#71 Was ist eigentlich? – Multi-Use Cards

Karten sind eines der am meisten benutzten Elemente in modernen Brettspielen. Sie werden für Ressourcen benutzt, für Aktionen oder geben auch mal verdeckte Ziele vor. Sie sind also sehr vielseitig einsetzbar. Aber es gibt auch Spiele, in denen Karten noch viel mehr können. In diesem Zusammenhang taucht öfter mal der Begriff der Multi-Use Cards auf. Heute soll es in dieser kleinen Rubrik um diesen Begriff gehen, was er genau bedeutet und welche Spiele Beispiele für diese „Mechanik“ sind. Ist das überhaupt eine Mechanik oder nur eine Komponente.

Multi-Use Cards

Der eigentliche Begriff der übersetzt vielseitig benutzbaren Karten ist ersteinmal ziemlich selbsterklärend. Es handelt sich um Karten, die ich für viele Zwecke benutzen kann. Punkt. Was heißt das nun aber für Brettspiele? Spiele, die sich diesen Karten bedienen sind meist ein wenig komplexer und den Karten kommt ein, wenn nicht sogar DER, zentrale Platz in der Spielmechanik zu. Am besten nehme ich mal ein Beispiel zur Hilfe.

Eines meiner liebsten Spiele, wenn es um diese Karten geht ist Die Blutige Herberge. Ein sehr morbides Kartenspiel das die Karten auf sehr kreative Weise einsetzt. In diesem Spiel geht es darum das meiste Geld zu „erwirtschaften“. Wir betreiben eine Gaststätte in der jeden Abend Gäste absteigen, die uns einen kargen Lohn einbringen. Ihre Taschen sind aber weitaus besser gefüllt und so können wir unsere Gäste in diesem Spiel ermorden und müssen die Leichen beseitigen bevor es der Polizei auffällt. Die Karten sind in diesem Spiel einerseits die verschiedenen Gäste mit verschiedenen Talenten, die wir für viele Dinge benutzen können. Die Karten sind einerseits Ressource für Aktionen (je nach Talent machen sie die Aktion billiger), sie sind Geldquelle (getötete Gäste bringen Geld) und Gebäudekarte (benutzbar, um unter ihnen Leichen zu verscharren und für spezielle Fähigkeiten). Ihnen kommen also vier Bedeutungen zu, die alle miteinander verwoben sind. Das macht die Mechanik am Anfang für viele Spieler erstmal verworren ist aber nach ein paar Runden auch ziemlich genial.

Während Die Blutige Herberge ein extremeres Beispiel ist, gibt es aber auch etwas andere Beispiele, wie in Eine Wundervolle Welt. Hier dienen die Karten einerseits als Projekt, das ich nach Fertigstellung in meine Einkommensreihe einbauen darf und fortan von ihr profitiere, oder aber ich benutze die Karte sofort als Ressource und bekomme ein Zahlungsmittel zur Fertigstellung eines anderen Projektes. Hier hat die Karte nur eine Entweder/Oder-Bedeutung und das ist zugegebenermaßen die viel häufiger auftretende Form.

Multi-Use Cards sind definitv mehr als eine reine Komponente, denn die Entscheidungsfindung, wofür ich eine Karte einsetzen kann oder manchmal auch muss, ist schon eine Mechanik für sich und kann je nach Komplexität ganz erhebliche Überlegung erfordern. Für mich sind Spiele mit Multi-Use Cards mit die spannensten und kreativsten Designs von Spieleautoren. Die Spiele sind oftmals sehr vielfältig und lassen den Spielern einen hohes Maß an Entscheidungsfreiheit, in welche Richtung sich das Spiel bewegen soll, je komplexer die Einsatzmöglichkeiten sind.

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