
Ich habe zuvor noch nie eine Erweiterung rezensiert, aber das wird sich nun ändern. Erweiterungen sind für mich immer ein zwiespältiges Schwert, wie ich in einem anderen Blogbeitrag schon einmal beschrieben habe. Grundsätzlich gehört „Der Grosse Manasturm“ aber in die Kategorie der „guten“ Erweiterungen, derjenigen, die ein Spiel nicht komplett verändern und das Spiel etwas variabler und variantenreicher machen. Auf deutsch ist die hier vorliegende Erweiterung erst die zweite für Mystic Vale, denn Pegasus hat sich dazu entschlossen, wie bei der ersten Erweiterung auch, gleich mehrere im Original verschiedene Erweiterungen in eine zu packen. Beim Vorgänger waren es das Tal der Magie und das Tal der Wildnis, die beide in einer Schachtel erschienen und das Spiel hauptsächlich um diverse neue Karten und die Anführer erweiterten. Das alles tat dem Spiel bereits damals sehr gut und auch diesesmal wurde mit neuen Ideen nicht gespart um das einzige Card Crafting Game auf das nächste Level zu heben. Meiner Meinung nach schaffen AEG und Pegasus das auch erneut.




Ignacy Trzewiczek gelang hier in meinen Augen ein fantastisches Spiel, dass sich zurecht bis heute großer Beliebtheit erfreut. Imperial Settlers aus dem Jahr 2014 basiert spielmechanisch auf seinem Spiel „51st State“ und behandelt dabei den Aufbau einer Zivilisation. Technisch gesehen ist es ein Kartenspiel, denn es gibt kein Spielbrett. Lediglich eine Punkteleiste und einige Auslagen, sowie Ressourcenmarker befinden sich noch zusätzlich in der großen Spieleschachtel. Der Hauptteil des Spiels basiert aber auf Karten, die die Spieler vor sich auslegen. Es gibt auch durchaus viel Kritik an Imperial Settlers, da es nicht das interaktivste Spiel ist. Die Spieler agieren abwechselnd in ihrer Auslage und wetteifern vor sich hin, aber die Beeinflussung des Gegners hat hierbei nicht die höchste Priorität und kommt nur gelegentlich vor. Meiner Meinung nach tut man das aber in vielen Spielen und man unterhält sich ja trotzdem über das, was da vor sich geht und versucht besser zu sein als seine Gegenspieler. Ich empfinde die Imperial Settlers aber als sehr gelungenes Spiel, da es über tolle Mechanismen und einen hohen Wiederspielreiz verfügt. Die Bezeichnung als „Autistenspiel“, wie es schon genannt wurde, finde ich absolut nicht zutreffend und auch sehr übertrieben. Wer sich aufgrund solcher Aussagen dieses Spiel entgehen lässt, sollte nocheinmal nachdenken, ob die ganzen Auszeichnungen, die auf der Schachtel prangen, nicht doch etwas zu sagen haben.