Paper World – Schöner Scherenschnitt

Paper World

Leider ist im Moment viel zu tun, so dass es nur ein paar kleinere Reviews in den aktuellen Monat schaffen. Nach der Messe habe ich aber wieder etwas mehr Zeit und werde noch ein paar größere Spiele nachholen. Heute soll es aber erstmal um das kleine Kartenspiel Paper World aus dem Hause Huch! gehen. Das Spiel ist ein Kauf meiner Frau gewesen, die ohne Vorwissen im Spielegeschäft unseres Vertrauens rein durch die Optik der Verpackung auf Paper World aufmerksam wurde. Wer das Spiel in der Hand hält wird wissen was ich meine. Hier wurde alles richtig gemacht um die Aufmerksamkeit auf das Produkt zu lenken. Der Deckel der Spielschachtel verfügt nämlich über eine Art Relief. Verschiedene Schichten dicker Pappelemente sind so unter dem Deckel angeordnet, der dazu ein großes Loch aufweist, so dass ein dreidimensionaler Effekt entsteht. Dabei sind die Kanten der einzelnen Schichten auch so gestaltet, dass wir denken können es handelt sich um verschiedene ausgeschnittene Teile. Wenn ihr euch das Cover anseht stellt euch einfach vor, das jede Farbe auf einer anderen Schicht liegt und die gelben Häuser dabei am weitesten innen liegen. Gut gemacht und es hat immerhin gereicht, dass wir Paper World mit nach Hause genommen haben. Dann folgte allerdings zunächst eine Enttäuschung, bevor wir doch einigermaßen zufrieden mit dem Spiel waren.

Paper World – Schachteldeckel / Foto: Spieltroll

Worum geht es?

Trotz der tollen Optik des Deckels, muss ich leider sagen, dass Paper World keinerlei thematische Einbindung hat. Der Stil wird nicht so richtig durchgezogen und letztlich geht es nur um das Schichten von Karten in einem drei mal drei Raster. Also nur ein relativ normales Legespiel mit Zahlenkarten.

Wie läuft das ab?

Ich mach erstmal mit der eingangs erwähnten Erfahrung weiter, nachdem wir den Deckel von der Schachtel abgenommen haben. Danach waren wir nämlich leider ein wenig enttäuscht. Dieses tolle Cover setzt sich nämlich bei Spielmaterial nicht so richtig fort. Die Karten sind dann nämlich einfach nur dem Wert aufsteigend mit den Zeichnungen des Deckels versehen worden. Das wirkt leider irgendwie zu billig. Mit Ausnahme der Wert 5-Karten, die dann wieder All-In gehen. Die Anleitung ist schön gestaltet aber auch ein wenig unübersichtlich. Paper World sieht auf dem Tisch einfach nach gar nichts aus, was einfach ein wenig schade ist.

Paper World – Auslage mit Landschaftskarten / Foto: Spieltroll

Der Spielaufbau ist dafür sehr schnell erledigt. Wir finden neben den Karten nur noch ein paar Punkte- und ein Scherenplättchen in der Schachtel. Den Hauptteil der Spielkarten machen die Landschaftskarten mit den Werten 1-5 in vier unterschiedlichen Farben aus. Zu beachten ist noch das diese Karten drei verschiedenfarbige Rückseiten aufweisen. Rote, gelbe und blaue Karten, was dazu dient das Spiel für verschiedene Spieler*innenzahlen vorzubereiten. Zu zweit spielen nur die blauen Karten mit und bei vier einfach alle drei. Das ist auch gut, denn das Spiel endet, sobald in der Mitte nur noch zwei Kartenstapel vorhanden sind. Bei der Spielvorbereitung teilen wir die Landschaftskarten nämlich, nachdem wir sie gemischt haben in fünf etwa gleichgroße Stapel auf und legen sie in einer Reihe in die Mitte. Alle Spieler*innen erhalten eine Startkarte mit einer eins in verschiedenen Farben, die sie vor sich ablegen. Es gibt auch noch zehn Zielkarten die wir ebenfalls mischen und von denen wir drei offen ziehen und ebenfalls für alle sichtbar auslegen. Je nach Spieler*innenanzahl legen wir verschiedene Punkteplättchen auf die Ziele.

Paper World – Handkarten / Foto: Spieltroll

Dann kann es losgehen und wer zuletzt eine Schere benutzt hat beginnt. Wer dran ist hat zwei Möglichkeiten zu spielen. Entweder es werden Karten aus der Auslage genommen, oder wir legen Karten aus unserer Hand in unsere Auslage. Wollen wir Karten nehmen, so müssen wir ansagen was wir aus der Mitte nehmen wollen. Wir haben entweder die Möglichkeit alle Karten einer Farbe oder einer Zahl auf die Hand zu nehmen. Unser Handkartenlimit beträgt dabei neun Karten. Überzählige Karten muss ich auf meinen persönlichen Ablagestapel legen.

Paper World – Karten in die Auslage legen. Wert Eins wird übersprungen. / Foto: Spieltroll

Möchte ich Karten auslegen, so muss ich auch hier wieder ansagen was ich spielen möchte. Landschaften einer Farbe oder einer Zahl. Ich darf diese dann entsprechend der Legeregeln so in meinem dreimal drei Kartenraster verteilen wie ich möchte. Beachten muss ich zunächst, dass ich nicht alle Karten aus meiner Hand die entweder der genannten Zahl oder Farbe entsprechen auslegen muss. In meiner Auslage bilde ich Stapel gleicher Farben. In jedem Stapel müssen die Karten aufsteigend angeordnet werden. Ich darf Zahlen überspringen, muss dann aber für jede übersprungene Zahl eine Karte aus meiner Hand auf meinen Ablagestapel legen. Zusätzlich darf ich nur orthogonal benachbarte neue Kartenstapel beginnen. Gleiche Zahlen dürfen dabei nicht aufeinander gelegt werden und ich darf natürlich mehrere Stapel der gleichen Farbe haben.

Paper World – Beispielhafte Auslage / Foto: Spieltroll

Aber warum mache ich das? Die Karten werden nach oben hin mehr wert. Punkte sind in Form von Sternen auf den Karten zu sehen. Die Kartenwerte zwei bis vier sind ein bis drei Sterne wert, eine Fünf bringt auch fünf Sterne ein. Am Ende bekommen wir allerdings nur die Sterne gutgeschrieben, die oben auf unserem Raster zu sehen sind.

Es gibt aber noch eine kleine Besonderheit. Auf manchen Karten ist rund um ihren Wert ein Scherensymbol zu sehen. Wenn wir eine solche Karte ausspielen und sie in unserer Auslage zu sehen ist, dürfen wir uns das Scherenplättchen nehmen und es auf diese Karte legen. Das bringt sowohl einen Vorteil, wie auch einen Nachteil mit sich. Der Vorteil ist, dass wir nun beim Überspringen von Zahlen in unserer Auslage keine Karte mehr abwerfen müssen. Karten in unserer Ablage bringen am Spielende jeweils einen Minuspunkt. Der Nachteil ist, dass wir solange das Plättchen auf der Karte liegt, wir dort nichts Neues ablegen können.

Paper World – Zielkarten / Foto: Spieltroll

Wer im Spielverlauf eines der Ziele erfüllt, nimmt sich das höchste noch verfügbare Punkteplättchen. Am Spielende werden diese zusammen mit denen aus unserer Auslage gezählt und die Karten in unserem Ablagestapel abgezogen. Wer die meisten Punkte hat gewinnt.

Das Fazit

Wir waren im Endeffekt von Paper World ein wenig überrascht. Nach der ersten Ernüchterung fanden wir das Spiel das sich in dieser Schachtel verbirgt dann gar nicht so verkehrt. Wer etwas bahnbrechend Neues erwartet wird hier allerdings nicht fündig. All die verbauten Elemente haben wir so oder so ähnlich schon irgendwo gesehen. Ein drei mal drei Raster das wir aufsteigen mit Karten befüllen müssen ist einfach nicht neu und die Beschränkung der eigenen Züge auf Farben oder Zahlen genauso wenig. Dennoch funktioniert das Spiel solide und bringt uns für ein paar Partien zwischendurch auch gerne mal Spaß. Für uns ist es aufgrund der Größe ein perfektes Kneipen- oder Urlaubsspiel. Das Spielen erfordert nicht zu viel Platz, da die Karten quadratisch sind, so bleiben die Raster überschaubar. Ansonsten brauchen wir ja nicht besonders viel Spielplatz.

Paper World ist ein solides kleines Kartenspiel für Zwischendurch, dass dich durch die Optik seiner Verpackung ködert.


  • Verlag: Huch!
  • Autor(en): Alexandre Aguilar, Benoit Turpin
  • Illustrator(en): Olivier Derouetteau
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Spieleranzahl: 2-4 Spieler*innen
  • Dauer: 15 Minuten

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