SOKO Unvergessen: Fall 1 – Emilia Horvath

SOKO Unvergessen: Fall 1 – Emilia Horvath

Es ist schon etwas länger her, dass wir uns ein Krimi-Spiel vorgenommen haben und dass ich danach darüber berichten wollte. Wir waren vielleicht ein bisschen überspielt von diesen Fällen. Das kommt auch nicht von ungefähr, denn sie sind leicht zugänglich und lassen sich perfekt an einem Abend oder Sonntagnachmittag „wegspielen“. Außerdem waren viele der neuen Serien die wir immer mal wieder ausprobierten ein absolutes Graus und ich habe dann meist keine Lust nur über schlechte Dinge zu schreiben. Zu Letzt bekamen wir auch mal ungefragt etwas zugeschickt und wir haben das dann sogar gespielt, aber darüber breite ich lieber den Mantel des Schweigens aus. Nun sind wir aber hier bei der SOKO Unvergessen und ich fühle mich genötigt mal wieder ein paar Zeilen zu einem Krimi-Spiel zu verfassen. Vor zwei Jahren war ich mit meiner Frau in Wien und wir waren total von der Stadt beeindruckt und würden gern regelmäßig mal hinfahren. Vielleicht hat es uns deshalb so gereizt diesen Fall der in Wien spielt auszuprobieren. Warum ihn aber hier besprechen? Nun, hier waren ein paar Dinge neu und anders, was uns sehr gut gefallen hat.

SOKO Unvergessen: Fall 1 – Emilia Horvath sieht inzwischen auch so aus / Foto: Spieltroll

Worum geht es?

Der Name verrät es ja schon, auch hier haben wir es mal wieder mit einem Cold Case zu tun, also einem Fall der lange zurück liegt und nie aufgeklärt werden konnte. Der schlaue Kommissar Klugmann bittet uns um Hilfe ihn dabei zu unterstützen das Verbrechen doch noch aufzuklären. Die junge Frau Emilia Horvath wurde auf der Donauinsel an einem Wasserspielplatz ermordet aufgefunden und die Polizei konnte sich nie einen Reim darauf machen. Wir sind am Zug.

Wie läuft das ab?

Genreüblich finden wir einen einleitenden Brief und eine Akte mit diversen Materialien in der Verpackung. Ein kleiner Umschlag den wir erst öffnen dürfen, wenn wir dazu aufgefordert werden, sticht sofort hervor. Ansonsten ist aber alles wie gewohnt. Verhörprotokolle, Briefe, Flyer, Karten, eine Übersicht und Fotos der beteiligten Personen. Diese Fotos sind sogar als Aufkleber vorhanden, die wir auf die einzelnen Verhörprotokolle kleben können, nachdem wir sie zugewiesen haben, oder wir benutzen sie für unser eigenes Board, an dem wir uns Notizen machen.

SOKO Unvergessen: Fall 1 – Emilia Horvath: Material in Hülle und Fülle.

Wir müssen auch bei diesem Spiel wie gewohnt vorgehen und uns aus den Dokumenten die richtigen Hinweise heraussuchen, die Alibis überprüfen und irgendwann kommen wir der Lösung näher. So weit, so gewöhnlich. Andere Krimispiele versuchen möglichst viel Interaktion einzubauen, indem wir auch Webseiten besuchen, dort Hinweise finden, Telefonnummern anrufen müssen oder auch, besonders unangenehm, Facebook- oder Twitter-Accounts brauchten, um weiterzukommen. Das ist besonders ärgerlich, wenn es vorher nirgendwo auf der Packung steht. Habe ich aber auch an entsprechender Stelle schon das ein oder andere Mal erwähnt. Nicht zu vergessen, das ich, wenn ich mit meinem Telefon irgendwo anrufe natürlich auch Daten von mir preisgebe. Das ist wahrscheinlich förderlich für die Immersion, aber hat doch eher einen faden Beigeschmack.

Die SOKO-Unvergessen geht da einen anderen Weg, der uns erstaunlich gut gefallen hat. Auch hier rufen wir mal wen an, schreiben eine Mail oder durchsuchen eine Datenbank nach Informationen. Wir tun das aber in einem geschlossenen System. Soll heißen, wir bewegen uns auf einer Webseite der Polizei, wo wir Datenbankabfragen machen können und eben auch telefonieren bzw. Mails schreiben. Das fühlt sich nach Dienststelle an und hat den Vorteil, dass ich nichts mit meinem Telefon erledigen muss, also auch keine Daten versende. Das funktioniert richtig gut, und wenn ihr euch im Ton vergreift oder mal nur Larifari was hinrotzt, ermahnt euch sogar der Dienststellenleiter. Wir fanden es richtig Klasse das dort alles aus einer Hand zu haben.

Ebenfalls sehr gelungen fanden wir, dass wir Passwörter brauchten, um bestimmten Inhalt in der Datenbank (Sprachprotokolle) abrufen zu können. Diese Passwörter waren kleine Rätsel die sich zu den einzelnen handelnden Personen des Falls ganz nebenbei ergaben und das war, wenn auch nur eine kleine Nebenaufgabe, dennoch eine, die sich sehr befriedigend anfühlte.

Ansonsten ist hier rein spielerisch alles wie von einem Krimi-Spiel gewohnt. Hervorzuheben ist noch, das der Fall auch für Gehörlose geeignet ist, da die Verhöre auch transkribiert werden.

Das Fazit

Wir waren sehr angetan von diesem Fall auch wenn er nicht besonders schwierig war. Die Art und Weise, wie wir hier vorgehen mussten hat uns sehr gut gefallen. Das System mit den Anrufen und den Email hat uns dabei am besten gefallen, aber auch eher kleine Dinge, wie die Fotoaufkleber oder allein die Tatsache das hier echte Schauplätze benutzt wurden, machen diesen ersten Fall zu etwas Besonderem. Wir fühlten uns ein Stückweit wieder nach Wien versetzt, weil wir tatsächlich auch genau an dieser Stelle auf der Donauinsel und der Brücke waren. Ich hoffe, dass sie das System beibehalten und habe bereits entdeckt, dass der Marc uns tatsächlich vor einiger Zeit Fall Nummer zwei aus der bisher dreiteiligen Reihe zugeschickt hat. Wir werden ihn ausprobieren, um zu überprüfen, ob es dort ähnlich gut zu Werke geht. Ich möchte den Fall Emilia Horvath auch ganz eindeutig als sehr gut für Einsteiger*innen in die Krimi-Spiele hervorheben. Gerne mehr davon!


  • Verlag: Stories by Xenia
  • Autor(en): Xenia Lamprecht
  • Illustrator(en): unbekannt
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Spieleranzahl: 1 – 6 Spieler*innen
  • Dauer: 120-180 Minuten

Ein Gedanke zu „SOKO Unvergessen: Fall 1 – Emilia Horvath“

  1. SOKO Unvergessen ist inzwischen bei Teil 3 angekommen. Eine Reihe mit der o.g. individuellen Note und einem ähnlichen Running Gag wie bei Hidden Games, die sich gut spielen lässt. Auch Teil 3 findet den Weg zum Spieltroll, wenn er gelöst worden ist.

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