Frosted Blooms – Tulpen aus Frankreich

Frosted Blooms

Frosted Blooms ist ein recht neues Spiel und deshalb hat auch noch niemand etwas darüber geschrieben. Für die meisten war es wohl die größte Überraschung auf der Longlist für das Kennerspiel des Jahres. Mir sagte es tatsächlich überhaupt nichts. Das sollte sich aber kurze Zeit später ändern. Meine Frau mag Spiele über Blumen und generell Legespiele. Das hier die Blumen auf den Plättchen auch noch glitzern ist für sie natürlich noch ein weiteres Argument das Spiel zu kaufen und auszuprobieren. Ja, ich bin froh, dass wir es gekauft haben, denn die gestellte Aufgabe der beiden erfahrenen französischen Autoren, die auch gern im Doppel arbeiten, Bruno Cathala und Ludovic Maublanc, ist tatsächlich sogar mal etwas Neues. Zumindest fühlt es sich für mich neu und unverbraucht an, denn auf die Lücke kommt es an und auch das Wertungssystem macht Frosted Blooms zu einem spielerischen Highlight für mich.

Worum geht es?

Die Spieler*innen legen Tulpengärten in diesem Spiel an und wetteifern um den punkteträchtigsten Garten, den sie ganz holländisch mit Windmühlen und Scheunen verzieren. Dabei versuchen sie möglichst große gleiche Tulpenbereiche zusammenzulegen und Lücken in ihren Gärten zu erzeugen, denn nur dort ist Platz für die Gebäude. Das Spiel dauert zehn Runden und nach jeder Runde spielen die Spieler*innen eine von drei ihrer Wertungskarten und bestimmen somit selbst, was sie werten.

Frosted Blooms – Zähltafel mit Zielen und Plättchenauslage / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Der Spielaufbau ist relativ simpel, denn die Spieler*innen starten alle mit einem kreuzförmigen Teil als Startplättchen. Alle Plättchen innerhalb des Spiels bestehen aus fünf kleineren Quadraten. Drei von ihnen zeigen immer die drei Tulpensorten mit verschiedenen Blütenanzahlen. Insgesamt sind aber immer sechs Blüten zu sehen. Die beiden verbliebenen Quadrate zeigen Wasser. Zum Start erhalten alle noch ein identisches Kartenset aus zehn Wertungskarten, die sie mischen und dann drei davon auf die Hand ziehen. Der Rest liegt als Nachzugstapel bereit.

Frosted Blooms – Startplättchen / Foto: Spieltroll

In die Mitte des Tisches kommt das Zählbrett, auf dem die aktuellen Punkte festgehalten werden. Daneben befindet sich ein Bereich für Zielplättchen, von denen nur eine bestimmte Anzahl, abhängig von der Spieler*innenanzahl, ausgelegt wird. Diese Ziele existieren für die verschiedenen Elemente des Spiels, seien es Blüten oder Gebäude, bzw. Arbeiter. und werden erreicht, wenn eine bestimmte Anzahl erreicht wurde. Wer hier zuerst das jeweilige Ziel erreicht nimmt es vom Brett und kann es werten. Die anderen gehen leer aus.

Um dieses Brett sind am Rand sechs Markierungen zu erkennen. An die unten Links stellen wir den Tulpenmarker. An die anderen wird jeweils eines der Plättchen aus dem Beutel gezogen und abgelegt. Das ist die Spielauslage. Arbeiter, Gebäude und Münzen werden als Vorrat danebengelegt. Apropos Münzen. Alle Spieler*innen erhalten zum Start welche. Der oder die Startspieler*in eine und dann jede*r danach eine Münze mehr.

Frosted Blooms – Erster Spielzug der Partie / Foto: Spieltroll

Dann geht es los und ein Zug besteht aus drei Dingen die wir tun müssen, bevor evtl. noch bis zu zwei weitere Dinge eintreten können. Als erstes setzen wir den Tulpenmarker auf ein beliebiges Feld im Uhrzeigersinn weiter, je nachdem welches Plättchen wir wollen oder welches wir uns leisten können, denn jedes Feld welches wir nicht wollen müssen wir mit der Abgabe von einer Münze überspringen. Haben wir keine Münzen können wir das nicht tun. Das Feld wo der Marker steht zeigt uns unser neues Plättchen, welches wir nehmen und damit im zweiten Schritt unseren eigenen Garten sinnig erweitern. Für das Feld, auf dem der Marker ursprünglich stand, ziehen wir ein neues Plättchen aus dem Beutel und füllen so die Auslage wieder auf.

Frosted Blooms – Wertungskarten / Foto: Spieltroll

Als drittes spiele ich eine meiner Wertungskarten von meiner Hand. Unter den zehn Wertungskarten finden sich vier Karten mit einfacher Wertung für Wasser und die drei Tulpensorten, für die wir je zwei Punkte pro Blüte oder Wasser bekommen. die anderen sechs Karten sind Kombinationen aus je zwei Dingen, die mit einem Punkt pro Element werten. Ich muss also planen was ich für Plättchen lege, um möglichst viel Punkte durch die Karten zu ergattern. Oder aber ich setze auf die Verbesserungen wie Arbeiter, Scheunen und Windmühlen. Bevor ich meinen Zug nämlich beende überprüfe ich noch, ob ich ein solches Element erhalte. Das ist der Fall, wenn ich Lücken in meinem Layout erzeuge. Bis zu vier Felder dürfen die groß sein. Alles darüber ist nicht erlaubt. Umbaue ich genau ein freies Feld gibt es einen Arbeiter für mich, den ich darin platziere. Bei zwei Feldern gibt es eine Scheune, bei dreien eine Scheune plus Arbeiter. Bei vier Feldern sind mehrere Formen möglich. Ein großes Quadrat bringt mir eine Windmühle. Ein T, eine Scheune und zwei Arbeiter und jede andere Form zwei Scheunen. Für jeden Arbeiter den ich setze erhalte ich zusätzlich noch ein Geldstück.

Frosted Blooms – Mühle in der Lücke / Foto: Spieltroll

Warum sollte ich das tun? Es ist nicht zu unterschätzen, was diese Elemente für Punkte bringen. Eine Windmühle ist am Spielende 25 Punkte wert. Eine Scheune immer noch zehn. Ein Arbeiter nur drei, aber er verschafft mir mehr Münzen, was zu einer größeren Auswahl führt. Jede Münze bringt am Ende einen Punkt und überflüssig zu erwähnen das sie von den Spieler*innen mit eingesammelt werden, wenn sie ein Teil nehmen auf dem Münzen liegen.

Frosted Blooms – Zielplättchen / Foto: Spieltroll

Sollte sich aus meiner Auslage ergeben, dass ich eines der Ziele beanspruchen kann, so darf ich das am Ende meines Zuges tun, sofern das Ziel noch auf dem Plan liegt. Dann ist der oder die nächste Spieler*in an der Reihe. So spielen wir bis alle ihre zehn Karten gespielt haben und verteilen danach noch die fälligen Punkte.

Das Fazit

Frosted Blooms ist wirklich kein schwierig zu erlernendes Spiel, aber eines das viel Vorausschau und Planung belohnt. Es ist überhaupt nicht einfach zu spielen und von daher trifft die Einschätzung der Jury hier auch mit dem Kennerspiel durchaus zu. Der Ablauf ist einfach und jeder wird einen Garten hinbekommen der Punkte bringt, aber das Ganze so zu planen, das sie Lücken effektiv gesetzt sind und das in nur zehn Runden ist gar nicht so leicht.

Die einzige kleine Glückskomponente bleiben die zehn Wertungskarten und die Reihenfolge in der ich sieh auf die Hand ziehe. Sie sind aber eben auch nur ein Teil der Wertung. Gebäude punkten mitunter massiv und können das komplett aushebeln und das Salz in der Suppe sind die Ziele, um die sich die Kontrahenten ein Rennen liefern innerhalb eines festen Rundenkorsetts. Ich finde diese Wertungsmechanismen in ihrer Zusammenstellung und den sich daraus ergebenen Möglichkeiten, äußerst interessant und über mehrere Partien durchaus fesselnd. Ein Puzzle, ein Rennen und die eigene Planung was ich werten möchte, das finde ich doch sehr außergewöhnlich.

Darüber hinaus macht Frosted Blooms mit seinem tollen Material auch richtig Lust aufs Spiel und der Einstieg ist wirklich simpel. Für mich zu Recht auf der Empfehlungsliste und eine Überraschung dieses noch immer jungen Jahrgangs.


  • Verlag: Elznir Games
  • Autor(en): Bruno Cathala, Ludovic Maublanc
  • Illustrator(en): Simon-Pierre Bernard
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Spieleranzahl: 1-4 Spieler*innen
  • Dauer: 20-40 Minuten

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