Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung

Die Quacksalber von Quedlinburg –
Die Alchemisten Erweiterung / Foto: Spieltroll

Wolfgang Warsch hat im Jahr 2018 mit den Quacksalbern von Quedlinburg ein Spiel geschaffen von dem man zu Beginn nicht unbedingt ahnen konnte, welchen Erfolg es auch international haben würde. Es hat sich wohl ganz gut verkauft und wurde mit Preisen ausgezeichnet. Auch bei Boardgamegeek.com ist es unter die besten hundert Spiele eingezogen und hat auf jeden Fall seine Fans. Auch mir war zu Beginn nicht ganz klar, wo die Reise hingeht. Es gefiel mir ganz gut, war mir zunächst aber auch fast zu seicht. Den Wiederspielwert erkannte ich zwar, aber ich wollte es gar nicht unbedingt immer wieder spielen. Erst nach und nach begannen die Quacksalber für mich zu wachsen und ich erkannte warum wir es hier auch durchaus mit einem Kennerspiel zu tun hatten. Nun soll es hier bereits um die zweite Erweiterung für das Kennerspiel des Jahres 2018 gehen und soviel möchte ich vorwegnehmen, es fügt dem Spiel eine ganze Menge Komplexität hinzu.

Was ist neu?

Die Alchemisten-Erweiterung bringt den Spielern ein völlig neues Element ins Spiel. Die Spieler bekommen einen Destilieraufsatz, den sogenannten Alchemistenkolben, für ihren Kessel (soll heißen ein neues Tableau). Die Bewohner von Quedlinburg kommen mit all ihren Wehwehchen zu den Spielern und wollen eine heilbringende Tinktur von ihnen. Dazu gibt es einen Satz von acht Krankheiten, die die Spieler heilen können, um dafür zusätzliche Punkte zu bekommen. Dazu gehören noch acht Patientenchips und vier Essenzkarten für jeden Spieler, die wir für die neue Mechanik benötigen. Sowie auch jeweils ein Essenzmarker in Spielerfarben. Die Erweiterung bringt ansonsten noch zwei neue Zutatenbücher für das Narrenkraut aus der ersten Erweiterung , sowie auch nochmal 30 Narrenkrautchips mit. Außerdem kommt die Erweiterung mit 40 weiteren Knallerbsenchips. 20 Neue Wahrsagekarten erweitern das Set aus dem Grundspiel endlich auch für noch mehr Abwechslung.

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung – Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Wie das Grundspiel funktioniert setze ich bei der Review voraus. Wer das nicht weiß, kann unter diesem Link meine Review für das Grundspiel lesen und sich informieren. Nun aber zu den Alchemisten. Das Grundspiel wird wie gewohnt aufgebaut und die Wahrsagekarten können zu denen des Hauptspiels gemischt werden. Einige von ihnen sind nur mit der Kräuterhexen und andere nur mit den Alchemisten spielbar. Um diese leicht herauszufinden wurden sie mit entsprechenden Symbolen markiert. Nehmt sie einfach heraus, solltet ihr ohne die eine oder andere Erweiterung spielen.

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung – Wahrsagekarten / Foto: Spieltroll

Jeder Spieler bekommt seinen Alchemistenkolben, den er oberhalb seines Kessels passgenau anlegen kann. Er zeigt einen Kolben mit einigen Röhrchen und einer Essenzleiste auf der man seinen Essenzmarker entlang ziehen kann. Zu Bginn wird er auf die Nullposition gesetzt. Außerdem erhält jeder Spieler seinen Satz Esseenzkarten.

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung – Alchemistenkolben/ Foto: Spieltroll

Anschließend wirft man die Patientenmarker in einen der Zugbeutel und mischt sie gut durch. Drei werden gezogen. Alternativ kann man auch einfach die Krankheitsplättchen mischen und drei davon ziehen. Die drei gezogenen Krankheiten stellen die drei Probleme dar, mit denen die Patienten zu den Spielern kommen. Rübennasen, ein Ohrwurm oder auch Vampirismus gehören zu den Krankheitsbildern. Die Spieler müssen sich jeweils für einen der drei Patienten entscheiden, den sie versuchen zu heilen. Die Krankheiten bringen verschiedene Effekte mit sich. Einige treten direkt zu Spielbeginn auf, andere immer, wenn etwas bestimmttes passiert oder sie setzen bestehende Regeln außer Kraft. Die Spieler legen die entsprechende Essenzkarte in das Feld ihres Alchemistenkolbens und können nun sehen, welches Röhrchen auf welche Belohnung zeigt. Sie müssen nun nämlich im laufenden Spiel versuchen ihren Essenzmarker soeit nach vorne zu bewegen wie möglich, denn dort warten die besseren Belohnungn auf sie.

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung – Spielsituation / Foto: Spieltroll

Dazu wird eine ganz neue Phase eingeführt. Die Essenzphase findet nach der Zubereitungsphase statt und wird noch vor der Wertung ausgeführt. Die Spieler zählen die unterschiedlichen Zutaten in ihrem Kessel. Knallerbsen zählen allerdings nicht mit. Der Essenzmarker wird dann soviele Felder auf der Leiste vorgeschoben. Sollten wir es geschafft haben genau den Wert 7 für die Knallerbsen erreicht zu haben, so bekommen wir einen Bonus von einem Feld auf der Leiste. Außerdem bekommst du jeweils ein weiteres Feld Bonus, wenn die Kessel deiner Nachbarn in die Luft geflogen sein sollten. Ein Feld wenn nur einer zu viele Knallerbsen gebraucht hat und zwei für beide. Im Spiel zu zweit gibt es immer nur ein Feld Bonus. Dann sehen wir den Bonus den wir erreicht haben. Sollten wir eine besondere Aktion als Bonus bekommen, so dürfen wir diese erst in der nächsten Runde einsetzen. In der neunten Runde bekommen wir keine der abgebildeten Belohnungen, sondern den Essenzwert als Siegpunkte ausbezahlt.

Die Quacksalber von Quedlinburg – Die Alchemisten Erweiterung – Patientenkarten / Foto: Spieltroll

Ansonsten gibt es nicht neues in der Erweiterung außer den neuen Narrenkraut-Büchern und die erlauben uns hier ein wenig Variation vorzunehmen.

Das Fazit

Klingt gar nicht nach viel, verändert das Spiel auch vom Ablauf nur minimal, bringt aber gehörig mehr Tiefe und für uns auch Spaß in ein Spiel, das zu unseren Lieblingsspielen der letzten Jahre gehört. Die Mechanik mit dem Alchemistenkolben und der Essenzleiste führt ganz klar zu zwei Dingen. Sie fördert die Bereitschaft der Spieler mehr und verschiedene Zutaten in ihren Beutel zu werfen. Noch mehr verschiedene Taktiken sind möglich, denn durch verschiedene Zutaten erhöht sich der Bonus, den man aus der Essenz rausholen kann. Die Spieler überlegen also mehr, welche Möglichkeiten sie mit welchen Zutaten haben und wie sie ihren Beutel bestücken. Das zweite ist die Risikobereitschaft der Spieler wird weiter ausgereizt. Der Bonus ist mitunter nicht zu verachten, so dass man häufiger versucht an den Knallerbsenwert 7 heranzukommen und das führt zu viel Spannung und Spaß am Spieltisch.

Die Hexen-Erweiterung hat ein paar Dinge gebracht, die gut sind, man sie aber nicht unbedingt gebraucht hätte, aber die Alchemisten-Erweiterung finde ich so gelungen, dass ich allen empfehlen möchte sie unbedingt hinzuzufügen. Die Quacksalber gewinnen durch diese Erweiterung ungemein. Sie macht ein seht gutes Spiel nur noch besser.


  • Verlag: Schmidt Spiele
  • Autor(en): Wolfgang Warsch
  • Illustrator(en): Dennis Lohausen
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Spieleranzahl: 2 – 5
  • Dauer: 45 Minuten

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