Cold Case: Einchecken zum Mord

Cold Case: Einchecken zum Mord

Meine Frau und ich mögen ja aab und an diese Detektivspiele mal ganz gerne. Da haben wir in der Vergangenheit gar keinen Hehl draus gemacht. Allerdings schießen neuerdings viele der Anbieter auch gerne mal über das Ziel hinaus und scheitern leidern bei dem Versuch das Erlebnis für die Spieler*innen noch immersiver zu gestalten an ihren technischen Spielereien oder vernachlässigen gar den Fall der dem ganzen Spiel zu Grunde liegt. Deswegen lieben wir die Reihe von Thinkfun, denn eigentlich ist diese für Puristen gedacht. Hier gibt es keine technischen Spielereien, lediglich am Ende müssen die Ergebnisse auf einer Webseite auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Ansonsten keine Internetrecherche, keine Social Media Konten, keine Datenbanken oder Telefonanrufe. Nur das Papier auf dem die Dinge gedruckt wurden. Deswegen kommt es hier auf die Fälle und die Kombinationsgabe der Spieler*innen an, herauszufinden was passiert ist und das könnt ihr auch ziemlich gut am Sonntagnachmittag lesend auf der Couch erledigen. Einchecken zum Mord ist jetzt kein brandneuer Fall, aber wir hatten ihn bisher noch nicht gespielt. Hier nun also unser kleiner Überblick.

Worum geht es?

Auch hier handelt es sich wieder um einen namensgebenden Cold Case, also Fälle deren Spuren lange kalt sind und die nie aufgelöst wurden. In diesem Fall wurde ein Wissenschaftler, der sich von seiner Ehefrau getrennt hatte in seinem Hotelzimmer von ebendieser erschossen, die zunächst sogar zugab ihn getötet zu haben. Bei der Gerichtsverhandlung wurde sie dann aber freigesprochen und erst Jahrzehnte später wird der Fall wieder aufgerollt und wir als Ermittler*innen erhalten einen Brief mit Unterlagen, um uns dem Fall anzunehmen. Die Akte ist voll mit Beweismaterialien aus der Vergangenheit und die Lösung des Falls steckt in diesen Unterlagen verborgen. Wir müssen sie nur finden.

Cold Case: Einchecken zum Mord – Spielmaterial / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

Zunächst lesen wir den einführenden Brief vor und checken anhand der Anlageliste sämtliche Materialien der Akte. Nichts ist ärgerlicher, wenn ihr feststellt, das da tatsächlich etwas fehlen sollte. Dann breitet ihr alles aus und legt los. Viel Lesearbeit ist gefordert. Der Fall steckt in den Details. Der Arzt Dr. Bill Tempelton wurde 1994 tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Sechs Kugeln trafen ihn und der Sicherheitsdienst des Hotels fand seine Frau mit der Pistole im Anschlag im Zimmer vor. Der Fall schien klar zu sein, doch gab es einige Beweise die gegen die Schuld der Frau sprachen, die sogar gestand ihn erschossen zu haben. Ihr könnt aus den Unterlagen herausermitteln was passiert ist, indem ihr die richtigen Spuren findet und Schlüsse zieht.

Als Spielmaterial dienen euch so unterschiedliche Dinge, wie Zeitungsausschnitte, anonyme Briefe, ein Autopsiebericht, sowie Fotos und Befragungen von Verdächtigen und Zeugen. Ein Bericht vom Tatort, sowie Fotos dürfen natürlich auch nicht fehlen. Umfangreiches Material liegt zu diesem Fall vor, wir können uns sogar den entscheidenen Moment der Gerichtsverhandlung anhand eines Protokolls nochmal durchlesen. Was ist geschehen ist die große Frage?

Cold Case: Einchecken zum Mord – Diese drei Fragen gilt es zu beantworten. / Foto: Spieltroll

Ich werde natürich wie immer nichts zum Fall oder der Lösung spoilern, aber auch bein diesem Fall ist für mich das größte Plus, dass hier sehr unaufgeregt zu Werke gegangen wird, und die Logik des Falls im Vordergrund steht. Hier gibt es einfach keine Internetseite zu durchforsten, Videos anzuschauen oder irgendwelche Pseudokommunikation mit anderen Ermittlern etc. Das hat bei anderen Fällen natürlich deutlich seinen Reiz, weil die Immersion viel höher ist, aber bei solchen Cold Case Fällen, die schon etwas länger zurückliegen ist es genauso immersiv, dass es sowas alles gar nicht gibt, da die Polizei damals anders gearbeitet hat und alles in Papierfom aufbewahrte. So sitzen wir hier einen Abend zu zweit am Tisch lesen Aussagen, schauen uns Fotos an und schlußfolgern uns den Fall zusammen, ohne das wir Tablets, Computer und Smartphones brauchen, um uns diverses Zeug anzuschauen. Natürlich geht das auch gemütlich auf der Couch.

Das Fazit

Dies ist der insgesamt fünfte Fall der Reihe und er gehört für mich zu den besten. Das liegt einfach daran, da das Problem hier mal ein bisschen anders ist und nicht so deutlich vor einem liegt. Hier kommst du durch das Ausschlussprinzip irgendwann am Ziel an und das ist insgesamt recht spannend gelöst. Hier gibt es wieder sehr viel Material das du eigentlich gar nicht brauchst, das dir aber genug Hintergrund liefert um den Fall ernst zu nehmen. Nichts fühlt sich erstmal überflüssig an, stellt sich aber im Verlauf deiner Ermittlungen als so heraus. Wir konnten sehr lange noch nicht genau sagen in welche Richtung sich der Fall entwickeln würde und wer für den Tod von Bill Tempelton verantwortlich zu machen ist. Nach ein bisschen über zwei Stunden waren wir dann aber am Ziel angekommen und waren dennoch nicht hundertprozent sicher, ob es die Lösung war, die sie von uns hören wollten. Das klingt jetzt vielleicht zu schwammig, aber ich will ja nicht verraten. Wie immer ist es hier der schmale Preis und das dennoch schöne Material, was für uns den Ausschlag gibt hier eine Empfehlung auszusprechen. Bis auf den ersten Teil können wir eigentlich alle Fälle der Reihe empfehlen.


  • Verlag: Thinkfun, Ravensburger
  • Autor(en): unbekannt
  • Illustrator(en): unbekannt
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Spieleranzahl: 1 – 4 Spieler*innen
  • Dauer: 45-90 Minuten

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