Brettspiel Apps #01 – Kaffee, Züge und Papier

Bei uns auf der Arbeit ist es im Kollegenkreis üblich, dass wir uns gegenseitig zum Geburtstag beschenken. Die Kollegen sammeln am Anfang des Monats immer für die Geburtstagskinder des Monats ein wenig Geld ein und man darf sich etwas wünschen. Ich wusste nie so richtig, was ich mir wünschen sollte, so dass ich vor ein paar Jahren damit angefangen habe mir Guthaben für mein Googlekonto zu wünschen, da es dort ja auch Brettspielapps gab, die man gegen Bezahlung erwerben konnte. Da kommt jedes Jahr ein ganz schönes Sümmchen zusammen, für das ich mir in den letzten drei Jahren schon einiges an Apps gegönnt habe. Ich konnte natürlich auch nicht wissen, das es zu einer Pandemie kommt und man so auch mal das ein oder andere Spiel über das Tablet oder das Telefon spielen kann. Jedenfalls sind inzwischen einige der Apps in meinem Besitz und ich habe mir gedacht, ich geb hier auch mal meinen Senf zu den digitalen Zeitverbrennern ab und sage euch, welche sich meiner Meinung nach lohnen und von welchen man besser die Finger lässt. Das ganze soll eine kleine lose Serie werden, in der ich ab und an mal was zu den Apps schreiben will, wenn mich die Lust überkommt. Den Anfang mach ich mal mit drei Stück einfach so Querbeet.

Kaffee – Coffee Roaster
Coffee Roaster App

(Brettspielwelt GmbH – Android & IOS)

Das erste Spiel über das ich kurz berichten möchte ist Coffee Roaster, dass ich auch in der analogen Version bereits reviewed habe (wer möchte kann hier nachlesen, was ich zum Spiel gesagt habe). Man muss nicht genauer darüber nachdenken, warum es Sinn macht Coffee Roaster als App zu veröffentlichen. Das Spiel ist ein reines Solospiel und von daher prädestiniert dazu als App veröffentlicht zu werden. Leider, so muss ich sagen ist die App nicht für jeden etwas. Das Spiel an sich ist zwar ziemlich gut umgesetzt und erleichtert einem das Spiel unheimlich. Ich bin froh, dass ich zunächst das analoge Spiel spielen konnte und bereits wusste, wie das Spiel gespielt wird, so musste ich mich nur noch durch die Bedienung der App arbeiten, die ebenfalls sehr gut gelungen ist. Warum dann also leider nicht für jeden etwas? Hier wurde einfach versäumt das Spiel in einem schönen Tutorial zugänglich zu machen. Wer wissen möchte, was zu tun ist muss sich das ersteinmal selbst anlesen und auch noch mit der Bedienung klarkommen. Hier hatte ich wirklich den Vorteil alles schon zu kennen.

Worum gehts genau? Wir müssen einen Kaffee rösten. Wir bekommen dazu eine Aufgabe in Form von einer Kaffeesorte vorgelegt. Auf seiner Sortenkarte können wir sehen, wieviele Punkte wir mit unseren Bohnen erreichen müssen, um eine optimale Röstung und somit Siegpunkte zu bekommen. Dazu gesellen sich noch ein paar besondere Marker, die wir ebenfalls in der Röstung verabauen müssen, um satte Bonuspunkte zu erreichen. Im eigentlichen Spiel ziehen wir dann immer Marker aus einem Beutel und wir müssen versuchen über mehrere Runden unsere Kaffeebohnen aufzuwerten, um den richtigen Röstgrad hinzubekommen. Sind wir der Meinung es geschafft zu haben, wechseln wir zur Kaffeeprobe, wo wir der Reihe nach Marker aus dem Beutel ziehen und unsere Kaffeetasse nur eine bestimmte Menge aufnehmen kann. Hoffentlich erreichen wir mit den gezogenen Markern die richtige Röstung. Hier geht es um Wahrscheinlickeiten und die richtige Berechnung.

Coffee Roaster App

Die App ist ansonsten schön umgesetzt. Die Grafiken stimmen mit denen des Brettspiels überein und lassen für Kenner ein bekanntes Gefühl aufkommen. Man spielt hier entweder ein einzelnes Spiel oder kann eine dreier Partie spielen, in der man drei Kaffesorten nacheinander zubereiten muss und alle zu einer Wertung zusammengefasst werden. Die App hat für geneigte Spieler durchaus eine Langzeitmotivation zu bieten. Sie löste für mich auch das analoge Spiel ab. Ich sah keine Veranlassung mehr das Brettspiel auszupacken und eine Partei zu spielen und da sehe ich auch am ehesten die Zielgruppe. Coffe Roaster ist ein tolles Spiel, aber es ist mit Aufwand verbunden, den die App einfach nimmt. Spieler, die das Spiel noch nicht kennen, werden eher abgeschreckt werden, da man hier den gleichen Lernaufwand, wie in das Brettspiel investieren muss. Von daher fällt mein Fazit für diese App eher zwiespältig aus. Für Kenner des Spiels, die beste Art und Weise Coffee Roaster zu spielen, für alle anderen ist die App eher unbefriedigend.

Coffee Roaster App

Züge – Ticket To Ride
Ticket To Ride App

(Asmodee Digital – Steam, Android & IOS)

Ticket to Ride als App begleitet mich schon ziemlich lange. Die App für Android und IOS stammt bereits aus dem Jahre 2012 und wurde auch davor schon Jahre vorher auf dem PC entwickelt. Die App hatte also inzwischen schon ziemlich viel Zeit zu reifen und das merkt man ihr deutlich an. Zu Beginn noch mit vielen Kinderkrankheiten unterwegs, läuft sie nun ziemlich stabil und gehört für mich zu meinen meistgenutzten Brettspiel Apps. Das größte Plus ist hier die Community, denn man hat eigentlich keine Probleme eine Onlinepartie zu finden. Sei es zu zweit, in voller Besetzung zu fünft oder auch allein gegen Bots. Hier hat man richtig viel zu tun und inzwischen gibt es sämtliche Erweiterungen auch als Ergänzungen zu kaufen. Wenn man hier alles besitzen möchte, kommt einiges an Geld zusammen, aber das muss man ja gar nicht, denn auch so bekommt man vieles Geboten.

Für diejenigen, die Ticket To Ride gar nicht kennen, sei kurz das Spielprinzip angerissen. Wir müssen auf einer Landkarte mit vordefinierten Streckenverläufen unser Schienennetz ausbauen. Zu Beginn des Spiels ziehen wir uns Zielkarten, die uns Streckenverbindungen zeigen, die wir bis zum Ende des Spiels gebaut haben müssen, ansosnten erhalten wir Minuspunkte. Bahnstrecken können wir über die Sammlung gleicher Waggonkarten errichten. Bei farbigen Strecken auf dem Plan muss die Farbe der Waggons passen. Wir bekommen Punkte für das Bauen der Strecken und am Ende auch für unsere erfüllten Strecken.

Ticket To Ride App

Die Grafiken wirken inzwischen ein wenig angesstaubt, aber die Bedienung der App lässt keine Wünsche offen und sämtliche Symbole werden erklärt. Das ist besonders in der Lobby wichtig, denn das Spiel benutzt einige Sondersymbole für seine Onlinematches. Wichtig, wenn man Online Livespielen möchte sollte man nur Spielen beitreten, die AFK-Spieler durch Bots ersetzen, sonst wartet man immer erst solange, bis die Spielzeit der Spieler abgelaufen ist.

Wer das Spiel noch gar nicht kennt, kann sich durch ein Tutorial in das Spiel einführen lassen. Ansonsten werden vor jedem Spiel mit besonderen Regeln auch kurz die Regeln nocheinmal zusammenfassend dargeboten, so dass man alles parat hat. Wer Regeln nachlesen möchte kann aber auch das tun. Es gibt Ranglisten und generell viel zu tun. Die App wird regelmäßig upgedated und gut gepflegt. Hier kommt man, wenn man, wie ich Zug um Zug sehr mag, voll auf seine Kosten. Es ersetzt keine Partie am Tisch für mich mit echten Spielern, aber ein guter Zeitvertreib ist Ticket to Ride auch als App allemal. Hier kann ich zumindest für die PC und Android-Version nur meine volle Empfehlung aussprechen. Über IOS kann ich leider keine Aussage treffen, weil mir die Endgeräte fehlen. Wer mein Klassikerrevie zum Brettspiel noch nicht gelesen hat, kann das hier tun.

Ticket To Ride App – Lobby


Papier – Paper Tales Catch Up Games
Paper Tales App

(DTDA Games – Steam, Android & IOS)

Hier haben wir es mit einer ziemlich neuen App zu tun. Erst im letzten Jahr kam sie auf den Markt und befindet sich augenblicklich immer noch in der BETA-Phase und das ist auch immer noch notwendig, denn sie funktioniert leider noch nicht so gut wie sie sollte. Das allergrößte Manko ist tatsächlich, dass es keine Spieler gibt und man so leider Online keine Partien absolvieren kann. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich das noch ändern wird, wenn die App den BETA-Status verlässt und sie einwandfrei funktioniert. Seit meinem ersten Besuch kurz nach Start der BETA-Phase, bis heute, hat sich jedenfalls schon jede Menge getan.

Mittlerweile bildet sie das Spielgeschehen vom Kartenspiel Paper Tales ssehr gut ab und auch fehlende Tooltips wurden ergänzt, so dass die Benutzeroberfläche nun auch verständlich ist. Das ganze Design der App ist genauso Clean, wie das Artwork der analogen Version und wirkt inzwischen sehr aufgeräumt. Hier wird verbessert und ich hoffe das mit der Zeit auch die Spieler kommen, so dass man dieses doch recht gelungene Kartenspiel auch Online mit vielen begeisterten Spielern spielen kann. Die analoge Version erschien mir vom Aufwand immer nicht ganz dem Spiel gerecht zu werden, aber den Eindruck habe ich in der Appversion nicht. Hier steckt definitiv Potenzial drin. Leider ist die App auch im Moment nicht ganz billig. Vor ein paar Monaten noch hätte diese App von mir eine Warnung bekommen, aber inzwischen erkennt man den guten Weg.

Paper Tales App

Wer das Spiel nicht kennt, kann hier mein Review zur analogen Version nachlesen. Grob gesagt bauen wir hier über vier Karten unser eigenes kleines Königreich über Karten aus und müssen es gegen andere Spieler verteidigen. Die Karten können dabei immer nur eine kurze Zeit in unserem Reich bleien, weil die Karten altern. Die Karten liefern uns Rohstoffe und Stärke. Am Ende jeder Runde werden die Stärekewerte mit unseren benachbarten Spielern verglichen und so erhalten wir Punkte. zusätzlich bauen wir noch Gebäude, die uns ebenfalls Punkte und Rohstoffe bringen. Vier Runden sind sehr kurz und man muss seine Kartenauswahl sehr gut überdenken.

Wer die App sucht, sollte übrigens undbedingt auch Catch Up Games erwähnen, denn unter Paper Tales findet man nur eine App für Kinder.

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