Fate Flip: Mein Königreich – Auf die Wendung kommt es an

Fate Flip: Mein Königreich

Wer von euch auf Soloabenteuer und Abenteuergeschichten steht und darüber hinaus Spiele wie Palm Island oder auch so etwas wie Cartaventura mag, der sollte hier vielleicht mal einen Blick riskieren. Johannes Krenner, der einigen von euch wahrscheinlich durch das unsägliche Challengers bekannt sein dürfte hat hier ein kleines Abenteuerspiel-System geschaffen, bei dem wir im Prinzip das Gleiche tun wie bei Palm Island. Während es dort allerdings nur um die Optimierung von Ressourcen und Rohstoffen geht, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, geht es in Fate Flip: Mein Königreich um die Geschichte zu deren Gelingen oder Misslingen wir auch einige eher abstraktere Ressourcen sammeln und verwalten müssen. Die Geschichte verläuft dabei nicht immer gradlinig und wir können verschiedenste Enden für den Verlauf der Geschichte erreichen. Fate Flip ist also nicht nach nur einem Durchlauf bereits beendet, den wir in gut einer halben Stunde erreichen können. Nein, der Spielverlauf ist zum Teil so unterschiedlich, dass sich mehrere Durchläufe durchaus lohnen.

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Cozy Stickerville – Klebrige Langeweile oder spielerische Entspannung?

Cozy Stickerville

Corey Konieczka und sein inzwischen gar nicht mehr so neuer Verlag Unexpected Games hatten sich ja zur Aufgabe gemacht den Brettspielmarkt durch neue Ansätze und eben unerwartete Spiele ein wenig durcheinander zu bringen und sie hatten da auch durchaus schon interessante Spiele wie The Initiative und Voices in My Head in ihrem Portfolio. Mit Cozy Stickerville könnte ihnen nun aber ein richtig großer Wurf gelungen sein, bei allem was da so durch den Äther rauscht. Im Allgemeinen kommt das Entspannungsspiel wohl sehr gut an und das obwohl die Cozy Games ja im Ruf stehen ihre Spieler*innen selten zu überfordern und mit spielerisch relevanten Entscheidungen daherzukommen. Einige dieser Spiele kann ich nur schwer als Spiel beschreiben sondern würde sie eher Aktivität nennen. Doch Cozy Stickerville möchte eigentlich immer das wir Entscheidungen treffen doch sie sind, sagen wir mal, alle irgendwie irrelevant, denn sie sorgen nur für ein Dorfbild, dass so oder so aussehen kann. Doch das ist genau der Kniff und bevor ich hier schon zu sehr in ein Fazit abdrifte erkläre ich euch erstmal worum es geht.

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#020 Blogbuch – Kampagne

Heute würde ich gerne mal über Brettspiele mit Kampagnen sprechen. Diese bereiten mir nämlich zunehmend Kopfschmerzen, oder sagen wir mal, ich muss in letzter Zeit häufiger über sie nachdenken. Eigentlich mochte ich solche Spiele immer ganz gerne und wollte sie auch immer in voller Gänze erleben, aber in den letzten Jahren hat das leider zusehends nachgelassen. Das erste Mal so richtig aufgefallen ist es mir, als ich von meiner Frau Schlafende Götter geschenkt bekam und wir es nur wenig später ausprobierten. Das Spiel gefiel uns eigentlich ganz gut, aber wir kamen einfach nicht dazu es regelmäßig zu spielen, wie es das Spiel verdiente. Noch während der Pandemie erlebten Kampagnenspiele ja einen regelrechten Boom. Ist ja auch klar, wir alle hatten eines im Überfluss: Zeit! Die wollte natürlich totgeschlagen werden und da boten sich Kampagnenspiele an, ja drängten sich sogar auf. Dennoch glaube ich irgendwie nicht, dass Zeit das Problem bei mir ist. Bei manchem Legacyspiel bekommen wir es ab und zu ja auch noch hin oder schauen wir uns zum Beispiel das neue Cozy Stickerville an, welches wir regelmäßig abends spielen konnten und uns die Zeit nahmen. Aber auch für Legacyspiele gibt es Gegenbeispiele in unserer jüngeren Vergangenheit. Aktuell stehen bei uns drei Kampagnen- und oder Legacy-Spiele herum, die wir entweder angefangen haben, oder noch beginnen wollen, bei denen sich mir allerdings immer mehr aufdrängt, dass das einfach nicht passieren wird.

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Click A Tree – Rosenbergsche Landwirtschaft

Click A Tree

Wundert es irgendwen, dass es in einem neuen Rosenbergspiel um Landwirtschaft geht oder Plättchen aneinander gelegt werden müssen? Nein, natürlich nicht. Uwe Rosenberg bleibt sich treu und hat seine Lieblingsthemen und bastelt trotzdem immer wieder an interessanten Mechaniken. Für manche mag das repetitiv wirken, aber Herr Rosenberg scheint jemand zu sein, der gerne und ausgiebig an kleinen Stellschrauben feilt und nie ganz zufrieden ist. Irgendwann fällt ihm zu etwas Bestehendem ein neuer Twist ein, auch möge er noch so klein sein, dieser wird dann in einem neuen Spiel erprobt. Click A Tree ist mechanisch wie ich finde aber trotzdem etwas Neues. Rein optisch erinnert es zunächst ein wenig an Applejack, aber sobald es gespielt wird, bleibt dieser Vergleich recht schnell auf der Strecke. Click A Tree befasst sich dabei nicht nur mit der Landwirtschaft an sich, sondern es unterstützt das Click A Tree Projekt der Board Game Road in Ghana, bei der sich europäische Spieleverlage an der Aufforstung eines Waldes unter Berücksichtigung der syntropischen Landwirtschaft engagieren. Das Spiel Click A Tree versucht das Konzept spielerisch umzusetzen.

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Kilia – Ein perfektes Debüt?

Kilia

Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, wie ansprechend andere Spieler*innen das reduzierte Erscheinungsbild von Kilia finden, aber bei mir hat es irgendwie gewirkt. Ich mag das elegante Aussehen des Spiels und als ich dann Bilder des Materials sah, war ich genauso angetan. Mit dem Namen des Autoren konnte ich allerdings nichts anfangen. Lars Ehresmann sagte mir so gar nichts, obwohl das Spiel so wirkte, als sei es von jemandem erdacht worden, der schon einige, mechanisch anspruchsvolle Eurogames auf dem Kerbholz hat. Pustekuchen! Lars Ehresmann kann mir auch gar nichts sagen, weil Kilia sein Erstlingswerk ist und das, soviel sei mal vorweg geschickt, merkst du nicht wirklich. Früher hatte gefühlt jedes zweite Spiel mit Handel im weiteren Sinne zu tun. Heute findest du solche Spiele schon seltener und das ist auch gut so, denn die Vergangenheit hat in dieser Hinsicht reichlich zu bieten. Dennoch solltet ihr hier hellhörig werden und Lars eure Aufmerksamkeit schenken. Diesmal geht es um den Nord-Ostsee-Kanal und die Stadt Kiel, früher Kilia.

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Was spielst du so? – März 2026

Da sind tatsächlich schon wieder drei Monate des Jahres um. Bald wird es bestimmt wieder losgehen mit den Spekulationen über das diesjährige Spiel des Jahres. Ich mache mir auch schon mal Gedanken, aber dieses Jahr könnte wieder interessant werden. Nachdem das Frühjahr für mich ziemlich bescheiden gelaufen ist und ich nicht besonders viel spielen konnte, war ich im März schon wieder voll im Arbeitstsress und erfreue mich, während ich diese Zeilen schreibe, über den ersten, kurzen Urlaub des Jahres. Ostern steht vor der Tür und wir werden bestimmt das ein oder andere Spiel über die Feiertage spielen. Mein nächster Spielverkauf steht auch vor der Tür, die Sammlung will dringend ausgedünnt werden, hier ist einiges aufgelaufen , was ich unbedingt loswerden möchte. Leider fehlte mir bisher die Zeit und die Muße mich durch die Sammlung zu wühlen, obwohl der zur Verfügung stehende Platz aus allen Nähten platzt. Das hängt leider auch daran, dass einige größere Spiele viel Platz blockieren. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Was kam also bei uns im vergangenen Monat auf den Tisch?

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Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft – Pandemie in Mittelerde

Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft

Als ich zum ersten Mal von diesem Spiel hörte, war ich in einem Zwiespalt gefangen. Einerseits bin ich ein großer Herr der Ringe Fan und probiere gerne neue Spiele, die sich mit Tolkiens Werk befassen aus. Andererseits aber bin ich definitiv kein großer Pandemie Fan. Ich finde das System zwar interessant aber auch zu anfällig. Bei Pandemie ist es halt möglich bei entsprechendem Pech, eine Partie sang- und klanglos zu verlieren, ohne auch nur irgendwas dagegen tun zu können. So etwas mag ich nicht. Die einzigen Spiele der Reihe, bei denen ich darüber hinwegsehen kann, sind die Pandemic Legacy Spiele, die mir so viel anderes Erlebnis bieten, dass mich eine Partie, in der es mal bescheiden läuft, nicht wirklich stört. Nun also Das Schicksal der Gemeinschaft und ich war schon ein wenig skeptisch, ob dass Spiel für mich funktioniert. Ich habe mich auch relativ lang nicht drangetraut. Inzwischen ist der Hype etwas vorbei und ich habe es aus dem Regal hervorgeholt und ausprobiert. Am Ende war ich wirklich ein bisschen erstaunt, denn Das Schicksal der Gemeinschaft hat zwar ein paar Probleme, aber dass es ein Pandemie-Spiel ist gehört definitiv nicht dazu. Insgesamt war ich tatsächlich ein wenig überrascht. Ich versuche mal zu erklären warum.

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