Was spielst du so? – Juni 2022

Diesen Monat ging es tatsächlich mal wieder ganz schön rund. Viele Spiele wurden gespielt und vor allem auch wirklich viele Neuheiten. Leider ist momentan kein Sommerurlaub in Sicht, so dass der wahrscheinlich recht spontan über mich hereinbrechen wird. Den Tag der Brettspielkritik, den der Spiel des Jahres Verein ins Leben gerufen hat und zu dem ich auch eingeladen war, konnte ich aus beruflichen Gründen leider nicht wahrnehmen und mir deshalb auch keine Anregung dort holen. In diesem Monat haben wir jede freie Zeit in die größerwerdene Anzahl neuer Spiele in unserem Regal gesteckt. Also lege ich gleich ohne weitere Umschweife los und berichte, was in diesem Monat so alles gespielt wurde und wie die ersten Eindrücke waren.

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My City: Roll & Write

My City: Roll & Write

Reiner Knizia kommt ja gerne mal mit Abwandlungen seiner Spiele daher, die einen gewissen Erfolg vorweisen konnten. Gerne werden Spiele dann noch als Karten- oder Würfelversion herausgebracht oder aber eine spezielle Duellversion für zwei Spieler wird nachgeschoben. My City, das erste Legacy-Familienspiel war ein riesiger Erfolg für Reiner Knizia und fand viele Freunde unter der Spieler*innenschaft. Meine Frau gehörte nicht gerade zu den Fans, wesegen es ein wenig dauerte, bis es auch in unserem Hause durchgespielt war. In diesem Jahr soll mit My Island eine neue Version folgen, auf die ich schon sehr gespannt bin, aber noch bevor diese Version erscheint schiebt der Doktor mit My City: Roll & Write eine Würfelversion voraus, die schon bei anderen Bloggern für einiges an positivem Feedback gesorgt hat. Hätte ich nicht soviel Gutes darüber gehört, wäre es glatt an mir vorbeigerauscht, aber so wurde ich hellhörig und habe es mir mal etwas genauer angeschaut. Ist das wirklich ein Legacy-Roll-and-Write? Die Antwort ist wie immer nicht ganz leicht und muss auch in diesem Fall „Ja und Nein“ heißen.

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Portrait – Wolfgang Kramer

In meiner kleinen Portrait-Reihe in denen ich euch beliebte und erfolgreiche Spieleautoren vorstellen möchte, soll heute ein weiteres Urgestein der deutschen Brettspielautorenzunft behandelt werden. Wahrscheinlich sollte ich ihn sogar als das Urgestein vorstellen. Wolfgang Kramer ist der erste professionelle Spieleautor, den wir in Deutschland hervorgebracht haben. Er hat vielen späteren Autoren gezeigt, dass es möglich ist diesen Beruf tatsächlich auszuüben, wenn ein gewisser Erfolg vorhanden ist. Wolfgang Kramer ist bis heute einer der erfolgreichsten Spieleautoren Deutschlands und wahrscheinlich sogar weltweit. Seine Spiele sind zu modernen Klassikern geworden und er hat viele von ihnen sehr oft verkaufen können. Er veröffentlicht bis heute jedes Jahr einige Spiele und mit seinem gigantischen Portfolio legt er auch immer wieder neue Versionen seiner Spiele neu auf. Neben seinen frühen Werken ist er vor allem für seine vielzähligen Kolaborationen mit anderen Autoren bekannt geworden und in die Spielehistorie zieht er nicht nur durch seine vielen meisterhaften Spiele ein, nein, auch ein Bestandteil aus vielen Eurogames, die Punkteleiste, die das Spielfeld einrahmt, stammt von ihm und trägt den Namen „Kramerleiste“.

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Trek 12: Himalaya

Trek 12: Himalaya

Nich das ihr denkt, diesen Monat wäre Cathala-Monat beim Spieltroll, dass ist eine zufällig Häufung. Trek 12 ist in diesem Monat bereits das dritte Spiel des französischen Spieleautors, dass ich hier besprechen möchte. Das Spiel ist in anderen Sprachen schon seit 2020 erhältlich und kam irgendwann im letzten Jahr auch auf deutsch heraus. Es war zwischenzeitlich aber auch vergriffen, so dass ich erst durch die Spekulationen für das Spiel des Jahres wieder auf Trek 12 zurückkam. Inzwischen steht es tatsächlich auf der Empfehlungsliste. Richtigerweise darf das Himalaya im Titel auch nicht vergessen werden, denn inzwischen gibt es zumindest auf französisch eine neue Variante mit dem Namen Trek 12: Amazonia, in der wir das Amazonas Gebiet erkunden. Was ist also so gut an diesem Roll & Write, dass es auf die begehrte Empfehlungsliste kommen konnte? Ich war zumindest mal sehr neugierig, denn gute Roll & Writes finde ich nach wie vor spannend als kleines Appetithäppchen. Als Trek 12: Himalaya dann bei mir ankam, war ich fast ein bißchen geschockt, da die Schachtel sehr groß und schwer für ein Roll & Write war. Seit Hadrianswall bringt mich da aber nichts mehr so schnell aus der Ruhe.

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Hidden Games Tatort – Ein Drahtseilakt

Hidden Games Tatort – Ein Drahtseilakt

Dank meines Kumpels Marc sind wir inzwischen riesige Fans der Hidden Games Tatort-Reihe und werden Dank seines Interesses auch weiterhin mit Fällen versorgt. Danke nochmal dafür. Da meine Frau ein Bluthund ist und total auf solche Spiele steht, liegen sie meist nie lange bei uns herum. Während sie also Sherlock ist, komme ich meiner Rolle in Form des Chronisten und Assistenten nach und mime den hilfswilligen Watson. Für Leute die gar nicht wissen wovon wir hier reden sei kurz erklärt, dass die Hidden Games Tatort-Reihe eine Serie von Kriminalfällen darstellt, die wir als Detektive lösen müssen. Dazu stehen uns nur ein Haufen von Informationen zur Verfügung. Das können Briefe, offizielle Dokumente, Zeugenaussagen, Werbeflyer usw. sein. Hinzu gesellen sich Telefonate, Datenbanken, Internetseiten und die gängigen Social Media Dienste. Aus allen Informationen lässt sich der Fall rekonstruieren und wir können eindeutig einen Täter ermitteln, wenn wir alles richtig deuten. Dazu werden ungefähr zwei bis drei Stunden Zeit benötigt. Beim vorliegenden 4. Fall – ein Drahtseilakt sind uns diesmal aber nicht nur positive Dinge aufgefallen, die ich hier gerne in den digitalen Äther verewigt wissen möchte.

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Klassiker – Guillotine

Die Guillotine, wer kennt sie nicht? Das Fallbeil in eine Tötungsmaschine umgewandelt ist so untrennbar mit der französischen Revolution verbunden, dass ich die beiden Dinge nicht im Kopf trennen kann. Eigentlich wurde sie aus humanitären Gründen erfunden, um die Grausamkeit bei einer Hinrichtung durch einen Henker zu reduzieren, der mitunter mehrere Schläge benötigte. Humanitär ist in diesem Zusammenhang natürlich äußerst zynisch, aber ja… Der zweite Grund, und da nähern wir uns dem Spiel gehörig an, ist die Tatsache, dass bei der Revolution in Frankreich soviele Hinrichtungen durchgeführt werden mussten, dass es effektiver war, dies durch eine Maschine durchführen zu lassen. Alles Pervers aber wir wollen hier ja Spaß haben und wer das alles ausblenden kann und nicht so ernst nimmt, der kann mit Guillotine von Amigo bzw. Wizards of the Coast eine Menge Spaß haben – wie ich finde. Das Spiel ist natürlich rabenschwarz zu verstehen und zartbesaitete Gemüter sollten lieber die Finger davon lassen, aber für mich ist Guillotine ein echter Klassiker mit seinen inzwischen 24 Jahren auf dem Buckel. Nach Robo Rally vom letzten Mal dürfte das hier erneut ein Kandidat sein, der auf ein geteiltes Echo stoßen könnte.

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Imperium: Klassik und Imperium: Legenden

Als im letzten Jahr die deutsche Version von Imperium in der Spieleschmiede auftauchte, war ich gleich Feuer und Flamme. Ich bin ein Freund von Zivilisationsspielen und mag sowohl leichte als auch komplexere Spiele in dem sich Völker in zivilisatorischer Konkurrenz ausesinandersetzen. Imperial Settlers gehört da genauso in mein Beuteschema wie auch ein Civilization von Annodarzumal. Imperium sollte Anspruch haben, eine meiner liebsten Mechaniken, den Deckbau, beinhalten und mit einer Spielzeit von trotzdem nur vierzig Minuten eine angenehme Spieldauer vorweisen. Hinzu kam, das der Preis für ein bzw. zwei Spiele mit sovielen Völkern super fair war und ich hier nicht mit unendlich vielem unnötigen Mist zugeballert wurde. Kurzum: ich war vollends begeistert und habe das Spiel sofort unterstützt. Noch viel mehr angetan war ich, dass es trotz erschwerter Lieferketten und weltweiter Logistikprobleme trotzdem recht schnell fertiggestellt wurde und bei mir eintraf. Doch dann begann ein Kampf. Ein ziemlich langer und frustrierender, an dessen Ende aber doch die erhofte Belohnung wartete. Aber lest selbst…

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Brettspiel Apps #04 – Eisenbahn, Vögel und Verliese

Etwas länger schon nichts mehr vom Appsektor berichtet, möchte ich aber gerne heute mit dem vierten Teil weitermachen. Die Appwelt wird immer bunter und vielfältiger und als Ergänzung finde ich es gut, dass es sie gibt. Sie ersetzen keine Spielrunden für mich, aber, ich weiß nicht wie es euch geht, ich habe auch gerne mal Lust Zwischendurch ein Spiel zu Spielen, und das geht halt nicht immer spontan mit vielen Leuten. Deshalb gehören Apps für mich inzwischen dazu. Einige sind toll, andere nicht. Heute führt uns die Appreise in die Welt der Eisenbahn mit einem durchaus zwiespältigen Kandidaten. Wir schauen uns die Vögel von Flügelschlag an, um zu schauen, ob das Spiel auch digital seinen Siegeszug fortsetzen kann. Zu guter letzt steigen wir dann in die Tiefen eines Verlieses hinab und scheun wie gut wir uns mit unserer Heldin gegen Monsterscharen erwehren können.

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Project L

Project L

Ich gebe zu, es gab eine Zeit in der war ich ein wenig übersättigt von Polyominos. Gefühlt kamen vor ein paar Jahren wöchentlich neue Spiele mit den kleinen verschiedengeformten Steinchen oder Plättchen heraus. Inzwischen ist das mit Roll & Writes sogar noch schlimmer, da kommt gefühlt jeden Tag ein neues auf den Markt. Project L kam 2020 heraus und ich konnte die Steinchen einfach nicht mehr sehen. So verwundert es nicht, dass ich Project L zwar wahrgenommen habe, aber es mir wirklich ziemlich egal war. Inzwischen habe ich aber sehr viel Positives über das Spiel gehört, so dass ich es mir doch gerne nochmal anschauen wollte. Ich habe es kurzerhand einfach gekauft und erhoffte mir ein etwas anderes Erlebnis, als bei all den anderen Puzzle-Polyominosspielen zuvor, denn bei Project L handelt es sich um einen Engine Builder mit den kleinen Steinchen. Das fand ich dann doch so interessant, dass ich es nachholen musste. Als es dann ankam war ich bereits kurz nach dem Auspacken das erste mal überrascht: Project L ist wesentlich kleiner als ich vermutet hätte. Aber es sieht verdammt edel aus.

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Abyss

Abyss

Nicht erschrecken! Dieser grimmige Kollege hier links gehört zu einem der optisch erstaunlichsten Spiele der letzten Jahre. Viele werden das Coverartwork kennen, aber wahrscheinlich haben es noch nicht allzu viele Leute hierzulande gespielt, denn zu bekommen war es eigentlich kaum. Abyss stammt schon von 2014 und in diesem Jahr ist die einzige deutsche Auflage erschienen. Seitdem herrschte gähnende Leere. Für das Artwork ist Xavier Collette verantwortlich, der mit seinen Artworks auch andere Spiele, die für ihr Aussehen berühmt sind, gestaltet hat. Jeder hat bestimmt schonmal die phantasievollen Karten von Dixit betrachtet oder die schrulligen Charaktere in Mysterium bewundert. Wirklich geil! Spielerisch stammt das Spiel aber von einem nicht minder fähigen Gesellen, denn Bruno Cathala ist für das spielerische Verantwortlich und hat das Spiel gemeinsam mit Charles Chevallier (Kanagawa / Micropolis) entwickelt. Auch das spricht für Qualität. Worum geht es also nun in Abyss, dass schon wegen der Tatsache bemerkenwert ist, dass sein Titel nicht auf dem Cover steht, um den grimmigen Look nicht zu zerstören? Um Unterwasserwesen, die wir durch verschiedenste Mechanismen auf unsere Seite ziehen und versuchen die Kontrolle zu erlangen. Warum aber jetzt eine Review zu diesem Spiel? Ganz einfach, Grimspire hat sich dem Spiel angenommen und eine neue Auflage auf deutsch herausgebracht. Ihr habt also die Chance ein Exemplar zu bekommen.

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