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	<title>Railways of the World &#8211; Spieltroll</title>
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	<title>Railways of the World &#8211; Spieltroll</title>
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		<title>Portrait &#8211; Martin Wallace</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Nov 2021 16:40:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ist schon ein wenig her, seit ich das letzte Portrait hier veröffentlicht habe, aber mir persönlich gefällt die Reihe, da sie mich dazu auffordert mich mit den Leuten zu beschäftigen, die etwas schaffen, dass mich so sehr beschäftigt und einen großen Teil meines Lebensmittelpunktes darstellt. Es ist natürlich die Leidenschaft für &#8222;mein Hobby&#8220; die mich &#8230; <a href="https://spieltroll.de/archiv/10002" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Portrait &#8211; Martin Wallace“ </span>weiterlesen</a>]]></description>
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<p>Ist schon ein wenig her, seit ich das letzte Portrait hier veröffentlicht habe, aber mir persönlich gefällt die Reihe, da sie mich dazu auffordert mich mit den Leuten zu beschäftigen, die etwas schaffen, dass mich so sehr beschäftigt und einen großen Teil meines Lebensmittelpunktes darstellt. Es ist natürlich die Leidenschaft für &#8222;mein Hobby&#8220; die mich das tun lässt. Aber diese Portraits sind für mich auch immer eine Reise in meine eigene Vergangenheit, mich damit auseinanderzusetzen, was ich eigentlich in den letzten vier Jahrzehnen so alles schon gesehen und gespielt habe. In diesem nun bereits sechsten Portrait ist der Engländer Marin Wallace an der Reihe, zu dem ich erst recht spät fand, aber der mich speziell in den letzten Jahren immer mehr fasziniert hat, weil er für mich ein wahrer Künstler ist, was Spielmechaniken angeht. Kaum einer versteht es wie Martin Wallace, elegante Mechaniken zu erschaffen, die gleich mehrere Dinge aufeinmal bewerkstelligen können. Dabei gehen sie meistens einfach von der Hand und sind doch von komplexer Tiefe, so dass ich mich mit seinen Spielen beschäftigen muss und je öfter ich sie spiele, desto besser kann ich werden. Martin Wallace ist ein Meister seines Fachs.</p>



<span id="more-10002"></span>



<p>Martin Wallace wurde 1962 nahe Southampton geboren. Seine Familie zog aber, als er sieben Jahre alt war, in die Nähe von Manchester, was für ihn nach eigener Aussage ein Kulturschock war. Aus der beschaulichen südenglischen Hafenstadt in das zu dieser Zeit nicht gerade wirtschaftlich blühende Nordengland zu kommen war ein einschneidendes Erlebnis für ihn. Als Kind hatte Martin mit Brettspielen auch noch gar nichts am Hut. Er interessierte sich eher für die normalen Dinge, mit denen sich Kinder zu dieser Zeit beschäftigten. Spielzeugsoldaten und Flugzeug- sowie Panzermodelle waren eher Dinge, mit denen er sich befasste. Als Teenager kam er dann zu den Wargames über einen Spieleclub eines Lehrers in der Schule. Besonders SPI´s<em> Starforce Air War</em> hat es ihm dabei angetan. Insgesamt war er aber noch immer eher zurückhaltend was Spiele anging. In der Highschool startete es dann, wie bei fast allen Geeks dieser Generation mit den ersten Rollenspielversuchen. So richtig mit dem Brettspielen ging es erst mit 30 Jahren bei ihm los, als die German Games mit dem Flagschiff <em>Catan</em> die Welt eroberten. Bis dahin war immer wieder das Wargaming für ihn interessant. Rein schulisch beendete er sein Studium mit einem Abschluss in Geschichtswissenschaften und wurde daraufhin zunächst Lehrer. Das gefiel ihm aber auf Dauer nicht und so jobbte er zunächst im Verkauf einer kleinen Spielefirma mit dem unbekanntem Namen Games Workshop, bevor er in die Computerspielbranche wechselte. </p>



<p>Ja, Martin Wallace war im Verkauf bei Games Workshop tätig und brachte kleine Metallfiguren unter das Volk. Mit seiner langjährigen Wargaming-Historie war das wohl die logische Konsequenz. Bei seinem Job als Computerspielprogrammierer lief es nicht so gut, denn er merkte recht schnell das seine Programmierskills zu schlecht waren, um dort langfristig Fuss zu fassen. So war auch dieser Job nach einem Jahr schon wieder Geschichte.</p>



<p>Da sich Martin Wallace doch zu einem Großteil seiner Zeit mit dem Hobby des Spielens auseinandersetzte dachte er 1990 daran ein eigenes Spiel zu entwickeln. Das war noch deutlich vor der German Game Invasion und er dachte in seinem Leichtsinn das es ganz einfach sei ein Spiel zu entwickeln. 1994 war es dann soweit und mit <em>Lords of Creation</em> hatte Martin Wallace sein erstes richtiges Spiel erfunden und fuhr damit gleichmal nach Essen zur Spielemesse. Er hatte eingie selbstgedruckte Kopien dabei und verkaufte sie gleich vor Ort und Stelle. Dies war der Moment indem es mit seiner Autorenkarriere begann.</p>



<p>Ein paar Jahre später fand er mit James Hamilton jemanden der bereit war Geld in seine Ideen zu investieren und so gründeten die beiden Warfrog Games. Einen Verlag bei dem die Spiele von Martin Wallace fortan veröffentlicht wurden. Martin Walalce sagte mal in einem Interview, dass er es liebt ein komplettes Produkt herstellen zu können. Als Mitinhaber von Warfrog war es dann eine weitere Begegnung mit John Bohrer, die ihn in die richtige Richtung schubste. Der Eigentümer von Winsome Games wollte nämlich das er ein Eisenbahnspiel für ihn macht und Wallace stellte fest, das dieses Thema sich perfekt für seine Mechaniken eignen würde. Er machte sich allsbald vor allem International einen Namen. Im Jahr 2003 gewann er den International Gamers Award für sein Eisenbahnspiel <em>Age of Steam</em>. Bereits im Jahr davor war er mit <em>Volldampf</em> und <em>Liberté</em> für den Preis nominiert. Auch in den Jahren 2004 (<em>Fürsten der Renaissance</em>) bis 2006 (2005 <em>Struggle of Empire</em>s, 2006<em> Railroad Tycoon</em>), sowie erneut jeweils zweimal 2008 (<em>Tinner´s Trail</em> und <em>Brass</em>) und 2009 (<em>Steam</em> und <em>Automobile</em>) war er für diesen Preis nominiert, konnte ihn aber nicht gewinnen.</p>



<p>Im Jahr 2007 entschloss er sich sein Hobby zu seinem Beruf zu machen. Zwischenzeitlich war er immer wieder in seinen ursprünglichen Beruf des Lehrers zurückgegangen, um Geld zu verdienen, denn seinen Lebensunterhalt als Autor von Brettspielen zu verdienen ist sehr hart. Außerdem gibt es Teile dieser Arbeit, die er verabscheut. So ließ er sich zu der Aussage hinreißen, dass er es hassen würde Regelhefte zu verfassen.</p>



<p>2008 wurde Warfrog dann in Treefrog umbenannt und 2017 musste Wallace seinen Verlag aufgeben und mit <em>A Handful of Stars</em> erschien das letzte Spiel unter diesem Namen.</p>



<p>Sein Ziel für ein Spiel ist es eigentlich immer, so zumindest seine Aussage, die Eleganz eines Eurogames mit der thematischen Immersion eines amerikanischen Spiels zu verbinden. Für ihn steht das Thema über der Mechanik. Das Thema ist für seine Designs der Ausgangspunkt. Danach beginnt für ihn die Recherche und viele seiner Ideen stammen aus Büchern. Spaß ist für ihn das wichtigste an einem Spiel und der resultiert seiner Meinung nach aus Interaktion, Spannung und Humor. Vielleicht ist das sein Geheimnis, denn seine Spiele fühlen sich wirklich, trotz all der Tiefe immer sehr thematisch an. Eine weitere seiner Maximen ist das Gebot: Weniger Regeln ist besser! Dies ist etwas, das man meiserhaft bei Brass vorfinden kann. Das Spiel hat wenig Regeln und ist sehr komplex und interaktiv. Es ist so sehr gestreamlined, dass es eine wahre Freude ist. Von dieser Art Spiele zu machen, können sich einige Autoren noch eine Scheibe abschneiden.</p>



<p>Der inzwischen in Australien lebende Autor nennt Spiele wie <em>Puerto Rico</em>, <a href="https://spieltroll.de/?p=3802" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Civilization</a>, <em>Slapshot</em> und <a href="https://spieltroll.de/?p=4488" target="_blank" rel="noreferrer noopener">El Grande</a> als große Einflüsse für sein Schaffen. Ich selbst bin in den letzten Jahren zu einem kleinen Martin Wallace Fan geworden, weil ich seine Art Spiele zu machen sehr schätze. Insgesamt kenne ich tatsächlich gar nicht so wahnsinnig viele seiner Werke und freue mich darauf in den nächsten Jahren noch das ein oder andere Spiel nachzuholen. Das erste Spiel, was ich von ihm in die Finger bekam war<em> Age of Steam</em>, das mir sehr gut gefiel, auch wenn ich zu der Zeit mit meiner 18XX-Phase schon durch war. Auch <em>Railroad Tycoon</em> <em>(Railways of the World)</em> konnte mich fesseln, allein schon durch die Tatsache, dass ich das Computerspiel verschlang. Ansonsten seien hier noch die <em>Fürsten der Renaissance</em>, sowie seine Discworld-Spiele erwähnt. <em>Brass</em> habe ich erst mit der Neuauflage so richtig nachgeholt und finde es großartig. Auch der Füller <em>Wildlands</em> hat ein hervorragendes Design und lässt jede Menge Klasse erkennen. Im letzten Jahr eroberte er mit der Umsetzung zu <em>Anno 1800</em> dann komplett mein Herz und zeigte das mit ihm natürlich immer noch zu rechnen ist. Dem Mann scheinen die Ideen solangsam nicht auszugehen und ich möchte mit einem Zitat aus einem Interview von Tom Vasel mit Martin Wallace enden, bevor ich noch seine bekanntesten Werke aufzeige, indem er ein wenig frustriert interessierten Neuspieleautoren sagt, auf was sie sich einzustellen haben.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>If you really want to be a game designer then you have to be patient, keep at it, don&#8217;t give in, get used to being rejected 99% of the time, be ready to dump designs that don&#8217;t quite make the cut, not get too depressed when you feel you&#8217;ve &#8218;run out of ideas&#8216;, not shocked at how small a royalty cheque can be, be relaxed when the games company changes your game to make it unplayable, learn to smile when they show you the awful cover artwork, and that in the end it&#8217;s not all that important, they&#8217;re just games.</p><cite>Interviews by an Optimist #68</cite></blockquote>



<p><strong>Bekannteste Werke von Martin Wallace</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list"><li><strong><a href="https://spieltroll.de/?p=6453" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brass Birmingham</a> </strong>(2018) / <strong>Brass Lancashire</strong> (2004)</li><li><strong>Age of Steam</strong> (2002)</li><li><strong>Railways of the World</strong> (2005)</li><li><strong>Steam</strong> (2007)</li><li><strong>London</strong> (2010/2017)</li><li><strong>A Few Acres of Snow</strong> (2011)</li><li><strong>Discworld: Ankh-Morpork</strong> (2011)</li><li><strong>Automobile</strong> (2009)</li><li><strong>Struggle of Empires</strong> (2004)</li><li><a href="https://spieltroll.de/?p=6794" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Anno 1800 &#8211; Das Brettspiel</strong></a> (2020)</li><li><strong>Auztralia</strong> (2018)</li><li><strong>Tinner´s Trail</strong> (2008)</li><li><strong>Age of Industry</strong> (2010)</li><li><strong>Eine Studie in Smaragdgrün</strong> (2013)</li><li><strong>Via Nebula</strong> (2016)</li><li><a href="https://spieltroll.de/?p=8038" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Wildlands</strong></a> (2018)</li><li><strong>Runebound: Zweite Edition</strong> (2005)</li><li><strong>Fürsten der Renaissance</strong> (2003)</li></ul>
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		<title>Spielejahrgang 2005 &#8211; Ganz schwach?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Spieltroll]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 09:11:00 +0000</pubDate>
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<p>Ist jetzt schon ein Weilchen her, dass ich in dieser kleinen Serie einen Spielejahrgang unter die Lupe genommen habe. Im Moment ging hier ja einiges drunter und drüber. Das Coronavirus hat ganz schön viel durcheinander gewirbelt und wird das auch noch eine Zeit tun. Aber so langsam kann ich mich auch gedanklich wieder auf ein paar andere Themen konzentrieren. Heute soll es um das Jahr 2005 gehen und ich nehme es mal vorweg, ich empfinde es als ein wirklich schwaches Spielejahr. Zu dieser Zeit hatte ich gerade meinen Spieleladen und aus der Sicht eines Brettspielers, war es wirklich ein schwaches Jahr. Ich habe die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen, weil ich gerne von euch wissen möchte, ob ihr das ähnlich seht. War das Jahr wirklich so schlecht, wie in meiner Erinnerung? Oder gibt es doch die ein oder andere Spieleperle, die ich übersehen habe?</p>



<span id="more-4686"></span>



<p>Natürlich betrachte ich auch dieses Spielejahr zunächst mal anhand meiner eigenen Spielegeschichte. Ein bißchen vor dieser Zeit hatte ich ja die glorreiche Idee mein Hobby zum Beruf zu machen und einen Spieleladen zu eröffnen. Ich hatte eine, wie ich fand, recht schöne Auswahl an Brettspielen in meinem Laden, aber zu dieser Zeit waren viele andere Dinge leider sehr viel angesagter. Die Brettspiele, meine heimlichen Favoriten, waren daher eher nur etwas für Eingeweihte und das obwohl in den Jahren zuvor durchaus sehr gute Spiele herausgekommen sind. Nur tatsächlich das Jahr 2005 schien mir ein wenig zu schwach.</p>



<p>Während sich alle Welt noch mit diversen Sammelkarten- und Tabletopspielen wie Magic, Yu Gi Oh und Warhammer beschäftigte kam ein ganz neue Bedrohung für die Gamer dieser Welt. Ein extremer Zeitfresser und tatsächlich ein neues, fast schon Massenphänomen, für die Geeks. Die Rede ist natürlich von World of Warcraft, dass ab 2005 und vor allem in den nachfolgenden Jahren sehr viel Zeit der Spielerschaft band. Natürlich waren nicht alle diesem Spiel verfallen, aber es gab bestimmt eine große Schnittmenge. Auch ich habe einiges an Zeit in das faszinierende MMORPG versenkt und bereue es auch tatsächlich nicht. Allerdings muss ich sagen führte die WOW-Zeit dazu, dass ich, nachdem ich es an den Nagel gehangen hatte, danach wahrlich schon nach neuem analogen Spielinput lächtzte. Wahrscheinlich war ich nicht der einzige dem es so ging. </p>



<p>Rein beruflich beschäftigte ich mich 2005 aber wahnsinnig viel mit diversen Spielen. <a href="https://spieltroll.de/?p=1636" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blood Bowl</a> ist dort natürlich zu allererst zu nennen, auch andere Games Workshop-Spiele, die man im Ladengeschäft damals auch an zwei Spieltischen spielen konnte, wie zum Beispiel Warhammer Fantasy und 40K, aber auch Mordheim und Necromunda. <a href="https://spieltroll.de/?p=1054" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Magic &#8211; The Gathering</a> war eine genauso große Nummer und ich fing zum dritten Mal in meinem Leben an es zu spielen. Auch jede Menge Rollenspiele gehörten zu meinem damaligen Spielrepertoir, vor allem aber Das Schwarze Auge und Cthulhu. Regelmäßiges Highlight im Laden war auch das halbjährlich ausgetragende <a href="https://spieltroll.de/?p=2139" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Munchkin</a>-Turnier, befeuert durch die Neuerscheinungen. Der Brettspielsektor lag aber ziemlich brach, ich erinnere mich eigentlich nur an ein Spiel das zu dieser Zeit regelmäßig auf den Tisch kam und das auch im Laden öfter ausprobiert wurde und das war Descent. Auf unserer Con, den <a href="http://namenlosetage.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Namenlosen Tagen</a>, kam auch oft Attack von Eagle Games auf den Tisch. Nun ja&#8230;   </p>



<p>Wie immer schauen wir zunächst auf die besten Spiele des Jahres 2005 bei boardgamegeek.com:</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Twilight Struggle (Gleichgewicht des Schreckens)</li><li>Caylus</li><li>Twilight Imperium &#8211; Third Edition</li><li>Zug um Zug Europa</li><li>Railways of the World (Railroad Tycoon &#8211; Das Brettspiel)</li><li>Glory to Rome</li><li>Indonesia</li><li>Arkham Horror</li><li>Herr der Ringe: Die Entscheidung</li><li>Descent &#8211; Die Reise ins Dunkel</li></ol>



<p>Auf Platz eins befindet sich mit Twilight Struggle ein Spiel, das ich bereits damals sehr gemocht hätte, aber leider habe ich es erst Jahre später entdeckt. Bis heute hält sich Twilight Struggle unter den Top 10 bei Boardgamegeek, was für die Qualität dieses Spiels spricht. Einer der wenigen Ausreißer in einem recht tristen Jahr. Caylus habe ich bis zum heutigen Tag leider nie gespielt und irgendwie spricht es mich auch nicht an. Anders sieht es mit dem riesigen Brecher aus, der da auf der drei thront: Twilight Imperium habe ich zweimal bisher gespielt und ich fand es tatsächlich nicht schlecht, aber irgendwie habe ich auch nie das Verlangen es nochmal zu spielen. Ich bin heutzutage einfach nicht mehr bereit einzelne Partien von sechs bis acht Stunden zu absolvieren.</p>



<p>Zug um Zug Europa braucht man wohl nicht zu erwähnen, tolles Spiel, wenngleich ich die Urversion bevorzuge, aber im Grunde ja nur eine Variante und nichts wirklich Neues. Railways of the World wollte ich damals immer ausprobieren, da ich großer Fan der Computervorlage war und es lange in meinem Laden rumstand. Habe ich aber bis heute ebenfalls noch nicht nachgeholt. Glory to Rome und Indonesia kenne ich ebenfalls beide nicht und irgendwie sehen sie auch nicht so aus, als würden sie mich ansprechen. Kommt also nicht von ungefähr, dass ich das Gefühl habe, es sei ein schlechtes Spielejahr gewesen. Auf den letzten drei Plätzen der Top 10 kommen dann aber Spiele die ich alle kenne und zu denen ich etwas sagen kann. Arkham Horror gefiel mir auch immer ganz gut, was aber definitiv am Thema liegt, für das ich ohnehin einen Faible habe. Aber es ist kein Spiel das ich hervorheben würde. Ähnliches gillt für HdR &#8211; Die Entscheidung, das ich okay finde, aber es ist ebenfalls keine Großtat. Descent gefiel mir als Dungeon Crawler richtig gut, auch das auf dem gleichen System basierende Doom zuvor fand ich schon ganz gut. Descent wurde, wie bereits erwähnt auch in meinem Geschäft gespielt und ich musste es das ein oder andere Mal Interessierten Spielern beibringen, etwas das speziell in diesem Jahr nicht so oft vorgekommen ist.</p>



<p>Kommen wir zu den deutschen Spielepreisen und schauen uns an, was 2005 dort so ganz gut ankam. Beim Preis zum Spiel des Jahres muss ich sagen, gab es in diesem Jahr den aus meiner Sicht absoluten Tiefpunkt. Niagara gewann den Preis und kam aus meiner Sicht bei einfach niemandem gut an. Viel zu seicht, war es eher ein Kinderspiel und in Familien hatten höchstens die kleinsten daran Spaß. Schön war lediglich, dass es die Schachtel mit in das Spiel einbezogen hat, aber da hätte es auch ein Sonderpreis getan. Das Spiel fiel auch am Ladentresen durch und lag wie Blei im Regal. Neben diesem denkwürdigen Preisträger standen noch Geschenkt&#8230; ist noch zu teuer!, Verflixxt!, Jambo, Himalaya und In 80 Tagen um die Welt auf der Nominierungsliste. Hier finden sich zwar ein paar ganz gute Spiele wieder, aber ein Überflieger war auch nicht in Sicht. Verflixxt! wäre ein besserer Kandidat für den Preisträger gewesen oder auch das kleine Kartenspiel Geschenkt&#8230; ist noch zu teuer!, aber mit kleinen Spielen als Preisträger tut sich die Jury immer ein bißchen schwerer, wie mir scheint. Himalaya kenne ich als einziges dieser Spiele gar nicht. </p>



<p>Auf der Empfehlungsliste zum 2005er Spiel des Jahres taucht dann aber tatsächlich doch noch ein international renomierter Titel auf: Funkenschlag von Friedemann Friese, das kam aber bereits im Jahr 2004 raus, zählt also nicht. Die Gärten der Alhambra steht ebenfalls drauf und befindet sich tatsächlich heute auch immer noch in meiner Sammlung.</p>



<p>Gehen wir weiter zum Deutschen Spielepreis und den gewann Louis XIV aus dem Hause Alea von Rüdiger Dorn. Nicht ganz so bekannt, wie manch andere Werke aus dieser Reihe, aber ein besserer Preisträger als Niagara, dass sich seltsamerweise auch hier auf Platz zwei wiederfindet. Den letzten Platz auf dem Treppchen holt sich Manila. Dahinter folgen Ubongo, Himalaya, In 80 Tagen um die Welt, Schatten über Camelot (großartig), Jambo, Das Zepter von Zavandor und Verflixxt!. Bis auf das Zepter und Himalaya kenn ich all diese Spiele und kann einiges auch nachvollziehen. Leider ist das meiste davon auch aus heutiger Sicht nichts mehr, womit man Spieler hinter dem Ofen vorlocken könnte.</p>



<p>Gibt es irgendwelche spielhistorisch relevanten Spiele in diesem Jahr? Nicht in dem Maße, dass sie die Szene nachhaltig stark beeinfluß hätten. Als einziges wirklich relevantes Spiel ist hier wohl Twilight Struggle zu nennen, dass durch seinen Mechanismus mit Aktionspunkten und Karten besticht und in den Jahren danach bis heute viele Nachahmer fand. Ansonsten ein klassisches Übergangsjahr, in dem keine Großtaten erschienen sind. Wenn man mich fragt, welche Spiele man aus dem Jahr 2005 in seine Ludothek aufnehmen sollte, dann gebe es da außer dem obligatorischen Twilight Struggle eigentlich nur Schatten über Camelot, dass ich zwar aktuell auch nicht in meiner Sammlung habe, was ich aber als frühen Vertreter der kooperativen Spiele durchaus empfehlen würde. Außerdem soll, wenn ich mich richtig erinnere irgendwann in diesem Jahr noch eine Neuauflage erscheinen. Alle anderen Spiele die in Frage kämen, sind nur für spezielle Spielergruppen etwas, wie ein Descent oder vor allem ein Twilight Imperium. Sollte man einen Faible für solche Spiele haben und auch die Zeit aufbringen können, so sind diese natürlich auch noch zu nennen. Ansonsten aber ein recht maues Spielejahr. Seht ihr das ähnlich? Oder gibt es irgendwas aus dem Jahr, was ich unbedingt mal ausprobieren sollte und in meine Sammlung aufnehmen muss?</p>
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