Spieleabend #20

Lange Zeit war nichts möglich in Punkto Spieleabend mit Freunden und Bakannten, aber nun kann es endlich wieder ein wenig losgehen. Alle geimpft und mit ein wenig Sicherheit ausgestattet haben wir uns mal wieder zu einem Spieleabend bei unserer Arbeitskollegin getroffen. Wir das sind natürlich wie immer meine Frau und meine Person, sowie ihr Sohn, der inzwischen mit seiner eigenen kleinen Familie zusammenwohnt. Neu hinzu gesellte sich ihr zweiter Sohn, der auch recht gern mal ein Spielchen spielt und sich dem Spieleabend einfach anschloss. An einem früheren Spieleabend dieser Serie nahmen er und seine Freundin bereits Teil und wir hatten jede Menge Spaß auch wenn er zur Gattung Überanalysierer gehört. Wir wussten also was uns erwartet und mussten kurzerhand noch die Spieleauswahl ein wenig umstricken, da wir keine Spiele für fünf Spieler dabei hatten. Das stellte uns tatsächlich vor mehr Probleme als gedacht.

Wir hatten ein paar Spiele dabei, aber fest angedacht für den Abend waren auf jeden Fall die Architekten des Westfrankenreichs und Small World, die beide zu fünft ja sehr gut funktionieren. Bei den Architekten waren wir zunächst noch skeptisch, da wir noch immer kein Worker-Placement-Spiel mit der Gruppe gespielt haben und sie generell keine langen Erklärungen mögen. Ein Nachteil den leider viele Worker-Placement-Spiele mitbringen, da alle Einsatzmöglichkeiten ja auch erklärt werden wollen. Na ja, wir haben gedacht, wir probieren es einfach mal. Außerdem dabei haten wir den Klassiker Bohnanza und Wildlands, dass man zwar nicht zu fünf spielen kann, aber hier war ich bereit auszusetzen und den Zuschauer zu geben, da ich Corona sei dank, Wildlands noch nie in voller Besetzung gespielt habe, bzw. gesehen habe. Das schien mir durchaus interessant zu sein und außerdem war das genau das Richtige für die innerfamiliären Beziehungen).

Sohn Nummer zwei sollte sich ein bißchen verspäten, weswegen wir schoneinmal Pizza bestellten und uns ein wenig unterhielten. Der phänomenale Lieferservice vor Ort ist nicht nur lecker sondern auch noch schnell und so kam die Pizza zeitgleich mit unserem noch fehlenden Spieler. Keines der mitgenommenen Spiele konnte auch als Pizzaspiel herhalten, was in diesem Fall sehr gut war. Nach dem gemeinsamen Essen konnte es dann aber auch direkt losgehen und wir spielten die Architekten des Westfrankenreichs.

Wie Eingangs erwähnt schreckten wir bisher ja immer vor Worker-Placement-Spielen zurück, da der Erkläraufwand immer recht hoch ist. Diesmal sollte es aber sein, denn wir wollten an zukünftigen Spieleabenden auch auf andere Spiele unserer Sammlung zurückgreifen können. Es ist einfach doof viele Spiele von Vornherein auszuschließen. Unsere Mitspieler waren aber gnädig und ließen die Erklärung geduldig über sich ergehen, denn das Spiel ist vom Schwierigkeitsgrad ja gar nicht so schwierig. Der größte Vorteil machte sich aber recht schnell bemerkbar, denn die sehr geringe Downtime auch im Spiel zu fünft war sehr angenehm. Gefühlt kam das Spiel auch bereits nach ein paar Runden sehr gut an. Verschiedenste Taktiken stellten sich heraus und ließen mich ziemlich verwundert am Tisch zurück. Sohnemann Nummer eins wählte eine Taktik bei dem er massiv viele Rohstoffe anhäufte und dann erst recht spät begann Gebäude zu bauen. An der Kathedrale beteiligte er sich dabei auch so gut wie gar nicht. Unsere Arbeitskollegin schwamm so mit und versuchte überall eine günstige Gelegenheit abzuwarten, während Sohnemann Nummer zwei, der Bauingenieur von Beruf ist, natürlich naturgemäß die Kathedrale fast alleine baute und wenig mit Gehilfen und seinen eigenen Handkarten agierte. Meine Frau ist in solchen Spielen immer sehr gut und spielte eine gewohnte Taktik. Ich selbst glitt ersteinmal in die Tiefen des Verbrechens ab und holte aus dem Schwarzmarkt was herauszuholen war, bevor ich mich wieder der Tugend zuwand und mich zum Schluß an der Kathedrale versuchte. Fasziniert waren natürlich alle von der Mechanik mit dem Gefängnis und so wurden viele Gefächte auf dem Brett als auch verbal ausgetragen. Wir haben fast zwei Stunden mit Erklärung gespielt aber hatten ziemlichen Spaß. Sohnemann Nummer eins saß wie immer etwas skeptisch am Tisch spielte das Spiel und sah etwas mürrisch aus, natürlich wurde er auch ordentlich von seinem kleinen Bruder geärgert. Beim Punkteauszählen stellte sich dann aber heraus, dass er das Spiel tatsächlich mit minimalem Vorsprung vor meiner Frau gewinnen konnte, was ihm ein „Ganz dolles Spiel!“ entlockte.

Wenn ich ganz ehrlich bin hätte ich nicht mit so positivem Feedback gerechnet, aber nur Mut, die Architekten ist auch für ungeübte Spieler ein einfach ung gut zu verstehendes Spiel mit tollen Mechaniken.

Nach so einem langen Spiel wollten wir etwas kürzeres lockeres Spielen und blieb uns nur Bohnanza! Haha, kurz! Haha, entspannt! Oh mein Gott haben wir Bohnanza gespielt. Eine einzige Partie aber die hat fast drei Stunden gedauert, was nciht nur mit dem Kartenstapel an sich zu tun hatte, den wir durch ein paar Erweiterungsbohnen etwas erweitert haben, nein, es gab Phasen von fünf bis zehn Minuten, in denen wir schreiend vor Lachen unter dem Tisch gelgen haben. Ohne Witz, hätte mir das vorher jemand gesagt, dass man mit Bohnanza und dem hin- und hergetausche, sowie zwei Brüdern am Tisch, die sich nicht das geringste gönnen, ich hätte es nicht geglaubt. Wer dieses Spiel gewann geriet komplett zur Nebensache und ich hatte am nächsten Tag wirklich Bauchschmerzen vor Lachen. Definitv die längste Runde Bohnanza, die ich je gespielt habe.

Danach wurde nur noch ein wenig gequatscht und zu mehr sind wir gar nicht gekommen. War aber auch genug. Ein sehr lustiger Abend mit sehr lustigen Partien von zwei Spielen, bei denen ich vorher nicht an solche Reaktionen geglaubt hätte. Bohnanza war das richtige Spiel zur richtigen Zeit am richtigen Ort und ließ die hervorragende Partie Architekten des Westfrankenreichs fast in Vergessenheit geraten.

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