Allerley Zauberey – Alles für den erfolgreichen Helden von Heute

Allerley Zauberey

Ihr kennt doch bestimmt diese kleinen Handyspiele, in denen wir Sachen für Kunden herstellen müssen, die an unserem Tresen stehen. Seien es Burger, Kaffee oder wie in diesem Fall Ausrüstung für Fantasy Helden. Diese Spiele entfalten für manche schon eine gewisse Faszination. In Café Barista können wir das Prinzip auch schon sehr schön analog umgesetzt sehen. Allerley Zauberey ist ähnlich gelagert, nutzt allerdings die Mechanik eines Roll & Writes dazu seine Waren unter das Volk zu bringen und lässt uns Spieler*innen vier verschiedene Würfel rollen, mit denen wir verschiedene Werkstücke fertigen, oder unser Studium für die unterschiedlichen Magien ausbilden können. Ich habe ein Faible für gelungene Roll & Writes und war im Vorfeld sehr gespannt darauf dieses hier aus dem Set A Watch Universum auszuprobieren. Lasst euch also erklären, was euch erwartet.

Worum geht es?

Die Spieler*innen verkörpern Ladenbesitzer*innen für Heldenbedarf. Bei ihnen können die Fantasyhelden, bevor sie zu großen Abenteuern aufbrechen Waffen, Rüstungen und magisches Zubehör erwerben, um den Gefahren auf ihren Wegen zu begegnen. In jeder der zehn Runden bekommen sie neues Material in Form von unterschiedlichen Würfeln und verbessern ihre Fähigkeiten während einige Kunden vor ihrer Tür stehen und bestimmte Gegenstände erwerben wollen. Das Kundenkarussell dreht sich allerdings am Ende jeder Runde weiter und sie versuchen ihr Glück bei den benachbarten Läden. Wer am Ende die meisten Münzen verdient hat gewinnt.

Allerley Zauberey – Kunden mit ihren Wünschen / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Roll & Write-typisch ist der Spielaufbau schnell erledigt, denn so wahnsinnig viel Material befindet sich gar nicht in der Schachtel. Der Spielblock ist sehr dick und beidseitig benutzbar. Ein paar kleine Bleistifte von bescheidener Qualität liegen bei, aber ich empfehle eher andere Stifte. Dann finden wir noch ein paar Trankmarker aus Holz, die verschiedene Farben zeigen, was aber für Allerley Zauberey unerheblich ist, sowie einige Karten in der Schachtel.

Allerley Zauberey – Komplettes Spielblatt / Foto: Spieltroll

Die Spieler*innen erhalten alle ein Blatt vom Block und einen Stift. Bei den Karten handelt es sich um verschiedene Sorten. Von den Stammkunden Karten erhält jede*r eine Karte offen ausgeteilt. Sie zeigt die Stammkundschaft des Ladens und drei spezielle Ausrüstungsgegenstände, sowie einen Münzwert. Sollten wir die drei Gegenstände herstellen können erhalten wir diese Münzen am Ende. Für jeden dieser Gegenstände erhalten wir im Spielverlauf auch noch einen Bonus, sobald wir ihn herstellen können. Von den Gegenstandskarten werden pro Spieler*in eine von der Anzahl Mitspieler*innen abhängige Menge (2-4) über das eigene Blatt in einer Reihe von links nach rechts gelegt. Diese zeigen aktuelle Kundenwünsche. Sollten wir im Rundenverlauf einen herstellen können, so legen wir ihn neben unser Blatt und legen sofort eine neue Karte an die entsprechende Stelle. Allerdings bleibt die Karte bis zum Ende der Runde noch verdeckt. Zu guter Letzt gibt es noch zwei Zielkarten, die für alle Spieler*innen gelten und von denen je eine fürs Material und eine für die Magie in die Mitte des Tisches gelegt werden. Diese zeigen eine bestimmte Menge von Kreisen an, die wir in einer bestimmten Spalte erzielt haben müssen. Schaffen wir das für beide Ziele, erhalten wir auch hier am Spielende Münzen.

Allerley Zauberey – Unterschiedliche Würfel / Foto: Spieltroll

Das Spiel läuft dann über zehn Runden ab. Zu Beginn einer jeden Runde werden die vier farbigen Würfel geworfen. Wir haben je einen sechs-, acht-, zehn und zwölfseitigen Würfel. Die gewürfelten Zahlen schreiben wir zunächst oben rechts auf unseren Zettel. Dann dürfen sich alle eine beliebige Kombination aus zwei Würfel aussuchen, die sie benutzen wollen, um sie auf dem Spielzettel zu markieren. Schauen wir uns diesen ein wenig näher an. Grob ist er in zwei Seiten unterteilt. Links zeigt er die Materialien mit denen wir hantieren und verschiedene Gegenstandstypen. Fürs Material verwenden wir den Sechs-, Acht- und den Zehnseiter. Wir finden zum Beispiel ein Schwert in der Kategorie Waffen. Hinter dem Schwert ist ein Kreis in der Stahlspalte zu sehen. Stahl ist der Sechsseitige Würfel zugeordnet und in dem Kreis steht die Zahl 4. Alle Kreise auf der Materialseite des Spielbogens zeigen einen kleinen Pfeil nach oben, was bedeutet, dass die Zahlen angeben, dass wir eine Zahl von 4 oder mehr benötigen, um den Kreis zu markieren. Machen wir das, so können wir bereits Schwerter herstellen. Vor jedem Gegenstand ist ein Münzwert angegeben, den wir ebenfalls einkreisen, sobald wir ihn erlernt haben. Außerdem erhalten wir für jeden herstellbaren Gegenstand einen Trankmarker. Manche Gegenstände brauchen natürlich mehr als einen Kreis.

Allerley Zauberey – Beide Seiten unseres Ladens / Foto: Spieltroll
Allerley Zauberey – Die Herstellungsseite unseres Ladens / Foto: Spieltroll

Auf der rechten Seite haben wir es mit der Magie der Gegenstände zu tun. Unsere Kunden wollen nämlich keine einfachen Schwerter, sondern es sollte vielleicht nach Art der Zwergenkunst geschmiedet sein oder vielleicht feurig. Diese Attribute können wir alle ebenfalls erlernen. Hier brauchen wir den Acht-, Zehn- und Zwölfseiter und die Ergebnisse müssen immer der Zahl oder niedriger entsprechen. Auch hier gibt es Münzen und Tränke als Belohnung. Mit den Tränken können wir übrigens Würfelwerte erhöhen oder absenken. Außerdem können wir sechsmal im Spielverlauf einen zusätzlichen Würfel wählen. Die ersten drei sind kostenlos, aber danach kosten diese einige Tränke.

Am Ende einer Runde verlässt der jeweils am weitesten links liegende Kunde bzw. der Gegenstand, den er haben möchte unser Geschäft und wandert zum nächsten Mitspieler. Wir bekommen natürlich von rechts auch einen neuen. Danach werden die noch verdeckten Karten aufgedeckt und die nächste Runde beginnt.

Allerley Zauberey – Im Spiel zu zweit liegen vier Kunden vor mir und den verdeckten ganz links gebe ich weiter und bekomme ein Schild von rechts / Foto: Spieltroll

Am Ende zählen wir am unteren Rand unseres Zettels alle Münzen die wir erhalten haben zusammen und ermitteln den oder die Sieger*in.

Allerley Zauberey – Stammkundschaft / Foto: Spieltroll

Das Fazit

Allerley Zauberey wirkt mit seinem recht nüchternen Zettel zunächst ein bisschen einschüchternd, was aber recht schnell vom Blatt gewischt wird, da die Regeln relativ simpel sind und schnell erklärt werden können. Die Handlungen sind gut nachzuvollziehen, sollten aber nicht leichtfertig getroffen werden. Wir müssen in diesem Spiel auch immer die Kunden bei unseren Mitspieler*innen im Auge behalten und in welche Richtung sie sich entwickeln um abschätzen zu können welche Gegenstände bald bei uns liegen werden. Hinzu kommt natürlich unsere Stammkundschaft, die wir nie außer Acht lassen sollten, denn die Boni lohnen sich wirklich.

So entsteht ein doch recht kurzweiliges Roll & Write mit einigem Tiefgang, in dem wir viel antizipieren müssen, was passieren könnte. Bei uns kam das Spiel gut an auch wenn es insgesamt ein wenig spröde in seiner Aufmachung wirkt. Lediglich der Glücksfaktor beim Aufdecken neuer Karten kann störend wirken, da hier natürlich immer etwas kommen kann, was wir schon herstellen können. Wem das aber nicht zu viel ausmacht, findet hier ein recht gelungenes Roll & Write das im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres sogar dafür sorgt, das wir uns mit unseren Mitspieler*innen beschäftigen müssen.

Ach ja ich muss noch erwähnen, dass trotz der Tatsache, dass nur vier Stifte enthalten sind, das Spiel mit bis zu acht Spieler*innen funktioniert.


  • Verlag: Mirakulus
  • Autor(en): Clarence Simpson
  • Illustrator(en): T.L. Simons, Boris Stanisic
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Spieleranzahl: 1-8 Spieler*innen
  • Dauer: 45-60 Minuten

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