Bohemians – Kunst oder kann das weg?

Bohemians

Bitte die Überschrift nicht allzu ernst nehmen. Das soll natürlich ein bisschen provokant sein, denn der Titel gilt nicht gerade als ein großer Straßenfeger. Aufgrund seiner Optik zunächst gehyped wurde das Spiel dann doch recht schnell fallengelassen und nur darauf bezieht sich der Titel. Das Kennerspiel wurde von Pegasus nur allzu gerne aufgegriffen, was sie natürlich trotz ihres Langzeit Partners Portal Games wohl sowieso gemacht hätten, aber das Spiel ist optisch zunächst mal ein wirklicher Augenschmaus, egal was sich spielerisch hinter ihm verbirgt. Das gilt es noch ein wenig frei zu legen. Das Thema, die französische Kunstszene der Bohème wird hier einfach sehr schön eingefangen. Ob das Spiel nun gut ist, oder doch eher ein Reinfall, dass möchte ich heute ein wenig näher erläutern, denn aus meiner Sicht trifft beides zu. Wie kann das, werdet ihr euch jetzt fragen und ich versuche das einmal zu erklären.

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Herd – Stapelschafe

Herd

Ein Puzzle Brettspiel steht da als Zusatz unter dem Titel auf der Schachtel und ich finde damit verkauft sich dieses Werk des Künstlers Blaž Urban Gracar ein bisschen unter Wert. Er stammt aus Slowenien und beschäftigt sich sowohl mit Literatur, Musik, Gamedesign und bildender Kunst. Insofern ist Herd eher als ein Gesamtkunstwerk zu sehen, denn hier lebt er natürlich verschiedene Elemente aus, weil er für das gesamte Werk verantwortlich zeigt. Herd ist ein Puzzlespiel für eine Person. Aufmerksam auf ihn geworden bin ich tatsächlich durch eine App mit dem kurzen Titel LOK. Diese App basiert auf einem weiteren Puzzlebuch von ihm, was ich mir inzwischen auch als physische Version besorgt habe, weil ich es so gut fand und mich bestens unterhalten fühlte. Herd schlägt optisch und künstlerisch in die gleiche Kerbe, hält nur eine völlig andere Sorte Rätsel für uns bereit. Nun ist das die Frage, ob ihr das als Brettspiel deklarieren wollt oder als Rätsel? Ich finde es ist beides, da wir hier auch noch mit ein paar Figuren auf dem Rätsel hin- und herziehen. Auf jeden Fall passt es vortrefflich in meinen Solo Schwerpunkt, den ich im Moment abhandeln möchte.

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Kinfire Delve: Callous‘ Lab – Alleine in den Keller

Kinfire Delve: Callous‘ Lab

Ich möchte in den nächsten Wochen schwerpunktmäßig ein paar Solo-Spielerfahrungen hier besprechen. Das Thema wird immer wichtiger und ist längst aus seiner Nische gekrochen. In den nächsten Wochen wird es deshalb einige Reviews zu Spielen geben, die ihr alleine spielen könnt, bzw. solltet, weil sie so meiner Meinung nach am besten funktionieren. Den Anfang mache ich heute mit Kinfire Delve. Dazu sei gesagt, dass es drei verschiedene Versionen von dem Spiel gibt. Callous‘ Lab, welches mir vorliegt, sowie den beiden anderen Titeln Scorn’s Stockade und Vainglory’s Grotto. Auch wenn die Titel Englisch sind, das Spiel gibt es auch komplett in deutscher Sprache. Alle drei Spiele funktionieren nach dem gleichen Prinzip, beinhalten aber unterschiedliche Charaktere und ein komplett anderes Deck, welches es zu bezwingen gilt. Angesiedelt ist alles im Kinfire Universum von Kevin Wilson, welches auch in weiteren Spielen, allen voran Kinfire Chronicles: Night’s Fall, welches ich auch schon auf dem Tisch hatte, aber mich bisher nur kurz dazu äußerte, als Hintergrund dient. Aber auch dazu werde ich hier gleich ein paar Worte verlieren. Also, es gibt viel zu erzählen, fangen wir an.

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Teburu: The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac

The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac

Am meisten überrascht es mich selbst, dass ich eine Review zu diesem Spiel schreibe, denn vor einem halben Jahr hätte ich selbst niemals geglaubt, dass ich dieses Luxusprodukt mal selbst ausprobieren würde. Ich habe rein gar nichts gegen digitale Komponenten in Brettspielen und mag auch viele Brettspielumsetzungen als App auf dem Smartphone oder dem Tablet, aber das hier ist etwas völlig anderes und auch mein erster Berührungspunkt mit dem Teburu-System. Wer ein wenig mehr darüber erfahren möchte, sollte sich diesen Beitrag durchlesen, da gehe ich ein wenig genauer auf das System ein, habe aber eigentlich nicht vor nur für das System eine Review zu machen, denn das wäre irgendwie eine Hardware-Besprechung wie in einem Tech-Magazin. Im Grunde kannst du Teburu nämlich als eine Spielkonsole für Brettspiele betrachten, bei der das Spiel noch mit physischen Komponenten auf einem digitalen Brett gespielt wird. The Bad Karmas and the Curse of the Zodiac ist dabei das einzige Spiel welches ich bisher selbst ausprobiert habe und davon möchte ich euch hier berichten.

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Rebirth – Aufbruch in eine neue Zeit

Rebirth: Aufbruch in eine neue Zeit

Ich glaube jede*r, der sich Brettspieler*in nennt, weiß was Reiner Knizia kann und das ist Spiele am Fließband veröffentlichen und seine Ideen immer wieder aufgreifen und Verbesserungen einbauen. Darüber hinaus verfügen viele seiner Spiele über eine Art Eleganz was die Mechaniken betrifft. Sie brauchen selten viele Regeln und lassen sich dadurch schnell verinnerlichen. An dieser Stelle wird es Zeit davon zu sprechen, dass Rebirth das Zeug zu einem modernen Klassiker hat, auch wenn diese Floskel nicht überstrapaziert werden sollte. Die Nominierung zum Kennerspiel des Jahres 2026 kommt in diesem Fall auch nicht von ungefähr und ich sehe diesen Titel auch nicht in Gefahr, diese Auszeichnung auch nicht zu erhalten. Reiner Knizia war schon oft nominiert, hat den Preis aber nur einmal für Wer war’s? (Kinderspielpreis) und Keltis (Familie) erhalten. Diesmal also der Kennerpreis. Was ist an diesem Spiel so gut? Oder ist es überhaupt nicht so gut wie alle immer behaupten?

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Flossenschlag – Vogel oder Fisch?

Flossenschlag

Ist das hier die Frage? Stonemeier Games reiten die Flügelschlag Erfolgswelle weiter und warum auch nicht? Der Verlag hat unglaublich viele erfolgreiche Spiele veröffentlicht, die sich auch in der Spieler*innenschaft großer Beliebtheit erfreuen (Viticulture und Scythe um nur zwei zu nennen). Flügelschlag von Elizabeth Hargrave allerdings, welches ebenfalls bei ihnen erschien, verkaufte so viele Kopien, dass es wie von einem anderen Planeten für diese Firma erschien. Erweiterungen und Spin-Offs waren die Folge. Manches war gut, Einiges aber auch nicht so gut. Mir zum Beispiel gefiel die Version für Vielspieler*innen Schwingenschlag mit Drachen als „Fokustier“ eher nicht so gut, kam es doch viel zu verkopft daher und versuchte das Flügelschlag-Prinzip zu sehr zu koplexifizieren. Flossenschlag ist nun der nächste Versuch das Spielprinzip aufzugreifen – diesmal nur in die andere Richtung und wieder mit echten Tieren. Fische als Setting kommen in der Regel gut an und das Spielprinzip wurde sogar noch ein wenig entschlackt. Also, Vogel oder Fisch? Oder sogar beides?

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Solstis – Der Berg ruft

Solstis

Ein Spiel, das bis vor kurzem an mir vorbeigerauscht war und eigentlich für 2 Spieler*innen gedacht ist, hat in der letzten Zeit viel meiner Spielzeit geklaut. Der Grund ist, dass ich es in der Boardgamearena entdeckt habe und es seitdem immer wieder mal anwerfe. Es hat mir aber auch so gut gefallen, dass ich mir dachte es könnte auch meiner Frau gefallen und so habe ich mir eine Kopie des Spiels von Frosted Games besorgt. Ich war dann doch über die „Größe“ der Spielschachtel überrascht und wie klein das Spiel auf dem Tisch insgesamt ist. Aber ein Spiel muss ja nicht groß sein um zu überzeugen. Was soll ich sagen, meiner Frau gefiel es auch und eine Partie dauert tatsächlich nur 15 Minuten mit Aufbau und da kann immer noch schnell eine Revanche gespielt werden. Solstis von Bruno Cathala und Corentin Lebrat, die auch schon Trek 12 zusammen erdacht haben, welches bei uns ebenfalls mit Bergthema recht gut ankam, gehört deshalb seit neuestem zu unserer kleinen Sammlung.

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