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	<title>Mancala &#8211; Spieltroll</title>
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		<title>Klassiker &#8211; Bluff</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2021 08:54:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Durch die lange Umzugspause gab es seit April keine Klassiker-Review mehr. Es wird Zeit das nachzuholen und heute nehme ich mir einen schon ziemlich alten Klassiker vor: Bluff von Richard Borg. Wobei Bluff nur einer von sehr vielen Namen ist, der in Zusammenhang mit diesem Spiel steht. Das Spiel das ihr da oben seht ist &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/9168" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Klassiker &#8211; Bluff“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Durch die lange Umzugspause gab es seit April keine Klassiker-Review mehr. Es wird Zeit das nachzuholen und heute nehme ich mir einen schon ziemlich alten Klassiker vor: <em>Bluff</em> von Richard Borg. Wobei <em>Bluff</em> nur einer von sehr vielen Namen ist, der in Zusammenhang mit diesem Spiel steht. Das Spiel das ihr da oben seht ist die deutsche Version des Spiels, dass der Amerikaner Richard Borg in dieser Weise veröffenlichte. Das Spielprinzip ist aber bereits wesentlich älter und stammt weder aus Deutschland, noch aus Amerika &#8211; Wobei doch, nicht aus den USA wäre korrekter. In Peru und ein paar anderen südamerikanischen Ländern spielten die Menschen dieses Spiel schon rund um das Jahr 1800. Hättet ihr das gedacht? Das Spiel <em>Bluff</em> ist die mit Abstand berühmteste und kommerziell erfolgreichste Version, da sie im Jahr der deutschen Veröffentlichung, 1993, sogar den Preis für das Spiel des Jahres gewann. Genug Fakten in der Einleitung um zu rechtfertigen, warum ich für Bluff eine Klassiker-Review machen wollte.</p>



<span id="more-9168"></span>



<p>Bevor ich ein wenig in die Geschichte dieses Spiels abdriften werde, sollte ich aber für diejenigen von euch, die <em>Bluff</em> nicht kennen, ersteinmal kurz das Spielprinzip erklären. Einigen könnte es dann vielleicht doch bekannt vorkommen, nur kennen sie es unter einem anderen Namen.</p>



<p><em>Bluff</em> ist ein wirklich simples Spiel und schnell erklärt. Jeder Spieler bekommt einen Würfelbecher und fünf Würfel. Auf den Würfeln ist die Eins durch einen Stern ersetzt. Dieser Stern fungiert als Joker. Kann also als jede andere Augenzahl benutzt werden. Die Spieler würfeln nun alle gleichzeitig und halten ihr Ergebnis geheim. Sie selbst dürfen es natürlich anschauen. Der auserkorene Startspieler muss nun eine Wette ansagen. Er schaut sich seine Würfel an und behauptet unter allen Würfelbechern würden sich zum Beispiel vier Zweien befinden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und hat nun nur zwei Möglichkeiten. Entweder er glaubt, dass diese Wette stimmt und dann muss er eine neue, erhöhte Wette abgeben. Dabei darf die Anzahl der Würfel oder die Augenzahl erhöht werden. Um bei dem Beispiel zu bleiben, sagt er vielleicht fünf Zweien oder auch nur drei Dreien an. Eine Sonderrolle kommt der Sternseite zu. Diese können als jede Augenzahl benutzt werden und man kann auch auf die Sterne wetten. Die Wetten werden auf dem Spielbrett mit einem Anzeigewürfel dargestellt. Die zweite Möglichkeit für einen Spieler ist natürlich die Wette anzuzweifeln. Dann werden alle Becher aufgedeckt und die Wette wird überprüft. Der Verlierer muss dann soviele Würfel von seinen abgeben, um die die Wette nicht gepasst hat. Also bei fünf Zweiern gewettet und nur drei unter den Bechern, muss derjenige zwei Würfel abgeben. Es wird dann solange gespielt, bis nur noch ein Spieler mit Würfeln überbleibt.</p>



<p>Sehr einfaches Spielprinzip, schnell erklärt und schnell begriffen. Wahrscheinlich kommt das Spielprinzip dem ein oder anderem in ähnlicher Form sogar bekannt vor. Es gib unbestreitbar Ähnlichkeiten zu einem Party- und Trinkspiel, dass man bei uns im Norden der Republik <em>Meiern</em> nannte. Weiter südlich ist es eher als <em>Mäxchen</em> oder <em>Mäxle</em> bekannt. Und da sind wir dann schon mittendrin im kunterbunten Wirrwarr der Entstehungsgeschichte von Bluff.</p>



<p>Das Spiel, von dem ich hier rede stammt vom Amerikaner Richard Borg. Dieser wurde 1948 geboren und hat der Spielewelt einige bakannte Spiele bescherrt. Bluff ist wahrscheinlich das bekannteste, aber sein Kopf steckt auch hinter dem dem Zweipersonenspiel  <em>Hera und Zeus</em> bzw. <em>Blitz und Donner, Memoir´44</em> und <em>Battlelore</em>. Das Spielprinzip der letzen beiden Spiele bescherte ihm ebenfalls eine große Anhängerschaft und beide Spiele wurden mit sehr vielen Erweiterungen versehen. <em>Bluff</em> hieß im damaligen Original, dass Borg 1986 im Eigenverlag herausbrachte, auch noch <em>Doubter´s Dice</em>. 1988 wurde es dann von MB übernommen und unter dem bekannten Namen Liar´s Dice herausgebracht. Das Spiel war in Amerika längst ein Hit und wurde zu einem großen Erfolg. F.X. Schmid brachte das Spiel dann schließlich 1993 über den großen Teich und gab ihm den Namen Bluff. Noch im selben Jahr wurde das Spiel zum Spiel des Jahres ernannt. Auch bei der Wahl zum Deutschen Spielepreis erreichte es den vierten Platz.</p>



<p>Richard Borg reklamiert das Spielprinzip für sich und sagt er habe es erfunden und ich würde sagen, dass das für sein Spiel auch stimmt. Seine Variante ist einzigartig und war so vorher nicht bekannt. Aber er hat die Basis von einem schon viel älteren Spiel benutzt und etwas Neues daraus gemacht. Vielleicht nicht weit genug weg von den Originalen, darüber kann man gerne argumentieren, aber er war meiner Meinung nach der erste der das Spielprinzip in eine solche Form gebracht hat. Bruno Cathala wird ja auch nicht schief angeschaut, weil er <em>Mancala, Domino</em> oder <em>Tic Tac Toe</em> als Basis für seine Spiele benutzt hat.</p>



<p>Woher kommt nun aber all der Zweifel an Borgs Spiel. Die Spiele die hier in Deutschland bekannt waren (<em>Meiern</em> etc.) weisen schon einige Ähnlichkeiten auf. Würfel die unter einem Becher geheimgehalten werden und man auf sie wettet. Allerdings nur zwei Würfel und ein Becher der am Tisch rumgeht. Die größte Ähnlichkeit vom Namen her, hat <em>Liar´s Dice</em> mit einem Spiel das MB schon 1974 herausgebracht hat. Das hieß nämlich <em>Liar Dice</em> und hat ebenfalls ein ähnliches Spielprinzip, ist aber nur für zwei Spieler und es geht dabei um Würfel die Pokerhände simulieren. Der Autor an dieser Stelle ist E.S. Lowe. Eine ähnliche Variante unter dem gleichen Namen ist schon seit längerem bei Offizieren der U.S. Army ein Begriff, das wiederum die Pokerwürfel verwendet. Diese Versionen sind alle deutlich früher entstanden als Borgs Version. </p>



<p>Die größte Ähnlichkeit weisst sein Spiel aber mit einem südamerikanischen Spiel auf, das vor allem in Peru beheimatet ist und war. <em>Dudo</em> heißt es dort und wird mit mehreren Bechern und Würfeln gespielt. Schon 1800 tauchen spanische Berichte über das Spiel auf. Glücksspiel wurde wohl sogar eine Zeit lang dort verboten, weil es zuviel gespielt wurde. Keine Ahnung ob das sstimmt, aber das es zu dieser Zeit ein Spiel dort drüben gab das Ähnlichkeiten hat ist unstrittig. Weitere Namen aus Südamerika für dieses Spiel sind <em>Chaco, Cacho, Pico, Cachito</em>, sowie <em>Dadinho</em>. 1987 tauchte in England auch noch eine weitere Version auf, die sich Perudo nannte und sich Südamerika zum Vorbild nahm und das Spiel als das Spiel der Inkas vermarktete. Auch <em>Perudo</em> war ein gebräuchlicher Name für das Spiel und hält sich bis heute. Dieses Spiel ist wohl nahezu parallel zu Borgs Version entstanden und beide Versionen sind nahezu identisch. Bluff weisst viele Parallelen zu <em>Dudo</em> auf ist aber doch ein wenig anders. Borg selbst hat in einem Interview einmal erklärt, dass ihm das südamerikanische Spiel nicht bekannt war, als er das Spiel erfand. Er selbst kannte nur das Army-Spiel und warf noch ein ganz anderes Spiel als Inspirationsquelle in den Raum. Die Idee kam ihm wohl durch das Spiel <em>Dollar Poker</em>, das in der amerikanischen Bevölkerung praktiziert wurde und bei dem jeder einen Dollar aus seiner Geldbörse zückt, sich die Seriennummer anschaut und auf die Menge der Zahlen wettet. &#8222;Mein Schein hat fünf Zweien in seiner Seriennummer! Und meiner sechs Fünfen!&#8220; </p>



<p>Es ist wahrscheinlich gar nicht final zu klären, wer das Spiel erfunden hat. Das Spielprinzip ist so simpel das es wahrscheinlich überall in unterschiedlicher Form gespielt wurde oder sich ausgebreitet hat. Richard Borg war aber der erste, der die heute bekannte Version in ein Gesellschaftsspiel gepackt hat. Den Würfeln noch einen Stern verpasst und ein Brett zum Wetten beigefügt hat. Alle die etwas Ähnliches tun sind Derivate.</p>



<p>Das Spiel hat übrigens auch noch einen berühmten Auftritt in Fluch der Karibik 2 als <em>Pirate Dice</em>. Ihr seht schon, <em>Bluff</em> bringt es auf wahnsinnig viele Namen und ist ein ziemlich bekanntes Spiel weltweit und ein Klassiker im wahrsten Sinne des Wortes.</p>



<p>Ich selbst besaß das Spiel insgesamt dreimal. Aktuell befindet es sich aber nicht in meiner Sammlung. Rein Optisch gefallen mir aktuelle Perudo-Versionen besser als <em>Bluff</em>, das inzwischen von Ravensburger herausgegeben wird. Die alten Bluff-Versionen kommen mit Plastikbechern und das hat beim Spielen immer einen immensen Krach gemacht. Wir haben mal eine bierseelige Runde mit sechs Personen gespielt und irgendwann klingelte eine Nachbarin bei uns und sagte, das laute gerede würde sie nicht stören, aber das immer wieder auftretende ohrenbetäubende Geschepper wäre so spät nicht mehr auszuhalten. Ja das stimmt, wenn sechs Mann gleichzeitg fünf Würfel in diesen Plastikbechern geschüttelt haben war das wirklich unerträglich laut. Zum Glück kann man das Spiel selbst gut modifizieren oder gar komplett selbst basteln. Ab und zu überkommt mich immer mal wieder die Lust ein paar Runden <em>Bluff</em> zu spielen, oder <em>Perudo, Dudo</em>&#8230; was auch immer. Es ist <em>Poker</em> sehr ähnlich. Vordergründig ein Glücksspiel, bei dem man aber im Laufe des Abends anfängt seine Gegner zu Lesen und somit das Glück immer mehr durch Psychologie minimiert.</p>



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<ul class="wp-block-list"><li><strong>Verlag: </strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.ravensburger.de/produkte/spiele/erwachsenenspiele/bluff-27223/index.html" target="_blank">Ravensburger</a></li><li><strong>Autor(en):</strong> Richard Borg</li><li><strong>Illustrator(en):</strong> &#8211;</li><li><strong>Erscheinungsjahr:</strong> 1993</li><li><strong>Spieleranzahl:</strong> 2 – 6 Spieler</li><li><strong>Dauer:</strong> 15 – 30 Minuten</li></ul>
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		<title>Portrait &#8211; Bruno Cathala</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 16:45:05 +0000</pubDate>
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<p>Es ist mal wieder Zeit für ein Portrait über einen renomierten Spieleautor. Dieses Mal habe ich mich entschieden den Franzosen Bruno Cathala ins Rampenlicht zu rücken. Ein Spieleautor, der mich mit vielen seiner Spiele in den vergangenen Jahren sehr begeistern konnte und der zu meinen Lieblingsautoren gehört. Er gehört zu einer Gruppe von französischen Spieleentwicklern, die man in der Vergangenheit manchmal als die &#8222;Französische Schule&#8220; bezeichnet hat. Zusammen befruchen sie sich immer wieder gegensseitig und es sind schon wahnsinnig viele gute Spiele dabei herausgekommen. Ihnen eigen ist, das sie versuchen, den mechanisch und spielerisch meist sehr perfekten Eurogames ein wenig mehr Thema einhauchen wollen und das ganze als eine Einheit betrachten. Das gelingt ihnen zwar auch nicht immer, aber Bruno Cathala ist ein Meister seines Fachs. Cathala ist aber noch für etwas anderes sehr bekannt. Er versteht es alte Spielprinzipien in neue Gewänder zu kleiden und gibt klassischen Spielen des öfteren neue Gewänder. Beispiele dafür gibt es viele, aber wartet ab, ich fang erstmal vorne an.</p>



<span id="more-7679"></span>



<p>Bruno Cathala wurde 1963 geboren und lebt seit 1983 in Saint-Pierre-en-Faucigny, einem Ort in den französischen Alpen in unmittelbarer Nähe zur Schweiz. Man könnte ihn als Naturburschen bezeichnen, denn er lebt ganz bewusst in dieser Region, um sich auch mit seinen vielen anderen Leidenschaften hier ausleben zu können. Er liebt es Fliegenfischen zu gehen, Pilze zu sammeln und Fahrrad zu fahren, etwas, dass man in der Alpenregion perfekt tun kann. Beruflich war Bruno Cathala nach seinem Mathematik- und Ingenieurstudium in der Materialforschung tätig und beschäftigte sich mit Wolframlegierungen. Laut eigener Aussage hatte er aber immer schon eine kreative Ader und hat sich Geschichten ausgedacht. Besonders während der Zeit als Mathematikstudent trat das besonders zu Tage.</p>



<p>Als Kind und Jugendlicher hatte er noch kein besonderes Interesse an Brettspielen. Die üblichen Verdächtigen wie <em>Cluedo</em>, <em>Monopoly</em> und <em>Risiko</em> gehörten hier zu seinen Erfahrungen. Sein erstes Erweckungserlebnis hatte er irgendwann in den 80er Jahren, als er eine Brettspielzeitschrift in die Finger bekam und merkte, dass die Welt noch andere Brettspiele bereit hält, jenseits der Mainstreamprodukte. Er laß von Philippe Mouchebeuf der mit seinem Spiel <em>FIEF</em> einen internationalen Spielepreis gewinnen konnte. Das hat ihn so sehr beeindruckt, dass er beschloss ihm eines Tages nachzueifern. Seit dieser Zeit hatte er immer wieder den Wunsch ein Spiel zu entwickeln. </p>



<p>1999 dann brachten ihn mehrere persönliche Rückschläge in die Lage seinen Traum zu verwirklichen. Zu dieser Zeit war der 36-jährige Cathala begeisterter Rugbyspieler in einer Mannschaft und brach sich das Knie. Darüber hinaus hatte er sich in diesem Jahr auch von seiner Frau getrennt, so dass er an den Wochenenden an denen er seine Kinder nicht sah, alleine zu hause saß und  darüber nachdachte, seinen lange gehegten Traum in die Tat umzusetzen. Erste Ideen wurden geboren und nach einer für die Spieleentwicklung relativ kurzen Zeit, hatte Cathala etwas fertiggestellt, dass er einem Verlag vorstellen sollte. Descartes war interessiert und so fuhr er eines Tages zu einem Treffen bei dem ein paar Autoren zum Verlagschef eingeladen wurden, um ihre Spiele vorzustellen. Das erste Spiel, was er jemals entwickelt hatte, war &#8222;<em>Das war der Wilde Westen</em> (<em>Lawless</em>). Dieses Spiel sollte er vorstellen, da aber die anderen Autoren noch nicht vor Ort waren schlug er dem Verlagschef vor ein kleiens Zweipersonenspiel zu spielen, das er noch dabei hatte. Sie spielten drei Partien, bis die anderen versammelt waren. Jedes mal schlug er den Verlagschef mit einer anderen Taktik. Am Ende unterschrieb er den Vertrag für &#8222;<em>Das war der Wilde Westen</em>&#8220; und nahm dem Verlagschef das Versprechen ab, ihm insgesamt drei Zweipersonenspiele für eine Reihe zu liefern und so hatte er sofort vier Spiele veröffentlicht. Die Zweierserie wurde sogar noch vor dem Westernspiel veröffentlicht. Bei diesen Spielen handelte es sich um <em>Tony &amp; Tino, Drake &amp; Drake</em>, sowie <em>War &amp; Sheep</em>. Diese Geschichte spielte sich 2003 ab. Erst vier Jahre zuvor hatte er überhaupt damit begonnen sich dem Spieleerfinden zu widmen.</p>



<p>Er verlor seinen Job in der Materialforschung, weil die Firma Kosten einsparen musste und schlug sich seitdem mit einer Dreiteilung seiner Einnahmen durchs Leben. Seine ersten Veröffentlichungen bescherten ihm erste Gelder, zusätzlich arbeitete er bei einem Verlag und half bei der Veröffentlichung von anderen Spielen und war noch in einem Spielgeschäft beschäftigt. Man könnte also sagen, das er alle Bereiche der Spielebranche kennenlernen durfte. Er lernte viele andere Autoren kennen, die zu dieser Zeit auch besonders aktiv waren und daraus ergaben sich ziemlich viele Bekannt- und Freundschaften, die er bis heute pflegt. Mit Antoine Bauza, Ludovic Maublanc und Theó Rivière trifft er sich regelmäßig bis heute einmal monatlich zum Austausch und zum Spielen. Sie verbessern gegenseitig ihre Ideen und testen ihre Spiele. So entstanden über die Jahre immer wieder erstaunliche Spiele in Kooperationen. 2005 nahm die Geschichte von Bruno Cathala dann ihren weiteren Verlauf. Zusammen mit Serge Laget entwickelt er das Spiel <em>Schatten über Camelot</em>, das mit dem Verlag Days of Wonder zu einger internationaler Aufmerksamkeit führte. Das Spiel um die Ritter der Tafelrunde mit Verrätermechanismus fand rund um den Spieleglobus ziemlich viele Freunde und brachte den Namen von Bruno Cathala in die Köpfe der Spielebegeisterten.</p>



<p>2007 hatte er dann sein Ziel erreicht und konnte mit dem Spiel <em>Flinke Feger</em> den As d´Or gewinnen. Eine Reise die schon früh Begann fand hier erstmals ihren Höhepunkt. Auch in Österreich geann er dreimal in Folge den Spiel der Spiele Preis in den Jahren 2004 bis 2006. <em>Iglu, Iglu, Schatten über Camelot</em> und <em>Kleopatra und die Baumeister</em> wurden hier ausgezeichnet. Auch in Deutschland wurde er viel beachtet, konnte den begehrten Spiel des Jahres Preis aber erst 2017 mit <em>Kingdomino</em> für sich gewinnen. Ein weiterer sehr wichtiger Preis war ohne Zweifel auch der Gamers Choice Award im Jahr 2007 für das beste Zweipersonenspiel <em>Mr. Jack</em>. All dieser Erfolg führte dazu, dass er kurz vor Veröffentlichung des für mich besten Spiels seiner Vita, <a href="https://spieltroll.de/?p=733" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Five Tribes</a>, seinen Job beim Verlag kündigte und zu einem Berufsspieleerfinder wurde. Seit 2014 also lebt Bruno Cathala davon Spiele zu entwerfen.</p>



<p>Seine Herangehensweise ist bekannt. Er geht davon aus, dass es drei mögliche Startsituationen gibt, die ihn zu einem Spiel führen. Er hat ein Thema das ihn interessiert und ihn inspiriert, eine Mechanik die sich mathematisch in seinem Kopf befindet oder und das ist der Ansatz den ich von bisher keinem anderen Autoren gehört habe, es ist das Spielmaterial, die Komponenten, die er unbedingt in ein Spiel verwandeln möchte. Das könnte der Gund sein, warum Bruno Cathala auch der Meister ist, alte Spielprinzipien in neue Gewänder zu kleiden. Dabei schnappt er sich zum Teil sehr alte klassische Spiele und verwandelt sie in eine moderne Form. Seine Spielgeschichte ist voll mit solchen Beispielen. Das bekannteste ist natürlich <em>Five Tribes</em>, welches <em>Mancala</em> modern umsetzt. <em>Kingdomino</em> trägt es bereits im Namen, aber auch Kartenspiele wie <em>Poker</em> (<em>Boomtown</em>) und <em>Black Jack</em> (<em>Noah</em>) erfahren bei ihm eine Frischzellenkur. Sogar <em>Tic Tac Toe</em> konnte er mit <a href="https://spieltroll.de/?p=4508" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Okiya</a> in eine neue Form pressen. &#8222;Creating is doubting&#8220; sagt er immer. Also &#8222;Gestalten ist Zweifeln&#8220; und für ihn machen Spiele nur Sinn, wenn sie kleine, wichtige Entscheidungen beinhalten. Jede Entscheidung die man trifft muss etwas gutes und schlechtes hervorrufen. Das ist seine Designphilosophie und er benennt drei Spiele, die ihm seinen Weg eröffnet haben: das bereits erwähnte <em>FIEF</em> von Philippe Mouchebeuf als Initialzündung, <a href="https://spieltroll.de/?p=1054" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magic The Gathering</a> von Richard Garfield und <em>Vinci</em> von Philippe Keyaerts (der Vorläufer von <em>Small World</em>).</p>



<p>Für mich gehört Bruno Cathala zu den ganz großen Autoren. Zumindest hat er einige meiner Lieblingsspiele geschaffen und gehört zu einer Gruppe von Autoren aus Frankreich, die ich ganz besonders schätze und die mich immer wieder, durch ihre zum Teil kooperativ veröffentlichten Spiele, zu Begeisterungsstürmen ausbrechen lassen. Ich freue mich immer über neue Veröffentlichungen von ihm und weiss das da bestimmt noch tolle Spiele folgen werden.</p>



<p>Er wurde auch bereits gefragt, warum er Spiele entwirft und obwohl er ein lustiger Vogel zu sein scheint, sagt er immer wieder, dass der Antrieb für ihn seine Angst vor dem Tod sei. Er erfindet Spiele um nicht an den Tod denken zu müssen, der ihm Angst macht: &#8222;To forget that we are all just waiting for our deaths!&#8220; ist das Zitat. Hmmm, er hat zwar nicht unrecht, aber ich bin mal egoistisch und hoffe das er und ich noch sehr lange warten werden, damit er noch viele tolle Spiele erfinden kann und ich sie Spielen darf.</p>



<p><strong>Bekannteste Werke von und mit Bruno Cathala:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong><a href="https://spieltroll.de/?p=258" target="_blank" rel="noreferrer noopener">7 Wonders Duell</a></strong> (2015) mit <em>Antoine Bauza</em></li><li><strong><a href="https://spieltroll.de/?p=733" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Five Tribes</a></strong> (2014)</li><li><strong>Cyclades</strong> (2009) mit <em>Ludovic Maublanc</em></li><li><strong>Kingdomino</strong> (2016)</li><li><strong>Mission: Red Planet</strong> (2015) mit <em>Bruno Faidutti</em></li><li><strong>Abyss</strong> (2014) mit <em>Charles Chevallier</em></li><li><strong>Raptor</strong> (2015) mit <em>Bruno Faidutti</em></li><li><strong>Schatten über Camelot</strong> (2005) mit <em>Serge Laget</em></li><li><strong>Queendomino</strong> (2017)</li><li><strong>Conan</strong> (2016) mit diversen anderen</li><li><strong>Jamaica</strong> (2007) mit <em>Malcolm Braff</em> und <em>Sébastien Pauchon</em></li><li><strong>Mr. Jack</strong> (2006) mit <em>Ludovic Maublanc</em></li><li><strong>Yamatai</strong> (2017) mit<em> Marc Paquien</em></li><li><strong>Kanagawa</strong> (2016)</li></ul>
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