Spieleabend #24 – Volles Programm trotz Ziegenstreicheln

Da ist der letzte Spieleabend noch gar nicht solange her, da kommt der nächste schon um die Ecke. Unsere Arbeitskollegen haben uns mal wieder eingeladen und der Abend stand eigentlich unter keinen guten Vorzeichen. Der letzte Abend war spielerisch super. Klong! wurde zu einem riesigen Erfolg, der sehr abgefeiert wurde. Allerdings musste es auch sehr leiden, da meine Frau das Spiel durch einen Glasunfall in Alkohol ertränkt hatte. Darüber hinaus hatte ich die ganze Nach vor diesem Spieleabend nicht geschlafen, weil mein Magen mir keine Ruhe ließ. Ich holte noch nachmittags ein bis zwei Stunden nach, aber ihr kennt das ja vielleicht, danach bin ich immer total groggy. Auf den Spieleabend habe ich mich trotzdem gefreut. Also schnell noch die Tasche gepackt und rein ins Auto, um einmal quer durch die ganze Stadt zu fahren.

Unsere Gastgeberin wollte mal wieder für uns Kochen und ihr Sohnemann hatte sich als Unterstützung angekündigt und wollte extra früh bei ihr eintreffen. Umso überraschter waren wir, als dieser bei unserem Eintreffen noch gar nicht vor Ort war. Wie er uns später mitteilte, musste er noch mit seiner Frau und der kleinen Tochter zum Ziegenstreicheln in den Kleintierpark und seine Frauen konnten sich so schwer lösen, dass er erst zwanzig Minuten nach unserem Eintreffen zu uns stieß. Unsere Gastgeberin ist von ihren Kochkünsten auch nicht überzeugt und warnte uns vorher schon fast penetrant davor, dass der Auflauf aus dem Ofen wohl nichts werden würde. So schlimm war es dann aber nicht und nach den ersten Getränken ging es dann auch leicht verspätet los.

Laßt die Spiele beginnen! Ja, aber welche überhaupt. Ich hatte für diesen Abend, an dem wir erfahrungsgemäß eigentlich nie alle Spiele schaffen, die wir zu den Abenden mitbringen, nur vier Spiele mitgebracht. Zunächst das Reiner Knizia Doublefeature Der Wettlauf nach El Dorado und Mille Fiori. Ergänzt wurde das durch 7 Wonders Architects, welches ich extra für solche Spieleabende gekauft habe, sowie den neuerlichen Überflieger Cascadia. Alles Spiele aus dem Familiensektor in dem sich unsere Kollegen recht gerne bewegen. Meine Frau äußerte lediglich ein paar Bedenken wegen Mille Fiori, da die Erklärung der ganzen verschiedenen Bereiche bei einigen während der Erklärung schon wieder zum Abschalten führen könnte. Berechtigter Einwand, Mille Fiori ist zwar überhaupt nicht kompliziert, aber schon ein wenig erklärungsbedürftig.

7 Wonders Architects

Wir legten aber an diesem Abend zunächst mit 7 Wonders Architects los, das für staunende Augen sorgte. Ein Spiel, das so dermaßen gut verpackt war haben unsere Kollegen auch noch nie gesehen. 7 Wonders ist ihnen bis dato auch noch völlig unbekannt, da wir leider nicht über eine Kopie des großen Bruders zu hause verfügen, haben wir es auch noch nie zu einem Spieleabend mitgebracht. Dafür ist 7 Wonders Architects ja eigentlich ideal. Die Erklärung ging erstaunlich gut und ohne Nachfragen von statten und sie schienen das Konzept sofort verstanden zu haben. Wir haben eine Proberunde gespielt, die sehr gut lief. Sohnemann hat direkt gewonnen und so war das Spiel natürlich sofort in seiner Gunst. Bei dieser Partie blieb es aber nicht, denn das Spiel ist ja wirklich auch rasend schnell gespielt. Auch die nachfolgenden Partien gefielen allen Beteiligten und so baute sich 7 Wonders Architects einen sehr guten Ruf auf und war wohl der Star des Abends.

Cascadia

Als zweites kam Cascadia auf den Tisch. Meine Frau übernahm die Erklärung und da wir im vorfeld ja bereits wussten das unsere Gastgeberin Legespiele sehr mag, konnte das nur zu einem Selbstläufer werden. Auch hier gab es bei der Erklärung keine Probleme und wir konnten schnell starten. Alle waren sehr in ihr Spiel vertieft und immer wieder wurde angefeuert und kommentiert, was da für Tierplättchen aus dem Beutel gezogen wurden. Machte wirklich Spaß, allerdings bemerkte keiner, das Sohnemann bei der Erklärung nicht richtig aufgepasst hatte und irgendwie vergaß große zusammenhängende Biotope zu bauen. Er konzentrierte sich voll auf die Tiere. Die Quittung kam dann bei der Schlußwertung. Meine Frau gewann mit etwa zehn Punkten vorsprung zu meiner Arbeitskollegin und mir. Wir beide waren nur durch einen Punkt getrennt. Sohnemann lag bei der Tierwertung tatsächlich auf Platz zwei, allerdings machte er sowenige Punkte durch sein Gelände, dass er abgeschlagen weit hinten lag. Seltsam das uns das bem Spielen nicht aufgefallen ist, sondern wir alle so vertieft in das Spiel waren. Es gab aber widererwarten keinen schlechten Kommentar zu dem Spiel. Beide waren begeistert und empfanden Cascadia als Klassespiel.

Mille Fiori

Als nächstes gingen wir zu Mille Fiori über. Meine Frau dachte es wäre bereits viel späer, aber es war erst halb zehn, als wir begannen. Der Aufbau ist ja schnell erledigt und dann fing ich an zu erklären. Aber auch hier fluppte alles wie am Schnürchen. Unsere Kollegen waren sehr aufmerksam, das kennen wir sonst auch anders… Die kleinen Gemeinheiten die das Spiel durch seinen Spielverlauf nach der Erklärung beriethält wurden recht schnell erkannt und versucht zu vermeiden. Sohenmann hielt von Anfang an gut mit und versuchte immer sinnig zu Punkten. Unsere Kollegin versuchte zunächst durch viele Waren im Handelsdistrikt Punkte zu erzielen, verrante sich aber ein wenig und war danach auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zu Punkten und streute ihre Spielsteine ein wenig zu stark. Sie fiel deutlich zurück, was bei Mille Fiori aber nicht unbedingt etwas heißt, da hier überall Punkte zu holen sind und auch durchaus große Schwünge möglich sind. Uns fiel erst hinterher auf, das wir im Handelsbereich einen Fehler bei den Punkten gemacht haben, den wir aber für alle gleichermaßen durchgezogen haben, so dass keiner benachteiligt war. Auch Mille Fiori kam sehr gut an. Im Nachhinein gaben beide jedoch zu, dass sie erst abgeschreckt waren, sich das Spiel aber für sie schnell geöffnet hat und sie es als sehr angenehm empfanden. Meine Frau gewann erneut ganz knapp und wir stellten fest, dass das Spiel in voller Besetzung auch deutlich am besten funktioniert. Das hatten wir bis zu diesem Tag noch nicht testen können.

Wettlauf nach El Dorado

Zu später Stunde kam dann noch der Wettlauf nach El Dorado auf den Tisch. Das Spiel braucht durch seine lange Strecke naürlich auch ein bißchen was an Tischplatz und unsere Gastgeber rieben sich ein wenig verwundert die Augen über das Spielbrett. Das Spiel ist eigentlich ein Selbstläufer (tada!). Die Regeln sind nicht schwierig und schnell erklärt. Es kann sehr schnell losgespielt werden, da nicht alle Karten des Marktes erklärt werden müssen, dass kann bequem während des Spiels passieren. Das Spielprinzip eines Deckbuilders ist unseren Kollegen inzwischen ja bekannt und sie erkannten es auch wieder. Das ganze mit einem Rennen über ein Spielfeld zu verbinden fanden sie aber sehr schnell sehr lustig. Viele sehr lustige Situationen entstanden recht bald auf dem Spielbrett. Da wurden Wege blockiert, Höhlen gemobst und Zwischensprints hingelegt, so dass immer mal wieder irgendwer weit voraus war. Das war aber nie von Dauer. Das Finale war dann sehr bemerkenswert. Sohnemann und ich waren voraus. Ich musste schnell beenden, damit er nciht in der gleichen Runde wie ich ins Ziel kommt, weil er die teurerin Barrieren abgeräumt hatte. Meine Frau konnte nicht in der gleichen Runde ins Ziel kommen und seine Mutter war weit abgeschlagen hatte aber gar keine Barriere. Ich zog ins Ziel und Sohenmann schaffte es nicht ganz, dafür kam Mutter plötzlich von hinten über fast zwei Spielfelder angelaufen und kam als zweite ins Ziel. Damit hatte keiner gerechnet, vor allem ich nicht. Sie hatte lange an Engstellen festgehangen, weil sie versäumt hatte einige bessere Geldkarten in ihr Deck aufzunehmen, aber dieser Endspurt hätte wirklich belohnt werden müssen.

So geschah es zum ersten Mal an einem Abend dieser Spielrunde, dass wir alle Spiele geschafft haben und alle restlos begeistert von allen Spielen waren. Ein nehezu perfekter Abend, wenn da nicht der Auftakt zu meiner Magen-Darm-Virus-Woche gewesen wäre. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht ausbreiten werde.

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