
Die Kollegenrunde ist nicht eingeschlafen, aber so wie es aussieht haben wir alle mit unseren Wehwehchen zu kämpfen. Was der Grund dafür ist, dass diese Runde nur noch sehr unregelmäßig zusammenkommt. Momentan bin ich der Krankheitsfall, aber meine Frau hat mit unserer Kollegin zusammen dennoch einen Termin gefunden. Ein Abend sollte mit meiner Hand schon gehen und so habe ich mich sehr gefreut über die Ablenkung. Ihre beiden Söhne waren auch mit von der Partie und so ging in der Woche davor wieder die Suche nach dem Spiel für den Abend los. Wir haben festgestellt, dass unsere Spielesammlung gar nicht mehr so viele Spiele für fünf Spieler*innen enthält. Bei den meisten Spielen ist bei vier Spielenden einfach Schluß.Gar nicht mehr so leicht überhaupt ein Spiel zu finden, was für diese Gruppe passt. Eigentlich hatten wir nur Tapestry und Wonderlands War zur Auswahl. Beide etwas über dem Schwierigkeitsgrad, den wir für die Gruppe bevorzugen würden, aber eine große Auswahl hatten wir wahrlich nicht. Unsere Wahl fiel auf Tapestry.

Meine Frau und och selbst mögen Tapestry sehr gern, hatten es aber etwas länger schon nicht mehr gespielt. Uns beiden war klar, dass es kein einfaches Unterfangen werden dürfte dieses Spiel dieser Gruppe zu erklären. Wir wollten es relativ einfach halten und deshalb sollten sämtlich Erweiterungen, außer Pläne und Gegenpläne zu Hause bleiben. Ich sortierte das Spiel also einen Tag vorher auseinander, was das Spiel gleich ein wenig leichter machte. Eigentlich ging ich davon aus, dass wir kein weiteres Spiel schaffen würden, aber meine Frau meinte noch wir bräuchten ein Pizzapiel und deshalb nahmen wir noch Castle Combo mit – nur für den Fall.
Zu unserer Überraschung, obwohl wir relativ früh ankamen, waren die beiden Jungs bereits da. Wir konnten sofort loslegen und haben zunächt etwas zu Essen bestellt. Während der Wartezeit kam es aber dann nicht zu unserem üblichen Pizzaspiel, sondern wir hatten alle zunächst soviel zu erzählen, dass die Pizza dann doch schneller war. Dann konnte es auch direkt losgehen, während die Lungen einiger Teilnehmer*innen noch geteert wurden baute ich das Spiel auf, was mir dank der verletzten Hand nicht so gut gelang. Bei der Erklärung hörten alle fasziniert zu und machten auch den Eindruck es zunächst verstanden zu haben. Erfahrungsgemäß kommen dann aber immer noch Nachfragen.
Der Spielstart war zäh. Tapestry startet ja recht langsam mit der ersten Einkommensrunde und schon bald stellte sich heraus, das Sohnemann Nummer 1 bei der Erklärung anscheinend überhaupt nicht zugehört hat, was von den anderen entsprechend kommentiert wurde. Während der ersten Züge fiel mir dann auf, dass ich bei der Aussortierung der Erweiterungsinhalte neben dem neuen grünen Würfel für die Wissenschaftsleiste auch den schwarzen Eroberungswürfel vergessen hatte. Also mussten wir das kompensieren und stellten für alle als alternative Wahl zum Siegpunktewürfel eine Ressource nach Wahl in Aussicht. Das funktionierte ganz gut.
Wer Tapestry kennt wird sich bei einer Partie zu fünft sicherlich fragen, ob der Tischplatz ausgereicht hat? Es passte gerade so, aber die Spieler*innen brauchen dann schon gute Augen, weil nicht alle in der Nähe des Brettes sitzen können.
Das Spiel entwickelte sich langsam. Meine Frau haderte mit ihren Zivilisationswahl. Sie hatte sich für die Utilitarier entschieden und kam irgendwie nie so richtig ins Spiel. Unsere Kollegin hingegen unterschätze von Anfang an die Bedeutung der Hauptstadt und fing erst relativ spät an dort größer zu wirken. Sie spielte die Schatzsucher, nutze ihre Fähigkeit aber auch nicht aus. Ich selbst spielte die Entertainer und war ganz zu frieden mit ihnen. Mein Spiel entwickelte sich mit der Zeit immer stärker. Ich nahm recht früh ein paar Punkte mit und war zunächt immer vorn, erst in der Mitte überholten mich die beiden Jungs und gingen massiv in Front. Nachdem Sohnemann 1 endlich alles verstanden hatte entwickelte sich sein üblicher Übermut, der durch seinen anwesenden kleinen Bruder noch getriggert wurde. Er spielte die Feierwütigen, die mit jeder Menge Siegpunkten gesegnet sind. Ungefähr in der Mitte des Spiels und mit ungefähr 50 Punkten Vorsprung rief er seinen Sieg aus und behauptete das er das Spiel nicht mehr verlieren könne. Sein Bruder spielte die Alchemisten und machte sich gut.
Die Partie war natürlich noch lange nicht gelaufen. Die beiden Brüder gaben sich nichts und preschten punktemäßig weit nach vorn und es kam wie es kommen musste. Sohnemann Nummer 1 beendete das Spiel als erster mit irgendetwas über 160 Punkten. Da kam zum Schluß dann einfach gar nicht mehr so viel dazu. Die beiden Damen konnten ihn allerdings nicht einholen. Sein Bruder schaffte einen Zug mehr und bekam am Spielende nochmal so richtig viele Punkte und zog mit zehn Punkten an ihm vorbei. Ich selbst lag zu diesem Zeitpunkt mehr als 100 Punkte zurück und schaffte durch Würfelglück auf der Wissenschaftsleiste noch einen weiteren Zug zu dem den ich eh noch mehr hatte, weil ich durch das Symbol der Entdeckerleiste noch ein weiteres Plättchen legen durfte und durch das zu platzierende Gebäude eine weitere Ressource bekam, um einen weiteren Zug machen zu können. All das brachte mir auch ziemlich viele Punkte ein und ich kam bis auf fünf Punkte an Sohnemann Nummer 1 heran, der doch recht baff war.
Ein schöner Spieleabend mit nur einem Spiel.