Spieleabend #31 – Küüühe!

Wir hatten wirklich lange keinen Spieleabend mehr im Kollegenkreis.. Beim vorletzten mal berichtete ich noch von unserem nicht ganz so gelungenen Jahresabschlußfest, auf dem wir im großen Kollegenkreis mal so richtig das Spiele Hobby pushen wollten. Das gelang uns dank einer anderen Kollegin, die den ganzen Tag Partyspiele in die Runde warf nicht. Wer das nachlesen möchte findet das unter der 30. Ausgabe der Spieleabend Kategorie kurz angerissen. Danach trafen wir uns nur nochmal ganz spontan aber nach längerer Abstinenz, wegen diversen Urlauben und einem Jahresabschluß den wir viel früher vorbereiten mussten als sonst üblich, kamen wir irgendwie nie dazu einen neuen Spieleabend anzusetzen. Nun, nachdem endlich ein wenig mehr Ruhe eingekehrt ist, setzten wir die Tradition aber fort. Sohnemann, der sich schon sehr gefreut hatte, musste aber wegen einem Geburtstag spontan absagen, so dass der spielafine Sohn Nummer zwei ihn mal wieder vertrat und wir einen netten Abend zu viert verbringen wollten.

Silver & Gold: Pyramids

Da es diesmal nicht ganz so spointan war, konnten wir uns im Vorfeld ein paar Gedanken darüber machen, was wir zum Spieleabend mitbringen würden. Da Sohnemann Nummer zwei zwar noch recht frisch im Hobby ist, aber mit einer geneigten Runde wohl schon einiges ausprobiert hat, wussten wir nicht so genau wohin die Reise gehen sollte. Wir entschieden uns für einen Klassiker, den wir auf jeden Fall anbringen wollten und so nahmen wir Die Burgen von Burgund mit. Meine Frau wollte das eh schon etwas länger mal wieder spielen. Als Pizzaspiel kam unsere Neuerwerbung Silver & Gold: Pyramids mit. Wir wollten testen, ob wir eine Partie mit Erklärung zwischen Bestellung und Lieferung hinbekamen. Diese Tradition hat sich schon bei dieser Runde eingeschlichen und es ist gar nicht so einfach Spiele zu finden, die in diese Kategorie passen.

Bei den restlichen Spielen für den Abend haben wir uns gedacht, dass es vielleicht lustig wäre, einen Querschnitt durch die nominierten und empfohlenen Spiele des Jahres mitzunehmen. Viele kannte zumindest unsere Kollegin noch nicht und so nahmen wir Auf den Wegen von Darwin, Die Gilde der fahrenden Händler, Mischwald und Harmonies mit und wollten spontan entscheiden, was noch zeitlich in den Rahmen passte.

Die Fahrt verlief wieder ereignislos auch wenn sie für uns spannend war, denn es war die erste etwas längere Fahrt mit unserem neuen Auto. Der kleine Micra gab ja schon seit einem Jahr immer mehr den Geist auf und bevor wir irgendwann gar nicht mehr vom Fleck kommen, musste dann noch ein Neuer her. So düsten wir zum ersten Mal über die Autobahn und kamen in rekordverdächtiger Zeit bei unser Kollegin an.

Sohnemann Nummer zwei war noch nicht da, aber unsere Kollegin hatte wie immer sofort Hunger und Durst und klärte erstmal die Formalitäten. Bier und Wein auf den Tisch und Pizza aussuchen. Kaum waren wir fertig kam auch schon Sohn Nummer zwei die Bestellung ging auf die Reise. In der schon erwähnten Tradition legten wir gleich los, denn wir wollten das Experiment antreten. Die Erklärung ging Ratzfatz von der Hand (die beiden kannten den Vorgänger Silver & Gold nicht oder konnten sich an das Spiel nicht mehr erinnern) und wir starteten direkt in das Spiel. Es spielt sich wirklich gut runter und sorgt für Spannung durch die Punkte, die durch die verschiedenen Farben an alle vergeben werden können. Wer zuerst kommt malt zuerst. Es musste noch eine Karte umgedreht werden, als es an der Tür schellte. Fast geschafft! Ganz knapp nicht. Trotzdem ist der test bestanden. Unsere Gastgeberin holte die Pizza an den tisch, wir machten den letzten Zug, rechneten die Punkte aus und dann wurde gegessen. Positiv: Ich habe gewonnen! Negativ: Der gewohnte Pizzadienst hatte einen Eigentümerwechsel und die Pizza ist leider nur noch so mittelgut.

The Castles of Burgundy

Nach einer kleinen Balkonpause in der Lungen geteert und Gläser gefüllt wurden, starten wir direkt mit Die Burgen von Burgund. Sohnemann Nummer Zwei hatte vor nicht allzu langer Zeit ein Spiel gespielt was ihn daran erinnerte, aber das wäre viel hübscher und viel größer gewesen. An den Namen konnte ersich nicht erinnern. Bei der Erklärung sagte er dann aber, das es verdammt nachdem Spiel klänge was er gespielt hat. Er fände das sogar richtig toll und freue sich darauf es nochmal zu spielen. Ich zeigt ihm ein Bild von der Deluxe-Version, die er sofort identifizierte. Sein Kumpel habe sich das gekauft und das hätte ihm sehr gefallen. Unsere Gastgeberin kannte es aber nicht und wir bauten auf. Das dauert ja immer ein bisschen bis alle Plättchen sortiert und aufgebaut sind aber das Spiel lohnt sich immer. Die Erklärung dauert ja immer ein bisschen, weil alle Plättchen erklärt werden müssen, bis auf die Klöster, die wir immer dann erklärten, wenn ein neues auf den Tisch kam. Sehr lustig war, das Sohnemann meine Erklärungen immer mit Gesten auf dem Tableau seiner Mutter untermalte, damit sie alles verstand. So lustig das auch war, meine Frau lag fast unter dem Tisch vor lachen, so effektiv war es auch. Es gab wirklich fast keine Nachfragen und wir spielten die Partie flüssig herunter.

Nach Runde eins lag ich schon recht weit vorn, was meine Kollegin erstaunte und zu der Phrase verleitete: „Sie hätte ja gar keine Chance mehr!“. Ihr Sohn sagte dann aber: „Das ist punktemäßig noch gar nichts, wenn du kurz vor Ende nur einmal herum bist, dann solltest du dir Sorgen machen!“ Diese Aussage konnte ich nur unterstützen. Das Spiel lief bis zur Mitte für mich richtig gut. Ich sorgte dafür, dass ich zuerst an der Reihe bin und bekam auch immer schöne Plättchen ab. Meine Frau löste mich dann aber als Führenden ab und sprintete vorbei. Unsere Kollegin war bis zu diesem Zeitpunkt immer an letzter Position, wenn auch nie abgeschlagen machte ihre Sache aber richtig gut. Sohnemann hatte einen Plan, den er allerdings zu deutlich herausposaunte. In der vorletzten Runde sah die Auslage für ihn richtig gut aus. Er hatte sich mit den Klostern und seinen Weiden eine schöne Punktemaschine gebaut, die ihn stark belohnt hätte, wenn er die zwei ausliegenden Kuhplättchen in sein Reich hätte einbauen können. Die Betonung liegt auf hätte, denn seine Mutter entwickelte nun einen wirklich geschickten Plan, und war vor ihm an der Reihe, da er die Boote vernachlässigte. Sie kaufte ihrerseits die beiden Kühe, machte eine Weide komplett und stahl ihm so nicht nur die Kuhplättchen, sondern auch noch den Gebietsbonus vor der Nase weg, den er ebenfalls sicher gehabt hätte, wenn seine Mutter nicht plötzlich meinte die Wiesen mit Kühen zu belegen. Herrlich wie sich Sohnemann darüber aufregte und dann spontan und aus Trotz nichts mehr hinbekam und alles was wir ihm empfahlen in den Wind warf.

Für mich lief es aber der Mitter der Partie auch nicht mehr rund. Ich benötigte ständig Arbeiter um meine Würfel auszugleichen, weil nicht mehr viel zusammenpasste. Auch wurden mir ein paar gute Marker vor der Nase weggeschnappt. Meine Frau gewann Die Burgen von Burgund dann vor unserer Kollegin, die sich wirklich gut schlug und ihren Sohn mal so ordentlich in die Pfanne gehauen hat und den ganzen Abend noch über seine „Küüühe!“ lamentierte. Ich schaffte es in einem meiner All-Time-Faves nur auf einen für mich enttäuschenden dritten Platz ganz knapp vor dem Kuhmeister.

Die Gilde der fahrenden Händler

Nach einer kleinen Pause entschieden wir uns dann für eine Partie Die Gilde der fahrenden Händler, welches sich ebenfalls gut erklären lässt und kaum Fragen offen lässt. Das Spiel kam gut an. Wir spielten natürlich die erste Karte um reinzukommen aber im Spiel zu viert ist das Spiel leider eine riesige Wechselorgie. Das viel allen negativ auf. Es ist wirklich dumm die Münzen nur einseitig zu bedrucken und sie alle gleich aussehen zu lassen. Meine Frau sortierte ständig die Münzen im Vorrat und drehte sie auf die richtige Seite. Das ist wirklich ganz schön nervig und wird diesem ansonsten tollen Spiel einfach nicht gerecht. Die Partie war insgesamt äußerst eng und wir alle lagen innerhalb von zehn Punkten Abstand am Ende. Ich gewann ganz knapp vor Sohnemann und meiner Frau.

Danach entscheiden wir uns Schluss zu machen, denn es war bereits kurz vor eins und jedes weitere Spiel hätte jetzt zu lange gedauert. Wir brachten Sohnemann noch nach hause und fuhren wie immer durch die Nacht gen Heimat. Hat mal wieder richtig Spaß gemacht und wenn wir unsere Kollegin auf der Arbeit aufheitern wollen, bringen wir die „Küüühe!!“ nochmal ins Gespräch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.