Abroad – Grenzenloses Europa

Abroad

Keine Ahnung, ob da gerade ein Trend zu erkennen ist, denn im letzten Jahr hat uns bereits Auf nach Japan! mit der Aufgabe einer Urlaubsplanung beauftragt, aber ich denke es ist nur Zufall, dass auch Abroad sich mit diesem Thema oder dieser Aufgabe an die Spieler*innen richtet. Die beiden Spiele haben aber gar nicht so viel gemeinsam, wie man denken könnte. Darauf werde ich aber im Fazit näher eingehen. Die beiden brasilianischen Autoren Rodrigo Rego und Danilo Valente sind mir bisher nicht bekannt, aber ich kann mir aus eigener Erfahrung durchaus vorstellen, wie sie auf die Idee für dieses Spiel gekommen sind, denn früher hatte ich eine brasilianische Freundin, die Europa besuchen wollte und dabei so viele tolle Orte und Personen besuchen wollte, wie es ihr in vier Wochen möglich war. Das klingt für mich schon ziemlich nach der Grundidee des Spiels, auch wenn wir hier aus beruflichen Interesse auf die Reise gehen.

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Artengarten – Arche Nova Light oder doch mehr?

Artengarten

Arche Nova brachte vor ein paar Jahren in der Brettspielwelt einiges in Bewegung. Der unbekannte Autor Mathias Wigge kam plötzlich mit einem so großen und vielbeachteten Spiel um die Ecke mit einer Thematik die deutlich mehr Leute ansprach als abschreckte und mit einem, zwar nicht neuen, aber frischen Aktionsmechanismus der auf Anhieb viele Freunde fand. Darüber hinaus lagen Naturthemen eh gerade im Trend und Spiele die auf massiven Karteneinsatz basierten und dadurch viel Abwechslung versprachen sowieso. Arche Nova traf wohl einen Nerv zur richtigen Zeit. Kritik blieb aber natürlich auch nicht aus. Für viele dauerte eine Partie zu lang und mit mehr als drei Spielenden explodierte die Spieldauer gleich nochmal und überhaupt war das Spiel zu groß und das Thema Zoo galt auch als kontrovers.Artengarten erschien nun im letzten Jahr und stellt sich nach außen rein optisch und thematisch als eine Arche Nova Light dar, denn schaut es euch an, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass beide Spiele dieselbe DNA teilen. Auch wenn ihr es auspackt, die Regeln lest und euch die Komponenten anschaut könnt ihr das vermuten. Sogar der Kernmechanismus ist derselbe. Dennoch behaupte ich ist das Spiel ein völlig anderes und sollte wirklich nur aufgrund seiner äußeren Werte mit dem großen Bruder verglichen werden.

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Toy Battle – Krieg im Kinderzimmer

Toy Battle

Zugegeben, die Überschrift klingt martialischer als Toy Battle tatsächlich ist. Paolo Mori und sein Partner Alessandro Zucchini, der mir zu Letzt bei Australis untergekommen ist, haben hier ein Spiel entwickelt das ich zunächst nicht ganz einzuordnen vermochte. Letztlich sagt der Titel Toy Battle aber genau das aus, was wir hier auch bekommen. Spielzeug das auf Kinderzimmer-Schlachtfeldern gegeneinander antritt um eine oder eine Sieger*in zu ermitteln. Toy Battle hat dabei ein abstraktes Spielgerüst, weiß aber durch jede Menge Spielzeug Charme etwas darüber hinwegzutäuschen. Wir haben es hier mit einem Spiel für zwei zu tun, bei dem wir gleich aus der Spielschachtel mit diversen unterschiedlichen Spielbrettern, eine sehr abwechslungsreiche Spielerfahrung geboten bekommen. Etwas das für ein abstraktes Strategiespiel eine absolute Seltenheit darstellt und ich für einen solchen Preis noch nicht so oft geboten bekommen habe. Die kriegerische Thematik verschwindet hier genauso in den Hintergrund wie bei einer Partie Schach.

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Auf den Wegen von Marie Curie – Eine Unze Radium

Auf den Wegen von Marie Curie

Sorry We Are French haben anscheinend vor eine kleine Serie zu produzieren. Auf den Wegen von Darwin kam insgesamt ganz gut an und wurde sogar mit einer Nominierung zum Spiel des Jahres geehrt, musste sich aber Sky Team geschlagen geben. Mir persönlich gefiel Auf den Wegen von Darwin auch recht gut, vor allem aber war ich von der Produktion und Aufmachung des Spiels beeindruckt, welches ich für den Familien-Sektor ganz beachtlich finde. Nun haben sie sich einer weiteren Ikone der Wissenschaft gewidmet und auch hier ein Spiel zu dem Leben passend entwickelt. Diesmal geht es um Physik und Chemie. Die Entdeckung des Radiums, welches sie mit dem Leben bezahlte, sowie ihr aufregendes Leben sind Thema des Spiels Auf den Wegen von Marie Curie. Wieder wurde versucht um ihr Schaffen ein Spiel zu entwickeln, welches Wissen vermittelt, für diejenigen die es interessiert und Spaß machen soll für Spieler*innen die nicht zu viel von einem Spiel erwarten.

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Kavango – Wie Flügelschlag nur anders

Kavango

So wurde mir Kavango vorgestellt und da ich ein großer Fan des Vogelspiels bin und gerne Tableau- und Engine Builder spiele, war ich von Beginn an sehr an Kavango interessiert. Außerdem hatte ich vor geraumer Zeit schon mal bei einer Partie zuschauen können und war relativ angefixt von dem Spiel. Als Schmidt Spiele ankündigte Kavango nach Deutschland zu holen war ich außerdem begeistert, weil ich fast schon nicht mehr damit gerechnet hatte. Schmidt haben dem Spiel auch gleich noch ein neues Cover spendiert, denn obwohl ich den reduzierten Stil des Spiels ansonsten sehr gut finde, wirkte das auf dem Cover ein bisschen billig oder entwurfhaft. Tut dem Spiel meiner Meinung nach nur gut um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Das Spiel richtet sich an spielfreudige Familien und der Markt ist heiß umkämpft. Die Autoren Matt Brown und Zara Reid sind mir unbekannt, was wohl daran liegt, dass sie eigentlich gar keine Spieleautoren sind, sondern tatsächlich in der Kavango-Region als Naturschützer unterwegs waren. Kavango ist übrigens nicht so wie Flügelschlag erinnert tatsächlich nur durch sein Äußeres an das Kennerspiel des Jahres 2019.

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Spektakulär – Staunen, großes Aufsehen erregend

Spektakulär

Der Name verspricht ja wirklich mal viel und ich bin mir nicht sicher, ob da im Ursprung ein Wortspiel dahinter stecken soll, denn so richtig scheint das auch im Englischen nicht zu funktionieren. Spectacular hat die gleiche Bedeutung wie im Deutschen, es gibt halt nur auch den spectator, den Zuschauer, aber das ist irgendwie doch zu weit weg und ergibt nicht so richtig Sinn. Beziehe ich dann das Cover noch mit ein, so könnte es wieder sein, weil da ein Aussichtsturm abgebildet ist mit dem wir Tiere beobachten. Ach was weiß denn ich. Das Cover macht auf jeden Fall schon mal keinen Hehl daraus, dass das Thema eigentlich quatsch ist und wir es hier mit einem rein mechanischen Spiel zu tun bekommen. Pinguine neben Giraffen und Gürteltieren in einer natürlichen Umgebung mach einfach nicht so wahnsinnig viel Sinn. Spiele mit Naturthematiken sind aber nach wie vor im Trend und deshalb haben wir gedacht, wir geben diesem spektakulären Titel mal eine Chance.

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Haunted Lands – Überall nur Geister

Haunted Lands

Haunted Lands ist die Geschichte eines Blindkaufs. Meine Frau und ich standen mal wieder im Spieleladen unseres Vertrauens und schauten uns ein wenig um. Meiner Frau viel dieses sehr reduzierte aber dennoch hübsche Cover auf und las sich die Rückseite durch. Sie zeigte es mir und auch ich war von all dem was ich sah sehr beeindruckt, hatte aber noch nie vorher von dem Spiel gehört. Da hätte ich schon hellhörig werden müssen. Bin ich aber nicht geworden und wir nahmen es mit und kaum zu Hause las meine Frau die Regeln und kurze Zeit später saßen wir auch schon am Tisch und probierten dieses über alle Maßen hübsche Brettspiel aus. Das zweite Mal hätte ich hellhörig werden müssen, als mir das Spiel dann erklärte, wir müssen doch irgendwie zusammenarbeiten um überhaupt Erfolg zu haben, spielt aber jeder für sich und um Tapferkeitspunkte. Da klang was Semikooperatives durch und diese Art von Spiel funktioniert selten gut. Wir zogen es durch und… nun ja, wir spielten es direkt danach erneut, weil wir gewisse Dinge überprüfen mussten. Eigentlich ist ein sofortiges zweites Spiel nach dem ersten immer ein gutes Zeichen. Hier war es leider nicht so.

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