Carcassonne – Ein Vergleich

Neue Versionen und Auflagen von Brettspielen sind heutzutage Gang und Gäbe. Der Markt boomt nach wie vor und zahlreiche Neuheiten drängen auf den Markt. Spiele haben sich weiterentwickelt und sehen msit nicht mehr so angestaubt aus wie noch früher. Wer das nicht glaubt, der sollte sich mal in der Ära vor Catan umschauen und er wird schnell merken, was ich damit meine. Um zwischen all diesen hübschen neuen Spielen zu bestehen müssen sich auch wirkliche Klassiker ab und zu einer Frischzellenkur unterziehen. Das bereits erwähnte Catan hat in diesem Zug ja nicht nur seinen Namen geändert, sondern auch neue Cover von Michael Menzel gestalten lassen. Was gibt es für bessere Gelegenheiten als ein Jubiläum, um mal wieder eine neue Version in neuem Gewand eines bewährten Klassikers unter das Volk zu bringen. Im Normalfall werde ich da eher selten Schwach, aber bei Carcassonne habe ich mir die Jubiläumsedition zum Zwanzigsten gegönnt. Nicht nur weil es eines meiner liebsten Spiele ist, sondern auch weil die neue Version wirklich hübsch ist. Für diejenigen, die noch unentschlossen sind, wollte ich einfach mal einen Vergleich zwischen meiner/unserer alten und dieser neuen Version machen.

Als ich mit meiner Frau zusammenkam, gab es nur ein paar Kinderspiele, eine Spielesammlung und Carcassonne in ihrem Haushalt. Ich musste meine Sammlung zu der Zeit noch im Haus meiner Eltern lagern, da unsere Wohnung kaum Platz bot. Als wir dann in eine etwas größere Wohnung umzogen, holte ich Teile der Sammlung in die Wohnung und wir fingen wieder mehr an zu spielen. Dominion wurde zu unserem spielerischen Hauptaugenmerk, aber auch Carcassonne spielten wir immer wieder gerne. Auch meine Version war mit umgezogen, so dass wir zwei Versionen hatten. Meine, ganz rudimentär, noch die erste Version ohne Spiel des Jahres Logo und ihre mit Spiel des Jahres Logo, in der zusätzlich schon die erste Erweiterung mit großen Meeple, eingezogen war. Wir behielten zunächst beide, bis aus Platzgründen, irgendwann eine gehen musste. Wir behielten meine alte Version und ergänzten sie durch ihre Erweiterung.

Nun haben wir wieder zwei Versionen und ich möchte euch anhand einiger Bilder zeigen wie groß der Unterschied zwischen beiden Versionen ist und welche Elemente neu sind und ob vielleicht sogar etwas weggelassen wurde.

Carcassonne Cover-Vergleich / Foto: Spieltroll

Wenn man die beiden Cover so nebeneinander sieht, kann man schon einen Altersunterschied erkennen. Die Jubiläumsvariante wirkt natürlich viel edler, weil sie ja eben auch zu einem Jubiläum veröffentlicht wurde. Außerdem kennt jeder das Spiel und man muss nciht durch Bilder erst groß die Leute anlocken. Auch der überarbeitete Schriftzug ist gut gelungen. Gleichzeitig erkennt man sofort um welches Spiel es sich handelt. Es verleugnet seine Vergangenheit nicht und sieht modern aus. So kann es neben vielen Hochglanzprodukten der heutigen Zeit gut bestehen.

Carcassonne Meeple-Vergleich /Foto: Spieltroll

Carcassonne ist ja berühmt für seine Meeple. War es doch das erste Spiel das diese Form von Spielstein benutzt hat. So prägte es viele Spiele und die Meeple sind heutzutage gar nicht mehr wegzudenken aus der Spielelandschaft. Wie man auf dem Bild erkennen kann, war die Qualität der damaligen Meeple auch nicht immer ganz so toll. Der Qualitätsstandard liegt da heute höher. Damals waren es nur schnöde einfarbige Meeple. In der Jubiläumsedition kommen die Meeple mit einem Stickerbogen daher und man kann sich seine einzigarteige Version des Spiels herstellen. Auf dem Stickerbogen sind Vorder- und Rückseiten der Meeple als durchsichtige Aufkleber vorhanden und es gibt deutlich mehr Sticker als Figuren. Gezeigt werden viele verschiedene Charaktere, die mit den Spielern das Jubiläum feiern. Ein Thema das sich durch das ganze Spiel zieht.

Carcassonne Meeple-Stickerbogen / Foto: Spieltroll

Die damalige Version kam mit Meeplen für insgesamt fünf Spieler daher und enthielt noch keine Sonderfiguren. Durch die erste Erweiterung kam der große Gefolgsmann hinzu und außerdem Material für einen sechsten Spieler. In der heutigen Jubiläumsedition gibt es keinen großen Gefolgsmann, aber dafür befindet sich eine Abtfigur mit dabei. Der Abt ist wohl inzwischen eine der gängigsten kleinen Minierweiterungen. Für seinen anders geformten Meeple gibt es ebenfalls Extraaufkleber, die natürlich auch thematisch passen. Insgesamt wurde hier vom Hans im Glück Verlag auf Diversität geachtet.

Auch wenn die Meeple für Carcassonne ziemlich wichtig sind und sie das Spiel wohl acuh deutlich geprägt haben, ist zum Spielen ein anderer Bestandteil noch viel wichtiger: die Geländeplättchen, ohne die keine Landschaft entstehen würde. Auch hier gab es einige Änderungen im Design.

Carcassonne – Geländeplättchen-Vergleich / Foto: Spieltroll

Für den Vergleich habe ich auf dem Bild natürlich die jeweils spielerisch gleichen Plättchen herausgesucht. Es fällt deutlich auf, das die Plättchen der Jubiläumsversion farbenfroher und vor allem auch detailierter gestaltet wurden. Bei der Gegenüberstellung habe ich mich tatsächlich gefragt, ob die alten irgendwie ausgeblichen sind, aber nein, die sahen schon immer so aus. Auf den neuen Teilen wurde wieder das Thema der Feierlichkeiten zum Jubiläum aufgegriffen. Auf den Straßen feiern die Bürger und auch in der Stadt sind festliche Tafeln aufgebaut. Besonders bei den Plättchen fällt die Liebe zum Detail sehr deutlich auf. Die Jubiläumsedition wirkt auf dem Tisch einfach viel freundlicher.

Carcassonne – Jubiläumsversion Versatz / Foto; Spieltroll

Allerdings ist hier auch nicht alles ganz so toll und sollte nicht verschwiegen werden, dass zumindest in meiner Version einige Wege nicht korrekt aneinander passen, so dass Versatz entsteht (siehe nebenstehendes Bild). Das kam bei der alten Version nie vor und wurde sogar durch die zahlreichen Erweiterungen nie zu einem Problem. Ein Problem für das Spiel ist es auch heute nicht, aber es stört ein wenig den hochwertigen optischen Gesamteindruck der Jubiläumsedition.

Darüber hinaus gibt es im Spiel einige neue Teile mit kleinen Symbolen auf einem Pfeil. Ein kleines neues Spielelement wurde hier eingebaut. Integriert sich aber recht gut ins Spiel. Die Pfeile zeigen in eine Richtung und es können drei Dinge passieren. Wir ziehen ein Plättchen mit Pfeil und legen es so an, das der Pfeil nicht auf ein bereits liegendes Plättchen zeigt. In diesem Fall bekommen wir einfach zwei Siegpunkte. Wenn wir es so anlegen, dass der Pfeil auf ein bereits liegendes benachbartes Plättchen zeigt, so dürfen wir die Sonderaktion des Pfeils ausführen. Es gibt drei verschiedene. Gleiches passiert auch, wenn ein Pfeil einfach daliegt und wir ein neues Plättchen an ihn anlegen.

Carcassonne – Neue Plättchen / Foto: SPieltroll

Die drei Sonderaktionen erlauben es uns einen weiteren Zug direkt im Anschluss auszuführen. Einen weiteren Meeple zu einem eigenen bereits auf dem Spielfeld befindlichen Meeple zu stellen, so wird quasi der große Gefolgsmann erzeugt. Die dritte Aktionsmöglichkeit besteht darin einen Meeple irgendwo auf dem Spielfeld in ein noch nicht abgeschlossenes Gebiet zu setzen. Ein paar kleine Veränderungen die dem Spiel nicht wehtun und wer sie nicht mag, kann die Sonderaktionen einfach weglassen.

Carcassonne – Der Fluss Erweiterung / Foto: Spieltroll

Das ist aber noch nicht alles, denn in der Jubiläumsedition wird eine weitere kleine Erweiterung gleich mitgeliefert und diese ist meiner Meinung nach die beste, die je für das Spiel erdacht wurde. Ich bin der Meinung man sollte keine Partei ohne ihn spielen und ihn einfach in jedes Grundspiel integrieren. Die Rede ist vom Fluss. Wer ihn nicht kennt, muss ihn unbedingt kennenlernen, denn er ermöglicht einen viel besseren und intensiveren Spielstart, weil zunächst reihum alle Spieler einen Teil des Flusses bauen müssen, bevor dann weitere Teile an ihn angelegt werden dürfen. Der Spielstart speziell mit mehr Spielern wird hier ein wenig entzerrt und sorgt für mehr Entfaltung.

Auch das Zählbrett wurde einer optischen Überarbeitung unterzogen und wirkt ebenfalls viel frischer und moderner als die alte Version. Die Anleitung wurde auf edlem Papier gedruckt und neu strukturiert. Die Grundregeln haben ihr eigenes Heft behalten und ein Beiblatt erklärt die neuen Regeln.

Carcassonne – Insert-Vergleich / Foto: Spieltroll

Zu guter letzt sei noch ein Blick in die Schachtel geworfen, denn das alte Carcassonne zeichnete sich nicht durch ein besonders praktisches Innenleben aus. Das Spiel ist ja bei seinen Komponenten auch äußerst genügsam. Um den kleinen Erweiterungen ihren eigenen Raum einzuräumen, wurde das Insert der neuen Box mit ein paar kleinen Abteilungen versehen. Immerhin besser als nichts, auch wenn es hier natürlich weiterhin Verbesserungspotenzial geben würde.

Mein Fazit zur neuen Version fällt durchweg positiv aus. Rein optisch ist sie der Hammer und jede*r kann sich quasi seine/ihre eigene Version erschaffen, indem die Meeple so beklebt werden, wie gewünscht. Da man hier gleich den Abt und den Fluss mitbekommt, ist die Version auch spielerisch direkt aufgebohrt und die Minierweiterung mit den Pfeilplättchen ist sogar exklusiv für diese Version. Die Jubilumsversion ist so für mich nicht nur ein Sammlerstück sondern auch eine tolle Version für den Einstieg in Carcassonne. Alles was man bracuht ist bereits enthalten. Das einzige wirklich kleine Haar in der Suppe ist der stellenweise auftretenden Versatz bei eingen Plättchen. Ist aber auch nur ein kleiner, rein optischer Fauxpas. Bei uns kommt sie nur noch auf den Tisch und ersetzt die alte komplett. Diese steht nun nur noch aus nostalgischen Gründen bei uns im Regal.

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