Ein Blick in die Glaskugel

Es ist bald wieder soweit und der Verein Spiel des Jahres e. V. verleiht seinen Preis. Einer der, wenn nicht sogar der wichtigste Brettspielpreis überhaupt, bringt jedes Jahr die gesamte Spieler*innenschaft dazu sich einen Kopf darüber zu machen, welches der vielen Spiele denn wohl eine Chance auf den Preis haben könnte. Diverse YouTube-Kanäle, Blogger* und Influencer*innen machen sich Gedanken über die zukünftigen Preisträger*innen. Da darf der Spieltroll natürlich nicht fehlen und, wie jedes Jahr, hole ich die Glaskugel aus der Trollhöhle und werfe einen tiefen Blick hinein in die diffusen wabernden Spielewelten. Jedes Jahr auf neue ein Spaß, bei dem du selbst herausfindest, welches Spiel in welche Kategorie gehört. In diesem Jahr gibt es aber meiner Meinung nach nicht so viele Grenzgänger, die in die eine oder andere Kategorie gehören könnten. Am 19.05. wird der Verein Spiel des Jahres e.V. seine Nominierungen und Empfehlungslisten bekanntgeben. Meine Tipps gibt es heute schon.

„Ein Blick in die Glaskugel“ weiterlesen

Grundstein von Metropolis – Auch ohne Monumente ein Knaller?

Grundstein von Metropolis

Grundstein von Metropolis ist entstanden, weil das Vorgänger-Spiel Foundations of Rome, welches es (bisher) nicht in einer deutschen Version gibt, weil es eine absolut wahnsinnige Produktion darstellt, bei vielen so gut ankam, dass es dennoch viele Nachfragen zu dem Spiel gab, ob es nicht auch in einer weniger aufwendigen Produktion, die weniger Platz im Spieleregal wegnehmen würde, erscheint. Ich denke zwar, dass es auch auf Deutsch einige Freaks gegeben hätte die Foundations of Rome gerne in ihre Sammlung integriert hätten, aber ein so opulentes Spiel muss sich für einen Verlag dann auch schon lohnen. Für diejenigen die gar nicht wissen, worum es geht, sei kurz gesagt, dass wir es hier mit einem Stadtbauspiel zu tun bekommen und in der Rom-Variante alle Gebäude aus Plastik modelliert wurden. Das sieht zwar fantastisch aus, ist aber für das zugrundeliegende, recht simple Spiel, absoluter Overkill. Deshalb nun also diese Variante ohne das ganze Bling-Bling und in die schnöde Moderne versetzt. Kein Plastik aber dafür Pappe. Das Spielprinzip ist allerdings das Gleiche.

„Grundstein von Metropolis – Auch ohne Monumente ein Knaller?“ weiterlesen

Was spielst du so? – April 2026

Eieiei, wo fange ich denn diesen Monat an? Das Jahr hat ja rein gesundheitlich für meine Frau und mich ja nicht besonders gut angefangen. Immer wieder kam etwas dazwischen und wenn es nicht die Gesundheit war, dann war es die Arbeit. Auch dort ist die Lage in diesem Jahr gesundheitlich irgendwie angespannt und ständig müssen Kolleg*innen vertreten werden. Mein Arm ist inzwischen schon wieder ganz gut beweglich und ich versuche es mit der Arbeit nicht zu übertreiben. Zu Ostern sollte dann eine Woche Urlaub zu Erholung und zum Spielen genutzt werden, denn dazu kamen wir in der letzten Zeit einfach kaum noch. Dann aber brach auch noch ein familiäres Unglück über uns herein, so dass wir uns um einen nahen Verwandten, der leider völlig überraschend aus dem Krankenhaus anrief und dank einer Amputation unsere Hilfe benötigte. Seit dem sind wir eigentlich nur noch zwischen Arbeit, Krankenhaus, Besorgungen machen und das Leben umorganisieren unterwegs. Da kommt unser Hobby einfach als letztes dran und auch wenn wir dringend mal wieder ein paar mehr Momente des Abschaltens benötigen, spielen wir halt doch zu gerne, als das wir es gänzlich sein lassen können. Dennoch ist die Menge an gespielten Spielen im April auf ein Minimum reduziert. Um so überraschender fand ich dann aber doch, dass es vier Neuheiten auf den Tisch geschafft haben.

„Was spielst du so? – April 2026“ weiterlesen

Fate Flip: Mein Königreich – Auf die Wendung kommt es an

Fate Flip: Mein Königreich

Wer von euch auf Soloabenteuer und Abenteuergeschichten steht und darüber hinaus Spiele wie Palm Island oder auch so etwas wie Cartaventura mag, der sollte hier vielleicht mal einen Blick riskieren. Johannes Krenner, der einigen von euch wahrscheinlich durch das unsägliche Challengers bekannt sein dürfte hat hier ein kleines Abenteuerspiel-System geschaffen, bei dem wir im Prinzip das Gleiche tun wie bei Palm Island. Während es dort allerdings nur um die Optimierung von Ressourcen und Rohstoffen geht, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, geht es in Fate Flip: Mein Königreich um die Geschichte zu deren Gelingen oder Misslingen wir auch einige eher abstraktere Ressourcen sammeln und verwalten müssen. Die Geschichte verläuft dabei nicht immer gradlinig und wir können verschiedenste Enden für den Verlauf der Geschichte erreichen. Fate Flip ist also nicht nach nur einem Durchlauf bereits beendet, den wir in gut einer halben Stunde erreichen können. Nein, der Spielverlauf ist zum Teil so unterschiedlich, dass sich mehrere Durchläufe durchaus lohnen.

„Fate Flip: Mein Königreich – Auf die Wendung kommt es an“ weiterlesen

Cozy Stickerville – Klebrige Langeweile oder spielerische Entspannung?

Cozy Stickerville

Corey Konieczka und sein inzwischen gar nicht mehr so neuer Verlag Unexpected Games hatten sich ja zur Aufgabe gemacht den Brettspielmarkt durch neue Ansätze und eben unerwartete Spiele ein wenig durcheinander zu bringen und sie hatten da auch durchaus schon interessante Spiele wie The Initiative und Voices in My Head in ihrem Portfolio. Mit Cozy Stickerville könnte ihnen nun aber ein richtig großer Wurf gelungen sein, bei allem was da so durch den Äther rauscht. Im Allgemeinen kommt das Entspannungsspiel wohl sehr gut an und das obwohl die Cozy Games ja im Ruf stehen ihre Spieler*innen selten zu überfordern und mit spielerisch relevanten Entscheidungen daherzukommen. Einige dieser Spiele kann ich nur schwer als Spiel beschreiben sondern würde sie eher Aktivität nennen. Doch Cozy Stickerville möchte eigentlich immer das wir Entscheidungen treffen doch sie sind, sagen wir mal, alle irgendwie irrelevant, denn sie sorgen nur für ein Dorfbild, dass so oder so aussehen kann. Doch das ist genau der Kniff und bevor ich hier schon zu sehr in ein Fazit abdrifte erkläre ich euch erstmal worum es geht.

„Cozy Stickerville – Klebrige Langeweile oder spielerische Entspannung?“ weiterlesen

#020 Blogbuch – Kampagne

Heute würde ich gerne mal über Brettspiele mit Kampagnen sprechen. Diese bereiten mir nämlich zunehmend Kopfschmerzen, oder sagen wir mal, ich muss in letzter Zeit häufiger über sie nachdenken. Eigentlich mochte ich solche Spiele immer ganz gerne und wollte sie auch immer in voller Gänze erleben, aber in den letzten Jahren hat das leider zusehends nachgelassen. Das erste Mal so richtig aufgefallen ist es mir, als ich von meiner Frau Schlafende Götter geschenkt bekam und wir es nur wenig später ausprobierten. Das Spiel gefiel uns eigentlich ganz gut, aber wir kamen einfach nicht dazu es regelmäßig zu spielen, wie es das Spiel verdiente. Noch während der Pandemie erlebten Kampagnenspiele ja einen regelrechten Boom. Ist ja auch klar, wir alle hatten eines im Überfluss: Zeit! Die wollte natürlich totgeschlagen werden und da boten sich Kampagnenspiele an, ja drängten sich sogar auf. Dennoch glaube ich irgendwie nicht, dass Zeit das Problem bei mir ist. Bei manchem Legacyspiel bekommen wir es ab und zu ja auch noch hin oder schauen wir uns zum Beispiel das neue Cozy Stickerville an, welches wir regelmäßig abends spielen konnten und uns die Zeit nahmen. Aber auch für Legacyspiele gibt es Gegenbeispiele in unserer jüngeren Vergangenheit. Aktuell stehen bei uns drei Kampagnen- und oder Legacy-Spiele herum, die wir entweder angefangen haben, oder noch beginnen wollen, bei denen sich mir allerdings immer mehr aufdrängt, dass das einfach nicht passieren wird.

„#020 Blogbuch – Kampagne“ weiterlesen

Click A Tree – Rosenbergsche Landwirtschaft

Click A Tree

Wundert es irgendwen, dass es in einem neuen Rosenbergspiel um Landwirtschaft geht oder Plättchen aneinander gelegt werden müssen? Nein, natürlich nicht. Uwe Rosenberg bleibt sich treu und hat seine Lieblingsthemen und bastelt trotzdem immer wieder an interessanten Mechaniken. Für manche mag das repetitiv wirken, aber Herr Rosenberg scheint jemand zu sein, der gerne und ausgiebig an kleinen Stellschrauben feilt und nie ganz zufrieden ist. Irgendwann fällt ihm zu etwas Bestehendem ein neuer Twist ein, auch möge er noch so klein sein, dieser wird dann in einem neuen Spiel erprobt. Click A Tree ist mechanisch wie ich finde aber trotzdem etwas Neues. Rein optisch erinnert es zunächst ein wenig an Applejack, aber sobald es gespielt wird, bleibt dieser Vergleich recht schnell auf der Strecke. Click A Tree befasst sich dabei nicht nur mit der Landwirtschaft an sich, sondern es unterstützt das Click A Tree Projekt der Board Game Road in Ghana, bei der sich europäische Spieleverlage an der Aufforstung eines Waldes unter Berücksichtigung der syntropischen Landwirtschaft engagieren. Das Spiel Click A Tree versucht das Konzept spielerisch umzusetzen.

„Click A Tree – Rosenbergsche Landwirtschaft“ weiterlesen