#42 Was ist eigentlich? – Automa

In den letzten Jahren tauchte der Begriff des Automa immer öfter auf und viele fragen sich was das eigentlich genau sein soll. „Irgendwas mit Solospielen“ hört man dann häufig. Ja, kann man schon so sagen, auch wenn es nicht ganz genau ist. Automa scheint inzwischen soetwas wie das Tempo des Solo-Gaming zu werden. Ein Synonym für eine Spielweise, die in der Spielerschaft immer mehr anklang zufinden scheint. Solospiele werden immer attraktiver und die Leute empfinden es auch allein als gelungenen Zeitvertreib. Zeit den Begriff des Automa einmal etwas näher zu beleuchten.

Automa

Der Begriff Automa kommt aus dem Italienischen und bezeichnet eine Maschine, einen Automat. Künstliche Intelligenz wäre zuviel gesagt, denn sie kann in der bisherigen Form nicht Denken und Lernen sondern nur gemäß einer „Programmierung“ handeln. Im Brettspielbereich ist die Automa eine Möglichkeit ein komplexeres Brettspiel alleine zu spielen. Das Solospielen erfreut sich in den letzten Jahren, nicht zu letzt, seitdem es Automas gibt einer wachsenden Beliebtheit. Automas sind aber auch nicht die einzige Möglichkeit ein Spiel alleine zu spielen. Inzwischen hat sich der Begriff des Automa allerdings schon als Solomodus etabliert. So wie der Markenname Tempo synonym für ein Papiertaschentuch steht, entwickelt sich der Begriff Automa gerade zum Begriff für den Solomodus eines Spiels. Dabei muss man anmerken, dass es durchaus verschiedene Modi gibt.

Automa kommt nicht nur aus dem Italienischen, sondern in erster Linie von der Automa Factory. Das ist soetwas wie ein Zusammenschluß von Spieleautoren, gegründet von dem Spieleautor Morten Monrad Pedersen, der als freischaffender Autor Automas für einige der bekanntesten Spiele überhaupt entwickelt hat. An vorderster Stelle muss man hier die Spiele von Jamey Stegmaier und seinem Verlag Stonemaier Games nennen. Seine Automas bestehen immer aus einem Kartendeck, das mit relativ wenig Aufwand für den Spielenden, einen Mitspieler simuliert, der in bestimmten Situationen unterschiedlich agiert und ebenfalls versucht um den Sieg zu kämpfen. Am Ende gilt es dann wie gegen einen echten Mitspieler die Oberhand bei den Siegpunkten zu behalten oder aber das Spiel mit einer anderen Siegbedingung zu gewinnen.

Diese Art des Solospielen unterscheidet sich von der bisherigen Form, in der man ein Spiel einfach allein gespielt hat und einen Mitspieler als Dummy quasi selbst gesteuert hat und ihn mehr oder weniger zufällige Entscheidungen hat treffen lassen, die nicht immer auf Sinn und Verstand basieren mussten. Im Automa Deck verbergen sich schon gewisse Siegstrategien für den jeweiligen Spieler und meistens auch Präferenzen, die ein Gegner bevorzugt ausführen würde.

Nicht alle Spiele, die ein solches Deck benutzen stammen von Morten Monrad Pedersen und seiner Automa Factory. Shem Phillips, der Autor der Westfrankentrilogie, hat für seine Spiele ähnliche Kartendecks entwickelt die allesamt sehr gut funktionieren und auch diese Spiele zu sehr gelungenen Soloerlebnissen machen.

Natürlich gibt es auch weiterhin Solospiele, die sich von vornherein an nur einen Spieler richten, so wie das grandiose Coffee Roaster oder auch Der Unterhändler (für das Morten Monrad Pedersen eine Erweiterung beigesteuert hat). Diese Spiele würde, zumindest im Moment noch, niemand als Automaspiele bezeichnen, aber wer weiss, wohin uns diese Begrifflichkeit noch bringt. Passen würde es auf jeden Fall.

Bekannte Vertreter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.