Mystic Vale – Der Große Manasturm Erweiterung

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Mystic Vale – Der Große Manasturm / Foto: Spieltroll

Ich habe zuvor noch nie eine Erweiterung rezensiert, aber das wird sich nun ändern. Erweiterungen sind für mich immer ein zwiespältiges Schwert, wie ich in einem anderen Blogbeitrag schon einmal beschrieben habe. Grundsätzlich gehört „Der Grosse Manasturm“ aber in die Kategorie der „guten“ Erweiterungen, derjenigen, die ein Spiel nicht komplett verändern und das Spiel etwas variabler und variantenreicher machen. Auf deutsch ist die hier vorliegende Erweiterung erst die zweite für Mystic Vale, denn Pegasus hat sich dazu entschlossen, wie bei der ersten Erweiterung auch, gleich mehrere im Original verschiedene Erweiterungen in eine zu packen. Beim Vorgänger waren es das Tal der Magie und das Tal der Wildnis, die beide in einer Schachtel erschienen und das Spiel hauptsächlich um diverse neue Karten und die Anführer erweiterten. Das alles tat dem Spiel bereits damals sehr gut und auch diesesmal wurde mit neuen Ideen nicht gespart um das einzige Card Crafting Game auf das nächste Level zu heben. Meiner Meinung nach schaffen AEG und Pegasus das auch erneut.

Was ist neu ?

Normalerweise erläutere ich an dieser Stelle ja worum es in dem Spiel geht, wer das aber wissen möchte sollte sich die Review zu Mystic Vale durchlesen. An dieser Stelle werde ich nur erzählen, wie und aus was sich die Erweiterung zusammensetzt. „Der Grosse Manasturm“ setzt sich im Großen und Ganzen aus der englischen Erweiterung  „Mana Storm“ und Teilen der Erweiterung/Sammelbox „Conclave“ zusammen. Hinzu kommen noch ein paar Bonuskarten, von denen ich leider nicht weiss, wo sie genau herkommen.

Insgesamt bekommt man hier 66 neue Aufwertungskarten, sowie 21 neue Unterstützungskarten. Acht neue Anführer, sowie acht Amulette und zwölf Totems sind in der Erweiterung anthalten. Bei den beiden handelt es sich um neue Spielelemente, die ich gleich noch erläutern werde. Zu guter letzt befinden sich noch 14 sogenannte Versammlungskarten in der Box, die einem eine bestimmte Auswahl an Karten aufbereiten mit denen man einzelne Partien bestreiten soll, quasi eine Art von vorgefertigten Decks, ob diese Karten besonders gut aufeinander abgestimmt sind kann ich nicht sagen, bisher haben wir diese Karten noch nie benutzt.

Wie läuft das ab ?

Zunächst zu den Aufwertungen, die haben sich weitestgehend alle als sehr gut herausgestellt. Sie bringen neue Spielmöglichkeiten und Synergien in Mystic Vale. Insbesondere zum Punkten am Spielende gibt es hier einige sehr nette Effekte, die das auszählen der Punkte weiter erschweren. Auch bei den Unterstützungskarten sind schöne Sachen mit dabei, unter anderem zum ersten mal auch eine Karte, die man nicht für Seelensymbole, sondern für 30 Mana kaufen muss. Das ist eine Menge Mana, die man erst einmal in einer Runde generieren muß. Außerdem führt man mit dieser Erweiterungen negative Siegpunkte ein. Einige der Aufwertungen haben sie, auf manchen Amuletten sind sie zu finden und vor allem unter den Unterstützungskarten gibt es einige Exemplare, die einen erst mit positiven Siegpunkten belohnen, wenn man genügend von eine Ressource gesammelt hat. Das bringt auf jeden Fall eine Menge Abwechslung in das Spiel.

Die acht Anführer sind auch sehr verschieden angelegt und ergänzen sich sehr gut mit den Anführern aus der ersten Erweiterung, die dem Spieler und seinem Deck erst ein Gesicht geben. Die Anführer sind definitiv das Beste was Mystic Vale passieren konnte. Ich kann zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht sagen, ob sie alle in etwa gleichwertig sind, da ich sie noch nciht alle in Aktion gesehen habe, aber sie sehen alle fantastisch aus.

Die Totems sind das einzige richtig neue Spielelement. Sie verkörpern spezielle Kräfte, auf die der Druiden-Clan zugreifen kann. Spieltechnisch erlauben die Totems einem besondere Fähigkeiten einzusetzen und bringen zusätzliche Ressourcen in jedem Zug. Sie werden am Anfang gemischt und, wie bei den Anführern auch, zwei an jeden Spieler ausgegeben, von denen sich der Spieler eines aussucht. Das Totem liegt dann vor ihm aus und bringt die Spezialfähigkeiten und Rohstoffe. Ein sehr mächtiges Werkzeug, dass einem da an die Hand gegeben wird. Die Anleitung erwähnt das auch explizit. Beim Spielen hatten wir den Eindruck, dass sie einem den Spielstart um einiges leichter machen und man etwas schneller ins Spiel kommt wenn man sie benutzt. Die Amulette hingegen sind zwar auch neu, sollen aber nur das Manaplättchen ersetzen, das man umdrehen und später benutzen darf, wenn man sein Feld verdirbt. Sie haben alle verschiedene Fähigkeiten und erlauben einen andere Dinge wenn sie auf der aufgeladenen Seite liegen, aber bisher waren sie komplett sinnlos, da durch die Vielzahl neuer Eigenschaften, Möglichkeiten und Fähigkeiten der neuen Karten, einfach niemand mehr sein Feld verdorben hat.

Die Versammlungskarten finde ich komplett überflüssig. Es scheint nicht so als hätte sich da jemand tiefgreifendere Gedanken gemacht, warum bestimmte Aufwertungen und Unterstützungen auf ihnen zusammengefasst werden. Die Regel sieht auch vor das man sechs von ihnen zusammen benutzen soll, um ein Spiel aufzubauen. Das scheint mir doch recht wahllos. Anstatt einfach zufällig alle Karten zu nehmen, packe ich sechs Sets von Karten zusammen, die vielleicht zufällig irgendwie zusammenpassen. Braucht glaube ich niemand.

Das Fazit

Auch die zweite deutsche Erweiterung zu Mystic Vale enttäuscht mich nicht und verbessert ein Spiel mit einem tollen Konzept, das in der puren Originalfassung ein wenig zu brav daherkam, in ein immer faszinierenderes Spielerlebnis. Man knobelt immer neue Kombinationen von Karten aus, die einen mit den möglichen Symbolen versorgen, um neue Sachen zu kaufen und in sein Deck zu integrieren. Die Erweiterungen machen dieses Spiel erst richtig gut. In meinen Augen sind sowohl diese, als auch die erste Erweiterung Pflichtkäufe für Mystic Vale. All diejenigen, die das Spiel nach dem Grundspiel bereits abgeschrieben hatten, sollten es nochmal zumindest mit den Anführern und den Totems anspielen und sich eventuell ein neues Urteil bilden.


  • Verlag: AEG
  • Autor(en): John D Clair
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Dauer: 45 – 75 Minuten

2 Gedanken zu „Mystic Vale – Der Große Manasturm Erweiterung“

  1. Guten Tag,

    ich mag Deine Berichte zu Mystic Vale, leider habe ich erst vor kurzem die Liebe zu dem Spiel entdeckt. Für mich war das Spiel komplett neu obwohl es schon etwas länger auf dem deutschen Markt erhältlich ist.

    Kann man irgendwo die erste Erweiterung kaufen, bzw. wie heißt sie? In deutsch finde ich nur die Erweiterungen „Der große Manasturm“ sowie „Zwielichtiger Garten“ aber warum kosten die neu so viel (40,00€)??
    Gibt es noch weitere Erweiterungen im deutschen Raum oder muss man da auf die englischen Karten zurück greifen?

    Vielen Dank und liebe Grüße

    1. Die erste Erweiterung heißt „Das Tal der Magie & Das Tal des Wissens“, danach kam „Der große Manasturm“ und dann „Zwielichtiger Garten“. Die Kosten im Moment soviel, weil sie alle Out of Print sind und sie wohl ersteinmal nicht neu aufgelegt werden. 20 Euro war der Normalpreis. Da muss man jetzt entscheiden ob es einem das Wert ist.
      Mehr ist bisher nicht auf deutsch erschienen und im Moment ist es mehr als fraglich, ob da noch was kommt.
      Danke für deinen Kommentar, ich hoffe ich konnte helfen.

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