#29 Was ist eigentlich? – Legacy

In der letzten Woche ging es um Kampagnenspiele und da habe ich ganz unbedarft leider schon ein bißchen vorgegriffen und den Begriff des Legacy ins Spiel gebracht ohne ihn richtig zu Erklären. Deshalb nun, nur folgerichtig eine Woche später, meine Begriffserklärung zum Begriff des Legacy in der Brett- und Kartenspielwelt. Ein Begriff den es noch gar nicht solange in der Szene gibt und zu dem es anscheinend nur zwei Meinungen gibt. Die einen finden es großartig und die anderen können sich nicht damit anfreunden.

Legacy

Legacy oder Legacy-Spiel bezeichnet eine Art von Spiel, das sich ständig verändert und weiterentwickelt. Im Normalfall spielt sich keine Partie gleich und Folgepartien bauen auf den Geschehnissen der Vorgängerpartien auf. Legacy stammt aus dem Englischen und steht für Erbe oder Vermächtnis, was dieses Spielprinzip passend beschreibt. Damit das funktioniert muss das Spielmaterial solcher Legacyspiele aber dauerhaft modifiziert werden. Soll heißen in ihnen werden Karten und Spielbretter beschrieben, beklebt, gefaltet, zerschnitten und was weiß ich sonst noch so. Damit ist solch ein Spiel in seiner Gänze aber in der Regel nur einmal spielbar und verbleibt nach Abschluss der Kampagne in dem finalen Zustand und kann nur noch so gespielt werden.

Das erste Legacyspiel war nach meinem Wissensstand das Spiel Risk Legacy, eine Risiko-Variante mit der Rob Daviau 2011 die Welt in staunen versetzte, denn Risiko gilt ja eher als eines der Massenmarktspiele, die jeder kennt. Seit dem entwickelt er weiterhin Legacykonzepte für Spiele und bringt sie auf den Markt. Der bisherige Gipfel wurde dann mit Pandemic Legacy erreicht indem er zum ersten Mal eine fesselnde Story mit dem beliebten Pandemie Spielprinzip verband und sich überall Spielgruppen entwickelten, die fast schon süchtig dieses Spiel zu Ende bringen wollten. Problem bei Daviaus Spielen ist aber, dass man sie in der Regel nur noch schwer Spielen kann, wenn man durch ist. Was dazu führt, dass nicht alle Menschen von diesen Spielen so angetan sind. Viele empfinden es als ein wenig seltsam, Spielmaterial mutwillig zerstören zu müssen und das Spiel in ihren Augen nachhaltig zu verändern um es ganz zum Schluß nicht mehr spielen zu können, weil es sich so sehr verändert hat. Ressourcenverschwendung und was nicht alles da vorgebracht wurde. Ich kann das ja sogar verstehen, denn ich war zu Beginn selber einer dieser Zeitgenossen, bis ich mir einiges darüber klar gemacht habe.

Inzwischen wird aber immer wieder versucht das Spiel zum Schluß in einem Zustand zu halten, indem es noch normal gespielt werden kann. Das führt aber meistens zu einem eher halbgaren Ergebnis. Charterstone zum Beispiel erlaubt mit Hilfe eines Recharge Packs einen zweiten Durchlauf des Spiels, so dass man zumindest etwas Mehrwert rausbekommt.

Ich persönlich habe meine eigenen Gedanken dazu entwickelt. Zuerst fand ich das wie schon erwähnt auch seltsam, dann wurde mir aber klar, das es weder Ressourcenverschwendung noch Geldschneiderei oder sonstwas ist. Ich finde Legacyspiele eigentlich nichtmal besonders teuer, denn obwohl so ein Spiel gern mal 60 Euro kostet, kauft es euch mit eurer Spielgruppe zusammen. Diese Spiele sind ein Event, ein Erlebnis, das man mit möglichst vielen Spielern teieln sollte. Im Fall von Pandemic Legacy spielt man maximal 24 Spiele, sogar eher weniger. Bei vier Spielern ist das nichtmal 1 Euro pro Spieleabend, wenn man eine Partie am Abend spielt. Und ich frage euch, welches Spiel dieser Größe habt ihr zuletzt mindestens 24 mal gespielt? Eben, genau deshalb ist ein gutes Legacyspiel ein Erlebnis das man nicht verachten sollte. Ist aber nur meine Meinung.

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