Arkham Horror Bastelstunde

Es gibt ja so Spiele, meistens sind es Karten- oder Miniaturenspiele, die liefern einem einfach nicht genügend Platz in ihren Verpackungen, um alles vernünftig zu lagern. Manche sind auch einfach unpraktisch, weil sie in ihren Legermöglichkeiten einfach viel zu viel Platz wegnehmen. Ein gutes Beispiel ist da Dominion, dass in regelmäßigen Abständen, neue Editionen auf den Markt bringt und alle Spiele sind immer wieder in einem völlig überdimensionierten Karton untergebracht, so dass man inzwischen mehrere Meter Regalwand verbrauchen würde, wollte man sie alle dort aufstellen. Vor einiger Zeit habe ich an anderer Stelle schon einmal darüber berichtet, wie ich mir selber einen Koffer für alle Karten zurechtgebastelt habe. Heute soll es hier um einen weiteren Vertreter dieser Kategorie gehen, bei dem allerdings alles noch viel schlimmer ist: Arkham Horror – Das Kartenspiel.

Arkham Horror ist ein verdammt tolles Spiel und genau deswegen geben sich wahrscheinlich so viele Menschen, soviel Mühe mit dem Spiel. Außerdem ist es im Vergleich zu anderen Spielen, ein recht teures Vergnügen, weil die Living Card Games nun einmal davon leben, ständig erweitert zu werden. Aber bereits das Grundspiel ist im Vergleich zu anderen Spielen recht teuer, gemessen an Spielmaterial und Inhalt. Das Material (hauptsächlich Karten und ein paar Pappmarker) sind allerdings von sehr guter Qualität. Aber zum Beispiel liegt dem Spiel kein Beutel bei, aus dem man die Chaosmarker ziehen soll. Irgendwie schon frech und auch die Karten kann man nur in dem kleinen Karton ohne Sortierhilfe aufbewahren. Bei den Erweiterungen sieht es dann noch schlimmer aus. Bei den sogenannten Deluxesets bekommt man dann nichteinmal mehr einen Karton, sondern nur eine Umverpackung die von Wellpappe gestützt wird und von den Mythospacks brauchen wir gar nicht erst reden, das sind nur Karten in einem Plastikblister verschweißt.

Wenn man nun aber Fan von diesem genialen Erzählspiel ist, dann braucht man früher oder später eine vernünftige Aufbewahrungslösung und dort helfen einem die Foren bei Fantasy Flight Games und Boardgamegeek durchaus weiter. Hier gibt es enorm viele Leute, die sich schon viele Gedanken darüber gemacht haben und auch im Falle von Boardgamegeek jede Menge Sachen zum Downloaden und Ausdrucken bereitstellen.

Truhe für Arkham Horror / Foto: Spieltroll

Ich habe mich für eine etwas stylischere Lösung entschieden und mir nicht nur einen passenden Karton zugelegt, sondern mir eine schöne Truhe bestellt. Die sind oftmals gar nicht so teuer, da sie ja nur Dekozwecken dienen. Für die hier verwendete Truhe habe ich 25 Euro bezahlt und sie ist über 40 cm breit und 25 cm hoch und tief. Das reicht für zumindest einiges an Karten aus. Für den Innenausbau sollte man auf Foamboard zurückgreifen, dass gibt es in schickem schwarz, so dass es zum Innenleben einer solchen Truhe passt. Schneiden kann man das sehr gut mit einem scharfen Teppichmesser oder einem Cutter. Kleben ist auch kein Problem. Die meisten Teile habe ich mit Heißkleber in der Truhe fixiert und mit Kraftkleber die einzelnen Bauteile zusammengebaut. Die Idee zu dieser Truhe stammt von einem User, dessen Namen ich leider nicht mehr auftreiben konnte, der einen alten Lederkoffer so umgebaut hat.

Truhen Inhalt / Foto: Spieltroll
Truhe linker Bereich /Foto: Spieltroll

Ich wollte das die Karten im linken Bereich hochkant stehen können und dafür habe ich zwei Trenner in die Truhe geklebt. In der Mitte sind nocheinmal Querverbindungen für mehr Stabilität. Bei Boardgamegeek gibt es sehr hübsche Trennkarten vom User smalville247, die er zum Download bereitstellt. Jeweils in einer Variante für stehende Karten, oder auch für auf der Seite liegende. Die Trennkarten sind für die Ermittlerkarten nach Typen unterteilt und dort jeweils nochmal in die drei Kategorien Ereignisse, Fertigkeiten und Vorteile. Innerhalb dieser Kategorien gibt es dann nochmal verschiedene Trennkarten für die verschiedenen Stufen: ab Stufe 0, 1+ und 3+, was für eine sinnvolle Sortierung durchaus ausreicht. Für jedes Bedrohungsdeck gibt es einen eigenen Trenner, so dass einem das mühsame Zusammensuchen der unterschiedlichsten Bedrohungsdecks leichter fällt.

Trennkarte von smalville247 / Foto: Spieltroll
Truhe mittlerer Bereich / Foto: Spieltroll

In der Mitte meiner Truhe wollte ich die Szenarien einzeln aufbewahren, so dass man einen schnellen Zugriff auf ein bestimmtes Abenteuer ermöglichen kann. Auch hierzu haben sich findige User bei Boardgamegeek schon Gedanken gemacht. Sehr stylisch finde ich die wir ein Stapel Briefe aussehenden Boxen für die Szenarios. Der User boblafouine stellt sie bei Boardgamegeek zum Download bereit. Einfach auf etwas dickerem Papier ausdrucken, falten und mit einwenig Klebstoff fixieren, fertig sind die schönen Breifumschläge mit Lovecraft Briefmarke. Die Namen und Symbole kann man mit ein bißchen Geschick einfach selber abändern, wenn man sie nicht im englischen Origial haben möchte. Da diese Briefe die Karten auf der Seite liegend beinhalten, habe ich darüber noch jede Menge Platz und für diesen Zweck baute ich aus dem Foamboard noch einen weiteren Kasten, den man über den Umschlägen in der Truhe aufbewahren kann. Dafür muß man nur schon im unteren Bereich einen weitere niedrigere Seitenwand mit einplanen, auf der der Karton dann aufliegen kann.

Szenario-Briefe von boblafouine / Foto: Spieltroll
Truhe rehte Seite / Foto Spieltroll

Auf der rechten Seite sollte das restliche Spielmaterial untergebracht werden. Für die verschiedenen Token fand ich es sehr schön, wie der User aus dem Fantasy Flight Forum so eine Art Reagenzglas mit Korkdeckel als Aufbewahrung benutzt hat. Diese müssen natürlich auch stehen können und dürfen nicht durch die Gegend fliegen. Hier hilft wieder das Foamboard, aus dem man einfach eine Platte mit entsprechenden Löchern vorbereiten kann. Die Gläser habe ich mir Online bei tuuters.de besorgt, wo man, für sechs dieser Gläser mit Korken, 12 Euro bezahlt. Die Chaostokens passen genau hinein. Viele andere Fans benutzen für ihre Chaostokens, damit sie im Beutel nicht immer aufeinander liegen, gerne Münzkapseln, damit man sie besser mischen kann und sie einfach griffiger sind. Wenn ich solo spiele, benutze ich die Chaosmarker gar nicht, dann ist die App Arkham Chaos Bag sehr zu empfehlen. Sie macht das Spiel ein wenig schneller. Von daher haben die Chaostoken in meiner Truhe keine besondere Lösung bekommen.

Gläser für Tokens / Foto: Spieltroll

Vorne vor den Gläsern, bewahre ich noch Pokerchips auf. Im Originalspiel sind die Ermittlerkarten klein und fummelig und man sollte sich Plastikstandfüße zulegen, damit man sie wie Figuren über die Karten bewegen kann. Wer richtig tief in die Tasche greifen möchte, der kann sich natürlich auch die inzwischen vergriffenen Figuren von Fantasy Flight für die Ermittler beaorgen. Ab und an findet man welche bei ebay für ziemlich freche Preise. Auch in Villen des Wahnsinns gibt es solche Ermittlerfiguren. Ich benutze Pokerchips, auf denen ich das jeweilige Ermittlerbild aufgebracht habe. Das ist unter Fans auch eine gängige Lösung, deshalb gibt es auch hier wieder im Boardgamegeek-Forum Downloads von zum Beispiel sindriss, der sämtliche Ermittler als kreisrunde Artworks zur Verfügung stellt. Ich finde das es griffiger ist, seine Ermittler mit etwas anderem als einer kleinen Karte über die anderen ausliegenden Karten zu ziehen. Weiterhin habe ich einige Pokerchips mit Pfeilen versehen, die ich dazu benutze in unübersichtlichen Szenarien die Ortsverbindungen anzuzeigen.

Pokerchips für Ermittler und Verbindungen / Foto: Spieltroll

Oben im Deckel ist noch ein festes Gummiband angebracht, das sämtliche Anleitungen und Kampagneninformationen halten kann. Das war es dann aber auch, mehr habe ich bisher nicht getuned. Arkham Horror erlaubt vieles an Tuning. Das haben natürlich auch schon die fleißigen Hersteller von den diversen Brettspieltunern bemerkt und das Angebot für Arkham Horror ist recht groß. Ich hätte gerne noch cooler Tokens für die Aufladungen auf den Karten. Zum Beispiel fände ich lustige kleine Patronen gut zum anzeigen der Munition oder Baterien für die Ladungen der Taschenlampe. Aber da verliere ich mich jetzt zu sehr im Detail, hehe.

Also ich habe ungefähr 50 Euro für da Material ausgegeben und dafür macht das gang gut was her und steht jetzt schön im Wohnzimmer rum und ich spiele Arkham Horror regelmäßig. Wenn man bedenkt, was man eh schon für das Spiel bezahlt, kommt es darauf auch schon kaum noch an, aber die Karten sollten dann wenigstens gut verwahrt sein und nicht durch irgendwelche Pappkartons herumfliegen.

Folgendes habe ich gekauft:

  • Dekotruhe
  • 10 Bögen schwarzes A4 Foamboard
  • 20 Blatt 240g Papier
  • 20 Blatt 120g Papier
  • 6 Gewürzgläser mit Korkstopfen

Was man noch braucht:

  • Teppichmesser
  • Heißklebebistole
  • Klebstoff
  • Pokerchips oder etwas ähnliches

Wenn man das alles noch bei einem Copyshop ausdrucken muß, sollte man noch einen 10er mehr einplanen.

Truhe mit oberer Kartenbox / Foto: Spieltroll

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