#52 Was ist eigentlich? – Analysis Paralysis

Oh ha! Was ist das denn für ein komisches Gebilde? Das kann ich ja gar nicht aussprechen. Analysis Paralysis oder auch Paralyse durch Analyse oder kurz AP. Ein Phänomen, das nicht nur auf die Brettspiele beschränkt ist, hier aber sehr häufig anzutreffen ist. Es gibt Zeitgenossen die unter diesem, tja wie sollen wir es nennen, Syndrom? Keine Ahnung… Auf jeden Fall „leiden“ einige spielende Zeitgenossen unter dieser „Krankheit“. Ihr seid dem bestimmt auch schonmal begegnet. Wenn es mal wieder etwas länger dauert…

Analysis Paralysis (Paralyse durch Analyse)

Übersetzen kann man die beiden Wörter durch Analyse und Stillstand. Also Stillstand durch Analyse. Das meint das Überanalysieren eines Zustands, einer Situation in der man sich befindet. Kurz die Grübler unter uns. Hierbei wird das treffen einer Entscheidung soweit hinausgezögert, dass man den Eidnruck gewinnen kann, dass derjenige lieber keine Entscheidung treffen will. Es wird solange am eigenen Zug herumüberlegt, dass alle anderen am Tisch sich beginnen zu langweilen. Im schlimmsten Fall beschäftigen sie sich parallel mit anderen Dingen. Die Downtime wird nahezu unerträglich.

Brettspiele stellen ihre Spieler immer wieder vor Situationen/Aufgaben, die von ihnen eine Lösung verlangen. Menschen die unter Analysis Paralysis „leiden“, ersetzen diesen Lösungsversuch durch die Suche nach der absolut perfekten Lösung. Sie sind dabei getrieben von der Angst vor einer nicht ganz optimalen Lösung, die ihr Versagen dokumentieren könnte. Das Problem bei vielen modernen Brettspielen ist in meinen Augen die Tatsache, dass viel schmückendes Beiwerk, die im Kern enthaltene Entscheidung umgibt. In diesen Spielen ist die Entscheidung meist nicht so klar ersichtlich, wie in z. B. klassischem Schach. Außerdem müssen mehr Spieler und ihre Reaktionen eingeplant werden.

Analysis Paralysis kann für Mitspieler zu einem echten Problem werden, wenn sie einmal rausgefunden haben, dass ein Mitspieler dazu neigt, alles überanalysieren zu wollen. Zeitlimits sind eigentlich das einzige Mittel, was dagegen hilft die Spielzeit ins unendliche auszudehnen. Bei Blood Bowl-Turnieren z.B. findet die sogeannte 4-Minuten-Regel Anwendung, in der ein Spieler seinen kompletten Zug in vier Minuten absolviert haben muss, bevor direkt und unvermittelt sein Gegenspieler an die Reihe kommt.

Da fast jedes Spiel irgendwelche Entscheidungen von den Spielern erfordert, lasse ich hier mal die Spieleauswahl in dieser Woche entfallen.

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