Get On Board: New York & London – Machen wir eine Busfahrt!

Get On Board: New York & London

Als ich vor längerer Zeit ein Video über Let´s Make a Bus Route von Saashi aus Japan gesehen habe, wollte ich es unbedingt selber spielen und habe gehofft, dass es irgendwann mal auch bei uns erhältlich sein wird. Der Wunsch hat sich bis heute leider noch nicht erfüllt, aber nun hat Iello unter dem Namen Get On Board ein Spiel herausgebracht, dass eine Neuinterpretation mit zwei neuen Stadtplänen darstellt. Das Spiel ist ansonsten nahezu unverändert und eindeutig als Nachfolger zu identifizieren. Das charmante japanische Artwork wurde durch ein mehr westliches ausgetauscht und die Hauptänderung bleiben natürlich die beiden Stadtpläne aus New York und London. Der Rest bleibt fast gleich und so komme ich doch noch in den Genuß dieses Spiels. Wobei, eines haben sie doch noch verändert: im Original spielt sich ganz Flip & Write alles auf einem Spielfeld ab, auf dem wir mit verschiedenfarbigen Markern unsere Buslinien aufmalen. Bei Get On Board hingegen legen wir unsere Strecken mit kleinen Holzstäbchen aus. Ist das besser?

Worum geht es?

In Get On Board: New York & London bauen wir eine Buslinie in einer der beiden Städte auf. Welche, hängt dabei von der Spieler*innenzahl ab. Die Londoner Karte ist für vier bis fünf Spieler*innen ausgelegt. Get on Board ist ein Flip & Write, bei dem Karten umgedreht werden, die uns vorgeben, welchen Verlauf wir unserer Strecke geben müssen. Dabei sammeln wir unterschiedliche Fahrgäste ein, die wir an unterschiediche Ziele bringen müssen, um Punkte zu erhalten. Das alles findet auf unserem Spielerbogen statt, auf dem wir Kreuze machen und Punkte eintragen.

Get On Board: New York & London – Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Get On Board ist schnell aufgebaut und geht über insgesamt zwölf Runden. In der Tischmitte liegt unser Spielfeld und jede*r Spieler*in bekommt einen Zettel vom Spielblock. Diese weisen Unterschiede auf. Vier verschiedene Zettel gibt es und es ist total egal, wer welchen bekommt. Insgesamt spielen sich alle gleich. Es gibt nur den Unterschied, wann, welche Karte ausgeführt werden muss. Alle spielen aber in einer Partie immer alle zwölf Karten des Stapels durch. Zum Zettel bekommt jede*r einen Stift und verdeckt eine Zielkarte, die drei Kreuzungen des Spielplans zeigt. Diese drei sind das geheime Ziel und belohnen uns mit 10 Punkten, sollten wir es schaffen unsere Strecke über alle drei Kreuzungen zu führen. Natürlich erhält jede*r noch sein Spielmaterial in Form von farbigen Holzklötzchen, die als Verbindungen dienen und einer kleinen Holzampel, die die Startkreuzung markiert. Die Startpositionen sind auf dem Spielbrett mit Nummern versehen und werden per Zufall verteilt.

Get On Board: New York & London – allgemeine Zielkarten / Foto: Spieltroll

Auf dem zentralen Spielbrett werden noch zwei Ziele für das Spiel offen ausgelegt, sowie der Ticketstapel verdeckt und gemischt platziert. Die Ziele zeigen uns entweder eine Passageirart, die wir in entsprechender Menge mit unserer Buslinie transportieren müssen, oder ein bestimmtes Gebäude, dass wir so oft anfahren müssen, wie abgebildet. Wer eines der Ziele zuerst erreicht, bekommt 10 Punkte und dreht die Karte anschließend um. Sollte das Ziel danach von weiteren Spieler*innen erreicht werden, so erhalten diese sechs Punkte. Ein*e Startspieler*in wird bestimmt und es kann losgehen.

Get On Board: New York & London – Ticket und Entsprechung auf dem Zettel / Foto: Spieltroll

Ein Ticket wird umgedreht und zeigt eine Zahl von eins bis zwölf. Oben auf den Zetteln der Spieler*innen sind alle zwölf Tickets abgebildet. Darunter ist jeweils eine Form der Strecken angegeben, die wir damit zurücklegen dürfen und diese ist halt auf den Zetteln unterschiedlich. Also zum Beispiel darf ein*e Spieler*in mit dem Ticket Nummer eins drei Abschnitte geradeaus fahren, während ein*e zweite*r nur einen Abschnitt geradeaus fahren darf und Spieler*in Nummer drei vielleicht einen Abschnitt vorwärts und anschließend einen Abschnitt im rechten Winkel abbiegen muss.

Get On Board: New York & London – Abschnitte auslegen / Foto: Spieltroll

Nach dem Umdrehen muss nun zunächst der oder die Startspieler*in ihre Abschnitte auslegen und nimmt an jeder Kreuzung den entsprechend abgebildeten Fahrgast mit. Das heißt, dieser wird auf dem Zettel angekreuzt. Sollte an der Kreuzung ein Gebäude auftauchen, so müssen wir auch das festhalten, dazu gleich mehr, denn je nach Gebäude gibt es eventuell Punkte für die Spieler*innen. Sollten wir mit unserem letzten Abschnitt auf eine Kreuzung mit Ampel stoßen, so bekommen wir einen Bonusabschnitt, den wir beliebig an den letzten anlegen dürfen. Beim Anlegen der Abschnitte gibt es noch ein paar weitere Dinge zu beachten. Erstens dürfen wir uns nicht selber kreuzen, bzw. Ringe auf dem Spielbrett bauen. Wir dürfen zweitens aber auch Strecken mit unseren Abschnitten versehen, auf denen bereits gegnerische Abshnitte liegen. Das führt dann aber zu Stau und dafür gibt es auf unserem Zettel unten einen Staubereich, indem wir für jeden Abschnitt einen weiteren Bus ankreuzen müssen. Manche von ihnen bringen uns Minuspunkte am Ende des Spiels ein. Zusätzlich dürfen wir fünfmal während einer Partie entweder einen Winkel fahren oder einen begradigen, auch wenn unser Ticket etwas anderes sagt. Das wird ebenfalls auf einer Leiste festgehalten und kostet jedesmal mehr Minuspunkte.

Get On Board: New York & London – Spielzug / Fotto: Spieltroll

Es gibt vier Arten von Passagieren: Rentner, Schüler, Geschäftsleute und Touristen. Die letztgenannten wollen alle drei zu bestimmten Gebäuden, nur den Rentnern ist es egal, die wollen einfach nur eingesammelt werden. Schüler wollen natürlich in Schulen. Für jeden Schüler kreuzen wir einen ab. insgesamt können wir maximal neun Schüler einsammeln. Für jede Schule machen wire ebenfalls ein Kreuz. Hier sind wir auf vier begrenzt. Am Ende werden die Schüler einfach mit der Anzahl Schulen multipliziert und ergeben unsere Punkte. Rentner bringen einfach Punkte. Geschäftsleute und Touristen werden von links nach rechts gesammelt und angekreuzt. Sollten wir ein Hochhaus erreichen, so steigen die Geschäftsleute wieder aus und wir müssen den Rest der Reihe streichen. Je nach Menge erhalten wir einen Bonusfahrgast und Punkte. Bei den Touris verhält es sich ähnlich nur können wir hier mehr Punkte bekommen. Außerdem gibt es zwei unterschiedliche Gebäudetypen die für die Ziele wichtig sein können. Nachdem wir eine Reihe bei diesen Fahrgästen streichen mussten, fangen wir in der nächsten Reihe wieder von links an.

Get On Board: New York & London – Besondere Sehenswürdigkeiten / Foto: Spieltroll

Es gibt noch von jedem Gebäudetyp besondere, mit Sternchen versehene, Sehenswürdigkeiten. Erreichen wir diese, zählen wir die Menge der Fahrgäste des zugeordneten Typs, die wir zu diesem Zeitpunkt angekreuzt haben und notieren die Punkte in einem gesonderten Feld auf unserem Zettel.

Nach jedem Ticket wird der Startspieler*innenmarker weitergegeben und die nächste Runde beginnt.

Get On Board: New York & London – Staubereich / Foto: Spieltroll

Am Ende zählen wir die Punkte für die vier Fahrgäste zusammen, addieren die allgemeinen Ziele und überprüfen ob wir unsere geheimen Ziele erfüllt haben und ziehen unsere Minuspunkte davon ab. Die meisten Punkte gewinnen wie üblich.

Das Fazit

Get On Board: New York & London – Downtown New York / Foto: Spieltroll

Get On Board ist ein wirklich simples Spiel, dass sich in küzester Zeit erlernen lässt. Hier ist nämlich gar nicht so viel los. Karte umdrehen und dann die vorgegebene Strecke auslegen, kurz überlegen, ob das Umbauen eventuell Sinn macht und dann alles ankreuzen. Nächste Ticket. Der Stau ist das interessanteste Problem dabei, denn der kann gehörig viele Punkte kosten. Auf der New York Seite gibt es in Downtown auch Straßen, in denen immer schon Stau herrscht, ich also auch bereits als erste*r Spieler*in ein Kreuz in meiner Stauabteilung machen muss. Get On Board ist also ein seichtes, aber durchaus spaßiges Familienspiel mit wenigen Regeln und einer durchaus Ansprechenden Optik.

Lets Make A Bus Route sah sehr japanisch aus und hätte wohl nicht jedem gefallen. Iello, die ja immer sehr viel Wert auf die Schauwerte ihrer Spiele legen, haben Get On Board für den westlichen Markt aufgehübscht und das, wie ich finde, sehr gut. Der größte Unterschied zum Original ist die Tatsache, dass hier kein abwischbares Spielbrett mehr vorhanden ist und die bunten Marker durch Holz ersetzt wurden und nun Strecken nicht gemalt sonder ausgelegt werden. Das macht spielerisch natürlich keinen Unterschied ist aber wahrscheinlich umweltfreundlicher. Mir gefällt das auch so sehr gut.

Spielerisch habe ich nichts auszusetzten. Get On Board gefällt mir wirklich gut und ist ein schönes Spiel für die ganze Familie und für lustige Runden mit der Spielgruppe. Natürlich kein abendfüllendes Spiel, aber eines für zwischendurch, um danach wieder mit etwas komplexeren weiterzumachen.


  • Verlag: Iello
  • Autor*in(en): Saashi
  • Illustrator*in(en): Monsieur Z
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Spieler*innenanzahl: 2 – 5 Spieler*innen
  • Dauer: 30 Minuten

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