Brettspiel Apps #05 – Tiere, Wein und Landkarten

Für mich gehören Brettspielapps inzwischen einfach zum Spielgeschehen in unserem Hobby dazu. Manchmal habe ich einfach Lust ohne groß nachzudenken auf der Couch allein eine Runde zu spielen und da kommen die kleinen technischen Spielereien ganz gelegen. Auch mit Boardgamearena ist nun endlich ein Vertreter am Start, den ich für Online-Brettspiele durchaus empfehlen kann, wenn es halt nicht möglich ist sich zu Treffen oder keine Spielrunde vorhanden ist. Aber darum soll es an anderer Stelle gehen. Heute möchte ich, wie in dieser kleinen Serie üblich, euren Blick auf drei Appumsetzungen von Brettspielen lenken, damit ihr wisst, ob sich die Dinger lohnen oder aber auch nicht. Mit dabei ist eine ganz neue App, die erst vor kurzem erschienen ist. Everdell gehört zu den beliebtesten Brettspielen und hat nun eine Umsetzung erfahren. Dann schaue ich mir Viticulture an, ein Spiel das ich auf dem Tisch leider noch nie spielen konnte und zu guter letzt noch eine schon etwas ältere App, die nur kurz nach Veröffentlichung der analogen Version erschien: Der Kartograph.

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Draftosaurus

Draftosaurus

Dieses Spiel ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eigentlich ein Unfall. Einer der so nebenbei passiert ist, als sich die vier Autoren mit einem anderen Projekt beschäftigt haben. Eigentlich waren die vier, durchaus nicht unbekannten Herrschaften, auf einem gemeinsamen Treffen dabei, Arkeis zu entwickeln, welches meines Wissens nach bis heute noch nicht erschienen ist, als ihnen die Idee für Draftosaurus so zugeflogen kam. Bei den vier Autoren handelt es sich um Antoine Bauza (7 Wonders Duel), Corentin Lebrat (Trek 12), Ludovic Maublanc (Cyclades) und Théo Rivière (The Loop). Ohne schon zuviel vorwegzunehmen kann ich sagen, dass ich beim Spielen von Draftosaurus immer wieder feststelle, wie leicht und locker das von der Hand geht und ich mir vorstellen kann, wie die vier in einer lockeren Runde ein paar Ideen zusammengeworfen haben, die natürlich auch alle nicht neu waren, und daraus ein Spiel entwickelten, dass einfach nur simplen Spaß macht. Der Name ist hier Programm und somit haben wir es mit einer Draft-Mechanik zu tun. Dabei handelt es sich um eine Auswahl aus einem begrenzten Rahmen, die alle Spieler*innen zu treffen haben. Im Anschluss wird das Zudraftende weitergereicht und die Spieler*innen müssen erneut eine Wahl aus dem neuen Rahmen treffen. In diesem Fall handelt es sich, wie sollte es bei dem Namen auch anders sein, um Dinosaurier.

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Artischocken – Ein „Herzloses“ Kartenspiel

Artischocken

Nach Punktesalat ist Artischocken in kürzester Zeit nun schon das zweite Spiel, dass sich mit Gemüse als Protagonisten versucht. Der Unterschied: hier hat das Gemüse auch noch Gesichter. Okay, erwischt, es gibt auch noch ein paar mehr Unterschiede, aber auf den ersten Blick handelt es sich um zwei Kartenspiele die Gemüse zum Thema haben. Dabei geht es in Artischocken allerdings hauptsächlich um das unbeliebte Diestelgemüse, welches ja eigentlich eher eine Blüte ist. Sämtliches anderes Gemüse hat eigentlich nur eine nebensächliche Bedeutung in diesem Spiel. Emma Larkins war mir als Autorin bis zu diesem Spiel gänzlich unbekannt, ist bei so kleinen Kartenspielen aber auch keine Seltenheit. Artischocken sprach mich optisch irgendwie an und wir waren auf der Suche nach einem neuen kleinen Spiel für Zwischendurch. Diese Anforderungen erfüllt Artischocken auf jeden Fall.

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The Hunger – Biss zum Sonnenaufgang

The Hunger

Herzlich willkommen zum nächtlichen Vampirrennen! Richard Garfield hat ein neues Spiel am Start und das freut mich immer wieder, auch wenn ich mit seinen letzten Veröffentlichungen nicht immer so ganz zufrieden war. Bei The Hunger bin ich von Beginn an recht zuversichtlich, denn ich konnte ein wenig des Spiels schon vorab sehen und war vom Thema und Spielablauf gleich begeistert. Nun ist es direkt bei Pegasus erschienen und es wird Zeit etwas dazu zu sagen. Richard Garfield lässt ein Thema in seinem Leben anscheinend nicht los und das sind Karten. Mit Karten kennt er sich aus und ich mag seine Spiele die auf Karten basieren (Magic, Robo Rally, Bunny Kingdom etc.). Nahezu alle anderen lassen mich kalt. Ich finde z. B. King of Tokyo gräßlich und auch sein neuerlicher Beitrag zu den Roll & Writes, Dungeon, Dice & Danger, gefällt mir nur so mittel. Da haben wir aber Glück, das The Hunger wieder ganz viele Karten in den Mittelpunkt des Geschehens rückt. Hier geht es hauptsächlich um Karten und um den Deckbau. Lasst euch aber gesagt sein, der Deckbau funktioniert hier ein wenig anders, als ihr das aus normalen Deckbuildern gewohnt seid. Lasst euch erklären…

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Top 10 Brettspielcover

Ich hatte wirklich schon lange vor eine Top 10 Liste über Brettspielcover zu machen. Seit meinem Beitrag über Brettspielillustratoren (Die heimlichen Helden) lag dieser Entwurf in meinem Backend herum. Nun soll es soweit sein und hier gilt natürlich mehr als bei anderen Beiträgen: Vorsicht Geschmack! Artworks sind inzwischen wahnsinnig wichtig für Brettspiele geworden. Zum Glück möchte ich sagen, denn für jemaden der die graue Vorzeit der Brettspiele vor 1995 noch aktiv miterlebt hat, ist das was heutzutage die Regale ziert ein wahres Feuerwerk der Farben und Bilder. Ich möchte das nicht mehr missen und heute habe ich eher das Problem, dass gute Cover einen sogar blenden können. Sie bewirken das ich im Laden vor einem Spiel stehen bleibe oder auf der Messe verweile und das ist natürlich gewollt. Früher war das einfach nicht wichtig, da die Gruppe der Spielenden noch sehr klein war und eh das gekauft hat was gut war. Heute ist das bei der schieren Massse an Veröffentlichungen nicht mehr möglich alles zu kennen und auszuprobieren. Hier wird eine gelungene Optik zum Köder.

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Suspects: Das Detektivspiel – Tödliche Spuren & Letzter Auftritt

Suspects: Das Detektivspiel – Tödliche Spuren
Suspects: Das Detektivspiel – Letzter Auftritt

KOSMOS brachte dieser Tage die ersten beiden Suspects-Teile heraus, auf die ich mich in der Tat ein wenig gefreut habe, da mich die Bilder des Spiels und die Optik generell sehr neugierig gemacht haben. KOSMOS geht hier nicht den Weg des englischen Originals, denn dort sind drei Fälle in einer großen Box erhältlich, die eine lose Verbindung miteinander haben. Der dritte Teil erscheint aber erst in Kürze, so dass wir vorerst mit Tödliche Spuren und Letzter Auftritt vorlieb nehmen müssen. Wer sie in der richtigen Reihe spielen möchte, sollte mit Tödliche Spuren anfangen. In englischer Sprache gibt es auch bereits eine zweite Box Suspects 2 betitelt in der wieder eine Ermittlerin durch drei Fälle manövrieren. Ich fasse die beiden Teile hier zusammen, da sie nahezu identisch funktionieren und sich der gleichen Mittel bedienen. Von der Handlung wird natürlich nichts gespoilert, höchstens ein paar Dinge, die zu Beginn eh auf dem Tisch liegen werden. Schauen wir uns die beiden Spiele in der Exitgröße von KOSMOS einmal ein wenig genauer an.

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Was spielst du so? – Juli 2022

In diesem Jahr steckt irgendwie der Wurm drin. Ich fasse zusammen: Von Ende März an fast zwei Wochen mit einem fiesen Magen-Darm-Virus außer Gefecht gesetzt. Dann ein Treppensturz an Karfreitag mit schmerzhafter Rippenprellung, die sich fast sechs Wochen hinzog und jetzt hat es meine Frau und mich tatsächlich erwischt. Das Coronavirus wurde auf der Arbeit von unserem Wirtschaftsprüfer angeschleppt, der natürlich nur einmal im Jahr zu uns kommt und just an diesem Tag extrem ansteckend gewesen sein muß. Zehn Tage in häußlicher Isolation und Freunde das ganze ist kein Spaß. Wir hatten zwar milde Verläufe aber die Nachwirkungen betreffen uns bis heute. Spielen war so gut wie nicht möglich und bedingt durch das Virus hatte ich im Anschluß auch noch eine Schleimbeutelentzündung. Ich sag es ja… kein gutes Jahr bisher. Bedingt durch diesen ganzen Mist, war der Monat natürlich spielerisch keine große Freude. So dachte ich zumindest, denn bis kurz vor Ende ist eigentlich nciht viel passiert und ich dachte schon fast, dass ich in diesem Monat über keine Neuheiten berichten kann, aber meine Frau organisierte noch schnell einen Spieletag und so kam doch noch einiges zusammen, so dass der Abschluß doch noch einigermaßen versöhnlich war. Aber wen interessiert schon das Gejammer? Fang ich einfach mal an:

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Die Schlacht von Runedar – Funkelnde Schätze und scharfe Äxte

Die Schlacht von Runedar

Reiner Knizia hat im vergangenen Jahr so einige neue größere Spiele auf den Markt losgelassen. Wahrscheinlich hatte es sich einfach gehäuft, denn all diese Spiele sind bei verschiedenen Verlagen erschienen. Witchstone bei Huch, mit welchem er auf der Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres 2022 landen konnte. Mille Fiori von Schmidt, welches bei vielen Spieler*innen sehr beliebt ist und auch Die Schlacht von Runedar, welches im letzten Jahr bereits auf Englisch erschien, gehörte zu dieser Knizia-Welle. Inzwischen ist das Spiel auch auf Deutsch bei Ludonova erschienen und bildet vorerst den Abschluss der Knizia-Renaissance von mal wieder ein wenig komplexeren Spielen. Während er bei Witchstone mit einem Co-Autor sein Einfach Genial als Kernmechanik eines fordernden Punktesalats wiederauferstehen lies und sich bei Mille Fiori in punkteverrückten Bonuszügen erging, kam er mit Die Schlacht von Runedar zum kooperativen Spiel zurück, welches er mit Der Herr der Ringe damals mit aus der Taufe hob. Das Cover von Andrew Bosley sorgte im Vorfeld ebenfalls für viel Vorfreude und lies auf ein weiteres gutes Spiel hoffen. Ob es das geworden ist, oder wir es hier mit einem Rohrkrepierer zu tun bekommen gilt es nun zu ergründen.

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Libertalia: Auf den Winden von Galecrest

Libertalia: Auf den Winden von Galecrest

Libertalia ist wiedereinmal eines dieser Spiele, dass ich in seiner ursprünglichen Fassung nie gespielt habe. Es fiel einfach in die Zeit in der ich aus diversen Gründen von Brettspielen abstinent war. Da ich aber viel Gutes darüber gehört hatte wollte ich es unbedingt ausprobieren und da kam plötzlich, fast wie aus dem Nichts die Ankündigung von Stonemaier Games, dass sie eine Neuauflage des Spiels herausbringen wollten. Wobei Neuauflage trifft es in diesem Fall nicht wirklich und Neuinterpretation wäre wohl auch zuviel gesagt. Eine 1.5 Version wäre hier vielleicht der richtige Ansatz. Das Spiel von Paolo Mori bekam einen neuen Anstrich und der Kartensatz der Spieler*innen wurde erweitert. Insgesamt aber bleibt es das gleiche Spiel auch wenn es sich sicherlich ein wenig anders anfühlen wird als die Version von vor zehn Jahren. Die Idee Libertalia neu zu veröffentlichen ist dabei gar nicht soweit hergeholt, denn es galt schon immer als eines der Spiele von denen sich große Teile der Spielerschaft eine Neuveröffentlichung wünschte, da es nicht gerade besonders leicht zu bekommen war. Feuerland nahm sich in seiner blauen Serie der deutschen Version an.

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Abrakadabrien – Das magische Kartenspiel

Abrakadabrien – Das magische Kartenspiel

Marc-Uwe Kling, der Autor der Känguru-Chroniken und von Qualityland geht immer mehr unter die Spieleautoren. Bisher war das alles recht zweifelhaft, aber mit Abrakadabrien bringt KOSMOS nun, nach all den ersten Machwerken, sein bisher größtes Spiel heraus. Abrakadabrien – Das magische Kartenspiel heißt das und später in diesem Jahr soll bei Pegasus sogar noch ein weiteres Spiel von ihm erscheinen. Alle bisherigen Werke sind komplett an mir vorbeigerauscht mit der einen Ausnahme des Exit-Teils, der an die Känguru-Chroniken angelehnt war. An dem hatte er mitgearbeitet. Für Fans war das wirklich okay, alle anderen dürfte dieser Exit-Teil eher abgeschreckt haben. Nun aber zu etwas völlig anderem. Abrakadabrien hat einen sperrigen Titel und auch die Box kommt ein wenig sperrig daher, denn sie ist von einem ungewöhnlichem Format für KOSMOS-Spiele. Sie hat die doppelte größe der Exit-Schachteln. Zuerst bin ich auf Youtube auf Abrakadabrien aufmerksam geworden, denn dort bekam ich ein Erklärvideo des Autors vorgeschlagen indem er in seiner gewohnt langweilig-lustigen Art die Regeln erklärte. Meine Frau hörte das und sagte aus dem Nachbarzimmer: „Das ist doch die Stimme vom Kling!“, danach schauten wir uns das ganze Video an, ohne vorher von dem Spiel gehört zu haben oder es gar zu besitzen. Drei Tage später traf es dann ein…

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