Roll Player – Fiends & Familiars Erweiterung

Roll Player – Fiends & Familiars Erweiterung / Foto: Spieltroll

Vor Kurzem erst habe ich die erste Erweiterung für Roll Player hier besprochen. Roll Player ist ein Spiel, dass jeder, der schoneinmal ein Rollenspiel am Computer oder als Pen & Paper Variante gespielt hat, dringend ausprobieren sollte, denn thematisch beschäftigt es sich mit der Charaktererschaffung. Einem Teil des Rollenspiels, dem große Bedeutung zu kommt. Das Spiel macht ein Optimierungspuzzle aus dem Vorgang und fordert die Spieler dazu auf, das beste aus den gegebenen Möglichkeiten herauszuholen. Die erste Erweiterung brachte einen völlig neuen Teil ins Spiel, der sich damit beschäftigt, die erstellten Charaktere auch nebenbei auf Monsterjagd zu schicken. Eine Erweiterung, die ich rückblickend als essentiell bezeichnen würde. Zur SPIEL.digital 2020 erschien bereits die zweite Erweiterung Fiends & Familiars, die das Spiel nocheinmal um weitere Komponenten erweitern soll. Fiends & Familiars ist rein optisch eine weitere große Erweiterung, die nicht nur neue Komponenten mitbringt, sondern auch das ohnehin schon sehr variantenreiche Spiel nocheinmal um weitere Vielfalt erweitert.

Was ist neu ?

Erneut ruft der König die Helden dazu auf gegen die neuen feindlichen Lakaien in die Schlacht zu ziehen, die mit neuerlichen Gefahren in Form von dämonischen Begeleitern aufwarten. Zu diesem Zweck läßt der Knönig seine Kämpfer mit Fabelwesen ausstatten, die ihnen helfen sollen gegen diese dämonischen Kräfte vorzugehen. Die Fiends & Familiars Erweiterung bietet wie sein Vorgänger mehr von allem, was das Grundspiel schon geboten hat. Es gibt vier neue Charaktertableaus, neue Klassen-, Vorgeschichten- und Marktkarten. Mehr Würfel, weitere Monster und vor allem neue Mechaniken, wie die Dämonen und die Begleiter für die man jede Menge neues Material benötigt. Insgesamt bietet diese Erweiterung 205 neue Karten, 40 neue Würfel, jede Menge neue Tableaus und 98 neue Plättchen. Ein ähnlicher Umfang, wie der der ersten Erweiterung.

Roll Player – Fiends & Familiars Erweiterung / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab ?

Bevor ich zu den großen Neuerungen dieser Erweiterung komme handel ich erstmal den Kontent ab, der mehr Variation mitbringt oder nur geringfügige Änderungen beinhaltet. Die Fiends & Familiars Erweiterung bietet nämlich nicht nur neuen Inhalt, sondern auch erheblich mehr von allem, was das Grundspiel schon mitbrachte.

Zweifarbige Würfel

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Zweifarbige Würfel / Foto: Spieltroll

15 dieser zweifarbigen Würfel sind mit von der Partie und werden zusammen mit den anderen Attributswürfeln in den Zugbeutel gemischt. Diese Würfel zählen in jedem Belang als Würfel der beiden aufgedruckten Farben. Ihr Nachteil, sie zeigen nur Werte von eins bis vier. Im Spiel werden sie wie normale sechsseitige Würfel behandelt. Wenn wir sie durch eine der Aktionen auf den Spielertableaus manipulieren, dann werden sie genau wie jeder andere sechsseitige Würfel behandelt.

Neue Marktkarten

Auch hier gibt es 38 neue Karten, die den bisherigen Markt erweitern. Gegenüber dem Hauptspiel sind die Schriftrollen ein neuer Typ von Ausrüstung, den unsere Helden nun erwerben können. Schriftrollen sind mächtige Soforteffekte, die direkt nach dem Kauf abgehandelt werden. Außerdem bleiben sie danach im Besitz des Helden, denn spätere Effekte könnten auf sie verweisen.

Neue Charaktertableaus, Vorgeschichten, Gesinnungen, Klassen sowie mehr Kampfwürfel, Ehrfahrungspunkte-Steine und Goldplättchen

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Neue Charaktertableaus / Foto: Spieltroll

Für mehr Variation bringt die Fiends & Familiars Erweiterung auch noch vier neue Charaktertableaus mit, sechs neue Klassenkarten, 12 neue Vorgeschichten und 13 neue Gesinnungskarten. Hinzu kommen 40 neue Münzplättchen und 25 zusätzliche Kampfwürfel. Auch neue Ehrfahrungspunkte-Steine, die man für das besiegen der Monster bekommt sind enthalten. Außerdem gibt es neue Übersichts- und Initiativekarten, um die entsprechenden Karten aus dem Hauptspiel durch die Version mit den neuen Aktionen zu ersetzen.

Neue Monster und Lakaien

Die durch die erste Erweiterung eingeführte neue Monster-Mechanik, wird auch in dieser Erweiterung fortgesetzt. Sie bringt 12 neue Monsterkarten mit, je sechs für das Mehrspieler- und Solospiel, sowie sämtliche Abenteuerkarten und Plättchen, die man dafür benötigt. Außerdem kommt die Erweiterung auch mit 23 neuen Lakaienkarten.

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Neue Lakaienkarten / Foto: Spieltroll

Damit hätten wir den Variationsinhalt der Erweiterung erwähnt und können uns nun ganz den neuen Teilen widmen. Ich empfehle die Review zur ersten Erweiterung ebenfalls zu lesen, denn einige der Änderungen im Spielablauf wurden dort bereits erklärt und gehören auch hier zum festen Ablauf, obwohl sie von dem neuen Material gar nicht berührt werden. Der Spielaufbau und die Vorbereitung wandelt sich auf jeden Fall ein wenig ab.

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Abenteuer-Aufruf-Karte / Foto: Spieltroll

Zunächst wird der Marktstapel wie im Grundspiel gebildet. Zu beachten ist, das wenn man mit beiden Erweiterungen spielt, er deutlich größer wird und man zu Beginn eine bestimmte Anzahl Kartena uf den Abalgestapel werfen muss. Mit beiden Erweiterungen und nur wenig Spielern ist das mitunter ein sehr großer Teil. Direkt nach dem Abwurf kommt die erste Neuerung dieser Erweiterung, die sogenannte Abenteuer-Aufruf-Karte, die an eine bestimmte Stelle von oben in den Markt eingefügt wird. Thematisch verstehe ich sie so, das die Spieler sich bis zu diesem Punkt auf das Abenteuer vorbereiten und mit dem Aufruf langsam losziehen. Diese Karte bringt eine erhebliche Änderung des Spielverlaufs mit sich, die zunächst gar nicht mal so relevant erscheint. Die Spieler ziehen zu Beginn des Spiels immer zwei Würfel auf jede Initiativekarte und bauen somit auch immer zwei Würfel in ihr Charaktertableau ein. Das machen sie solange, bis die Aufrufkarte aufgedeckt wird. Sie wird sofort abgelegt und durch die nächste Karte des Stapels ersetzt. Ab diesem Zeitpunkt läuft das Spiel wieder, wie aus dem Grundspiel bekannt mit nur einem Würfel pro Karte. Ziel ist es das Spiel ein wenig zu beschleunigen.

Beim Auslegen der Initiativekarten benutzen wir nun das Set aus dieser Erweiterung, denn auch hier gibt es einige kleine Änderungen. Auf einigen sind kleine Dämonen abgebildet, zu denen ich etwas später komme und es gibt nun eine die keinen Wert mehr hat, sondern nur einen Doppelpfeil. Sie ist die höchste der Initiativekarten.

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Initiativekarten mit Dämonen / Foto: Erweiterung

Der Spielaufbau setzt sich dann normal fort, bis wir unsere Vorgeschichten zugelost bekommen haben. An dieser Stelle kommen die Vertrauten (Familiars) ins Spiel. Die Tableaus werden gemischt und jeder Spieler bekommt zwei zur Auswahl und sucht sich einen aus, mit dem er das Spiel beschreiten möchte. Die Vertrauten sind kleine magische Tierbegleiter, die wir ebenfalls mit Würfeln versorgen müssen und die uns mit speziellen Fähigkeiten versorgen. Sie werden oberhalb unseres Charaktertableaus angelegt. Danach läuft der Spielaufbau weiter, wie in der Monsters & Minions Erweiterung erwähnt, denn nun ist die Vorbereitung des Monsters und seiner Diener an der Reihe. Ganz zum Schluss folgen dann noch die Dämonen. Sie sind als Kartenstapel vorhanden, der dreißig Karten umfasst. Auf jede Initiativekarte, die einen Dämonen zeigt wird eine der Dämonenkarten gelegt. Der Stapel sollte als Zugstapel in der nähe bereitgelegt werden.

Roll Player Fiends & Familiars Erweiterung – Vertrautentableaus / Foto: Spieltroll

Das Spiel kann nun ganz normal gestartet werden. Wichtig zu verstehen ist, das die Würfelreihe des Vertrauten keine Attributsreihe ist und auch nicht so behandelt wird. Ansonsten aber wird der Vertraute als Teil des Charaktertableaus angesehen. Die wichtigste Änderung zu Beginn ist sicherlich das ziehn der Extrawürfel, bis die Aufrufkarte zum Vorschein kommt, ansonsten bleibt alles gleich außer natürlich, dass wenn jemand eine Initiativekarte zieht, auf der ein Dämon liegt, er auch diese Karte bekommt. Das Zusatztableau des Vertrauten zeigt links und rechts am Rand zwei neue Anlegeflächen. Links kommen die Schriftrollen des Spielers hin und rechts werden die Dämonen angelegt. Ein solcher Dämon bringt eine negative Einschränkung für unsere Runde mit. Das kann zum Beispiel sein, das Kosten für Marktkarten erhöht werden, man keine anderen Dämonen bannen kann usw. Um einen Dämon zu bannen muss der Spieler entweder fünf Gold bezahlen oder aber ein Charismaplättchen abgeben.

Im Grunde ist das alles an Neuem. Die Fähigkeiten der Vertrauten erlauben uns im Spielverlauf noch ein paar spezielle Aktionen je nach Vertrautem, sind aber am Ende weitere Wertungsmöglichkeiten. Jeder Vertraute hat ein Kraftziel für seine drei Würfel, die während des Zuges ganz normal wie die Felder in unseren Attributsreihen von uns belegt werden dürfen. Haben wir diesen Wert erreicht, so erhalten wir am Ende ein paar Bonuspunkte. Unter der Fähigkeit ist auch noch angegeben, mit welchen Würfelfarben wir die Kraftreihe am besten besetzen sollten, um weitere Bonuspunkte zu erhalten. Die Fähigkeit des Vertrauten wird immer dann ausgelöst, wenn wir einen Würfel platzieren.

Der Rest der Erweiterung beschäftigt sich dann noch mit den neuen Monstern und Lakaien. Wenn man die erste Erweiterung nicht hat, so bekommt man hier gleich alles geboten. Um die Monstermechanik nutzen zu können, ist die erste Erweiterung also nicht notwendig.

Das Fazit

Puuh ganz so eindeutig wie bei Monsters & Minions ist es mit dieser Erweiterung leider nicht. Nein, gar nicht, eher schwierig. Also was mir wirklich gut gefällt sind die Vertrauten. Das ist eine schöne Ergänzung für das Spiel und auch der ganze Content, der das Spiel durch Variation erweitert ist cool, aber für das Spiel, wenn man bereits die erste Erweiterung besitzt nicht notwendig. Die Dämonen sind genau das, was sie sein sollen: lästig. Insofern wurden sie wohl gut ins Spiel integriert, gebraucht hätte ich sie aber nicht. Die neuen Charaktere sind ebenfalls toll. Auch finde ich es gut, das man die erste Erweiterung eigentlich gar nicht benötigt, um in den Genuß der Monser zu kommen. Alles wird nocheinmal ausführlich in der Anleitung beschrieben.

Was mir nun aber ganz und gar nicht gefällt ist die Aufruf-Karte. Die ist sogar so doof, das wir uns dazu entschieden haben sie gar nciht mehr zu benutzen. Das Spiel dauert länger, das ist aber okay, Roll Player mit allen Elementen aus beiden Erweiterungen richtet sich auch auf gar keinen Fall mehr an Familienspieler, die mal etwas mehr wollen. Das Grundspiel ohne alles, ist ein Kennerspiel, das von solchen Spielern in Betracht werden kann. Mit den Erweiterungen ist es dann aber definitiv vorbei. Man muss auf sehr viele Dinge acht geben und das dauert dann einfach auch gerne mal 90 bis 120 Minuten. Die Aufruf-Karte beschleunigt das Spiel zwar, aber sie nimmt auch ein Stück des Spiels mit sich. Zu Beginn ständig zwei Würfel einbauen zu müssen, raubt dem Spiel für meinen Geschmack zuviel seines Kernelements und macht es zu einem deutlich schlechteren Spiel. Man muss ständig Würfel einbauen, die man nciht einabeuen will und müllt sich die Leisten zu. Taktik und Strategie geht verloren und wird zu einer Art Glücksspiel. Das macht Roll Player zu einem Spiel, dass es nicht ist. Die Karte kann aber einfach ignoriert werden, was ich auf jeden Fall empfehle auch wenn die Spielzeit darunter ein wenig leidet.

Insgesatm steckt in dieser Box also jede Menge Content, den man nicht unbedingt braucht, viele Dinge sind einfach mehr vom Vorhandenen. Die neuen Dinge sind aber nur Zum Teil gut. Die Aufruf-Karte fällt bei mir komplett durch, die zweifarbigen Würfel finde ich auch eher überflüssig und sie sehen auch noch gausig aus. Die Dämonen sind eher lästig als toll und die Vertrauten gefallen mir richtig gut. Dadurch, das man in dieser Schachtel die Vertrauten und ebenfalls Monter bekommt, macht die Erweiterung aber nun schon fastg wieder zu einer Kaufempfehlung, da man hier auch die Dinge, die die erste Erweiterunng so gut machten, bis auf die Verstärkungswürfel, bekommt. Ich tue mich da wirklich schwer und würde sagen, das muss jeder für sich selber entscheiden.


  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor(en): Keith Matejka
  • Illustrator(en): JJ Ariosa, Luis Francisco, Lucas Ribeiro
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Spieleranzahl: 1 – 5
  • Dauer: 60 – 120 Minuten

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