. Es beschäftigte sich mit fantastischen Themen, aber die Welt, die heute als Hintergrund und Magic-Universum bekannt ist, war noch nicht existent.</p>
<p>Für diejenigen, die das Spiel bis heute nicht kennen, hier eine wirklich nur kurze Spielbeschreibung. In Magic übernehmen die Spieler die Rolle von Planeswalkern, magiebegabte Wesen, die sich gegenseitig mit Zaubern bekämpfen. Jeder Planeswalker agiert mit anderen Zaubern und verfügt über sein eigenes Arsenal an Fähigkeiten, die er in seinem Deck bündelt. Die Spieler ziehen jede Runde Karten, mit denen sie versuchen müssen die zwanzig Lebenspunkte des Gegners auf Null zu bringen. Die Karten können sie ausspielen, indem sie ihre Manakosten bezahlen, die einer von fünf Farben angehören oder farbloses Mana erfordern, welches aus jeder Manaquelle bezogen werden kann. Dazu bedienen sie sich Länderkarten aus ihrem Deck, die das Mana in einer (oder auch mehreren) von fünf Farben bereitstellen. Die Zaubersprüche können sowohl Zauber als auch Kreaturen beschwören, die sich dann auf dem Schlachtfeld bekämpfen und im besten Falle den gegnerischen Planeswalker angreifen können. Die Basis des Spiels ist dabei ganz einfach und basiert auf Kartentexten mit Schlüsselwörtern. Die Schlüsselwörter haben im Spielverlauf verschiedene Effekte. Magic zu meistern ist hingegen ein sehr komplexes unterfangen und kommt einer Partie Schach gleich, nur das Magic viel abwechslungsreicher ist, da es viel mehr Möglichkeiten gibt, die man einkalkulieren muss.</p>
<p>Soviel erstmal zum Spielkonzept, das bis heute viele Nachfolger und Brettspiele beeinflusst hat. Mein Erstkontakt mit Magic fand im Jahre 1994 statt, als es das Phänomen bisher nur in den USA gab. Ein damaliger Kumpel machte ein Auslandsjahr in den USA und brachte ein paar Karten mit und wir versuchten direkt nach den ersten Partien mehr Karten aufzutreiben, was sich als sehr schwierig herausstellte. In Europa war Magic zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Erst ein paar Monate später führte ein Comicladen einen kleinen Bestand, der sofort in unsere Taschen wanderte. Wir haben sehr viel Magic gespielt, aber bei mir hielt die Phase sehr viel länger an, als bei den anderen. Ich setzte fast mein gesamtes Geld in Magic um und hatte eine respektable Sammlung aufgebaut.</p>
<p>1994, nur ein Jahr nach der Veröffentlichung wurde die DCI gegründet, die bis heute für die Veranstaltung der offiziellen Magic-Turniere verantwortlich ist und das organisierte Turnierspiel verwaltet. Bereits in diesem Jahr gab es die ersten nationalen Meisterschaften und die erste Weltmeisterschaft. Magic zog seinen Siegeszug um den Planeten an. Bereits im ersten Jahr nach Erscheinen, wurden Magickarten in eine andere Sprache übersetzt und so war die Legends Edition die erste Erweiterung für Magic die auf italienisch erschien. Bis heute ist Magic in elf Sprachen erschienen, wobei sich Englisch als offizielle Turniersprache durchgesetzt hat.</p>
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<p>1995 war es dann auch endgültig in Deutschland angekommen und wurde auch hier zum Phänomen in der Spieleszene. Es erhielt vom Deutschen Spielepreis 1995 den Sonderpreis für ein neues Spielsystem und verkaufte sich auch hierzulande wie geschnitten Brot. Der Vertrieb in Deutschland wechselte über die Jahre ständig von Amigo über Pegasus zu Universal Cards und wieder zurück, aber das tat den Verkäufen nicht weh. Bis heute sind an die 100 verschiedene Editionen erschienen, es gibt Bücher über den Hintergrund von Magic und auch immer wieder Computerspielumsetzungen. Zahlen von den Wizards zu bekommen war jahrelang immer ein recht schwieriges Unterfangen, denn der Erfolg brachte auch viele Neider mit sich und Magic hatte Zeit seines Bestehens immer wieder den Ruf einer Gelddruckmaschine. In den ersten Jahren sind sie vom eigenen Erfolg wahrscheinlich auch überrumpelt worden und nach Erscheinen des Urza-Blocks gaben sie erstmal keine Zahlen mehr bekannt. Bis 1995 sind aber bereits über eine Milliarde Karten verkauft worden. Erst zu ihrem Jubiläum in diesem Jahr präsentierten die Wizards ein paar Zahlen aus den letzten Jahren. Demnach wurden zwischen 2008 und 2016 über 20 Milliarden Karten verkauft, so dass man davon ausgehen kann, dass in der gesamten Lebensspanne von Magic wahrscheinlich bisher über 40 Milliarden Karten gedruckt worden sind. Gamepedia hatte am 14.1.2018 19989 unterschiedliche Magickarten in seiner Datenbank gespeichert, so dass innerhalb diesen Jahes die Zwanzigtausender Marke geknackt worden sein dürfte. Beeindruckende Zahlen für ein beeindruckendes Spiel, dass mich bis heute fasziniert.</p>
<p>Der Magicfreak Marco, der zunächst 1994 mit seinen Freunden begann Magic zu spielen beendete seine erste Phase 1997, nachdem er seine gesamte Sammlung für über 2000 DM an einen Kartenhändler verkaufte und danach selber in den Kartenhandel eines anderen Kartenspiels einstieg, das für ein Jahr seine Aufmerksamkeit forderte. 1999 stieg er dann aber wieder mit einem Arbeitskollegen in den Magicwahn ein. Die zweite Liebe war kurz und heftig, da er keine Zeit hatte auf dem Niveau früherer Tage zu spielen. Deshalb hörte er 2001 erneut auf und verkaufte seine Karten erneut für sehr gutes Geld. Danach begann er als Besitzer eines Fantasyladens erneut mit dem Spiel und veranstaltete selbst Turniere bevor er es komplett wieder aufgab. Bis heute liegen aber noch Magickarten auf meinem Schreibtisch und ich spiele ein bißchen Online. Fasziniert bin ich wie eh und je von dem Spiel, aber anfassen würde ich es heute wahrscheinlich nicht mehr, obwohl es immer wieder in den Fingern zuckt.</p>
<p>Magic ist tatsächlich auch eine Geldfrage. Bis heute kann man sehr viel Geld für Karten ausgeben und der Kartenhandel floriert. Durch die enorem Gewinne, die die Wizards mit dem Spiel gemacht haben, konnten sie auch bereits von Beginn an hohe Preisgelder für die Turniere ausschütten und so gibt es beispielsweise 250000 Dollar Preisgeld bei der Protour zu gewinnen und ein erster Platz bei einem solchen Turnier bringt einem Spieler 50000 Dollar ein. Aber auch hier muss man eine Menge Arbeit investieren um ein solches Niveau zu erreichen.</p>
<p>So das soll es gewesen sein. Magic gehört für mich bis heute zu den besten Spielen aller Zeiten. Man kann sowohl eine Runde mit Anfängerdecks spielen und wird seinen Spaß haben und auch auf hohem Niveau und im Turniermodus spielen. Das Spiel ist genial bis heute, auch wenn es zwischenzeitlich mal die eine oder andere schwächere Edition gegeben hat.</p>
<p>Kleiner Funfact noch zum Schluß. Das Spiel wurde seinerzeit so schnell produziert, dass sich bis heute noch ein Fehler durch das Spiel zieht. Der Kartenrücken wurde nie verändert, damit immer alle Karten spielbar bleiben und ein Kugelschreiberstrich im Wort Deckmaster ziert bis heute diese Rückseite, weil sie auf der Druckvorlage war.</p>
<hr>
<ul>
<li><strong>Verlag: </strong><a href="https://magic.wizards.com/de">Wizards Of The Coast</a></li>
<li><strong>Autor(en):</strong> Richard Garfield</li>
<li><strong>Erscheinungsjahr:</strong> 1993</li>
<li><strong>Spieleranzahl:</strong> 2</li>
<li><strong>Dauer:</strong> 15+ Minuten</li>
</ul>


<p></p>
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