My Gold Mine – Gold allein macht nicht glücklich

My Gold Mine

Ich hatte es im letzten Jahr vor der Verleihung zum Preis für das Spiel des Jahres schonmal erwähnt, dass My Gold Mine vom Sohn einer Arbeitskollegin mit entwickelt wurde. Wir wollten es eigentlich immer mal spielen, jedoch schreckten wir ein wenig davor zurück, da wir immer wieder hörten es solle sich dabei doch eher um ein Kinderspiel handeln. Tja, nicht immer sollte ich auf solche Gerüchte etwas geben. Richtig ist: My Gold Mine kann problemlos auch nur von Kindern gespielt werden. Es braucht keinen Erwachsenen als Mitspieler*in. Das Spiel ist simpel genug und erfordert wenig Aufbau. Die Hürden sind sehr niedrig. Falsch hingegen ist, dass das erwachsenen Spieler*innen keinen Spaß machen würde oder könnte. Vielmehr ist My Gold Mine ein ziemlich perfektes Beispiel für die Kategorie des Spiels des Jahres. Es bietet alle Möglichkeiten Jung und Alt an einen Tisch zu bringen und allen viel Spaß zu bringen. Wie gesagt, die Hürden sind sehr gering.

Worum geht es?

In My Gold Mine spielen wir Zwerge, die in einer Mine versuchen Goldnuggets zu schürfen. Doch wer zu gierig schürft, den erwischt der feuerspeiende Drache der tief unter dem Berg haust und versucht die Zwerge aus seinem Berg zu jagen. Bis zu sechs Zwerge gehen auf die Jagd nach Gold und versuchen in drei Runden das meiste Gold zu ergattern und nicht vom Drachen erwischt zu werden.

My Gold Mine: Spielaufbau / Foto: Spieltroll

Wie läuft das ab?

My gold Mine: Zwergenkarten samt Spielsteinen / Foto: Spieltroll

Gemäß dem auf der Packung prangenden Spruch „Open & Play“ erfordert My Gold Mine wenig Vorbereitung. Es ist natürlich nicht ganz so einfach, jemand muss schon noch die Regeln lesen, aber diese sind kurz gehalten und auch nicht besonders Umfangreich. In der Magnetschachtel finden wir neun großformatige Karten, die wir in einer Reihe nebeneinander auf den Tisch legen. Sie sind beidseitig bedruckt und zeigen auf der einen Seite einen Minenschacht und auf der anderen den gleichen Schacht in Flammen. Ganz links gibt es eine Ausgangskarte und ganz rechts liegt der Drache. Dazwischen sieben Karten. Auf der mittleren ist eine Lore abgebildet und diese Karte fungiert als Startfeld für unsere Zwerge, die als beklebte Holzscheiben ebenfalls in der Schachtel liegen. Die Schachtel kann dann hervorragend als Ablage über der Kartenleiste dienen. Es gibt zwei Kartenfelder, auf denen wir die Spielkartenstapel während des Spiels aufbewahren können. Zu guter letzt wären dann noch die großen Plastikgoldnuggets, die wir uns in den ersten beiden Runden verdienen können. Die beiden Kartenstapel (Minen- und Exitkarte) werden getrennt voneinander gemischt und los geht die Buddelei. Beachtet werden sollte, das der Minenstapel aufgedeckt liegt, so dass die erste Karte immer sichtbar ist und der Exitstapel daneben verdeckt gelegt wird.

My Gold Mine: Die Qual der Wahl / Foto: Spieltroll

Wer an der Reihe ist hat nur eine Entscheidung zu treffen: Ziehe ich vom Minen- oder vom Exitstapel eine Karte. Ziel ist es das meiste Gold einzusammeln und unversehrt auf der Ausgangskarte zu landen. Falls ich vom Drachen erwischt werde bin ich in der Runde raus und all mein Gold aus dieser Runde ist verloren. Stehe ich im Minenschacht auf einer relativ sicheren Position, so entscheide ich mich wohl dafür vom Minenstapel zu ziehen, denn dort gibt es das verlockende Gold. Vier verschiedene Karten finden wir hier. Nummer eins zeigt einfach einen Goldklumpen und den legen wir nur vor uns ab. Die zweite Karte zeigt einen Goldklumpen und einen Blauen Minendurchgang. Mit dieser Karte erhalten wir ebenfalls ein Gold und bewegen unseren Spielstein eine Karte Richtung Ausgang. Karte Nummer drei belohnt uns mit zwei Goldklumpen und lässt uns einen Schritt in Richtung des Drachen ziehen. Die vierte Karte können wir nicht ziehen, denn sie zeigt einen Drachen. Sollte dieser auf dem Stapel als oberste Karte zum Vorschein kommen, so zieht der Drache ein Feld Richtung Zwerge vor. Seine Karte wird mit der links daneben getauscht und diese dann auf die Flammenseite umgedreht. Sollten darauf ein oder gar mehrere Zwerge gestanden haben, so scheiden diese aus der laufenden Runde aus und müssen all ihre Karten zurückgeben. Es ist natürlich auch möglich, dass der Drache mehrmals nacheinander oben auf dem Stapel liegt.

My Gold Mine: Rot ist in Gefahr / Foto: Spieltroll

Sollte mir der Drache gefährlich auf die Pelle rücken, so kann ich natürlich auch ganz ängstlich versuchen Richtung Ausgang zu ziehen. Dafür sind die Exitkarten da, diese zeigen hauptsächlich Pfeilsymbole Richtung Ausgang. Es gibt einzelne Pfeile oder auch doppelte, bei denen ich natürlich ein oder zwei Karten Richtung Ausgang stolpere. Ein Symbol zeigt auch sechs Zwerge und einen Pfeil, der besagt alle Zwerge gehen einen Schritt zurück. Ganz mies gibt es auch noch eine Tauschkarte auf der zwei Scheiben die Position tauschen können. Die Exitkarten gibt es mit einzelnen Symbolen, aber in vielen Fällen haben wir die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Eine einzelne Karte gibt es, die noch ein bißchen perfider ist, weil sie uns in Versuchung führen möchte. Auf ihr können wir nämlich auch drei Gold bekommen, was zeimlich verlockend ist, wenn wir weiter überleben würden. Das liegt dann aber wahrscheinlich nicht mehr in unserer Hand.

My Gold Mine: In Sicherheit vor dem feuerspuckenden Ungetüm / Foto: Spieltroll

Sollte ein Zwerg auf den Ausgang ziehen, so ist er oder sie sicher und legt die Scheibe auf die oberste noch freie Position. Alle verbliebenen Zwerge spielen solange weiter bis sie entweder gegrillt oder gerettet wurden. Wer das meiste Gold in einer Runde gesammelt hat, bekommt drei der Goldnuggets. Platz zwei und drei jeweils zwei und einen. Dann wird die zweite Runde gespielt und exakt so verfahren. Auch Runde drei wird so gespielt. Der Unterschied liegt hier allerdings in der Wertung am Ende. In dieser Runde zählt all das gesammelte Gold der letzten Runde als Punkte und wird durch die Goldnuggets ergänzt. Die letzte Runde ist also um ein vielfaches wichtiger als die ersten beiden.

My Gold Mine: Unterschiedliche Exitkarten / Foto: Spieltroll

Das Fazit

My Gold Mine ist nun wahrlich keine Großtat und erfindet das Rad nicht neu, aber ich kann wirklich sehr gut verstehen, warum das Spiel auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres 2022 gelandet ist. Es macht nämlich Spaß und der Aufwand der betrieben werden muss es zu spielen ist sehr gering. Der Aufbau geht superschnell und auch das Spiel ist schnell gespielt und erwartet von seinen Spielenden nicht allzu viel. Eine simple Entscheidung. Manches was danach kommt liegt nicht mal mehr in der Hand der Spielenden selbst. Du kannst Glück haben oder aber das Pech. Das ist natürlich kein Spiel für Strategen, aber das will es ja auch gar nicht sein.

My Gold Mine wird von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gemocht. Für unseren Spieleabend zum Beispiel ist das Spiel ein ideales Pizzaspiel um die Zeit zu überbrücken, bis der Pizzadienst das Essen gebracht hat und der Spieleabend richtig losgehen kann. Auch als Absacker zum Ende hin das perfekte Spiel.

Die zu treffenden Entscheidungen haben genau den nötigen Spielraum für ein Familienspiel. Mach ich noch weiter und spiele mit der Gefahr mich dem Drachen anzunehern. Versuche ich eine Exitkarte zu ziehen um eventuell unliebsame Mitspieler*innen aus dem Schacht zu ziehen, damit sie kein Gold mehr sammeln können? Oder muss ich mich selbst zurückziehen und ziehe plötzlich die Karte mit den drei Goldnuggets und stehe vor der entscheidenen Frage ob ich es riskiere. Kommt wahrscheinlich auch auf das schon gesammelte Gold an, wie ich mich entscheide. Funktioniert ziemlich gut.

Einzig der Kritikpunkt mit dem Fokus auf die letzte Runde wurde ein paar mal laut, weil so die ersten beiden Runden zu einer Art Vorspiel „verkommen“. Mir macht das aber nichts aus, weiß ich ja schon vor dem Spiel und da ich hier eh nicht so wahnsinnig viel planen kann heisst es einfach Spaß haben. Eine Partie ist schnell gespielt. Tolles kleines Familienspiel für Zwischendurch mit echt schönem Material und leichten Regeln.


  • Verlag: KOSMOS
  • Autor(en): Dr. Hans Joachim Höh, Michael Loth, Christof Schilling
  • Illustrator(en): Felix Wermke
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • Spieleranzahl: 2 – 6 Spieler*innen
  • Dauer: 25 Minuten

2 Gedanken zu „My Gold Mine – Gold allein macht nicht glücklich“

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