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	<title>Die Fürsten von Florenz &#8211; Spieltroll</title>
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	<description>Gedanken und Meinungen zu Brett- und Kartenspielen</description>
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	<title>Die Fürsten von Florenz &#8211; Spieltroll</title>
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		<title>Portrait &#8211; Wolfgang Kramer</title>
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					<description><![CDATA[In meiner kleinen Portrait-Reihe in denen ich euch beliebte und erfolgreiche Spieleautoren vorstellen möchte, soll heute ein weiteres Urgestein der deutschen Brettspielautorenzunft behandelt werden. Wahrscheinlich sollte ich ihn sogar als das Urgestein vorstellen. Wolfgang Kramer ist der erste professionelle Spieleautor, den wir in Deutschland hervorgebracht haben. Er hat vielen späteren Autoren gezeigt, dass es möglich &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/11590" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Portrait &#8211; Wolfgang Kramer“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>In meiner kleinen Portrait-Reihe in denen ich euch beliebte und erfolgreiche Spieleautoren vorstellen möchte, soll heute ein weiteres Urgestein der deutschen Brettspielautorenzunft behandelt werden. Wahrscheinlich sollte ich ihn sogar als das Urgestein vorstellen. <em>Wolfgang Kramer</em> ist der erste professionelle Spieleautor, den wir in Deutschland hervorgebracht haben. Er hat vielen späteren Autoren gezeigt, dass es möglich ist diesen Beruf tatsächlich auszuüben, wenn ein gewisser Erfolg vorhanden ist. <em>Wolfgang Kramer</em> ist bis heute einer der erfolgreichsten Spieleautoren Deutschlands und wahrscheinlich sogar weltweit. Seine Spiele sind zu modernen Klassikern geworden und er hat viele von ihnen sehr oft verkaufen können. Er veröffentlicht bis heute jedes Jahr einige Spiele und mit seinem gigantischen Portfolio legt er auch immer wieder neue Versionen seiner Spiele neu auf. Neben seinen frühen Werken ist er vor allem für seine vielzähligen Kolaborationen mit anderen Autoren bekannt geworden und in die Spielehistorie zieht er nicht nur durch seine vielen meisterhaften Spiele ein, nein, auch ein Bestandteil aus vielen Eurogames, die Punkteleiste, die das Spielfeld einrahmt, stammt von ihm und trägt den Namen &#8222;Kramerleiste&#8220;.</p>



<span id="more-11590"></span>



<p><em>Wolfgang Kramer</em> wurde am 29. Juni 1942 in Bad Cannstatt bei Stuttgart geboren und zunächst deutete nicht viel auf seine spätere Karriere als Spieleautor hin. Nach eigener Aussage spielte er zwar schon recht früh mit den Großeltern die klassischen Spiele dieser Zeit, wie <em>Mensch ärgere dich nicht</em>, bei dem ihm seine Oma immer gewinnen ließ, aber das ist ja für Kinder in dem Alter eher ganz normal. Später als er das Gymnasium besuchte und eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Bosch begann, spielte er viel <em>Monopoly</em> und begann bei einigen Spielen Regeln zu verändern und sich selber welche auszudenken. Sein beruflicher Werdegang war eher gar nicht kreativ, sondern verlief erstmal recht nüchtern, denn nach einer innerbetrieblichen Ausbildung zum Datenverarbeiter folgte ein Betriebswirtschaftsstudium und danach die Aufgabe bei Bosch das Rechnungswesen zu automatisieren. Kramer fiel das Studium nach eigener Aussage recht leicht und er hatte schon immer viel Spaß an Mathematik, so dass er viel Luft hatte sich mit anderen Dingen zu beschäftigen und dann kam seine große Leidenschaft, Spiele mit neuen Regeln zu versehen, in eine neue Phase. Er wollte ein eigenes Spiel entwickeln und so beschäftigte er sich 1972 während des Studiums damit.</p>



<p>Gleich bei seinem allerersten Spiel gibt es eine interessante Geschichte zu erzählen. Sein allererstes Spiel hieß <em>Tempo</em>, ein Spiel in dem es um Pferderennen ging und an dem er solange feilte, bis er es einfach an diverse Verlage schickte. Die Adressen suchte er sich einfach heraus und bekam tatsächlich von allen eine Antwort. Ravensburger waren die ersten denen er es zuschickte, die aber kein Interesse an dem Spiel hatten. Alle anderen wollten es verlegen und Ass bekam den Zuschlag und brachte auch gleich noch ein zweites Spiel von ihm mit dem Namen <em>Legemax</em> heraus. Kurz bevor <em>Tempo</em> aber erschien, brachte Ravensburger mit <em>Jockey</em> ein erstaunlich ähnliches Spiel auf den Markt und war von der Veröffentlichung <em>Tempos</em> nicht besonders erfreut. Ein Schelm der böses dabei denkt. Plagiatsvorwürfe kamen aus beiden Richtungen und heute interessierte das wohl keinen mehr, wenn <em>Tempo</em> nicht der Urvater von dem heute sehr beliebten Rennspiel <em>Downforce</em> wäre, das Restoration Games neu aufgelegt hat. Über die Jahre zwar nur eine von vielen Neuauflagen des Spiels, aber bestimmt die beste. Sehr erstunlich aber, das gleich das erste Spiel eines ist, das wohl die ganze Karriere von <em>Wolfgang Kramer</em> umspannen konnte.</p>



<p>Mein erster Kontakt mit einem Spiel von <em>Wolfgang Kramer</em>, von dem ich bis zu  der Recherche für dieses Portrait, nichtmal wusste, dass es von <em>Wolfgang Kramer</em> ist, war <em>Nils Holgerssons wunderbare Reise</em> aus dem Jahr 1982 von Ravensburger. Ein Kinderspiel an das ich mich tatsächlich recht gut erinnere, das aber aus heutiger Sicht absolut vergessenswert ist. Ich war nur wirklich sehr erstaunt, als ich feststellte, dass es ein Spiel von <em>Wolfgang Kramer</em> war.</p>



<p>1984 erschien dann <em>Heimlich &amp; Co</em> das für einiges an Aufmerksamkeit sorgen sollte. Zunächst kam es bei der Edition Perlhuhn heraus und wurde 1985 auf die Auswahlliste des Spiel des Jahres gesetzt. Ravensburger übernahm das Spiel dann und brachte es 1986 in neuer Optik heraus. Erneut wurde es für das Spiel des Jahres 1986 nominiert und gewann den Preis. Dies war ein riesiger Erfolg für <em>Wolfgang Kramer</em>. Ich selbst bekam das Spiel damals zum Geburtstag geschenkt und erinnere mich noch daran, dass es gleich mit meinen Geburtstagsgästen auf dem Kindergeburtstag ausprobiert wurde. Früher mochte ich das Spiel sehr und bis zum letzten Jahr blieb es auch aus nostalgischen Gründen in meiner Sammlung, kurz vor dem Umzug trennte ich mich aber von einem der ältesten Spiele in meiner Sammlung. </p>



<p>Mit <em>Auf Achse</em> gelang Kramer dann das Kunststück im nächsten Jahr gleich wieder für den begehrten Spielepreis nominiert zu werden. 1987 gewann <em>Auf Achse</em> dann tatsächlich auch noch den Preis und ließ <em>Wolfgang Kramer</em> zu einem der bekanntesten Autoren aufsteigen. <em>Auf Achse</em> ist eines der wenigen Spiele des Jahres, dass sich nie in meinem Besitz befand. Das war als Kind auch nie nötig, denn mein Kumpel Marc hatte es, daran kann ich mich noch sehr genau erinnern. Wir haben es oft in seinem Kinderzimmer gespielt. Heutzutage bin ich aber nicht mehr der größte Pick Up &amp; Deliver-Fan, so dass ich auch nie in der Versuchung war es mir wieder in die Sammlung zu holen.</p>



<p>1989 kündigte er seine Stelle bei Bosch und wollte es probieren, von seinem Hobby, dem Spieleerfinden, zu leben. Er lies sich aber eine Rückkehr in den Betrieb offen und hatte drei Jahre Zeit dazu. 16 Jahre lang hatte er Spiele als Hobby entwicklet und nun sollte es sein Beruf sein. 1991 war er eines der Gründungsmitglieder der SAZ (Spieleautorenzunft) und wurde in den Jahren 1995 bis 1997 auch deren Vorsitzender.</p>



<p>Dann wurde es erstmal ein weniger ruhiger um ihn, bevor Mitte der 90er Jahre eine neue Welle von seinen Spielen die Welt erobern sollte. Spiele wie <em>Big Boss</em> und <em>Personality</em> erschienen und ließen mich wieder aufhorchen. Mit <em>6 nimmt!</em> erschien 1994 dann wohl sein erfolgreichstes Spiel, dass sich mehrere Millionen mal verkaufte. Ein kleines aber feines Kartenspiel das sich wie geschnitten Brot verkaufte und jede Menge Preise einheimste. Es landete &#8222;nur&#8220; auf der Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres 1994 gewann aber den Deutschen Spiele Preis in diesem Jahr, gewann den begehrten Á la carte Preis der Fairplay und wurde 1996 auch von Mensa ausgezeichnet.</p>



<p>Auch wenn allein von den Verkaufszahlen her <em>6 nimmt!</em> sein erfolgreichstes Spiel ist, so gelang ihm zusammen mit einem Co-Autoren 1995 ein richtig großer Wurf und ein für die Spielhistorie extrem wichtiges Spiel: <a href="https://spieltroll.de/?p=4488" target="_blank" rel="noreferrer noopener">El Grande</a>. Bis heute steht es in der Top 100 der besten Spiele bei BGG. Zusammen mit Richard Ulrich entwickelte er diesen Meilenstein. Er erfand quasi im Vorbeigehen ein ganz neues Genre oder machte es zumindest dem Mainstream zugängig. Die beiden leisteten ganze Arbeit und brachten der Welt ein Area Control-Spiel, das einigermaßen abstrakt wirkt, aber so zugänglich und toll ist, dass ich es fast schon als zeitlos bezeichnen würde. Damals hatte mein Kumpel Marcel das Spiel und auf regelmäßigen Spieletagen haben wir es wirklich oft gespielt. Ich spiele es auch heute noch gern auch wenn es eines der häßlichsten Spiele ist, das dringend eine neue Version gebrauchen könnte (vielleicht ja zum 30. Geburtstag). Mit einem Schlag wurden Area Control-Spiele attraktiv und immer wieder sproßen welche aus dem Boden. Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum der Kartenauswahl-Mechanismus nicht öfter kopiert worden ist. Das Spiel war so außergewöhnlich, das es natürlich den Spiel des Jahres Preis 1996 gewann. Ebenso den Deutschen Spiele Preis und auch den Meeple Choice Award. Ich besitze auch heute noch immer eine Kopie.</p>



<p><em>Wolfgang Kramer</em> hatte nun also bereits für zwei wichtige Dinge in der Spielehistorie gesorgt. Die nach ihm benannte Kramerleiste und der Siegeszug des Area-Control Genres. Heute wird <em>El Grande</em> als &#8222;Grand Father of Area Control&#8220; bezeichnet. Das faszinierendste an <em>Wolfgang Kramer</em> ist, dass er Spiele mit Co-Autoren sehr gut entwickeln kann und das zu einer Art Markenzeichen wurde. Meist traf er sich kaum mit ihnen sondern die gesamte Kommunikation fand über Fax und Telefon statt, wir befanden uns ja noch in der Mitte der 90er Jahre und Internet für die breite Masse war noch böhmische Dörfer für Deutschland. In dieser Zeit begann die Zusammenarbeit mit Michael Kiesling aus Wehye, einem Ort aus der Peripherie von Bremen, von dem ich nur unweit entfernt aufgewachsen bin. Die beiden arbeiten bis heute sehr erfolgreich zusammen, was die Spieleentwicklung angeht. <em>Tikal, Torres, Mexika, Java</em>, <em>Glück auf, Die Paläste von Carrara, Raja, Abluxxen</em> und die Arbeit ist noch nicht getan, denn ich denke da könnte noch was kommen. <a href="https://spieltroll.de/?p=10127" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Savannah Park</a> war zu letzt ein durchaus beliebter Titel. Tikal ist schon wieder einer dieser Titel, nicht nur, dass das Spiel sowohl den Spiel des Jahres Preis im Jahr 1999 gewann, als auch den Deutschen Spiele Preis im selben Jahr gewann, nein, es erfand mit dem Aktionspunktesystem erneut eine völlig neue Mechanik. Auch <em>Torres</em> wurde im Jahr 2000 gleich wieder Spiel des Jahres. Dabei hatte er mit seinem alten Kumpanen Richard Ulrich 2000 mit den <em>Fürsten von Florenz</em> gleich noch ein tolles Spiel am Start.</p>



<p>Ihr seht schon die Spielehistorie von <em>Wolfgang Kramer</em> ist schier endlos an guten Titeln und Auszeichnungen. Er gewann insgesamt fünfmal den begehrten Preis Spiel des Jahres. Zweimal allein, zweimal mit Michael Kiesling und einmal mit Richard Ulrich. Den Deutschen Spielepreis konnte er ebenfalls dreimal gewinnen, sowie einmal im Kinderspielbereich mit <em>Piraten-Pitt</em>. <em>Corsaro</em>, ebenfalls ein Kinderspiel, gewann den 1991 noch nicht vorhanden Kinderspiel des Jahres Preis in Form eines Sonderpreises der Jury. Er wurde drei weitere Male für das Spiel des Jahres nominiert (2004 <em>Raja</em>, 2005 <em>Verflixxt</em> und 2008 <em>Blox</em>), hat bis heute laut Boardgamegeek 254 Spiele veröffentlicht und mehr als 30 seiner Titel verkauften sich mehr als 100.000 Mal. </p>



<p>Die meisten seiner Spiele mag ich wirklich sehr. Sie zeichnen sich durch eine unkomplizierte Gradlinigkeit aus, die ich sehr schätze. In vielen Interviews kommt er mir wie ein netter Mensch vor und wer ihn über Brettspiele mal hat dozieren hören, der weiß, dass er einen unfangreichen Wissenschatz und Wortwitz sein eigen nennt. Ich möchte mein kleines Portrait mit Worten aus einem Interview mit Tom Vasel beschließen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Brettspiele sind eine Brücke die Menschen zusammenbringt. Spiele zu spielen ist Jogging für unseren Geist; Freiheit, ein Ereignis, ein Abenteuer, eine Entdeckung, Spaß und Herausforderung zugleich. Brettspiele sind wie das wahre Leben, aber sie haben nichts mit dem wahren Leben zu tun, weil alles nur im Spiel passiert. Die Realität ist ernst, Spielen ist das Gegenteil; eine Freude.&#8220;</p><cite>Interviews by an Optimist #73 (frei aus dem Englischen)</cite></blockquote>



<p></p>



<p><strong>Bekannteste Werke von Wolfgang Kramer:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong><a href="https://spieltroll.de/?p=4488" target="_blank" rel="noreferrer noopener">El Grande</a></strong> (1995)</li><li><strong>Die Fürsten von Florenz</strong> (2000)</li><li><strong>Tikal</strong> (1999)</li><li><strong>Downforce</strong> (2017)</li><li><strong>Colosseum</strong> (2007)</li><li><strong>6 nimmt!</strong> (1994)</li><li><strong>Torres</strong> (1999)</li><li><strong>Mexika</strong> (2002)</li><li><strong>Glück auf</strong> (2013)</li><li><strong>Die Paläste von Carrara</strong> (2012)</li><li><strong>Raja</strong> (2004)</li><li><strong>Abluxxen</strong> (2014)</li><li><strong>Java</strong> (2000)</li><li><strong>Heimlich &amp; Co.</strong> (1984)</li><li><strong>Auf Achse</strong> (1987)</li><li><strong>Mitternachtsparty</strong> (1989)</li></ul>
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		<title>Spielejahrgang 2000 &#8211; Spielend ins neue Jahrtausend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Spieltroll]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2019 11:47:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachdem alle Welt die nichteingetretende Apokalypse zum Jahrtausendwechsel verdaut hatte und die Panik vor den Computern sich wieder legte, ging die Spielewelt ihren Gang einfach weiter. Es erschienen weiterhin jede Menge neue Eurogames und es hatte den Anschein das alle Welt auf das neue &#8222;Siedler von Catan&#8220; wartete, das einen weltweiten Megaerfolg bringen sollte. Das &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/2117" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Spielejahrgang 2000 &#8211; Spielend ins neue Jahrtausend“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Nachdem alle Welt die nichteingetretende Apokalypse zum Jahrtausendwechsel verdaut hatte und die Panik vor den Computern sich wieder legte, ging die Spielewelt ihren Gang einfach weiter. Es erschienen weiterhin jede Menge neue Eurogames und es hatte den Anschein das alle Welt auf das neue &#8222;Siedler von Catan&#8220; wartete, das einen weltweiten Megaerfolg bringen sollte. Das sollten sie zur Spiel 2000 dann tatsächlich auch bekommen, aber so richtig durchstarten tat es dann erst ein Jahr später: Carcassonne. Ansonsten kamen in diesem Jahr viele erwähnenswerte Spiele heraus, aber kein richtiger Überflieger. Also allen Anschein nach ein langweiliger Spielejahrgang? Nein, denn einige der erwähnenswerten Spiele dürften bis heute bei einigen Spielern auch noch auf den Tisch kommen.</p>



<span id="more-2117"></span>



<p>Das Jahr 2000 ist vor allem durch den Erfolg von El Grande ein paar Jahre zuvor beeinflusst. El Grande gilt als eines der ersten Spiele, die das Spielkonzept des Area Controlling einer breiten Masse zugänglich machten. Es geht darum, durch die stärkste Einheitenpräsenz in Provinzen diese zu kontrollieren und somit in bestimmten Wertungrunden Punkte zu generieren um am Schluß zu gewinnen. Ich selbst finde El Grande bis zum heutigen Tage großartig und es befeuerte bis in die Anfänge der zweitausender Jahre das Area Control Genre nachhaltig. Es erschienen jedes Jahr unzählige neue Spiele, die versuchten es El Grande gleichzutun und einige Vertreter davon werden in diesem Rückblick auftauchen. El Grande erschien ursprünglich im gleichen Jahr wie Catan, gewann den Preis für das Spiel des Jahres aber erst in 1996. Beide Spiele sind in meinen Augen wichtig für den Eurogameboom weltweit, Catan hat nur viel mehr vom Ruhm abbekommen. Beide Spiele haben die Spielelandschaft danach nachhaltig beeinflusst. </p>



<p>Der Spielejahrgang 2000 ist einer, der nicht von einem besonders dominanten Spiel geprägt ist. Viele gute Spiele hatten in diesem Jahr einiges zu melden. Besonders Reiner Knizia schien ein sehr gutes Jahr zu haben, wie wir gleich sehen werden, wenn ich mir die besten Spiele des Jahres aus der Boardgamegeek Liste heraussuchen werde. Hier also erstmal die zehn bestplatziertesten Spiele des Jahres 2000:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Die Fürsten von Florenz</li><li>Carcassonne</li><li>Battle Line (Schotten Totten)</li><li>Tadsch Mahal</li><li>Ohne Furcht und Adel (Citadels)</li><li>Blokus</li><li>Kardinal &amp; König</li><li>Star Wars: The Queens Gambit</li><li>Traumfabrik</li><li>La Città</li></ol>



<p>An dieser Stelle sei erwähnt, dass Platz Nummer 11 ein Spiel mit dem Namen Herr der Ringe ist, auf das ich gleich noch etwas genauer eingehen werde. Wenn wir Platz 11 mit einbeziehen, so sind vier Spiele aus der Boardgamegeekliste von Reiner Knizia (Battle Line, Tadsch Mahal, Traumfabrik und der Herr der Ringe), dass nenn ich mal eine gute Ausbeute für ein Jahr. Ok, über Carcassonne werde ich an dieser Stelle nichts sagen, das kommt dann irgendwann im Spielejahrgang 2001. Platz 1 und 4 sind Spiele aus der überaus beliebten Alea-Serie, die 2000 ebenfalls ein gutes Jahr vorweisen konnte. Bruno Faiduttis Ohne Furcht und Adel ist ebenfalls ein bis heute sehr beliebtes Spiel, das einzig darunter zu leiden hat, dass man es nur mit einer großen Anzahl Spieler richtig gut spielen kann, weshalb ich es zwar ebenfalls in meinem Spieleschrank liegen habe, aber bestimmt schon zehn Jahre lang nicht mehr gespielt hab. Mindestens fünf Leute braucht man schon, damit es richtig Spaß macht. Kardinal und König von Michael Schacht ist ebenfalls ein sehr guter Vertreter der Area Control Spiele.</p>



<p>Die letzten drei Plätze in dieser Liste entziehen sich dann meiner spielerischen Kenntnis. Bei dem Star Wars Spiel weiss ich zumindest das es von Rob Daviau, dem Erfinder der Legacy Spiele ist und ein dreidimensionales Spielfeld besitzt. Die Traumfabrik von Reiner Knizia, wollte ich mir immer mal kaufen, habe ich aber nie gemacht, obwohl mich das Thema Hollywood und Filmemachen schon immer gereizt hat. Tja, und La Città und mich verbindet irgendwie eine Königskindgeschichte, wir können einfach nicht zueinander kommen. Ich wollte es immer spielen und es mir sogar kaufen, aber damals haben wir es gemeinsam einem guten Freund zum Geburtstag geschenkt und immer wenn wir es spielen wollten ist irgendwas dazwischen gekommen und so habe ich es bis heute tatsächlich nie gespielt. Schade eigentlich&#8230;</p>



<p>Die beiden deutschen Spielepreise sind sich in diesem Jahr erstaunlich einig, nur die Preisträger sind in der Tat verschieden, während die Spiel des Jahres Jury Torres zum Spiel des Jahres ernennt, wird das schon erwähnte Kniziaspiel Tadsch Mahal von alea mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnet. Nominierungen zum Spiel des Jahres erhalten das bisher unerwähnt gebliebene Carolus Magnus und Faiduttis Ohne Furcht und Adel. Tadsch Mahal befindet sich in der Empfehlungliste und geht somit auch hier nicht an der Jury vorbei. Ebenfalls auf der Empfehlungsliste sind Kardinal &amp; König, La Città, Zoff im Zoo, Zertz, Vinci und Metro, das meiner Meinung nach auch zu wenig Beachtung verdiente. Alle genannten Spiele bis auf Zertz befinden sich auch in der Top Ten Liste des Deutschen Spiele Preises. Torres befindet sich in der Tat auf dem zweiten Platz und kann hier nur knapp nicht gewinnen.</p>



<p>Torres ist in der Tat ein meiner Meinung nach bei vielen unterschätzter Vertreter der Spiele des Jahres gewinner, weil es schon eher ein abstraktes Spiel ist, bei dem man auch hier wieder versucht Gebietskontrolle über zuvor gebaute Bauwerke zu erlangen, indem man auf den Türmen platzierte Ritter einsetzt. Auch heute noch sehr gut spielbar und fast schon zeitlos. Carolus Magnus von Leo Colivini ist ebenfalls ein sehr gelungener Vertreter der Area Control Welle und hat bis zum heutigen Tage einen Platz in meinem Spielregal.</p>



<p>Das meiner Meinung nach aber wichtigste Spiel dieses Jahres ist das schon erwähnte Herr der Ringe von Reiner Knizia, denn es löst in der Brettspielwelt etwas völlig neues aus und ist deshalb ein so wichtiges Spiel. Vor diesem Spiel gab es praktisch kein kooperatives Spielerlebnis. Der Herr der Ringe von Reiner Knizia setzt nicht nur die Geschichte der vier Hobbits als Gemeinschaft in ein Spielkonzept um, sondern bringt auch den Spielern am Tisch zum ersten Mal ein Erlebnis von einem Wirgefühl. Wir gegen das Spiel. Knizias Spielmechaniken machen es möglich, dass man vom Spiel geschlagen werden kann, was es zu einer spannenden Reise macht, das Spiel schlagen zu wollen. Natürlich ist nicht alles bis ins kleinste Detail perfekt an dem Erlebnis, aber es funktioniert und ich hatte damals jede Menge Spaß mit dem Spiel und meinen Freunden. Wir haben es wieder und wieder versucht zu schlagen. Wir sind oft gescheitert und haben Siege gefeiert. Lange, lange Zeit war dieses Spiel das einzige kooperative Spiel überhaupt und hat den Weg für diese Art Spiele überhaupt erst möglich gemacht. Heutzutage absolut nichts besonderes mehr, aber im Kontext seiner Zeit ein außergewöhnliches Spiel.</p>



<p>Zum Abschluß wie immer meine Empfehlungen dieses Jahrgangs für eine Ludothek. Auf jeden Fall und vor allen anderen Spielen nenne ich hier Knizias Herr der Ringe, das man auch heute noch gut spielen kann, auch wenn die Auswahl an kooperativen Spielerfahrungen heute so riesengroß ist. Ohne Furcht und Tadel/Citadels gehört ebenfalls in eine gute Sammlung, wenn man denn öfters in großen Runden mit fünf Mann aufwärts spielt. Mit dem Spiel des Jahres macht man ebenfalls nichts verkehrt, da es recht zeitlos ist. Also Torres pack ich auch noch dazu. Viel mehr muss man aus dem Jahr 2000 gar nicht besitzen.<br></p>
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