#18 Was ist eigentlich? – Engine Building

Seid ihr bereit? Heute bauen wir einen Motor und bringen ihn zum Laufen. Und wenn er dann wie ein Kätzchen schnurrt und läuft, bringt er uns auch zum Sieg. Engine Building soll heute die auserwählte Mechanik für das „Was ist eigentlich?“ sein. Macht euch bereit, denn es ist ein recht weites Feld zu beackern. Engine Builder erfreuen sich momentan besonderer Beliebtheit und deshalb gibt es sie in allen Schwierigkeitsgraden und Ausprägungen. Ich sage nur Flügelschlag…

Engine Building

Das Engine Building oder ein Engine Builder ist ein Spiel, indem wir eine imaginäre Maschine oder einen Motor bauen und ihn zum Laufen bringen, um die Früchte einzufahren. Klingt ziemlich abstrakt, aber im Grunde ist es genau so. Nehmen wir zum Beispiel das Spiel der Imperial Settlers. Das ganze Spiel dauert nur vier Runden in denen wir am Anfang jeder Runde die gleichen paar Ressourcen zur Verfügung haben. Die Ressourcen benötigen wir um unsere Karten auszuspielen, die uns dann wiederum neue Ressourcen liefern oder Aktionen ermöglichen mit denen wir wieder weitere Karten bekommen und so weiter. Man versucht also sozusagen seinen eigenen Zug in die Länge zu ziehen, um möglichst viel zu erreichen. So funktioniert die Engine bei den Imperial Settlers.

Schaut man sich den Überflieger des letzten Jahres an (Flügelschlag), so funktioniert die Engine hier ganz anders, denn hier legen wir Reihen von Vogelkarten aus. Wenn wir eine Aktion in einer unserer Reihen auslösen, so wandert unser Spielstein von rechts nach links über unsere Karten und jede Karte die eine auslösbare Aktion vorweist, wird auch ausgelöst. Um hier das Maximum aus seinen Karten herauszuholen, sollten die Karten aufeinander aufbauen. Der erste Vogel könnte einem zum Beispiel erlauben Eier in die Nester zu legen, während der zweite Vogel für jedes Ei im Nest eine Nahrung sammelt. Auch hier bauen die Vögel aufeinander auf. Das ist die sogenannte Engine und in solchen Spielen ist es die Aufgabe der Spieler eine solche Reihenfolge von Aktionen zu bauen.

Allen Engine Buildern gemein ist, dass man relativ schnell erkennt, welcher der Spieler es schafft seinen Motor ans Laufen zu bringen, denn die Siegbedingungen sind meistens sehr direkt mit der Mechanik verbunden, so dass man sofort merkt, wer hier etwas gut gebaut hat. Auch das wunderschöne Everdell gehört zu den Enigne Buildern und hier merkt man den Zusammenhang ganz deutlich, denn alle Spieler nehmen an einem Jahresverlauf mit Jahreszeiten Teil. Die Spieler wechseln die Jahreszeiten dann wenn sie nichts mehr tun können, egal in welcher Runde das auch immer passiert. Das heisst das manche Spieler früher in anderen Jahreszeiten sind als andere, weil es bei ihnen etwas runder läuft.

Die genannten Beispiel sind alle Ausdruck ein und der gleichen Mechanik die einem Spiel zu Grunde liegt. Dennoch spielen sich alle Spiele komplett unterschiedlich. Everdell zum Beispiel bedient sich zusätzlich einem Worker-Placement Mechanismus, um an Rohstoffe zu kommen. Diese Rohstoffe bekommt man bei Imperial Settlers wiederum jede Runde und muss nur dafür sorgen das man möglichst lange Bandwurmzüge hinbekommt, um viele Siegpunkte zu erzeugen. Bei Flügelschlag zählt hingegen die richtige Reihenfolge der ausgelgten Karten. Alles grundverschieden und dennoch im Kern eine Engine.

Ich kann auch tatsächlich gar nicht so genau sagen mit welchem Spiel die Engine Builder so groß geworden sind. Ich kenne aus meiner Magiczeit noch die sogenannte Deckengine, die im Grunde genau das gleiche ist. Man spult bei seinem Deck seine Karten ab, die synergetische Effekte haben und im besten (oder für den Gegner übelsten) Fall kommt man gar nicht mehr dran, bevor man verloren hat. Was man allerdings auf jeden Fall sagen kann ist das Engine Builder sich momentan einer großen Beliebtheit erfreuen. Spiele wie Terraforming Mars oder auch Flügelschlag sind äußerst beliebt und finden auch ihren Weg in den Mainstream.

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