#69 – Was ist eigentlich? – Königsmacher

Diese Woche kommen wir zu einem Begriff den viele vom Namen her erstmal nicht kennen werden, aber viele, die schon mal ein Spiel gespielt haben, werden es schon einmal erlebt haben. Die Rede ist vom Königsmacher oder auch Kingmaker auf Englisch. Ein sehr presentes Phänomen, das zu einigem Unmut am Spieltisch führen kann. Was also ist ein Königsmacher? Und warum lässt er sich so schwer verhindern, wenn man ihn doch eigentlich gar nicht haben möchte?

Königsmacher

Dieser Begriff oder auch sein englisches Pendant bezeichnet die Möglichkeit eines dritten Spielers, der in einem Spiel nicht mehr gewinnen kann, dass Spiel zwischen zwei besser platzierten Spielern zu entscheiden. Er macht also den König/Gewinner. Dieses Problem trifft natürlich nur in Spielen auf, die mit mindestens drei beteiligten gespielt werden können. Spiele für zwei haben dieses Problem in der Regel logischer Weise also nicht.

Es gibt stimmen, die sagen, dass man diesen Effekt bei jedem Spiel beobachten kann, bei dem mindestens drei Personen beteiligt sind und das es kein Problem einer bestimmten Gattung von Spiel ist. Ich würde das unterschreiben und es nur ergänzen. Es gibt Spiele bei denen es nicht weiter interessiert und das sind für mich Spiele die eine kurze Spieldauer haben, oder bei denen man mehrere Runden spielt, die alle zum Endergebnis dazu gehören, wie die meisten Kartenspiele. Wenn eine Runde fünf Minuten dauert, ist es den meisten egal, wenn jemand durch einen schlechten oder absichtlichen Zug jemand anderem zum zwischenzeitlichen Sieg zu verhelfen.

Weiterhin gibt es Spiele bei denen das Königsmacher-Problem deutlicher zu Tage tritt und das sind Spiele, bei denen Bündnisse geschmiedet werden können und man sich gegenseitig unterstützt und auch wieder verraten kann. Diese Spiele haben in der Regel auch ziemlich lange Spieldauern und dann wird es ärgerlich, wenn man Stundenlang spielt und kurz vor Schluß entscheidet ein Dritter, der nicht gewinnen kann einfach so über den Sieg. Ähnlich liegt der Fall bei vielen konfrontativen Spielen, bei denen mehrere Spieler kurz vor Schluß alle gewinnen können und die Spieler noch direkt Einfluss nehmen können, um zu verhindern das das Spiel beendet ist und man selbst nicht gewinnt. Ein sehr gutes Beispiel ist hier immer das berühmt berüchtigte Munchkin. Alle Spieler sind Level 9 und können gewinnen, der erste der versucht zu gewinnen wird von allen bekämpft und gewinnt nicht, der nächste der es versucht kommt dann meist durch.

Der Königsmacher ist also grundsätlich in jedem konfrontativen Spiel ab drei Personen möglich und kann auftreten. Es liegt also weniger am Spiel selbst, als an der moralischen Einstellung der Spieler, ob sie zum Königsmacher werden wollen. Gefürchtet sind in dieser Hinsicht auch Pärchen am Tisch. Selbst wenn man es gar nicht tun will, immer ganz freimachen davon kann man sich nicht.

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