Spiel.digital 2020 – Eine Vorschau auf die Veröffentlichungen

Eine große Unbekannte in diesem Jahr dürfte für viele die Spielmesse Spiel.digital werden. Ein großes Experiment, von dem noch niemand weiss, ob es funktioniert und wie es genau ablaufen wird. Onlinemessen und -conventions gabe es ja schon, aber in deutlich kleinerem Rahmen und mit zum Teil ernüchternden Erkenntnissen. Der Ansatz der Spiel.digital sah von Anfang an ein bißchen anders und ambitionierter aus. Die große Frage dürfte sein, ob sie das auf die Beine gestellt bekommen. Jede Menge Partner und Unterstützer haben sie jedenfalls. Spätestens am 22. Oktober wissen wir alle mehr. In diesen speziellen Spielgedanken soll es aber in erster Linie gar nicht um die Spiel als Veranstaltung an sich gehen, sondern um die eigentlichen Stars: die Spiele. Meinen Senf zur Messe werde ich nach der Messe an geeigneter Stelle auch zum besten geben. Also auf zu den Spielen und wie immer würde ich mich über Kommentare freuen, um zu erfahren auf was ihr euch so an Neuheiten freut, oder ob ihr die Sachen auf die ich mich freue alle total doof findet und vor allem warum…

Für all diejenigen, die den Überblick behalten wollen, empfehle ich die Seite boardgamegeek.com. Dort gibt es eine Überblicksrubrik über die Neuheiten der Spiel.digital nach Verlagen geordnet und man kann sie für sich kategorisieren. Must Have, interessant, unentschlossen oder uninteressant stehen zur Auswahl und man kann die Liste hinterher nach seinen Kategorien oder auch nach Preis, Spieleranzahl usw. filtern. Ein wirklich nützliches Tool um den Überblick zu behalten, auch wenn es in diesem Jahr gar nicht soviele Veröffentlichungen sind, die hier rund um die Onlinemesse bekanntgegeben werden.

Auf gehts mit meinen Must Have´s und ich würde natürlich echt gerne wissen, was ihr so auf dem Zettel habt und warum, denn auch ich möchte ja möglichst viele Perlen finden.

The Castles of Tuscany
/ Foto: boardgamegeek.com

The Castles of Tuscany / Alea- Ravensburger

Nachdem sich die Burgen von Burgund von Stefan Feld zu einem meiner liebsten Brettspiele überhaupt entwickelt haben, freue ich mich natürlich über jedes andere Spiel von ihm, in der Hoffnung etwas ähnlich gutes vorzufinden. Der Titel ist ähnlich und auch hier sollen kleine Hexplättchen eine Rolle spielen, aber der Rest scheint recht unterschiedlich zu sein. Laut Beschreibung ist die Spieldauer ein wenig geringer und man spielt nur drei Runden in denen die Spieler ihre Landschaften erweitern und Rohstoffe verdienen müssen, um möglichst viele Punkte zu ergattern. Ich vertraue hier ganz auf Stefan Felds Fähigkeiten spannende und fordernde Mechanismen zu entwerfen. Die neuen Alea-Cover machen auch optisch jetzt ein wenig mehr her, auch wenn es beim Spielmaterial immer noch Abstriche zu machen gibt, was aber den meisten egal ist, wenn das Spiel gut ist.

Die Insel der Katzen / Foto: boardgamegeek.com

Die Insel der Katzen / Skellig Games

Hier bin ich tatsächlich schon vor einiger Zeit tätig geworden und habe das Spiel vorbestellt. Im November soll es endlich soweit sein. Das Spiel hat im englischen Original wahnsinnig viele Fans, weil es auf originelle Weise beliebte Mechanismen miteinander verbindet. Die Spieler sind mit einem Schiff vor Ort um Katzen von einer Insel zu retten. Um die Insel zu erkunden und die Katzen aufzustöbern draften sie Karten, wodurch sie Katzen aus verschiedenen Katzenfamilien in Form von verschiedenen Plättchen bekommen, die Platz auf ihren Booten verbrauchen. Auf den Booten muss man sie nun so anordnen, dass sie möglichst viele Punkte bringen und wir viele von ihnen retten können. Ganz nebenbei gibt es auch noch ein bißchen Ressourcen-Management. Eine wilde Mischung die aber vortrefflich funktionieren soll und auch für Vielspieler einiges an Tiefe zu bieten hat. Ich freu mich drauf.

MicroMacro: Crime City
/ Foto: boardgamegeek.com

MicroMacro: Crime City / Edition Spielwiese/Pegasus Spiele

Hier kann jeder der möchte, schonmal einen kleinen Eindruck gewinnen, wie das Spiel laufen wird. Natürlich nicht als App sondern ganz analog. Ein Wimmelbildspiel als kooperative Brettspielerfahrung auf einem riesigen Wimmelbild sind kleine Kriminalfälle versteckt. Die Spieler müssen diese lösen, indem sie eine Aufgabe gestellt bekommen und dies auf dem Wimmelbild zunächst finden und anschließend nachvollziehen müssen. Also irgendwas ist passiert, sucht und findet es. Dann dreht man eine neue Karte um und muss zum Beispiel herausfinden woher das Opfer kam, oder wer sich in der Nähe des Opfers verdächtig verhalten hat. Und so geht es immer weiter bis man alle Karten eines Falls durchgespielt und die Informationen auf der riesigen Karte gefunden hat. Mit Sicherheit kein großes Spiel, aber eines mit dem ich bestimmt gern mal ein bißchen meine Zeit verbringen möchte. Wenn die Fälle noch etwas schwieriger sind als der Beispiel Fall wäre ich höchst zufrieden.

Burggrafen des Westfrankenreichs
/ Foto: boardgamegeek.com

Burggrafen des Westfrankenreichs / Schwerkraft Verlag

Ich habe keinerlei Informationen darüber, was und ob und vor allem wann Schwerkraft dieses Jahr Spiele veröffentlicht. Auf ihrer Internetseite steht gar nichts. Boardgemageek listet allerdings so einige Spieleneuheiten vom Schwerkraft Verlag und ich vertraue ihnen da einfach mal. Ich liebe die beiden Vorgänger und deshalb ist dieses Spiel ein No-Brainer für mich. Sollte die deutsche Version kommen, werde ich es kaufen. Hier haben wir es diesmal mit eine Rondellmechanismus zu tun. Auf dem runden Spielbrett setzen wir unseren Burggrafen auf Feldern ein und lösen Effekte aus. Wir bauen Gebäude, sammeln religöse Schriften und setzen Diener in die Burg. Das alles wird begleitet von einem kleinen Deckbaumechanismus mit einem Deck unserer Anhänger/Arbeiter, von denen wir immer drei offen ausliegen haben. Das Ganze wirkt auf mich sehr interessant und bringt die Serie wohl zu einem guten Abschluss.

Die Folianten-Saga des Westfrankenreichs / Schwerkraft Verlag

Genauso unklar ist die Veröffentlichung von dieser Ergänzung zu den drei Spielen dieser Serie, die einen inhaltlichen und spielrischen Zusammenhang zwischen den drei Teilen herstellen soll, so dass ein Spiel Auswirkungen auf das nächste hat und man die Spiele zu einer Gesamtpartie aus drei einzelnen Spielen machen kann. Wie genau das funktioniert entzieht sich noch meiner Kenntnis, aber ich finde das klingt ziemlich spannend und deshalb erwähne ich natürlich auch diese, nennen wir sie mal Erweiterung, an dieser Stelle.

Brass – Birmingham / Giant Roc

Für viele ein alter Hut, für mich etwas auf das ich mich nach wie vor sehr freue, denn ich mag solche Spiele und bisher hatte ich keinerlei Gelegenheit auch nur in die Nähe eines Exemplars zu kommen. Als sich die Möglichkeit über die Spielschmiede ergab eine deutsche Version zu unterstützen habe ich es ohne mit der Wimper zu zucken sofort getan. Pünkltich zur Spiel.digital soll es nun auch eintreffen. Brass – Birmingham von Martin Wallace, Matt Tolamn und Gavan Brown. Knallhartes Wirtschaftsspiel mit sehr hübschem Design.

Anno 1800

Anno 1800 / KOSMOS

Und dann gleich nochmal Martin Wallace der sich damit befasst hat das UBISOFT Spiel Anno 1800 in eine Brettspiel Version umzuwandeln. Wer Martin Wallace kennt, weiss das er sich hier auf die Wirtschaft konzentriert hat und nicht so sehr auf den Stadtbauteil. Als langjähriger Fan der Annoserie freue ich mich ebenfalls sehr auf diese Umsetzung. Aus Zeitmangel habe ich den letzten Teil zwar nicht am Computer gespielt, aber ich mag solche Spiele mit Produktionsketten und einem Aufbauaspekt sehr gerne. Hier bin ich sehr gespannt, wie Wallace das umgesetzt hat. Im Vorfeld habe ich schon gehört, dass es eventuell zu trocken geraten sein könnte. Mal abwarten.

Clever hoch drei / Foto: Spieltroll

Clever hoch drei / Schmidt Spiele

Bei diesem Spiel von Wolfgang Warsch kann ich leider gar nicht anders als es mir anzuschauen. Den ersten und zweiten Teil mochte ich ziemlich gern und ich habe bei beiden Spielen mit Sicherheit weit über hundert Partien gespielt. Auf Nachschub freue ich mich da immer und ich bin gespannt was sich Herr Warsch wieder an neuen Mechaniken für die Würfel überlegt hat. Das Spielprinzip bleibt wohl bestehen: sechs bunte Würfel und ein Zettel voller Boni sorgen bestimmt für neuen Spielspaß. Ebenfalls ein No-Brainer für Fans der Serie und das bin ich definitiv.

Pandemic Legacy – Season 0
/ Foto: boardgamegeek.com

Pandemic Legacy – Season 0 / Z-Man Games/Asmodee

Für viele wahrscheinlich eines der Spiele des ausklingenden Jahres. Zumindest eins auf das man schon etwas länger warten durfte. Es steht zwar Pademic drauf, aber mit Pandemie hat das wohl erstmal nur im weitesten Sinne zu tun. Aber das Spielprinzip lässt sich halt auf vieles sehr schöne anwenden und so sind wir inzwischen beim Kalten Krieg und dem guten alten Agententhema wieder angekommen. Erzählt wird wohl die Vorgeschichte zun den Ereignissen der ersten beiden Teile. Auch ich freue mich, auch wenn das Thema natürlich schon ein wenig ausgelutscht erscheint, auf diesen Titel, denn wenn man den Vorberichten trauen darf, kommt hier das ausgefeiltste Legacy-Spiel von Rob Daviau auf uns zu, dass es bisher gegeben hat. Wenn dem so ist, so freue ich mich darauf es auszuprobieren. Ich war noch nie ein Freund von Pandemie, aber Pandemic Legacy hat mich allein vom Spielgefühl her überzeugt und auch Teil 2 ist gut gelungen.

The Stygian Society / Foto: boardgamegeek.com

The Stygian Society / APE Games

Ein Spiel das ich schon etwas länger verfolge und das nun erstaml in englischer Sprache erscheint ist The Stygian Society. Ein mechanisch total interessanter Dungeon Crawler. Die Spieler agieren als Gruppe und steigen hier einen Turm empor um den Bösewicht zur Strecke zu bringen. Dieser Turm steht auch physisch auf dem Tisch und ist so eine Art Würfelturm. Das Spiel wird aber ohne Würfel gespielt. In den Turm werden immer farbige kleine Würfel geworfen, je nach Fähigkeiten der Spieler die eingesetzt werden. Hinzu kommen Würfel für die Monster und der Turm hat verschiedene Ebenen auf den die Würfel liegen bleiben können. Man wweiss also nie ganz genau was unten rauskommt. In späteren Würfen müssen zudem die Würfel berücksichtigt werden die bereits im Turm sind. So entwickelt sich das Spiel zu einer Berechnung der Wahrscheinlichkeiten und dem Umgang damit. Ich sah einst eine Proberunde damit und war sehr fasziniert.

Es gibt natürlich noch jede Menge weitere Spiele die mir interessant vorkommen, aber leider kann ich natürlich nicht zu allen etwas schreiben. Deshalb stelle ich ans Ende des Beitrags noch eine Linkliste zu Spielen und Erweiterungen die mir ebenfalls aufgefallen sind und von denen ich finde das sie es Wert sind ein wenig Beachtung zu finden.

Das große Thema der Erweiterungen existiert natürlich auch und hier möchte ich in diesem Jahr ganz besonders drei Stück hervorheben auf die ich mich sehr freue:

Roll Player – Fiends & Familiars
/ Foto: boardgamegeek.com

Roll Player – Fiends & Familiars / Pegasus Spiele

Roll Player entwickelt sich immer mehr zu einem großen Brecher mit immer mehr Möglichkeiten die man berücksichtigen muss, wenn man es mit beiden Erweiterungen spielt. Mit dieser Erweiterung bekommen die Helden noch Begleiter die das Spektrum des Charaktertunings noch erweitern. Ebenso gibt es kleine Monster die den Charakteren das Leben erschweren sollen. Ansonsten bietet diese Erweiterung mehr von allem. Neue Klassen, neue Monster, der Markt wird erweitert und mehr Möglichkeiten für Gesinnung und Fähigkeiten.

Villainous – Das Bösse schläft
nie / Foto: boardgamegeek.com

Villainous – Das Böse schläft nie / Ravensburger

Meine Frau und ich sind große Fans dieses fantastischen Spiels. Ein gelungenes asymetrisches Spielerlebnis in dem wir Bösewichte aus dem Disneykosmos verkörpern und unsere eigenen Ziele verfolgen und durch unsere Gegner daran gehindert werden, die von unseren Mitspielern gesteuert werden. Das Böse schläft nie ist die zweite Erweiterung mit drei neuen Bösewichten. Das besondere an diesen Erweiterungen ist, das man sie durchaus auch ohne das Hauptspiel spielen kann, denn sie enthalten alles zum Spielen. Wer also einen Einblick in das Spiel gewinnen möchte kann auch mit einer der Erweiterungen starten ohne gleich das große Grundspiel kaufen zu müssen. Drei weitere Bösewichte bedeutet natürlich mehr Abwechslung. Das Spiel ist so angelegt, dass alle Bösewichte anders funktionieren und sich somit neue Elemente in das Spiel einschleichen können. Für uns ein absoluter Pflichtkauf.

Die Quacksalber von Quedlinburg –
Die Alchemisten / Foto: boardgemaegeek.com

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten / Schmidt Spiele

Auch die Quacksalber von Quedlinburg bekommen neuen Zuwachs. Wolfgang Warsch hat weitere Inhalte für sein erfolgreichstes Spiel geschaffen. Diesmal holen wir noch Alchemisten mit ins Boot und erhalten eine alchemistische Apparatur an unseren Kessel. Ein völlig neues Kartendeck ersetzt das altbekannte und neue Bücher für das Hexenkraut kommen hinzu. Die Menschen in Quedlinburg kommen nun mit ihren Gebrechen und Krankheiten zu den Quacksalbern und wir können sie versuchen zu heilen. Das alles klingt für mich nach einer tollen Erweiterung für die ohnehin schon tollen Quacksalber von Quedlinburg.

Liste mit weiteren interessanten Spielen und Erweiterungen:

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