7 Wonders Dice – Würfelwunder

7 Wonders Dice

Ich bin ein großer Fan der 7 Wonders Reihe. Besitze, bis auf das Originalspiel tatsächliche alles und das auch nur nicht, weil es bei uns zu selten auf den Tisch kommen würde, da es erst mit größeren Spieler*innenzahlen relevant wird. Diese erreichen wir bei uns aber nur sehr selten. 7 Wonders spiele ich deshalb tatsächlich nur Online, da aber durchaus regelmäßig. Die anderen Versionen haben alle ihren eigenen Reiz, ohne sich zu sehr zu gleichen. Sie rücken alle etwas anderes in den Fokus und bleiben sich dennoch treu. Deshalb kann ich auch alle Versionen immer gerne spielen. Es war aber auch nur eine Frage der Zeit, bis sich Antoine Bauza an einer Würfel Variante für sein Spielkonzept sitzt und uns ein Roll & Write liefert. Da ist es auch schon und versucht mich als geneigten Fan der 7 Wonders Spiele in seinen Bann zu ziehen. Das gelingt ihm allerdings nicht so richtig.

Worum geht es?

Auch hier soll es wieder darum gehen eine antike Stadt zu errichten, die Bauwerke in verschiedenen gesellschaftlich relevanten Bereichen benötigt. Militär muss ausgebaut werden, genauso wie Wissenschaft oder Handel. Ganz nebenbei muss natürlich auch wieder eines der sieben Weltwunder gebaut werden. Diesmal aber gibt es keine Karten, sondern Würfel, die uns bestimmte Bauwerke ermöglichen. 7 Wonders Dice ist dabei ein Wettlauf und belohnt zielgerichtetes Bauen.

7 Wonders Dice – Spielinhalt / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Die Spieler*innen erhalten eines der sieben Wundertableaus, die sich nur minimal voneinander unterscheiden. Das Gros der Tableaus sieht dabei gleich aus, lediglich oben gibt es eine andere Illustration für die verschiedenen Wunder und einen jeweiligen kleinen Ankreuzbereich der zum Wunder gehört. Der Rest zeigt die farblich verschiedenen Bereiche der antiken Stadt. Der Farbcode ist dabei aus anderen 7 Wonders Titeln bekannt. Rot für das Militär, Grün für die Wissenschaft usw. Zu dem Tableau erhalten alle noch einen abwischbaren Stift.

7 Wonders Dice – Ein Wundertableau / Foto: Spieltroll

Gewürfelt wird, und das ist tatsächlich ein wenig originell, in einem Karton mit Deckel. Würfeln ist auch tatsächlich das falsche Wort. Sie werden geschüttelt, oder gewischt, vielleicht auch eher gemischt, denn sie verlassen diesen Karton nicht. In diesem befinden sich vier voneinander getrennte Bereiche, die sich durch unterschiedliche Münzkosten unterscheiden. Die Würfel kosten je nach Bereich diese Menge Münzen zusätzlich. Sieben Würfel befinden sich zu jeder Zeit in dieser Würfelbox. Drei graue Ressourcenwürfel, ein Grüner, ein roter, ein Blauer und ein Gelber. Es existieren aber noch drei weitere Würfel: lila, schwarz und weiß. Diese werden gegen die Ressourcenwürfel ausgetauscht, sobald jemand sie freischaltet. Sie dürfen aber nur von denjenigen Spieler*innen gewählt werden, die die Voraussetzungen für ihre Wahl erfüllen. Die Würfel zeigen verschiedene Symbole für ihre Bereiche. Im Normalfall wähle ich einen Würfel und mache ein Kreuz an entsprechender Stelle. Kreuze zu machen kostet aber immer auch eine bestimmte Menge an Ressourcen. Habe ich Ressourcen über die grauen Würfel bereits gesammelt so reduzieren diese die Kosten pro Rohstoff permanent um eins. Sollten Kosten übrigbleiben muss ich diese mit gesammelten Münzen bezahlen.

7 Wonders Dice – Würfelbox mit verschiedenen Fächern / Foto: Spieltroll

Die farbigen Bereiche sind dafür, wie bei den anderen 7 Wonders Spielen auch, für bestimmte Effekte prädestiniert. Gelb bringt Münzen, Rot Punkte im Vergleich zur militärischen Stärke meiner Nachbar*innen. Blau einfach nur Punkte und Grün diverse Dauereffekte sowie können hier die Würfel freigeschaltet werden.

7 Wonders Dice – Kreuz im Wissenschaftsbereich / Foto: Spieltroll

Mehr gibt es zur Mechanik nicht zu erzählen. 7 Wonders Dice ist ein typisches Roll & Write. Ich muss überlegen in wie weit ich mich in Rohstoffe investiere, ob und wann ich mein Geld aufstocken muss, um nicht ins Leere zu laufen. Die Krux ist dabei die Kosten der Würfel aus der Box im Auge zu behalten. Hier müssen die meisten Entscheidungen und Kompromisse getroffen werden. Hier entstehen auch die meisten Parallelen zu den bestehenden Spielen.

7 Wonders Dice – Bonusbereich / Foto: Spieltroll

Das Spiel endet, sobald jemand drei Bereiche des Tableaus abgeschlossen hat. Wann immer ein Bereich vollständig erfüllt wurde, erhalten wir einen Bonus. Diesen dürfen wir aus drei Möglichkeiten auswählen. Zur Wahl steht ein Extrazug, ein Extrakreuz in einem der vier farbigen Grundbereiche oder sieben Münzen.

Das Fazit

Diese Variante gefiel mir zunächst gar nicht so schlecht. Ich mag Roll & Writes und habe auch gar nichts gegen solistische Spiele, auch wenn das hier im Vergleich zu seinen Brüdern und Schwestern schon auffällig ist. Den Würfelmechanismus mit der Box finde ich sogar recht originell. Nach einigen Partien aber war das Spiel für mich bereits auserzählt. Der Spielverlauf ist im Grunde immer gleich. Die Bereiche sind für sich feststehend. Ich weiß was mich wo erwartet. Der einzige kleine Unterschied besteht in den Wundern und das reicht einfach über mehrere Partien nicht aus. Nach kurzer Zeit stellt sich eine Reihenfolge heraus, die sich als praktikabel herausstellt und so versuche ich meine Ergebnisse zu erzielen. Natürlich können die Würfel dem immer noch entgegenwirken, aber durch die Auswahl aus sieben Möglichkeiten, ist eigentlich immer etwas dabei.

Das größte Manko aber ist das fehlende Spielgefühl. 7 Wonders Dice bleibt absolut nüchtern und unterkühlt. Die Optik sowie das ganze mechanische Abarbeiten des eigenen Tableaus erzeugen kein wahrnehmbares Spielgefühl und zeigen hier ganz klar den Unterschied zu den anderen 7 Wonders Titeln auf. Auch 7 Wonders Architects war optisch recht nüchtern gehalten wirkte durch seine Wunder aber dennoch. Darüber hinaus haben wir in allen anderen Spielen auch direkt mit unseren Mitspieler*innen zu tun: in 7 Wonders Duel ja sowieso, aber auch das Kartentauschen oder die zwischen uns liegenden Kartenstapel bei Architects sind deutlich interaktiver. Die Optik all dieser Titel ist auch deutlich ansprechender. So verliert 7 Wonders Dice für mich recht schnell seinen anfänglichen Reiz.


  • Verlag: Repos Production, Asmodee
  • Autor(en): Antoine Bauza
  • Illustrator(en): Agnès Ripoche
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Spieleranzahl: 2 – 7 Spieler*innen
  • Dauer: 25-30 Minuten

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