Wispwood – Wald der Lichter

Wispwood

Die Messe in Essen ist vorbei, da wird es Zeit sich mit einem Spiel der letztjährigen Messe etwas näher zu beschäftigen. Wispwood von Autor Reed Ambrose und CGE. Ambrose ist ein amerikanischer Autor aus Texas, der mir bis dato völlig unbekannt war und ich sollte Recht behalten, Wispwood ist sein erstes veröffentlichtes Spiel, welches gleich einen Platz im Portfolio von CGE ergattern konnte. Ich bin ehrlich, Wispwood hat mich im letzten Jahr nicht besonders interessiert. Das liegt in keinem Fall an der bezaubernden Optik, die mit einer tollen Lichtstimmung arbeitet. Nein, viel eher ist es das Genre der Legespiele, die mich allmählig etwas müde werden lassen. Das Feld scheint abgegrast und bietet mir immer mehr vom Gleichen ohne noch besonders innovativ zu sein. Ausnahmen bestätigen aber natürlich immer die Regel und so kann sich der ein oder andere interessante Titel in der schieren Masse durchaus verstecken. Beim Verlag hätte ich stutzig werden müssen, denn CGE macht selten halbe Sachen und bewies in der Vergangenheit schon oft ein gutes Näschen für Newcomer. Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber Wispwood ist auf diesem abgegrasten Feld das stehengebliebene Büschel oder beim Setting des Spiels zu bleiben: Im finsteren Wald eine Erleuchtung.

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Paper World – Schöner Scherenschnitt

Paper World

Leider ist im Moment viel zu tun, so dass es nur ein paar kleinere Reviews in den aktuellen Monat schaffen. Nach der Messe habe ich aber wieder etwas mehr Zeit und werde noch ein paar größere Spiele nachholen. Heute soll es aber erstmal um das kleine Kartenspiel Paper World aus dem Hause Huch! gehen. Das Spiel ist ein Kauf meiner Frau gewesen, die ohne Vorwissen im Spielegeschäft unseres Vertrauens rein durch die Optik der Verpackung auf Paper World aufmerksam wurde. Wer das Spiel in der Hand hält wird wissen was ich meine. Hier wurde alles richtig gemacht um die Aufmerksamkeit auf das Produkt zu lenken. Der Deckel der Spielschachtel verfügt nämlich über eine Art Relief. Verschiedene Schichten dicker Pappelemente sind so unter dem Deckel angeordnet, der dazu ein großes Loch aufweist, so dass ein dreidimensionaler Effekt entsteht. Dabei sind die Kanten der einzelnen Schichten auch so gestaltet, dass wir denken können es handelt sich um verschiedene ausgeschnittene Teile. Wenn ihr euch das Cover anseht stellt euch einfach vor, das jede Farbe auf einer anderen Schicht liegt und die gelben Häuser dabei am weitesten innen liegen. Gut gemacht und es hat immerhin gereicht, dass wir Paper World mit nach Hause genommen haben. Dann folgte allerdings zunächst eine Enttäuschung, bevor wir doch einigermaßen zufrieden mit dem Spiel waren.

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Rising Cultures – 4 Cultures Duel

Rising Cultures

Aske Christiansen ist euch der Name noch ein Begriff? 2022 hat er den Preis für das Kennerspiel des Jahres bekommen, welcher damals mit viel Kritik bedacht wurde. Ich fand Living Forest damals ziemlich genial und habe das Spiel immer wieder verteidigt. Nach der meiner Meinung nach ziemlich bescheidenen Duell-Variante probiert er es hier erneut mit einem Duell, welcher erfreulicher Weise aber mal nicht so heißt. Rising Cultures verdient meiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit, als es momentan bekommt. Es wird viel mit 7 Wonders Duel verglichen und das kommt auch gar nicht von ungefähr. Dennoch tut man diesem Spiel damit Unrecht, denn es ist kein bloßer Abklatsch, sondern bedient sich der Symbolik, die 7 Wonders Duel seit Jahren als Standard gesetzt hat und ist natürlich thematisch ähnlich. Aber hey, hier kommen gar keine Weltwunder vor. Dafür asymmetrisch funktionierende Fraktionen. Interesse geweckt? Schaut euch das ruhig mal an.

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Der Hobbit: Hin und zurück – Würfel und Brot

Der Hobbit: Hin und zurück

Ich gebe zu, sowohl Reiner Knizia und Der Herr der Ringe sind für mich Trigger, die ich mir immer anschaue und treten sie im Doppel auf, bekomme ich gleich feuchte Hände, denn zu sehr hat mich sein damaliges, kooperatives Spiel begeistert und nachhaltig beeinflusst. Wer etwas darüber erfahren möchte, hat in einer Klassiker Review von vor sechs Jahren auf diesem Blog die Gelegenheit dazu. Ein wirklich tolles Spiel, das natürlich im Kontext seiner Zeit betrachtet werden muss, als es eigentlich noch keine kooperativen Brettspiele gab. Dennoch wurde das Spiel mit dem Herr der Ringe Setting in meinen Augen fantastisch umgesetzt. Im Jahre 2025 durfte sich Reiner Knizia Tolkien erneut vornehmen, diesmal ging es um den Hobbit und seine Reise. Ein Buch das mich ebenfalls sehr geprägt hat. Damals hieß es noch Der kleine Hobbit. Der Titel hier bezieht sich eher auf das Original „There and back again“. Knizia zerteilt die Reise in acht Schauplätze und nutzt eine Roll & Write Mechanik, um sein Spiel voranzutreiben. Ideal um leicht hereinzukommen und das Spiel auch Familien mit Kindern relativ leicht zugänglich zu machen. Das Spielprinzip wird einem nicht neu vorkommen, dafür ist Der Hobbit: Hin und Zurück vom Material her ziemlich hübsch und gut umgesetzt worden.

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Conservas – Frischer Dosenfisch

Conservas

Moin ihr Landradden! Kommt an Bord des kleinen Fischkutters und lasst uns auf Meer tuckern um ein bisschen Fisch und Muscheln zu fangen. Jeiks! Ich komme zwar aus dem Norden, aber mit Fisch und Meeresgetier jagst du mich von jedem Schiff. Krieg ich nicht runter, weshalb ich hier nicht der Kulinarik wegen hängengeblieben bin. Ich habe mir sagen lassen Conservas wäre eines der besseren reinen Solospiele da draußen im riesigen Ozean der Spielewelt. Ob das stimmt und hier feine Delikatessen ein gedost werden, oder ob Conservas doch nur verbuddelter Gammelfisch ist, möchte ich heute mit euch klären. Ich habe mir Conservas im Rahmen meines Solospiel-Schwerpunktes angeschaut und habe eine ziemlich klare Meinung zum Spiel von Scott Almes, den wir erst vor kurzem mit Wine & Cheese auf dem Tisch hatten (Rezension folgt).

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Bohemians – Kunst oder kann das weg?

Bohemians

Bitte die Überschrift nicht allzu ernst nehmen. Das soll natürlich ein bisschen provokant sein, denn der Titel gilt nicht gerade als ein großer Straßenfeger. Aufgrund seiner Optik zunächst gehyped wurde das Spiel dann doch recht schnell fallengelassen und nur darauf bezieht sich der Titel. Das Kennerspiel wurde von Pegasus nur allzu gerne aufgegriffen, was sie natürlich trotz ihres Langzeit Partners Portal Games wohl sowieso gemacht hätten, aber das Spiel ist optisch zunächst mal ein wirklicher Augenschmaus, egal was sich spielerisch hinter ihm verbirgt. Das gilt es noch ein wenig frei zu legen. Das Thema, die französische Kunstszene der Bohème wird hier einfach sehr schön eingefangen. Ob das Spiel nun gut ist, oder doch eher ein Reinfall, dass möchte ich heute ein wenig näher erläutern, denn aus meiner Sicht trifft beides zu. Wie kann das, werdet ihr euch jetzt fragen und ich versuche das einmal zu erklären.

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Herd – Stapelschafe

Herd

Ein Puzzle Brettspiel steht da als Zusatz unter dem Titel auf der Schachtel und ich finde damit verkauft sich dieses Werk des Künstlers Blaž Urban Gracar ein bisschen unter Wert. Er stammt aus Slowenien und beschäftigt sich sowohl mit Literatur, Musik, Gamedesign und bildender Kunst. Insofern ist Herd eher als ein Gesamtkunstwerk zu sehen, denn hier lebt er natürlich verschiedene Elemente aus, weil er für das gesamte Werk verantwortlich zeigt. Herd ist ein Puzzlespiel für eine Person. Aufmerksam auf ihn geworden bin ich tatsächlich durch eine App mit dem kurzen Titel LOK. Diese App basiert auf einem weiteren Puzzlebuch von ihm, was ich mir inzwischen auch als physische Version besorgt habe, weil ich es so gut fand und mich bestens unterhalten fühlte. Herd schlägt optisch und künstlerisch in die gleiche Kerbe, hält nur eine völlig andere Sorte Rätsel für uns bereit. Nun ist das die Frage, ob ihr das als Brettspiel deklarieren wollt oder als Rätsel? Ich finde es ist beides, da wir hier auch noch mit ein paar Figuren auf dem Rätsel hin- und herziehen. Auf jeden Fall passt es vortrefflich in meinen Solo Schwerpunkt, den ich im Moment abhandeln möchte.

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