Spieletest – Eternal Palace

Schonmal an einem Spieletest teilgenommen? Ich tatsächlich nicht und da kam die Möglichkeit in der Coronazeit zu hause ein Spiel zu testen gerade recht. Mit meiner Frau zusammen haben wir am Spieletest für Eternal Palace von Alley Cat Games teilgenommen. Das Spiel soll im Verlauf des Jahres noch auf Kickstarter zur Unterstützung angeboten werden. In dieser Phase des Spieletestens geht es noch um das Finetuning mit bestimmten Spielerzahlen, ob alles verständlich ist, ob Dinge stören und wie die Ergebnisse ausfallen. Ganz unbedarft habe ich dazu einfach einen Link angeklickt und ein paar Daten eingegeben und nur ein paar Tage später direkt Antwort erhalten und einen weiteren Linke bekommen, unter dem man sich eine Print & Play-Version dowloaden konnte. Na dann mal los…

Vorläufiges Cover Eternal Palace /
Foto: Alley Cat Games

Ein Spiel auf diese Art und Weise zu testen erfordert schon ein bißchen etwas an persönlichem Einsatz, das sollte man nicht verheimlichen. Das Spiel muss natürlich zunächst ausgedruckt und zum Teil gebastelt werden. Außerdem braucht man auch Material aus anderen Spielen, um das Spiel vernünftig Spielen zu können. Im Fall von Eternal Palace ist das, wie ich finde, eine ganze Menge an Material. Man braucht pro Spieler 5 farbige Würfel, 11 Würfelchen zum Markieren, vier Sorten Spielmarker für Rohstoffe, und genau 13 Münzen. Zusätzlich braucht man auch noch etwas, um sein Spielertableau zu verdecken. Dazu gleich mehr. Dass basteln kann also beginnen. In den Spieldaten befinden sich Ausdrucke für Karten und Spielertableaus, die hergestellt werden wollen. Ein Spielfeld, das man nicht zu klein ausdrucken sollte, ist ebenfalls dabei. Man braucht schon ein bißchen Platz um alles platzieren zu können auf diesem Brett. Zusätzliches Spielmaterial kommt noch in Form von Fisch- und Weisheitsmarkern, die man einfach auf dickerem Papier ausdrucken kann.

Eternal Palace Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Der eigentliche Clou des Spiels und warum es hinterher so ein Hingucker sein könnte, ist aber das Bild, das wir für unseren Kaiser malen. Es soll im Verlauf des Spiels vor einem jeden Spieler individuell aus bis zu 12 Teilen entstehen. Gleichzeitig fungiert das Bild als Sichtschutz für das Spielertableau. Diese 12 Teile sind etwas aufwendiger in der Herstellung. Wenn es gut aussehen soll, so dass man den Effekt den es haben soll auch erleben will, dann muss man sehr genau die Formen ausschneiden. Insgesamt habe ich einen Abend daran gebastelt alles bereit zu haben.

Eternal Palace – Spielmaterial / Foto: Spieltroll

In Eternal Palace spielen wir Kunsthandwerker in China, die dem Kaiser nach einem zerstörerischen Erdbeben beim Aufbau der Monumente seines Reichs wieder helfen. Außerdem versuchen wir uns mit einem Gemälde das wir für ihn anfertigen, seine Gunst zu ermalen. Klingt tatsächlich ein bißchen konstruiert, ist aber, so viel sei verraten, ein durchaus interessantes Spiel, das rein optisch eine Menge hermachen könnte, wenn es fertig produziert ist.

Das zusätzliche Material habe ich aus Century – Die Gewürzstraße (verschiede Rohstoffwürfel), Orbis (Spielermarker), Role Player (Würfel) und Charterstone (Münzen) zusammengeklaut und fertig war das Spiel. Meine Frau kam auf die Idee Wäscheklammern für die Bilderteile zu benutzen. Eine auf jeder Seite brachte das Bild gut zum Stehen und es war ein guter Sichtschutz.

Eternal Palace Spielertableau und Bild / Foto: Spieltroll

Das Spiel an sich ist ein Dice-Placement-Spiel, also ein Worker-Placement-Mechanismus, indem Würfel unsere Arbeiter darstellen. Es gibt 12 mögliche Orte auf dem Spielfeld, um die Würfel einzusetzen. Jeder Ort ist dabei mit einem Würfelergebnis von 1-12 versehen. Die Spieler würfeln am Anfang der Runde mit all ihren Würfeln (im Lauf des Spiels erlangt jeder bis zu fünf). Danach planen die Spieler im geheimen auf ihrem Tableaus Würfelgrüppchen für bis zu fünf Orte, die sie besuchen wollen. Jeder Ort kann dabei pro Runde von allen Spielern insgesamt nur einmal kostenfrei betreten werden. Soll heißen, sobald ein Spieler einen Ort besetzt hält, muss der nächste Spieler der ihn besuchen möchte für jeden Spieler der dort bereits steht einen seiner fische an jeden Mitspieler der dort steht abgeben. Kann man das nicht, so darf man den Ort auch nicht besuchen. Die Spieler können dabei durch ihre Weisheitsressource Würfelergebnisse manipulieren, so dass sie sich, wenn sie Würfel platzieren müssen, noch spontan umentscheiden können.

Die Orte dienen im großen und ganzen dazu Ressourcen zu bekommen und die vier Monumente zu bauen. Es gibt noch ein paar Orte an denen Dinge getauscht werden usw. An jedem Ort können die Spieler eines ihrer Bildteile verdienen, indem sie einen Ort manchmal nur einmal besuchen müssen, manchmal müssen sie aber auch mehrfach dort sein und wiederholt eine Aktion ausführen. Meistens bekommt der erste Spieler, der an einem bestimmten Ort ein Ziel erreicht zusätzlich eine Münze, die am Spielende einen Siegpunkt wert ist. Die Monumente bekommt derjenige Spieler, der zuletzt einen Beitrag geleistet hat. Dabei wird der Beitrag der geleistet werden muss immer teurer, so dass die Spieler um die vier Monumente streiten, weil diese ebenfalls einen Siegpunkt wert sind.

Eternal Palace – Entstehendes Bild / Foto: Spieltroll

Ganz nebenbei entsteht so vor einem jeden Spieler ein Gemälde aus verschiedenen Teilen und jedes dieser Teile ist wiederum einen Siegpunkt wert. Diese Bilderteile lösen auch das Spielende aus, sobald ein Spieler, abhängig von der Spielerzahl, genug Teile gesammelt hat. Eternal Palace ist dabei kein Spiel, bei dem es viele Punkte zu verdienen gibt. Eigentlich liegt ja von Beginn an alles auf dem Tisch. 13 Münzen, 4 Monumente und maximal 12 Bildteile die je einen Punkt bringen. 4 Münzen gibt es alleine auf der Gunstleiste für den Erst- und Zweitplatzierten zu verdienen. Auf ihr schreitet man vor allem voran, wenn man an den Monumenten mitbaut. So verläuft das Spiel.

Eternal Palace – Bilder bei Spielende /
Foto: Spieltroll

Ich fand es wirklich spannend, mal ein Spiel zu spielen, bei dem ich mir bewusst bin, dass noch nichts in trockenen Tüchern ist. Es kann überall noch Veränderungen geben. Wir hatten alelrdings den Eindruck es schon mit einem sehr ausgereiften und stimmigen Spiel zu tun zu haben. Zwei Dinge haben uns ein wenig gestört. Die Palastkarten wirkten eher aufgesetzt und zu belanglos. Wie ein Teil der nicht richtig dazu gehört. Außerdem denke ich sollten die Monumente, um die sich eigentlich neben den Bildern das ganze Spiel dreht, mit zumindest zwei Punkten belohnt werden, aber ich denke da gibt es noch Anpassungen. Natürlich war es ein bißchen Arbeit, das Material zusammenzusuchen und herzustellen, aber es machte uns auch nichts aus das alles in diesem Prototypenstadium war. Definitiv eine Erfahrung die ich gerne wiederholen würde. Nach dem Spiel muss man natürlich noch einen umfangreichen Fragebogen der Entwickler ausfüllen und viele Bewertungen abgeben. Allerdings war es total im Rahmen und ich fand es eher überschaubar als ausufernd. Gerne mehr davon.

Eternal Palace – Bild vom Spielverlauf / Foto: Spieltroll

Habt ihr auch schonmal solche Erfahrungen gemacht? Würde mich freuen davon zu hören. Gibt es Tipps, wie man sowas öfter machen kann? Vielleicht von erfahrenen Spieletestern? Eternal Palace kann man sich mal für die Zukunft vormerken.

4 Gedanken zu „Spieletest – Eternal Palace“

  1. Sehr interessanter Review. Ich bin noch am Überlegen, ob ich das Spiel unterstütze. Leider ist es nicht ganz sprachneutral. Hebt es sich eurer Meinung nach genug von anderen Worker Placement Games ab?

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