
Da ist der kurze Februar auch schon wieder um. Und was kam da so auf den Tisch? Einiges! Ich schreibe gerade an einer Zusammenfassung über die Serie der KOSMOS Spiele für zwei, die es jetzt immerhin schon seit 30 Jahren gibt. Im Zuge dessen kamen in diesem Monat tatsächlich ein paar der älteren Titel, die ich lange nicht mehr gespielt habe, auf den Tisch. Natürlich gesellten sich auch ein paar Neuheiten dazu, wobei Neuheiten ja immer relativ ist. Für uns neu muss ich natürlich sagen, denn Vieles dürfte für die Cult of the New Jünger wohl schon längst ein alter Hut sein. Insgesamt ist es gar nicht so viel, aber für den Februar reicht es. Was war sonst noch so los? Schade war, dass ich nachdem ich nun doch wegen dem Arm und der Hand nicht unters Messer musste, wie ich es zunächst befürchtet hatte, nicht an der Veranstaltung Schule und Spiel in Herne teilnehmen konnte, zu der mich Uwe Rosenberg eingeladen hat, da ich zu allem Überfluss auch noch die Grippewelle mitgenommen habe. Wirklich schade, denn das Thema liegt mir seit Jahrzenten eigentlich schon irgendwie am Herzen. Zeit das sich da mal was ändert.

7 Wonders Dice – Auch diese 7 Wonders Version hat sich zu einem kleinen Dauerbrenner entwickelt, allerdings auf einem viel niedrigerem Niveau als die anderen Spiele seiner Zeit. Was ich von dem Spiel halte könnt ihr inzwischen in der Review nachlesen, die habe ich nämlich im letzten Monat veröffentlicht, aber ich kann nicht sagen, dass 7 Wonders Dice keinen Reiz hätte. Antoine Bauza weiß schon was er tut, trotzdem habe ich hier nach einigen Partien deutlich das Gefühl, es durchdrungen zu haben. Natürlich gewinnst du so nicht jede Partie, aber es hat sich schon ein Weg herauskristallisiert, der am sichersten funktioniert und das macht 7 Wonders Dice leider ein wenig zu langweilig auf Dauer.

Draft & Write Records – Auch zu Spiel Nummer zwei in dieser Monatszusammenfassung brauche ich gar nicht so viel zu schreiben, denn das habe ich bereits getan. Die Review ist noch ganz frisch, obwohl ich das Spiel gerade zum zweiten Mal richtig suchte. Im Moment spiele ich fast täglich online ein paar Partien davon auf der Boardgamearena (btw. wenn mal jemand eine Runde irgendwas spielen möchte, ihr findet mich da bestimmt ;)). Ich mag das Genre einfach, weil sie für mich genau die richtigen Spiele für Zwischendurch sind. Dies hier solltet ihr euch aber auch thematisch nicht durch die Finger gleiten lassen.

Cozy Stickerville – Kommen wir zur ersten Neuheit und die ist mal so was von aktuell. Gefühlt spricht gerade jeder über das Spiel von Unexpected Games. Corey Konieczka, über den ich vor Jahren mal ein Portrait gemacht habe, hat seit 2019 seinen eigenen Verlag und bringt Spiele heraus, die du von ihm so wohl nicht erwartet hättest. Von daher passt der Name wie die faust aufs Auge. Cozy Stickerville kommt aber gerade überall wahnsinnig gut an und nachdem ich meiner Frau von dem Spiel erzählt hatte, erhielt ich einen Kaufbefehl. Gesagt getan und seit Release spielen wir immer mal wieder abends eine Partie. Wobei spielen ist schon fast zuviel gesagt. Wir kleben uns ein Dorf zusammen und lesen muntere kleine Storyfetzen. Das Spiel wird recht schnell vorbei sein, also dürfte die Review nicht so lang auf sich warten lassen. Lasst euch überraschen, aber wahrscheinlich habt ihr es dann schon selbst „gespielt“.

Tag Team – Von dem Spiel sprach ich eingangs zwar nicht, aber es gehört natürlich auch in die KOSMOS Reihe für zwei Spieler*innen hinein. Tag Team ist nur ziemlich neu und galt im letzten Jahr als eines der neuen Highlights für zwei. Ja, es ist tatsächlich nicht schlecht und hat seinen Reiz. Ich mag es bisher, aber leider findet meine Frau an diesen Auto Battle Geschichten so gar nichts spannend. Das kann ich sogar nachvollziehen, denn auch ich mochte die bisherigen Versuche kaum bis gar nicht. Tag Team jedoch entfaltet einen besonderen Reiz, den ich vor allem in seiner Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren sehe und der Tatsache, dass hier immer zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, miteinander kombiniert werden. Das erfordert taktisches Geschick und macht Tag Team zu einem besonderen Spiel. Wann eine Review kommt, kann ich noch nicht sagen.

Flip 7 – Oha, ich habe mal etwas nachgeholt. Ich gebe zu das ich Flip 7 nie zuvor gespielt habe und mir die Regeln, die auf einen Bierdeckel passen, nur kurz zu Gemüte geführt habe, bevor ich im letzten Jahr bei der Nominierung zum Spiel des Jahres darüber geschrieben habe. Bei der Einfachheit des Spielprinzips habe ich mir durchaus zugetraut das Spiel zu beurteilen. Nun habe ich tatsächlich mal mitgespielt und ich bin total be…, nein natürlich nicht, dass Spiel ist total bescheuert und macht ungefähr so viel Spaß wie ein Schienbeinbruch wenn du ständig nur Scheiße zeihst. Ich habe da gesessen und zum Teil nach der ersten Karte in Serie sofort die selbe nochmal gezogen. Das sorgte für Gelächter bei den Mitspielenden. Auf so eine Art der Spielerfahrung kann ich gerne verzichten. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie so etwas auf der Nominierungsliste stehen kann.

Kahuna – Ewig her das ich es gespielt habe und es war eh lange Zeit in blinder Fleck in dieser Reihe für mich. Im vergangenen Monat habe ich ein paar Partien Kahuna gespielt und bin nach wie vor fasziniert, wie wenig es braucht, um ein gutes abstraktes Spiel zu entwerfen. Kahuna ist nicht um sonst ein Dauerbrenner innerhalb der Zwei Spieler*innen Reihe von KOSMOS.

Aquatica – Zu Aquatica brauche ich auch gar nicht mehr so viel schrieben, denn ich hatte es erst im letzten Monat an gleicher Stelle gewürdigt. Zu erwähnen bleibt nur, dass es auch in diesem Monat wieder auf den Tisch kam und zu überzeugen wusste. Wenn ein Spiel also in Regelmäßigkeit auf den Tisch zurückkehrt, dann ist das schon eine Aussage für sich, denn das gelingt bei Leibe nicht jedem Spiel.

Ballon Cup – Ballon Cup gehört zu den Spielen in der KOSMOS Reihe die ich leider nie spielen konnte und deshalb wollte ich es vor meinem Artikel über die Reihe unbedingt noch ausprobieren, da es von vielen immer sehr gelobt wurde. Das habe ich nun getan und ich kann diese Aussagen nun auch verstehen, obwohl es anders ist, als ich es mir immer vorgestellt hatte. Die Mechanik, die hier zu Grunde liegt gefällt mir ganz gut und enthält genau die richtige Menge Zufall, um Ballon Cup zu einem schönen Familienspiel zu machen. Es wirkt zwar irgendwie antiquiert aber auf eine gute Weise. Ich weiss nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll.

Click A Tree – Am Anfang des Monats habe ich mit meiner Frau diesen neuen Rosenberg ausprobiert. Auch Click A Tree hat wieder einen realen Bezug zu einem Aufforstungsprojekt in Afrika. Zunächst waren wir beim Aufbau noch bei Applejack und dachten das Spiel könnte in eine ähnliche Richtung tendieren, aber dass traf gar nicht zu. Wir haben es hier mit einem, wie ich finde, cleveren Legespiel zu tun, dass uns tatsächlich recht gut gefallen hat, auch wenn wir gar nicht so genau sagen können warum. Mir gefiel hier vor allem die Verzahnung mit dem Spielende, welche irgendwie schön und innovativ gelöst wurde. Die Review dafür wird demnächst kommen.

Drachenherz – Als drittes Spiel aus der KOSMOS Reihe möchte ich an dieser Stelle noch Drachenherz erwähnen, denn auch dieses Spiel hatte ich lange nicht mehr gespielt, obwohl ich mich daran erinnern konnte, dass es mir mal sehr gut gefallen hat. Das kann ich auch tatsächlich heute noch bestätigen auch wenn ich sagen muss, dass mir komplett entfallen war, worum es ging und vor allem, wie schnell Drachenherz gespielt werden kann. Die angegebene Spielzeit wird da gerne mal unterschritten. Zumindest ist mir unklar wie du überhaupt auf eine Spielzeit von einer halben Stunde kommen solltest. Hat mir wieder gut gefallen, auchh wenn es eines dieser Spiele ist, die du ein paar Male spielst, deinen Spaß damit hast und sie dann wieder vergisst.

Kilia – Huch! überrascht mich immer wieder mal mit tollen eigenen Spielen. Vor allem mit Spielen, die ich so nicht erwartet hätte. Kilia ist so eines. Thematisch, optisch denkst du dir, was soll das denn sein? Handeln in vergangenen Zeiten hatten wir doch inzwischen lange als Thema für Brettspiele abgelegt, aber Pustekuchen! Lars Ehresmann legt hier mit seinem Debüt gleich mal ein Spiel hin, das mechanisch und spielerisch aufhorchen lässt. Viele kleine Details gefallen mir hier so gut, dass ich es direkt hier herausposaunen möchte, aber das hebe ich mir dann doch für eine eigene Review auf. Die wird sich nämlich lohnen. Kilia sollte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, denn darin finden wirklich einige clevere Dinge statt, auch wenn es thematisch eher altbacken daher kommt. Ein Debüt das mich den Namen Ehresmann von nun an im Kopf behalten lässt.

Der Herr der Ringe: Das Schicksal der Gemeinschaft – Bei diesem Titel handelt es sich ja um einen der meistgehypten des letzten Jahres. Dabei ist es eigentlich nur eine neue Pandemie-Variante. Nur. Na ja, meine Meinung zu Pandemie sollte den meisten Leser*innen des Blogs bekannt sein, ich mag es nicht, mit einer Ausnahme: die Legacy-Variante. Warum möchte ich an dieser Stelle nicht erörtern, das findet ih an anderer Stelle schon selbst heraus. Warum kaufe ich mir also eine neue Variante eines Spiels, das ich eigentlich nicht leiden kann? Na ganz klar, es hat den Herrn der Ringe zum Thema und da bin ich nun mal Fan. Momentan haben wir ja die zweite, oder ist es gar die dritte Welle der HdR-Spiele.Goldene Zeiten also? Ich hatte Das Schicksal der Gemeinschaft jetzt relativ lang im Regal stehen und habe mich nicht ran getraut. Die Kritiken vielerorts waren überborden positiv. Von der besten Pandemie-Variante war da sogar die Rede. Ich habe es nun gespielt und ich bin in jeder Hinsicht erstaunt. Das Spiel ist natürlich bei weitem nicht so gut wie es geschrieben wird, es ist aber auch bei weitem die beste nicht Legacy-Variante von Pandemie und es gefällt mir tatsächlich sehr viel besser als ich gedacht hätte. Liegt das nur am Thema? Ein eindeutiges: MMMmpf! Ja und auch Nein! Klingt kryptisch und ich muss da noch ein wenig drüber sinnieren, aber die Review kommt bestimmt.
Und hier die Üblichen Verdächtigen… Toller Film btw. habe ich glaube ich an dieser Stelle auch noch die erwähnt…
