Von Platzproblemen und Trennungsschmerz

Wie macht ihr das eigentlich? Habt ihr immer genug Platz für all eure Spiele? Ich habe das nämlich nicht und kämpfe mit meiner Wohnung immer um den verfügbaren Platz. Und weil ich leider nie alles verstauen kann, muss immer mal wieder ein Teil der Sammlung ausziehen. Das ist ein ganz schöner Aufwand, denn welches seiner Kinder soll man in die weite Welt entlassen? Man liebt sie doch alle! Irgendwie… Vielleicht ist euch dieses Thema aber auch völlig unbekannt, denn ihr habt einen einhundert Quadratmeter Spieledungeon mit eigenem Ludothekar und fragt euch was das ganze Gejammer soll? Ihr sammelt einfach alle Spiele immer weiter, weil euch der Platz nie ausgeht. Wenn dem so ist, seit ihr in einer glücklichen Lage, die aber viele von uns Brettspielfreaks leider nicht teilen. Wir leben in zu kleinen Wohnungen mit zu wenig Platz für all die Spiele die uns so ans Herz gewachsen sind, denn Spiele sind keine Briefmarken. Sie benötigen Platz!

Ich habe für diesen Beitrag am letzten Wochenende unsere Spielesammlung extra nochmal überprüft und durchgezählt, um eine aktuelle Grundlage zu haben. Momentan befinden sich 176 Spiele in unserer Sammlung und dabei handelt es sich um einzelne Spiele bei denen ich sämtliche Erweiterungen mitzähle, die wir natürlich auch noch haben. Viele von den Spielefreaks werden jetzt wahrscheinlich sagen: „Das ist doch gar nicht soviel!“ und da muss ich sagen stimmt, denn ich habe auch gerade ausgemistet. Wobei das klingt zu negativ. Wir haben uns getrennt und das ist jedesmal ein etwas langwieriger Prozess, bei dem wir abwägen müssen. Ich habe mich zum Teil auch von Spielen getrennt, die ich niemals verkauft hätte, wenn ich genügend Platz haben würde.

Man muss jetzt aber auch wissen, das wir in einer normalen kleinen Wohnung leben und unsere Tochter zumindest noch solange bei uns wohnt, bis sie ihre Ausbildung beendet hat. Da bleibt einfach nicht viel Platz übrig. Wir verfügen auch, wie viele andere über kein Spielzimmer, wo sich die Spiele aufhalten dürfen und in dem man gepflegt mal eine Runde spielen kann. Nein, bei uns wird im Wohnzimmer gespielt auf unserem kleinen Tisch, den ich schon des öfteren thematisiert habe. Wir verfügen auch über kein Spielregal im herkömmlichen Sinn. Also bei uns gibt es kein Regal das nur für Spiele genutzt wird. Die Spiele sind mehr oder weniger in der Wohnung verteilt. Ein Hauptteil guckt mich gerade, während ich diese Zeilen schreibe an, denn sie sind rund um meine kleine Computerecke verteilt. In den Schränken des Wohnzimmers hinter verschlossenen Türen lebt ein Großteil der kleinen Kartenspiele und Spiele für Zwei. Auch der Kleiderschrank im Schlafzimmer ist oberhalb bis zur Zimmerdecke mit Spieleschachteln befüllt.

Einen erstaunlich guten Job machen in unserer Wohnung auch befüllbare Sitzhocker, die in unserem Wohnzimmer dazu dienen, von allen Seiten um den kleinen Wohnzimmertisch herum zu sitzen. Bei Bedarf, wenn mal wieder ein viel zu großes Brettspiel auf den Tisch muss, dienen sie sogar als Vergrößerung der Spielfläche. Ihr Kern ist allerdings mit jeder Menge Spielen gefüllt. Ihr seht, wir ringen unserer Wohnung den benötigten Platz ab, aber reichen wird er wahrscheinlich nie. Selbst wenn wir eines Tages eine neue Wohnung gefunden haben werden, wird auch da der Platz irgendwann zu klein werden, denn wir Brettspielfreaks sind Horter und können uns meist nur schwer trennen, oder ist das bei euch anders?

Von Zeit zu Zeit müssen wir doch alle mal ausmisten. Wie macht ihr das? Welche Kriterien findet ihr dafür, euch von den geliebten Spielen zu trennen? Ist es das Alter, die Größe, die Seltenheit oder der Wiederspielreiz? Ich muss hierbei ständig abwägen und habe mich von einem Großteil meiner ältesten Spiele getrennt. Natürlich ist ein Kriterium, das richtig viel zählt: „Spielen wir das Spiel noch häufig?“ Dies sollte eigentlich das Hauptkriterium sein, denn Spiele sind dazu da gespielt zu werden und nicht, um rumzustehen. Deshalb sind wir in unserem Haushalt dazu übergegangen auch Spiele abzugeben, die wir zwar sehr mögen, aber die wir einfach nicht mehr auf den Tisch bringen. Zum Teil sind da dann wirklich einige Perlen dabei. Wir haben aber leider den Platz nicht und deswegen muss es einfach sein.

Gehen wir mal ein paar Kriterien durch:

Alter

Sollte man nicht unterschätzen, denn manche Spiele altern einfach nicht besonders gut. So kommt es das auch liebgewordene Schätzchen irgendwann einfach nur noch verstauben. Das sind die Kandidaten die man wahrscheinlich wirklich nur aus Sammlungszwecken noch in seinem Besitz behält. Ein solches Beispiel aus meiner Sammlung wären Die Siedler von Catan, dass ich noch in seiner Holzfassung mit allen Erweiterungen in meiner Sammlung behalte. Der Karton ist mehrfach geklebt und fällt auseinander, da das Gewicht der ganzen Teile im inneren einfach zu groß ist. Das Spiel hat sich in den letzten Jahren deutlich abgenutzt.

Sentimentalität

Hängt meistens mit dem Alter zusammen und sorgt oft für einen verklärten Blick auf die Realität. Dieser Punkt ist sehr individuell und wird beim durchforsten der Sammlung meist immer wieder aufgegriffen. Im Endeffekt sind das bei mir die Spiele, die ich meist sofort zum Aussortieren beiseite Stelle, sie aber kurz bevor es ans Verkaufen geht, doch wieder zurückstelle. Ein guter Kandidat aus meiner Sammlung ist da Der Herr der Ringe von Knizia, dass ich aus Sentimentalität nicht abgeben kann.

Größe

Der Ausgangspunkt für dieses Thema sind ja die Platzprobleme, also ist das ein durchaus nicht zu unterschätzender Grund. Gloomhaven nimmt halt wirklich deutlich mehr Platz weg als Bohnanza. Große Spiele haben meistens auch viel Inhalt und das spricht für lange Spielzeiten. Hier kommt dasnn die Frage auf, ob man das alles jemals Spielen wird, was in der riesigen Schachtel enthalten ist. Gerade der Kickstarter-Boom der letzten Jahre beschert einem immer wieder riesige Pakete. Solche Spiele kaufe ich meistens erst gar nicht, weil mir die Zeit meist fehlt. Manche sind aber so interessant oder sprechen mich an, das ich sie ausprobiere. Riesige Platzfresser, die meist recht schnell wieder verschwinden. Das Spiel, dass in meiner aktuellen Sammlung den meisten Platz wegnimmt ist Zombicide: Black Plague mit all seinen Erweiterungen, das wird aber immer mal wieder gespielt, weswegen es (vorerst) bleibt.

Seltenheit

Ein Grund der früher, als ich noch Platz hatte, viel mehr gezählt hat, aber heute ist es einfach nicht möglich alle Raritäten aufzubewahren. Alles muss raus, was nicht gespielt wird, weswegen ich da keine Rücksicht mehr darauf nehme und nur das seltene Spiel auch behalte, was gespielt wird.

Wiederspielreiz

Diesen Punkt habe ich ja schon weiter oben als für mich essentiell hervorgehoben. Provokant könnte man formulieren: „Spielen wir das noch, oder kann das weg?“. Hier sollte man sich selbst nicht belügen. Nur weil ein Spiel hübsch, innovativ oder sonstwas ist, sollte man es aber nicht behalten. Es muss Spaß machen und gespielt werden. Meine Frau hat den Hang dazu hübsche Spiele zu kaufen und stellt dann oftmals fest, dass die Spiele nicht unbedingt gut sind. Also fliegen sie wieder raus. Werden sie gespielt, können sie bleiben. Ansonsten gebt es weiter und jemand anders kann damit Freude haben.

Egal, welcher Grund auch immer dafür spricht, sich von einem Spiel zu trennen, es muss einfach manchmal sein. Spätestens wenn der Platz nicht mehr ausreicht. Unsere Sammlung ist insgesamt vielleicht nicht so groß, wie manch anderer vermutet hätte, aber die Fluktuation ist bei uns vielleicht einfach höher als bei anderen. Von daher kann ich bei den meisten Spielen sagen, wenn sie in unserer Sammlung landen, dann mögen wir sie schon ziemlich und die Spiele haben es verdient genannt zu werden.


Spieltrolls Spielesammlung

7th Continent Classic Edition, 7 Wonders Duel

Agricola – Das Familienspiel, Al Cabohne, Alhambra, Anno 1800, Anno Domini – Deutschland, Architekten des Westfrankenreichs, Arkham Horror – Das Kartenspiel, Arkham Noir 1+2, Arler Erde, Ashes – Die Phönixmagier, A Thief´s Fortune, Aventuria, Azul

Bohnanza, Bonfire, Brains – Japanischer Garten, Brains – Zaubertrank, Brass – Birmingham, Bunny Kingdom Buntes Burano, Burggrafen des Westfrankenreichs, Bzzzz

Cafe International – Das Kartenspiel, Calavera, Cantaloop – Band 1, Caper, Carcassonne, Carcassonne Jäger & Sammler, Carpe Diem, Cat Lady, Caverna, Century – Die Gewürzstrasse, Chronicles of Crime, Chronicles of Crime 1400+1900+2400, Circle The Wagons, Civilization – Ein Neues Zeitalter, Clans, Codenames Duett, Cottage Garden

Das Geheimnis des Tempels, Das Grimoire des Wahnsinns, Das Streben nach Glück, Deadline, Der Fuchs im Wald, Der Herr der Ringe, Der Kartograph, Die Alchemisten, Die Blutige Herberge, Die Burgen von Burgund – Das Würfelspiel, Die Insel der Katzen, Die Legenden von Andor, Die Quaksalber von Quedlinburg, Die Siedler von Catan, Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel, Die Tavernen im Tiefen Thal, Die Villen des Wahnsinns, Diplomacy, Dominion, Dragon Castle, Dreamscape, Dungeon Pets

Ecos, Eine Wundervolle Welt, Ein Fest für Odin, El Grande, Era – Das Mittelalter, Escape Tales – Low Memory, Everdell

Fabelsaft, Fallout Shelter, Fields of Green, Fiese Freunde Fette Feten, Five Tribes, Flügelschlag

Ganz schön Clever, Glasgow, Glen More II – Chronicles, Gloomhaven – Die Pranken des Löwen, Guillotine

Harry Potter Defence Against The Dark Arts, Harry Potter Hogwarts Battle, Hero Realms, Hexenhaus, Hidden Games – Grünes Gift, Holmes

Illusion, Imperial Settlers, Imperial Settlers. Empires of the North, Istanbul

Jaipur

Kingdomino, Klong, Kodama – Die Baumgeister

La Isla Bohnita, Le Havre – Der Binnenhafen, Ligretto, Little Town

Mandala, Mercado, Minh A Mun, Munchkin, My City, Mystic Vale, Mythos Tales

Nah und Fern, Naga Raja, Natives, Nidavellir, Nova Luna

Ohanami, Oh My Goods!, Okiya, Onmiga, On Tour, Orbis

Pagoda, Paladine des Westfrankenreichs, Paleo, Palm Island, Pandemic Legacy Season Two, Paperback, Paris – Die Stadt der Lichter, Patchwork, Pharaon, Potion Explosion, Puerto Rico, Punktesalat

Quadropolis

Rajas of the Ganges, Roam, Root, Roll Player, Rune Stones

Sagrada, Scotland Yard, Schach, Scythe, Seikatsu, Sherlock Holmes Criminal Cabinet, Silver Amulett, Silver & Gold, Skull King, Small World, Spirit Island, Spirits of the Wild, Splendor, Sprawlopolis, Sushi Go Party, Switch & Signal

Tainted Grail, Takenoko, Tal der Kaufleute Kollektion, Tapestry, Targi, Tawantinsuyu, Tekhenu, Tiny Towns, The Castles of Burgundy, The Castles of Tuscany, The Towers of Arkhanos, Trismegistus, Tutto

Underwater Cities

Valeria, Villainous, Villainous – Böse bis ins Mark, Villainous – Das Böse hat Stil, Villainous – Das Böse schläft nie!,

Welcome To…, Wildlands, Winziges Verlies, Winziges Verlies – Schattenwald, World of Warcraft Trading Card Game

Yokai

Zombicide: Black Plague, Zug um Zug, Zwischen Zwei Schlössern


Nun ja, bis wir nicht umziehen und mehr Wohnraum zur Verfügung haben, wird sich wohl an der Situation nichts ändern und wir müssen immer wieder ausmisten, weil man ja auch gerne die aktuellen Neuheiten spielen möchte. Wie sieht das denn bei euch so aus? Kein Problem für euch oder kennt ihr das auch?

Ein Gedanke zu „Von Platzproblemen und Trennungsschmerz“

  1. Geht mir genauso. Aber ich kann mich kaum von etwas trennen und behalte auch Spiele aus sentimentalen Gründen. Herr der Ringe z.B. steht hier auch immer noch – da stehst du auch noch in den Highscores mit drin. Damit hbe ich aber auch meine Liebe zu kooperativen Brettspielen entdeckt.
    Ich habe mir z.B. irgendwann (wieder)mal ein Tikal zugelegt, nur weil ich die Grafik und den Spielplan so schön finde. Genau wie bei Discover, das total schlechte Kritiken geernet hat, aber hier seinen Platz aufgrund der Illustrationen hat. Dann gibt es auch noch Kandidaten, die ich nie gespielt habe, aber immer denke das mache ich eines Tages noch. Prominentester Staubfänger: Herr der Ringe – der Ringkrieg.
    Im Wohnzimmer lagern diverse Familienspiele und die Spiele, die öfter mal gespielt werden, wie Dixit plus alle Erweiterungen, Pokemon Meistertrainer, Pictures, Sherlock Holmes beratender Detektiv, Talisman, Kitchen Rush, Tiny Towns und viele kleinere Schachteln. Im Arbeitszimmer füllen die größeren Spiele die Regale und vor allem den Platz zwischen Regal und Decke. Dazu in Nischen versteckter Sammelkram, wie z.B. Krosmaster 3D Resin-Spielbrett etc.
    Manchmal ganz schön erdrückend, manchmal aber auch schön das alles zu haben. Machen wir uns nichts vor, ich kann mich nicht dagegen wehren neue Spiele zu kaufen und habe jetzt schon wieder einiges auf der 2021er Wunschliste. Z.B. Everdell, Dinosaur Island Erweiterung, Sleeping Gods … hört das denn nie auf?!

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